Kalibrierproblem beim NEC PA241W

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    Was muss ich denn nehmen, die XY-Einstellung im Advanced Menu / Tab1?

    Habe ich auch zum Einstellen benutzt. Die Weißpunkteinstellung über die Farbtemperatur geht ja nur in 100K-Schritten und war mir deshalb zu grob. Mit der XY-Einstellung kann man viel feiner arbeiten.

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    Meiner Meinung nach hat die Qualität der Beschichtung in den letzten Jahren ziemlich nachgelassen.

    Und wie beurteilst Du die Beschichtung und Homogenität nun, da Du ihn selbst hast?

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    Mit der XY-Einstellung kann man viel feiner arbeiten.


    Da sollte man dann aber darauf achten, eine Position auf der Blackbodykurve zu erwischen. Wir haben einen Rechner dafür. Ich weiß nicht, ob es so etwas extern gibt. Die 100K Schritte reichen eigentlich, wenn die entsprechenden Punkte auf der Blackbodykurve wirklich genau erreicht werden.


    Gruß


    Denis

  • Danke, Jungs. Die Kelvin Einstellung ist übrigens ziemlich ungenau bei mir. Wenn ich 6500K einstelle, liegt er in Wirklichkeit deutlich drunter. Egal wieviel ich einstelle, irgendeiner der RGB Kanäle ist immer off. Daher musste ich mit X/Y nachregeln.

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    Egal wieviel ich einstelle, irgendeiner der RGB Kanäle ist immer off.

    Das war bei mir genauso.

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    Da sollte man dann aber darauf achten, eine Position auf der Blackbodykurve zu erwischen.

    Ich habe meine Kalibrierung mit basiccolor gemacht. Da wird einem bei der Messung stets die Abweichung für x und y separat angezeigt um den Zielwert zu erreichen. Das sollte doch reichen, oder übersehe ich da was?

  • Ich kalibriere mit iColor, dort werden RGB-Kanäle und Abweichung angezeigt. Aber im Handbuch steht, was X und Y bewirken: absenken von XY macht alles bläulicher, anheben von X macht rötlicher, anheben von Y macht grünlicher.


    Etwas OT:


    Hier ein Zitat aus meinem Quick-Review: http://www.prad.de/board/monit…-nec-pa241w-quick-review/?


    Beim Einschalten erlebte ich eine negative Überraschung: der Monitor pfeift. Das konnte der 2490WUXI2 deutlich besser. Das Pfeifen liegt in den hohen Mitten und manchmal pulsiert es leicht. Wenn es ringsherum sehr ruhig ist, hört man es im ganzen Wohnraum. Im Bereich von 180cd aufwärts wird es immer lauter und es gesellt sich ein etwas tieferes Summen dazu.


    Bist du sicher, dass es bei deinem Monitor leiser ist, oder bist du nur nicht so sensibel wie ich? Ich arbeite nämlich oft nachts am Rechner und ich habe die Befürchtung dass, egal wie gut der Monitor ist, es mir auf Dauer gewaltig auf den Wecker gehen wird. [EDIT, wegen besserer Erklärung] Ich komme mir vor, als ob ich Tinnitus hätte... (hatte ich zwar noch nie, aber so stelle ich es mir vor).


    Hat NEC eigentlich einen Vor-Ort-Austauschservice wie Eizo?

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    Bist du sicher, dass es bei deinem Monitor leiser ist, oder bist du nur nicht so sensibel wie ich?

    Ob ich so sensibel bin wie Du, kann ich natürlich nicht sagen, aber pfeifen tut mein Monitor definitiv nicht. Wer arbeitet zuhause nicht nachts? ;) Wenn man nahe hingeht hört man ein Summen, dass wie Du auch festgestellt hast bei größeren Helligkeiten lauter wird. Ich habe meinen Monitor auf 140cd/m² kalibriert und da ist es kaum wahrnehmbar. Ich habe auch den Eindruck, dass es direkt nach den Auspacken noch etwas lauter war, als jetzt.
    Ich denke, wenn Du anfängst Dich weniger mit dem Monitor zu beschäftigen und mehr mit dem, was er anzeigt, wird es Dich auch nicht mehr stören. Bei neuen Geräten, insb. wenn Sie sehr teuer sind, hört man immer die Flöhe husten. :D

  • Wie es scheint, ist mein Exemplar wohl lauter, denn in der leisesten Einstellung hör ich das Pfeifen am anderen Ende des Wohnzimmers, da brauch ich mich nicht extra darauf zu konzentrieren. Steht dein Schreibtisch an der Wand, oder frei im Raum?


