TFT + Calorimeter

  • Guten Tag,


    Ich lese schon seit längerem mit und auch meinen jetzigen Monitor ( LG Flatron L227WT )
    - der Gamer Klassiker - habe ich aufgrund der positiven Resonanz damals bestellt.
    Soweit bin ich auch zufrieden jedoch naja... der TN-Panel … die Farben ;).



    Monitor
    Ich würde mir nun gern einen Monitor zulegen mit ein wenig mehr Farbenpracht ( Hobby/ Semibildbearbeitung), jedoch sollte
    er dabei nicht weniger als 24" sein (CAD), halbwegs gut spieltauglich (Ego, Strategie) und
    möglichst bezahlbar sein (max. 800€)- Eier legende Wollmilchsau?


    Als Student ist es nicht gerade leicht es mit dem Budget hinzubekommen und daher werde ich wohl
    Kompromisse eingehen (müssen;)).


    Meine erste Wahl fiel dabei auf den EIZO 2433 (da mir der FX2431 nicht zusagt),
    im Grunde genommen sicherlich auch weiterhin kein schlechtes Gerät (auch ohne Pard Test) allerdings
    denke ich das der DELL U2410 meinen Ansprüchen (insbesondere meinen Geldansprüchen) besser
    genügt bzw. sie vereint.
    Ist dem so? Oder liege ich vielleicht mit einem anderen Monitor noch besser da?


    Verständnis
    Desweiteren habe ich mich ein wenig in die RGB-Farbräume eingelesen da es sich hier ja um einen Wide-Gamut Monitor
    handelt und es insbesondere hier vermehrt Probleme bezüglich der Farbdarstellung im allgemeinen Gebrauch gibt.


    Verstehe ich das richtig dass alle Programme sowie Windows ( Windows 7 bei mir ) im Grunde genommen das sRGB
    unterstützen und auch darstellen sofern sie kein Farbmanagement besitzen? (wie z.B. Photoshop, FF)


    Wenn dem nun so ist, wie stelle ich meinen Monitor (Wide-Gamut) mit einem Colorimeter ein?
    Nehme ich AdobeRGB so erscheint z.B. mein Hintergrund verfälscht sowie alle ungemanageten Programme?
    – Allerdings ist in Photoshop alles wieder ok?
    Kalibriere ich auf sRGB (nehme einfach mal an das es geht) sieht alles super aus aber im Photoshop falsch?
    – Habe ich im Alltag im Grunde genommen 2 Profile ( Normal, Bildbearbeitung )?


    Colorimeter
    Welches ist geeignet für was?
    Ich lese z.B. dass der Spyder2PRO für Wide-Gamut nicht geeignet ist.
    Der Silver Haze Pro allerdings schon und dabei auch noch sehr gut sein soll (allerdings auch teuer).
    Gibt es auch was Gutes in einem preiswerteren Segment?


    Danksagung
    Danke

  • Quote

    Verstehe ich das richtig dass alle Programme sowie Windows ( Windows 7 bei mir ) im Grunde genommen das sRGB
    unterstützen und auch darstellen sofern sie kein Farbmanagement besitzen? (wie z.B. Photoshop, FF)


    Sie bilden direkt auf den Monitorfarbraum ab. Die RGB-Werte werden also einfach "durchgereicht". Möchtest du sRGB-Inhalte ansehen, wäre die Darstellung entsprechend nur dann korrekt, wenn dein Bildschirm dieser Charakteristik möglichst exakt entspricht.


    Quote

    Verstehe ich das richtig dass alle Programme sowie Windows ( Windows 7 bei mir ) im Grunde genommen das sRGB
    unterstützen und auch darstellen sofern sie kein Farbmanagement besitzen? (wie z.B. Photoshop, FF)


    Wenn dem nun so ist, wie stelle ich meinen Monitor (Wide-Gamut) mit einem Colorimeter ein?
    Nehme ich AdobeRGB so erscheint z.B. mein Hintergrund verfälscht sowie alle ungemanageten Programme?
    – Allerdings ist in Photoshop alles wieder ok?
    Kalibriere ich auf sRGB (nehme einfach mal an das es geht) sieht alles super aus aber im Photoshop falsch?


    Man kalibriert nicht "auf" einen Farbraum (Ausnahme wäre die Farbraumemulation einiger Bildschirme im High-End Bereich). Mit der Kalibrierung stellst du bestimmte Vorgaben sicher (Weißpunkt, entsprechend neutrale Grauachse, die gewünschte Gradation, Helligkeit), die deinen Monitorfarbraum aber nicht zielführend auf einen Arbeitsfarbraum (z.B. AdobeRGB) einschränken. Der Bildschirm wird farbmetrisch aber im anschließend erstellten Profil erfaßt und farbmanagementfähige Software kann nun die benötigen Transformationen durchführen.


