Beiträge von Denis

    Es stimmt tatsächlich. Bei CRTs wird ein Teil der Bildröhre vom Gehäuse überdeckt. In Summe etwa 1,5 Zoll. Zusätzlich kann man bei einem LC-Display die Fläche natürlich voll nutzen. Beim CRT hat man einen mehr oder weniger kleinen Rand gelassen.

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    Ich vermute, das 3D LUTs dann hilfreich sind wenn es darum geht nicht-lineare Farbraumemulationen bereit zustellen. Wenn z.B., ein Film oder Druckerpapier Farben in diversen Farbraumabschnitten so "mischt" dass sie nicht der Linearkombination der Primärfarben entspricht, dann wird eine 3D LUT notwendig.

    Wie angedeutet, ist eine 3D-LUT erst einmal nicht notwendig, um eine Farbraumemulation umzusetzen. Das hast du selbst ja auch schon korrekt für den ICC-Workflow festgestellt, in dem z.B. für RGB-Arbeitsfarbräume und Monitorprofile mit einfachen Matrix Shaper Profilen (durchaus sehr präzise) gearbeitet werden kann. Ähnliche Mechanismen verwenden Monitore mit Farbraumemulation, d.h. es kommt hier minimal eine Front-LUT => Matrix => Back-LUT Konfiguration zum Einsatz. Die RGB-Eingangswerte werden über die Front-LUT linearisiert, dann erfolgt die gewünschte Transformation und abschließend die notwendige Gamma-Korrektur im Hinblick auf die native Tonwertkurve des Panels. Monitore, die eine 3D-LUT in ihrer Scaler-Pipeline einsetzen, nutzen diese nicht unbedingt für die Farbraumemulation. Hier werden tatsächlich eher letzte Nichtlinearitäten beseitigt - wirklich notwendig für ein gutes Ergebnis ist das i.d.R. nicht. Monitore verhalten sich meist sehr gutmütig, kein Vergleich zu Ausgabeprozessen im Druck, wo wir mit CMYK dann noch zusätzlich eine überbestimmte Primärfarbenkonstellation vorfinden.


    Über die LUT => Matrix => LUT Konfiguration wird, wie bei Matrix Shaper Profilen, nur ein einfacher farbmetrischer Intent umgesetzt. Sollen keine Out-of-Gamut Tonwerte abgeschnitten werden, erfolgt eine Anpassung des Emulationsziels. Hier böte eine 3D-LUT (die aber nie alleine steht) mehr Möglichkeiten, wie sie auch mit entsprechenden ICC-Profilen zur Verfügung stehen (auch hier ist eine 3D-LUT insbesondere in vor- und nachgeschaltete 1D-LUTs eingebunden). Das hat aber für die meisten Benutzer nur eine untergeordnete Bedeutung, genauso wie das Hochladen bereits vorberechneter Tabellen.


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    Ich würde es bevorzugen jegliche softwarebasierten Berechnungen zu vermeiden, da es auf diese Weise nicht mehr darauf ankommen sollte ob eine Applikation Farbmanagement unterstützt


    Der Flexbilität des ICC-Workflows solltest du dich nicht berauben. Mit einer Farbraumemulation bist du immer auf eine Quelle festgelegt, auch wenn Monitore wie die Eizo CS/CG eine sehr komfortable Verwaltung bieten. Auf Basis einer guten Hardwarekalibration, bei der die LUT der Grafikkarte unangetastet bleibt, sind die Farbraumtransformationen eines CMM meist ziemlich harmlos. Der CG2420 ist hier schon eine sehr gute Basis.

    Ich werde dir morgen abend ausführlicher antworten können. Grundsätzlich kann man schon einmal festhalten, dass eine fehlende 3D-LUT in der Scaler-Pipeline weder eine präzise Farbraumemulation noch entsprechend gute Kalibrationsergebnisse ausschließt.

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    Warum kommen mehr CS Geräte zurück?
    Aufgrund des größeren Absatzes?


    In Sachen QA musst du dir da keine Gedanken machen. Auch die vergleichsweise günstigen CS sind solide (nicht falsch verstehen, das gilt auch für die NEC PA und SV), und das Featureset ist für den von dir angepeilten Bereich in Kombination mit Color Navigator mehr als ausreichend. Freilich spielt schon das Panasonic-Panel der CG - und vormals CX - eine Liga höher (u.a. eben auch durch die deutlich höhere Kontraststabilität). Neben der integrierten Sonde (vollwertig, wie gesagt, nur bei den CGxxx/ CGxxxX) kann das bereits den Aufpreis rechtfertigen, abhängig von deinen Präferenzen.

