Pixelfehler

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    Original von cd-ded
    Ist wohl auch eine Kostenfrage und ein organisatorisches Problem: hierzu müßten die Displays vor dem Versand auf Pixelfehler geprüft, nach Klassen sortiert, entsprechend gekennzeichnet und getrennt gelagert werden.
    Es entstehen durch diese Vorgänge unterschiedliche Artikel-Nr., ebenso müßte die Verwechslungsgefahr ausgeschlossen sein und nicht zuletzt steigt zwangsläufig die Ausschussmenge.


    Die Ausschussmenge steigt damit nicht. Es wird ja nicht weniger verkauft, sondern nur ein gestaffeltes Angebot erzeugt. Was die Logistik angeht, verweise ich hiermit nochmals auf die Microprozessorindustrie. Da wird das selbe Prinzip angewandt und das funktioniert einwandfrei.


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    Original von cd-dedEin weiterer Aspekt ist, dass sich diese zusätzlichen Kosten wohl auf den Endpreis auswirken. Und bei dem heutigen Preiskampf ist das nur schwer vorstellbar, außer, alle würden so vorgehen. Außerdem müsste das Thema Gewährleistung neu überdacht werden.


    Das tut es ja aktuell auch (s. eben die Preise für die Pixelfehlerprüfung) und das ist ja auch ganz normal und logisch. Wer etwas "Besseres" oder mehr Service haben möchte, muss dafür bezahlen.


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    Und so nebenbei entsteht zunehmend eine neue Marktnische, nämlich die der Pixelfehlerprüfung. Schade nur, dass der Kunde hierfür zur Kasse gebeten wird...


    Natürlich ist das "schade". Aber wenn ich einen extra Service wünsche, dann kostet der nun mal auch etwas. Die Höhe wird über Angebot (hier z.B. die Qualität des Angebots) und Nachfrage bestimmt. Ein ganz einfacher wirtschaftlicher Vorgang ;)


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    Man könnte aber doch hergehen und zumindest bei den hochpreisigen Moni´s (z.B. ab 500 Euro), die in geringerer Stückzahl hergestellt werden, nur die Pixelfehlerklasse 1 anbieten.
    Derzeit wird das – wie Wurstdieb berichtete – nur bei wenigen Spezialmonitoren z.B. im medizinischen Bereich angeboten.


    Meine Rede. Ich zahle gerne 30€-50€ mehr, wenn ich dafür ein Gerät mit garantiert 0 Pixelfehlern bekomme und dies für die Garantiezeit gilt. Vor allem wenn ich mir einen Eizo für 1300 Steine holen und diesen 5 Jahre+ betreiben würde, sind 50€ eigentlich Peanuts.

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    Der Rest geht natürlich an den Hersteller zurück.


    Wovon träumst du denn?
    Das Gerät (auch mit Pixelfehler) entspricht voll und ganz der Herstellerspezifikation.
    Der Händler kann ein solches Gerät nicht einfach an den Hersteller zurück senden. Dazu gibt es weder eine Grundlage, noch ein Argument.


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    Ich zahle gerne 30€-50€ mehr, wenn ich dafür ein Gerät mit garantiert 0 Pixelfehlern bekomme und dies für die Garantiezeit gilt.


    Eben dies tut es nicht!!!
    Das wird oft missverstanden.
    Ein Pixelfehlertest wie z.B. von Fast-Trade betrieben, ändert rein gar nichts an deinen Ansprüchen. Es ist lediglich ein IST Zustandsbericht und hat keinerlei Auswirkung auf die Garantie des Herstellers, oder die Gewährleistung des Händlers. Es bleibt wie es ist: Es gilt auch nach solch einem Test die Pixelfehlerklasse 2.
    Der klassische Pixelfehlertest ist eine reine Dienstleistung.


    Anders wird es nur, wenn der Hersteller dies garantiert. Auf 1, 3 oder 5 Jahre zum Beispiel. NUR DANN hast du einen echten Anspruch im Fall der Fälle.
    Genau DAS habe ich zu einigen Dell Monitoren angeboten.
    Und genau das schlugen die Kunden, für mich völlig unverständlich, aus!
    Ergo bestelle auch ich momentan wieder "ganz normale Ware" um im Preis vergleichbar zu bleiben.

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    Original von Tiefflieger


    Wovon träumst du denn?
    Das Gerät (auch mit Pixelfehler) entspricht voll und ganz der Herstellerspezifikation.
    Der Händler kann ein solches Gerät nicht einfach an den Hersteller zurück senden. Dazu gibt es weder eine Grundlage, noch ein Argument.


