TFTs und Bildbearbeitung

  • Hallo Herr Winston Smith und alle anderen Profis,


    ich hätte zumm Thema "TFTs und Bildbearbeitung" einmal ein paar ganz generelle Fragen.


    Ganz kurz zu meinem Hintergrund: Ich fotografiere zwar nicht beruflich, aber leidenschaftlich gern mit einer hochwertigen digitalen Spiegelreflex-Kamera und korrigiere/retuschiere/bearbeite meine Fotos am PC. Wie wahrscheinlich viele andere hier im Forum suche ich dazu einen geeigneten Monitor, der mir zum einen einen verlässlichen Eindruck davon vermittelt, wie die Bilder aussehen, wenn sie belichtet werden, und der außerdem noch für den Office-Betrieb benutzt wird. Das Budget ist nicht ganz so reichlich - sonst würde ich hier ja nicht schreiben! ;)


    Allgemein lese ich überall:


    • TN-Panel Panels sind für die Bildbearbeitung "eher ungeeignet"
    • IPS-, PVA- und MVA-Panels sind gut geeignet


    Was sofort einleuchtend und nachvollziehbar ist, ist der Unterschied in der Blickwinkel-Abhängigkeit und den damit verbundenen Farbverfälschungen. Darüber brauchen wir uns eher nicht zu unterhalten.


    Nachdem ich viele Tests hier bei PRAD durchstöbert habe, scheinen mir folgende Kriterien für einen EBV-Monitor wichtig:


    • Der Farbraum: Hier scheint für meine Zwecke sRBG ausreichend zu sein, also achte ich auf eine möglichst hohe Abdeckung. Ein normaler Farbraum scheint mir bei sRGB Vorteile zu bieten, da die Fähigkeiten des Panels ganz ausgenutzt und damit nichts "verschenkt" wird.
    • Die Farbgenauigkeit: die wird - wenn ich das richtig verstehe - mit den DeltaE-Werten angegeben. Zum einen sollte der DeltaE-Durchschnitt möglichtst klein sein, zum anderen sollte es auch extremen keine einzelnen "Ausreißer" geben.
    • Die Graustufenauflösung und das Banding (Fähigkeit zu stufenlosen Farbverläufen) sollten akzeptabel sein.
    • Der statische Kontrast: Je größer im kalibrierten Zustand, desto besser.
    • Die Helligkeitsverteilung: Sie sollte nicht zu große Abweichungen aufweisen.


    Wenn man jetzt (z.B. aus Kostengründen) einmal von der Blickwinkelabhängigkeit absieht, weil man sich sagt, dass man sowieso mittig und frontal vor dem Monitor sitzt, kommt man zu dem Schluss: Es gibt ein paar Monitore mit TN-Panel, die nach den genannten 5 Kriterien genauso gut - manchmal sogar besser - abschneiden, als einige IPS-, PVA- und MVA-Konkurrenten.


    Meine Frage liegt jetzt auf der Hand: Habe ich bei den Kriterien etwas übersehen? Gibt es beim Vergleich "TN-gegen-den-Rest-der-Welt" etwas, was bei den Testberichten nicht so ganz in Zahlen gefasst werden kann, aber trotzdem sichtbar ist? Lohnt es sich als ambitionierter Hobbyfotograf wirklich, das doppelte oder dreifache in einen Monitor zu investieren oder kann ich ich mit einem geeigneten TN-Panel vielleicht doch besser als erwartet leben, wenn ich bei der Bildbearbeitung nicht immer vor dem Schreibtisch jogge? :)


    Ich ducke mich schon mal ein wenig vor den Antworten! ;) Ich möchte aber gar nicht provozieren - die Fragen sind ganz ehrlich und offen gemeint. Und ich habe sie bisher weder im Internet, noch in einem Computer- oder Fotoladen zufriedenstellend beantwortet bekommen. Daher schon einmal Danke im Voraus für jede Antwort!


    Christian

  • Hallo Christian.
    Willkommen im Forum.


    Quote

    Wenn man jetzt (z.B. aus Kostengründen) einmal von der Blickwinkelabhängigkeit absieht, weil man sich sagt, dass man sowieso mittig und frontal vor dem Monitor sitzt


    ...hat man bereits einen Farbverlauf im Bild, der eigentlich gar nicht da ist...
    TN's wirken in einer solchen Sitzposition oben dunkler, unten heller, obwohl du eine homogene Farbfläche anzeigst...
    Bei Spielen, beim Surfen oder bei Office ist das nicht so Kriegsentscheidend. Man kann sich damit irgendwie arrangieren (wenn man muss). Andererseits sind die meisten User über diese Eigenart selbst bei diesen Anwendungen schon erstaunt und scheinen höhere Ansprüche zu haben.
    Bei EBV ist das aber ziemlich tödlich, denn du kannst dadurch NIE entscheiden welche Helligkeit denn nun tatsächlich die richtige deines Bildes ist. Oben, Mitte, unten? Wie willst du damit was nachbearbeiten? -Ein reines Ratespiel.


    ...und denk dran: Das Wort "Bildbearbeitung" ist sehr weit dehnbar.


    Quote

    Es gibt ein paar Monitore mit TN-Panel, die nach den genannten 5 Kriterien genauso gut - manchmal sogar besser - abschneiden, als einige IPS-, PVA- und MVA-Konkurrenten.


    Dieser Eindruck zwängt sich teilweise auf, solange man nur die Zahlen der Datenblätter vergleicht. Genau da ist die Falle / das Verständnisproblem. Genau in diese Falle tapseln die Leute rein.


    In der Praxis sind TN Panel nur in einem einzigen Kriterium vorne: Der Geschwindigkeit.
    Bei EBV wirst du die aber nicht nutzen. Allein bei schnellen Spielen KANN das ein Vorteil sein. -Zumindest sieht das die Fraktion der "Dauerspieler" so. Der Rest der Welt kommt auch mit den VA und IPS Geschwindigkeiten (bei deutlich besserer Bildqualität) sehr gut zurecht.


    Deswegen werden TN's auch eher als "Gamermonitore" bezeichnet.


    Quote

    Ich fotografiere zwar nicht beruflich, aber leidenschaftlich gern mit einer hochwertigen digitalen Spiegelreflex-Kamera und korrigiere/retuschiere/bearbeite meine Fotos am PC.


    Wenn das so ist, rate ich dir DRINGEND auch einen passenden Monitor auszuwählen.
    In der Regel sind das Monitore im Preisbereich deines Kamera-Bodys. -Selten kosten die wirklich passenden Monitore weniger.
    Aber das kann nur ein persönliches Gespräch klären, wobei dein persönlicher Anspruch ausgelotet werden muss.
    Dein Anspruch an einen Monitor wird aber mit absoluter Sicherheit höher sein, als ein TN Panel Monitor zu leisten im Stande ist.