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    Eizo macht Marketing und Werbung wie verrückt - auch diese Kosten müssen reingeholt werden und spiegeln sich an den Preisen.


    Mit der CS-Reihe ist man preislich extrem aggressiv am Markt positioniert. Dass für dich als Händler NEC am Ende meist attraktiver ist - keine Frage, und an dieser Stelle auch nicht despektierlich gemeint. Und natürlich kann auch NEC sehr gute Monitore bauen.


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    Nur wenn man eine technische Basis hat so müssen wohl nicht zwingend lauter unterschiedliche Modelle auf den Markt bringen.


    Da sehe ich gar keine so starke Differenzierung. Hier spricht man ja auch, genau wie NEC, unterschiedliche Nutzergruppen an. Und am Ende zählt für den Endanwender nicht der Unterschied zwischen Einstiegs GA-Monitor und Topmodell, sondern ob der jeweilige Monitor die Anforderungen erfüllt.

    Andere Softwareprodukte zur Monitorkalibration. Du hattest ja selbst i1Profiler erwähnt.


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    Bei Eizo gefällt mir das Design überhaupt nicht; sowie es keine BASIS gibt - CX/CS/CG - 3 unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Funktionen


    Eine technische Basis gibt es schon. Eizo ist in der durchaus sehr angenehmen Lage, selbstentwickelte Scaler in Form günstiger ASICs verbauen zu können (wo sonst nur FPGAs oder die aufwändige Anpassung vorhandener Lösungen bleiben). Der Rest ist dann vor allem Produktpositionierung. Der Schritt von CS, CX, CG hin zu CS, CGxxxx, CGxxxX macht es für die Anwender sicher nicht unbedingt transparenter, ist aber marketingtechnisch zumindest nachvollziehbar ;-).

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    Der normale PA272 mit Spectraview II Software und iColorPro Sensor (ist der NEC-only oder funktioniert der auch bei allen anderen Bildschirmen mit dem iPRofiler?).


    Nein, ist nicht universell einsetzbar. Es handelt sich um die OEM-Version der Sonde. Die wird im SDK über eine andere, in diesem Fall vermutlich sogar spezifische, ID initialisiert. Software-Produkte, die nur die Retail-Version unterstützen (z.B. eben i1 Profiler), fallen damit in jedem Fall weg. Bei spezifischer "NEC ID" auch Lösungen, die die generische OEM-Version ansprechen. Nutzbar bleibt die Open-Source Software Argyll.


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    Der CX 271 ist zwar etwas älter, ist aber vom Bild her ein wenig besser, als der CS2730. (Polarisationsfolie, dazu das eingebaute Colorimeter)


    Das "glow-free" IPS-Panel ist hier letztlich ein sehr starkes Argument. Das integrierte Messgerät weniger, da es sich (wie bei den vierstelligen CGs ohne "X") nicht um eine vollwertige Variante handelt.

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    Welche Vorteile bringen mir denn die aufgeführten Unterschiede?


    Die vierstelligen CGs entsprechen fast vollständig der älteren CX-Reihe. Für die meisten Benutzer ergeben sich keine signifikanten Unterschiede - bis auf das Messgerät. Ein vollwertiges Colorimeter ist erst bei den dreistelligen (neu: +X) Varianten integriert. Weitere Infos in unserem Bericht zum CG2420:


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    Backlight? GB-r sorgt für bessere Ausleuchtung und mehr Farben?


    Farbumfang ist vergleichbar, da es sich um eine optimierte W-LED Variante mit speziellen Leuchtstoffen handelt.


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    Helligkeit: Wer kalibriert denn auf so einen hellen Wert?


    Für spezielle Proofsituationen sind hohe Leuchtdichten notwendig. Allerdings reichen auch 350 cd/m² bei weitem nicht für den Drucksaal und die Abmusterung nach P1 gemäß ISO 3664. Für P2, den typischen Proof im Normlichtkasten bei 500 lux, genügen 160 cd/m².


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    LUT: Das mit dem 3D Zusatz ist mir ebenfalls immernoch schleierhaft


    Dann spielt es auch keine Rolle für dich. Eine präzise Kalibration lässt sich auch mit einfachen Tabellen und Matrixelementen durchführen (die die 3D-LUT des CG277 übrigens auch entscheidend ergänzen) - das gilt selbst für eine Farbraumemulation. Allerdings kann es gerade beim Grading von Videomaterial sinnvoll sein, separat erstellte Emulations-LUTs einzubinden. Das erlaubt der CG2730 nicht.