    Hallo Tiefflieger,


    ich habe mit dem "Rest" diejenigen Geräte gemeint, die NICHT mehr in Klasse II liegen (Ich habe ja auch geschrieben, das die Geräte mit Pixelfehlern, die noch in Klasse II liegen an Firmenkunden verkauft werden)! Falls das nicht eindeutig rübergekommen ist, kann man übrigens auch einfach einmal nachfragen, bevor man solche Töne anstimmt...



    Auch hier hast du mich - warum auch immer - falsch verstanden. Ich würde es begrüßen, WENN das so wäre. Das es nicht so ist (auf die Garantiezeit bezogen), weiß ich selbt. Einige Händler geben jedoch z.B. zusätzlich noch eine Garantie für 7 Tage (wie z.B. Fast-Trade - ist somit NICHT nur eine reine Dienstleistung wie du angegeben hast - oder notebooksbilliger.de. Bei letzterem kann man z.B. zwischen der reinen Diensteleistung und einer 7-Tage Garantie wählen). D.h. wenn in einer Woche ein Pixelfehler nachträglich auftritt, wird der Monitor anstandslos getauscht. Das war bei mir z.B. so und hat ohne Probleme funktioniert.


    Ich WÜRDE es hingegen begrüßen, wenn dies auch auf die Garantiezeit verlängerbar wäre (vorzugsweise natürlich vom Hersteller aus). Der Markt dafür scheint jedoch zu klein zu sein...

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    Die Ausschussmenge steigt damit nicht. Es wird ja nicht weniger verkauft, sondern nur ein gestaffeltes Angebot erzeugt.


    Das stimmt so nicht:
    die Ausschußmenge erhöht sich grundsätzlich deshalb, weil bei dieser zusätzlichen Prüfung weitere n.i.O.-Geräte bzw. Fehler entdeckt werden, wie z.B. Displays, die die Fehlerklasse II nicht erreichen, andere (zufällig) entdeckte Fehler, die eine Nacharbeit oder sogar einen Ausschuß bewirken.
    Desto mehr geprüft wird, desto mehr Fehler werden festgestellt. Die Frage ist nur, wie der Hersteller damit umgeht. Zugegeben, bei einer prozesssicheren Produktion ist die Fehlerrate eher gering.


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    verweise ich hiermit nochmals auf die Microprozessorindustrie


    Du sprichst hier die Unterscheidung von Prozessorleistungen an, die durch die erreichte Taktzahl definiert und eingestuft werden.
    Ich spreche aber nicht von einer Leistung, sondern von der Bewertung eines mehr oder weniger oft vorhandenen sowie mehr oder weniger starken Fehlers. Den Begriff Fehler hat in diesem Zusammenhang die Industrie selber z.B. durch die Schaffung der Pixelfehlernorm verewigt.


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    Wer etwas "Besseres" oder mehr Service haben möchte, muss dafür bezahlen.


    Ich will aber nichts "Besseres" sondern lediglich ein fehlerfreies Gerät. Ich betrachte die nachträgliche und vom Kunden bezahlte Pixelfehlerprüfung auch nicht als "Service" sondern lediglich als ein mögliches notwendiges "Übel" aufgrund der derzeitigen technischen Möglichkeiten und Normenlage.


    Ich gebe dir aber vollständig recht, dass wir dieses Thema in einem sachlichen und konstruktiven Ton diskutieren sollten.

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    Ich will aber nichts "Besseres" sondern lediglich ein fehlerfreies Gerät.


    ...und somit besser als die Norm. ;)


    @Okiwio: Kam vielleicht rauher an als es sollte, weil ein Smilie fehlte. Hier hast ihn: ;)

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    Original von cd-ded
    Das stimmt so nicht:
    die Ausschußmenge erhöht sich grundsätzlich deshalb, weil bei dieser zusätzlichen Prüfung weitere n.i.O.-Geräte bzw. Fehler entdeckt werden, wie z.B. Displays, die die Fehlerklasse II nicht erreichen, andere (zufällig) entdeckte Fehler, die eine Nacharbeit oder sogar einen Ausschuß bewirken.
    Desto mehr geprüft wird, desto mehr Fehler werden festgestellt. Die Frage ist nur, wie der Hersteller damit umgeht. Zugegeben, bei einer prozesssicheren Produktion ist die Fehlerrate eher gering.


    Ich kann deiner Logik immer noch nicht folgen... An der Beschaffenheit der Geräte ändert sich ja nichts. Momentan muss auch geprüft werden, ob ein Gerät noch in Fehlerklasse II liegt. Was nicht mehr drin ist, ist eben Ausschuss. Zur Zeit ist die Summe der Geräte, die Klasse I + II sind in der Klasse II zusammengefasst. Bei einer Aufspaltung wird diese Summe lediglich in zwei Teile zerlegt. Ich ändere nicht die Menge der verkaufbaren Geräte, sondern kategorisiere sie nur anders.