    In ungemanagten Anwendungen bleibt es "falsch", insbesondere wenn wir von WCG-Bildschirmen sprechen (ein reiner sRGB-Workflow ist letztlich auch ohne Farbmanagement halbwegs vernünftig möglich, wenn sich alle beteiligten Komponenten möglichst exakt an diesem Standard orientieren - ein WCG-Bildschirm fliegt in diesem Fall entsprechend schonmal "raus"). Möglichkeiten, hier eine vernünftige Darstellung zu bekommen, gibt es schon: Idealerweise verfügt der Bildschirm über eine Farbraumemulation, dann kannst du die gewünschten Wiedergabeeigenschaften sehr exakt und flexibel bestimmen (Beispiel: Eizo CG oder auch der aktuell getestete HP LP2480zx). Es gibt aber eine Reihe von WCG-Bildschirmen, die immerhin einen ganz brauchbaren, fixen sRGB-Modus mitbringen. Damit kann man sRGB Inhalte auch in ungemanagten Anwendungen zumindest brauchbar wiedergeben.


    Wie auch immer: Im "gemanagten Workflow" brauchst du dir da keine Gedanken zu machen. Hier ist ein korrektes Monitorprofil ausreichend. Die notwendigen Transformationen werden transparent für dich durchgeführt.


    Quote

    Meine erste Wahl fiel dabei auf den EIZO 2433 (da mir der FX2431 nicht zusagt),
    im Grunde genommen sicherlich auch weiterhin kein schlechtes Gerät (auch ohne Pard Test) allerdings
    denke ich das der DELL U2410 meinen Ansprüchen (insbesondere meinen Geldansprüchen) besser
    genügt bzw. sie vereint.


    Eizo 2433 und DELL U2410 sind sicherlich beides keine schlechten Bildschirme. Für besagte ungemanagte Umgebungen, bringen beide auch einen sRGB-Modus mit (wie gut der jeweils implementiert ist, kann ich nicht sagen). Eine vernünftige Elektronik weisen ebenfalls beide Bildschirme auf, wobei der Eizo sich vermutlich etwas neutraler ab Werk verhalten wird. Ist auch eine Panelentscheidung: Eizo S-PVA vs. DELL: H-IPS. Beim DELL würde ich insofern vielleicht noch etwas warten, weil derzeit ein paar Kinderkrankheiten noch nicht beseitigt sind.


    Gruß


    Denis

  • vielen vielen dank :) Denis


    Nochmal für mich zusammengefasst um zu schaun ob ich das richtig verstanden habe.
    Daten DELL U2410
    Adobe RGB (96 % Abdeckung), sRGB emuliert 72 % und angenommen es trifft zu


    - Mit dem Colorimeter stelle ich jediglich Basiseinstellungen ein (Weißpunkt, Grauachse,...)
    - Wenn wir von einem WCG-Bildschirm ausgehen wie es der DELL U2410 ist kann ich hier
    jediglich mauell z.B ein sRGB Profil einstellen - sRGB (hier 72%) oder AdobeRGB(96%)
    - farbmanagementfähige Software gibt dann exakt das an was als eingangs RGB eingegangen ist?
    - Moitore wie z.b die CG Reihe von Eizo bieten eine sozusagen automatischen Profilanpassung an?


    Also ich glaub ich habs noch nicht ganz verstanden, underandem bin ich mir mit dem Wort
    "Profilen" und den damit verbundenen Einstellungen/Möglichkeiten unsicher.


    mfg tyr

  • keiner ne idee :>?
    ne Seite, wo es vielleicht nochmaligst steht, würde mir auch helfen.
    Denis hatte schon viel mühe gegeben,
    und ungern würd ichs falsch verstanden haben :s

  • Quote

    Wenn wir von einem WCG-Bildschirm ausgehen wie es der DELL U2410 ist kann ich hier
    jediglich mauell z.B ein sRGB Profil einstellen - sRGB (hier 72%) oder AdobeRGB(96%)


    Nein - in der Profilierung wird der Ist-Zustand des Bildschirms nur erfasst (die Korrekturen für die Grafikkarten-LUT kommen bei einer Softwarekalibrierung da auch noch rein, aber ist an der Stelle jetzt erstmal unentscheidend). Bei einem Matrix-Profil geschieht das in erster Linie über die drei Primärfarben (d.h. ihr Maß in einem geräteunabhängigen Farbraum) und die Gradation für jeden Farbkanal. Damit kann farbmanagementfähige Software dann die notwendingen Transformationen durchführen (indem eine geeignete Matrix "gebaut" wird). Im Anhang mal ein Blick in das ICC-Profil, das nach der Kalibration und Profilierung meines Eizo SX erstellt wurde. Du siehst die Position der Primärfarbe grün, die deutlich von sRGB (ist hier als Dreieck vermerkt) abweicht. Das ist im gemanagten Workflow natürlich kein Problem, denn durch die "farbmetrische Kenntnis" des Monitorzustandes (da man Linearität unterstellt kommt man tatsächlich mit den drei Primärfarben und der Gradation aus) können die geeigneten Umrechnungen ja durchgeführt werden.