    Die TVs sollten eigentlich einen geeigneten Bildmodus mitbringen, um bislang weit verbreitetes Standardmaterial (Rec.709) halbwegs korrekt darzustellen. Falls das Gerät über ein CMS verfügt, wäre auch eine eigene Kalibration möglich. Daneben gibt es natürlich noch präzisere Methoden, die den Einsatz eines externen LUT-Systems oder eine Implementierung auf Sofwarebasis (siehe z.B. MadVR als Videorenderer) voraussetzen. Das geht dann in Richtung der Farbraumemulation bei den Monitoren für EBV.

    In erster Linie gut für die Verwendung als Maus- und Tastaturumschalter geeignet, wenn du zwei Signalquellen am Monitor anschließt. Denn der Upstream-Port kann dem entsprechendem Eingang zugeordnet werden.

    X-Rite liefert spektrale Charakterisierungen für verschiedene Ausgabegeräte mit. Die werden dann zur Berechnung der Korrekturkoeffizienten für die Filterkanäle herangezogen. iColor Display reicht diese Auswahl ans Frontend weiter. Allerdings sind Erweiterungen (z.B. für GB-LED Hintergrundbeleuchtungen) nicht mehr eingeflossen. Individuelle Korrektur-Matrizen, die auf einer bestimmte Auswahl fußen müssten, werden nicht angeboten.

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    Nichts desto trotz hätte ich bei dem gebotenem Aufwand, den beide Hersteller in die genannten Monitore incl. zugehöriger Kalibrierlösungen gesteckt haben, mehr visuelle Weißpunktübereinstimmung erwartet.


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    Aber sollten diese Probleme mit einem Spektralfotometer wie das i1 Basic pro nicht auftreten ?


    Da kann man leider nicht viel machen. Die Differenzen treten, wie angedeutet, auch bei nahezu fehlerfreier Messung auf, d.h. selbst wenn du ein absolutes High-End Spekatralradiometer wie das Minolta CS-2000 verwendest (Emissionsmessungen sind für das i1 Pro (2) eher sekundärer Einsatzzweck; neben dem problematischen Signal-Rauschabstand, der Messungen in den Tiefen unpräzise macht, ist der optische Bandpass mit 10 nm relativ grob). Hier limitieren Beobachtermetamerie und Fehler des Normalbeobachters. Das Problem wird sich in Zukunft weiter verschärfen. Da die Beobachtervariabilität nicht "wegoptimiert" werden kann, geht der Trend wohl eher in die Richtung, das Spektrum von Selbstleuchtern (die Messung von Körperfarben ist wesentlich unproblematischer, hier ist das Reflexionsspektrum sehr breitbandig) im Hinblick auf möglichst geringe Metamerieeffekte anzupassen. Um einen großen Farbumfang abzudecken erfordert dies den - wiederum in anderer Hinsicht nicht unproblematischen - Einsatz von mehr als drei Primärfarben.


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    Wobei ich im CN für das i1D3 keine Auswahlmöglichkeiten für die Hintergrundbeleuchtung gesehen habe. Das wird möglicherweise automatisch selektiert.


    Mit der "Color Management" Einstellung der "Compensation Table": Ja. Das ist eine individuelle Korrektur von Eizo. Deswegen auch die Nicht-Vergleichbarkeit bei Nachmessung in iColor Display.

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    Jedoch sagt schon der visuelle Vergleich beider Displays etwas anderes.


    Das ist auch bei völlig fehlerfreier Messung mit absolutem Referenzequipment nicht zu vermeiden und verstärkt sich durch das schmalbandige Emissionsspektrum der Geräte. Du siehst nicht exakt wie der Normalbeobachter - dessen Spekralwertkurven zudem ohnehin nicht fehlerfrei sind. Es geht dabei nicht um Nuancen, sondern um deutliche visuelle Differenzen, die gerade in den Neutraltönen hervortreten.


    Gleichzeitig erreichst du mit deinen Sonden aber auch keine fehlefreie Messung im Hinblick auf den Normalbeobachter. Die Filter-Empfänger-Kombination des DTP94 weicht in ihrer Charakteristik relativ stark angestrebten Normal ab. iColor Display und Color Navigator implementieren zwar Korrekturen (in diesem Fall simple 3x3 Ausgleichsrechnungen), die aber nur generischen Charakter haben können und somit gerade vor dem Hintergrund schmalbandiger Emissionsspektren ebenfalls limitieren.