    Natürlich kann es sein, dass dadurch eventuell mehr Geräte gefunden werden, die nicht mehr in Klasse II liegen. Aber diese müssten bei einer Reklamation durch den Kunden ja sowieso getauscht werden und der erhöhte Aufwand durch die Klassifikation wird ja auch über den höheren Preis für die Geräte in Klasse I kompensiert.


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    Original von cd-ded
    Du sprichst hier die Unterscheidung von Prozessorleistungen an, die durch die erreichte Taktzahl definiert und eingestuft werden.
    Ich spreche aber nicht von einer Leistung, sondern von der Bewertung eines mehr oder weniger oft vorhandenen sowie mehr oder weniger starken Fehlers. Den Begriff Fehler hat in diesem Zusammenhang die Industrie selber z.B. durch die Schaffung der Pixelfehlernorm verewigt.


    Der Vergleich mit den Prozessoren passt meiner Meinung nach ganz gut. Genauso, wie Prozessoren, die eine bestimmte Taktrate nicht mer mitmachen aussortiert werden, können auch Displays, die einer bestimmten Norm nicht mehr entsprechen aussortiert werden (was ja auch schon gemacht wird). Der Unterschied zum Prozessor ist, dass du für die geringere "Qualität" in Form einer niedrigeren maxiamlen Taktrate auch weniger bezahlen musst und den "Fehler" nicht siehst bzw. Fehler bei der spezifizierten Taktrate nicht auftauchen. Bei TFTs ist das leider nicht der Fall und das ärgert viele Kunden.


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    Original von cd-dedIch will aber nichts "Besseres" sondern lediglich ein fehlerfreies Gerät. Ich betrachte die nachträgliche und vom Kunden bezahlte Pixelfehlerprüfung auch nicht als "Service" sondern lediglich als ein mögliches notwendiges "Übel" aufgrund der derzeitigen technischen Möglichkeiten und Normenlage.


    Fehlerfreiheit ist eine Sache von Definitionen und den daraus abgeleiteten Normen ;)

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    An der Beschaffenheit der Geräte ändert sich ja nichts. Momentan muss auch geprüft werden, ob ein Gerät noch in Fehlerklasse II liegt.


    An der Beschaffenheit der Geräte ändert sich zwar nichts, aber am Prüfverfahren:
    Ich bin von einer zusätzlichen Prüfung durch fertigungtechnisch unabhängiges Personal ausgegangen (z.B. durch die QS), die diese Prüfung vor dem Versand sozusagen als Endkontrolle durchführt.
    Selbst wenn bereits direkt nach der Produktion eine Prüfung stattfindet, würden bei der unabhängigen zusätzliche Prüfung weitere Geräte festgestellt, die nicht mehr in die Pixelfehlerklasse II fallen. Und diese Geräte müssen gehändelt werden, hier würden ebenfalls zusätzliche Kosten anfallen, die Geräte sind zu diesem Zeitpunkt ja komplett fertiggestellt...
    Zur Zeit wird diese zusätzliche Prüfung von unabhängigen Betrieben als "Service" für den zahlenden Kunden angeboten...
    Jetzt wollen wir der Industrie mal nicht zuviele diesbezügliche Hinweise geben. Ich nehme an, die haben sich hierzu ebenfalls schon intensiv Gedanken gemacht.


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    Natürlich kann es sein, dass dadurch eventuell mehr Geräte gefunden werden, die nicht mehr in Klasse II liegen. Aber diese müssten bei einer Reklamation durch den Kunden ja sowieso getauscht werden


    Ob später mal eine Reklamation durch den Händler oder Kunden erfolgt, steht ja "in den Sternen". Ich kann mir vorstellen, dass viele Kunden nicht reklamieren, obwohl die Pixelfehlerzahl außerhalb der Norm liegt. Wahrscheinlich werden viele Kunden auch nicht entsprechend informiert sein, bemerken die Fehler nicht oder sie stört es nicht.
    Bei der beschriebenen unabhängigen Aussortierung jedoch werden diese Fehler in 99,9% der Fälle festgestellt.


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    Fehlerfreiheit ist eine Sache von Definitionen und den daraus abgeleiteten Normen


    Der Fehler ist durch die Nichtfunktion der Pixel gegeben bzw. vorhanden: Ein Pixelfehler ist nach Wikipeda ein "fehlerhaftes konkretes Pixel". Durch die Norm nach ISO 13406-2 wird lediglich festgelegt, wie viele dieser Fehler
    "Maximal zulässige Fehler pro 1 Mio. Pixel (nicht Subpixel)" vorhanden sein dürfen, um ein Gerät als i.O. einzustufen. ;)