    Der Ablauf:


    RGB-Wert Datei => Dateiprofil (also z.B. sRGB oder AdobeRGB) => PCS (geräteunabhängiger Verbindungsfarbraum, der alle sichtbaren Farben enthält) => Monitorprofil => RGB-Wert Monitor


    Du kannst also mit dem gleichen Monitorprofil problemlos in verschiedenen Arbeitsfarbräumen arbeiten - begrenzend wirkt hier nur der Monitorfarbraum selber (ist der deutlich kleiner als dein Arbeitsfarbraum macht es natürlich wenig Sinn).


    Quote

    Moitore wie z.b die CG Reihe von Eizo bieten eine sozusagen automatischen Profilanpassung an?


    Mit einer Farbraumemulation paßt du die Charakteristik des Bildschirms komplett in Bezug auf deine Wünsche an. Somit kann er sich auf Wunsch z.B. wie ein "sRGB-Bildschirm" verhalten. Damit ist eine korrekte Darstellung auch in Applikationen möglich, die kein Farbmanagement implementieren. Ich denke Seite 13/14 macht es ganz plastisch deutlich:



    Gruß


    Denis

  • axo! super :D
    danke für deine Mühe.
    War einfach zu sehr an meiner Vorstellung gebunden bzw. an meiner falschen ;)
    Jetzt kann ich auch mit den Begriffen mehr anfangen ( bzw. weiß was gemeint ist )
    Ja so ein CG-Monitor von Eizo ist schon echt genial..
    doch leider zumindest für mich und insbesondere im Moment nicht bezahlbar :/.


    Drum wird’s wahrscheinlich auf ein wide gamut auslaufen, zumal es sie witziger weise
    nun fast nur noch gibt Oo


    Nun ja ich denke, ich müsste einfach mal schauen in wie weit es mich stören würde
    in einem ungemanagementer Umgebung - bzw. in wie weit man hier Schadensbegrenzung
    in form der Farben führen kann ;)


    Naja zeit habe ich ja eigentlich noch obwohl ich mir schon vor 2 Monaten einen
    neuen Monitor holen wollte,..
    und naja wie du schon sagtest vielleicht kommt wenigstens eine neue Revision von DELL U2410 raus:)
    danke nochmals


    mfg tyr

  • Meine Frage passt wohl hier besser hin als in den Dell Thread (hier scheint ja ein Experte anwesend zu sein ;) )


    Ich kann ja mit dieser Methode hier den Farbraum des Monitors begrenzen, softwareunabhängig:



    Geht das nur im Custom-Mode des Monitors, oder in dem Fall des Dells z.B. auch im Game Modus?


    Wäre dann ja (zumindest für mich) die optimale Lösung eines günstigen IPS Monitors der Spielefähig ist und sRGB korrekt darstellt.

  • Voraussetzung ist erstmal, dass die 6-Achsen Farbkorrektur geeignet umgesetzt ist. Beim DELL soll es darüber hinaus wohl zu teils erheblichen Farbabrissen kommen. Einschränkend muß man auch sagen, dass die Helligkeitskomponente einer Farbe oft (z.B. bei den Eizos) nicht anpaßbar ist. Im konkreten Fall des DELLs würde ich in jedem Fall das sRGB Preset nutzen. Das soll an sich sehr vernünftig sein und mit aktueller Firmware ist das sichtbare Dithering auch unterbunden.


    Gruß


    Denis

  • wenn ich mit dem Colorimeter hantiere stelle ich den Monitor auf Custom Mode und richte ihn danach aus…
    haben diese Einstellung auch Auswirkungen wenn ich ihn anschließend auf sRGB preset stelle?
    Wenn ja, und die sRGB Darstellung ganz präsent ist würde ich für den normal gebrauch diese Beibehalten
    und für Fotobearbeitung auf Custom stellen mit entsprechender Farbmanagement Software.
    – Naja wobei vielleicht holt man sich dann doch lieber gleich kein WCG..
    andererseits kenne ich kein wirklich überzeugendes WCG dem Spieltauglichkeit zu humanen preisen nachgesagt wird.