    Das i1 Display Pro ist da besser aufgestellt und zudem ab Werk charakterisiert. Zusammen mit bekannter Beobachterfunktion und bekannter spektraler Strahlungsverteilung des zu vermessenden Monitors können geeignete Kalibrationskoeffizienten berechnet werden. Allerdings ist eben diese spektrale Charakterisisierung des Monitors wiederum nur generisch. X-Rite liefert treiberseitig Spektraldaten für verschiedenste Hintergrundbeleuchtungen mit (z.B. RGB-LED, GB-LED, WCG-CCFL...). Das wählst du bei iColor Display im Feld "Wide Gamut Optimierung aus". Für das DTP94 verbergen sich dort 3x3 Korrekturen.


    Eizo setzt in Color Navigator eigene (3x3) Korrekturen um. Deswegen wirst du keine deckungsleichen Ergebnisse mit der gleichen Sonde erzielen - es sei denn, du deaktivierst sie:



    ("No compensation" auswählen).


    Für das DTP94 musst du in Color Display dann allerdings ebenfalls mit der Standard-LCD Einstellung messen (die sich auf einen Referenzmonitor mit CCFL-Hintergrundbeleuchtung stützt) und beim i1 Display Pro die generische Korrektur auswählen. Beides ist nicht sinnvoll.


    Kurz: Im Rahmen der Messung beeinflussen sich:


    - Beobachtervariabilität
    - Fehler des Normalbeobachters
    - Messfehler
    - Individuelle Korrekturen verschiedener Kalibrationslösungen


    Die angedeuteten, schmalbandigen Spektren von Wide-Gamut Monitoren sind diesbezüglich sehr ungünstig und führen zwangsweise zu teils erheblichen visuellen Unterschieden beim Abgleich. Optimierte Beobachterfunktionen können unter ganz bestimmten Umständen etwas Milderung verschaffen, setzen aber (meist) eine spektrale Messung voraus.


    Grundsätzlich bleibt ohnehin eher die Empfehlung, im Hinblick auf visuelle und nicht messtechnische Übereinstimmung hin zu kalibrieren. Wähle einen Monitor als Referenz und passe den Weißpunkt des anderen Monitors an. Sowohl Color Navigator als auch iColor Display bieten zu diesem Zweck Hilfen an, bei denen ein visuell angeglichener Weißpunkt vermessen und als Kalibrationsziel übernommen wird.


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    500k Unterschied sind weder wegzudiskutieren noch zu übersehen.


    Die korrelierte Farbtemperatur (CCT) ist eine eindimensionale Größe und daher für Farbvergleiche ungeeignet. Zwei Farbproben mit identischer CCT können sich erheblich unterscheiden.

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    Die Hintergrundbeleuchtung des EA244UHD wird auf der NEC Website explizit als W-LED angegeben


    Das muss nicht zwangsläufig korrekt sein. Ich gehe, wie gesagt, davon aus, dass das LM238WR1 verbaut wird. Und das hat eine GB-r LED blu.


    Beim Philips kommt das LTM270RL01 von Samsung zum Einsatz. Hier könnte tatsächlich eine optimierte W-LED blu (blaue LEDs mit grüner und roter Phosphorbeschichtung) implementiert worden sein. Absolut sicher bin ich mir nicht.

    Der höhere Farbumfang wird durch eine veränderte spektrale Strahlungsverteilung der Hintergrundbeleuchtung erreicht (schmalbandiger). Beim von dir genannten NEC UHD-Monitor wird vermutlich das LM238WR1 von LG zum Einsatz kommen, mit GB-r-LED Hintegrundbeleuchtung.


    Es gibt aber noch andere Implementierungsmöglichkeiten, auch auf WLED-Basis oder durch Einsatz einer Diffusorfolie mit Quantum Dots. Früher wurden auch RGB-LEDs oder spezielle WCG-CCFL-Röhren verwendet.

    Nein, im normalen Windows-Betrieb gehen nur 8bit pro Kanal raus. Mit dem Unterschied, dass bei AMD/ ATI für die Ausgabe nach hochbittigerer LUT-Korrektur (d.h. wenn vorhandene vcgt Korrekturdaten des Monitorprofils geladen werden) Dithering zur Farbtiefenreduktion genutzt wird. Damit bleibt der Tonwertumfang des 8bit Ursprungssignals visuell erhalten. nVidia Karten schneiden die lsb einfach ab oder führen die Transformation gleich nur mit 8bit Präzision durch.


    Im Hinblick auf Anwendungen hast du den entscheidenden Unterschied bereits vermerkt: Mit aktuellen Consumer-Karten ist eine Ausgabe in 10bit pro Farbkanal auf DirectX Fullscreen Szenarien beschränkt (bestimmte Videorenderer, Spiele). Photoshop verwendet hier OpenGL. Entsprechend ist aktuell leider weiterhin eine FirePro/ Quadro Karte erforderlich.