    BTW: Direkt nach dem Einschalten ist er deutlich lauter, bis er warm wird, das ist mir aufgefallen.


    Ich muss halt schauen, wie gut meine Chancen sind, ein leiseres Gerät zu bekommen. Mit dem Rest bin ich zufrieden, ist ein super Werkzeug. Das Geld ist auch nicht mehr das Problem, 1000€ max Budget auf Kreditkarte waren geplant, ich hoffe in Zukunft auch ein wenig Geld damit zu verdienen.


    Danke für die Hilfe, Blasterboy.

  • So nun der zweite Versuch:


    Gestern habe ich ein Austauschgerät für meinen Spyder3 erhalten.
    An dieser Stelle ein Lob an den Support von Datacolor: Sehr freundlich und kulant und nach 24h hatte ich immer eine Anwort auf meine Fragen.


    Beim Kalibrieren zeigt sich nun folgendes Bild:
    1. Der gemessene Farbumfang stimmt nun ziemlich genau mit dem aus dem generischen Farbprofil überein. Gemessen wird ein etwas größerer Farbumfang. Offensichtlich hatte mein alter Spyder3 da tatsächlich einen Defekt. (siehe Bild 1 und 2)
    2. Im Vergleich dazu habe ich mit der Software basiccolor und dem DTP94 einen etwas kleineren Farbraum gemessen. (Siehe Bild 3)
    3. Bei der Kalibrierung mit dem DTP94 erhalte ich in Farbverläufen leichtes Banding, beim Spyder3 habe ich praktisch keins.
    4. Bei der Weißpunktmessung erhalte ich bei beiden Geräten starke Abweichungen zu der im Monitor eingestellten Farbtemperatur: Wenn der Monitor auf 6500K steht, wird mit dem Spyder über 7200K gemessen, mit dem DTP94 ca 5900K. Durch die Kalibrierung wird das Bild beim Spyder3 also wärmer, beim DPT94 kühler. Ich schätze mal, dass die wahre Farbtemperatur irgendwo in der Mitte liegt und der Monitor nicht so weit off ist. Ich bin mal gespannt, welche Farbtemperatur im offiziellen Prad-Test bei der Werkseinstellung gemessen wird.


    Fazit:
    Hier steh' ich nun, ich armer Tor und bin so klug als wie zuvor:
    Mit drei verschiedenen Colorimetern (2x Spyder3, 1xDTP94) und vier verschiedenen Programmen (SpyderPro, basicColor, HCFR, SpectraViewII) an vier verschiedenen Monitoren gemessen.
    Jedes Messgerät misst eine andere Farbtemperatur und der Monitor selbst zeigt nochmal etwas anderes an. Wo die Wahrheit liegt, kann man nur raten.


    Wer nur ein Colorimeter hat, ist auf Gedeih und Verderb auf dessen Genauigkeit angewiesen und Abweichungen werden sich am PC gar nicht zeigen: Die Bildschirmeinstellungen werden über die Messungen des Colorimeters kalibriert und anschließend wird auf Basis dieser Messungen das Profil erstellt. Am Schluss bekommt man den Profiltest angezeigt und freut sich, über die geringen deltaE-Werte. Diese suggerieren dann eine Genauigkeit, die überhaupt nicht vorhanden ist, weil der Weißpunkt mit einem Consumer-Colorimeter von vorne herein oft schon nicht stimmt und auch mal Abweichungen von deltaE94 > 10 haben kann. Aus dem Profiltest kann man dann doch nur schließen, wie gut sich der Monitor kalibrieren lässt oder ob eine erneute Kalibrierung notwendig ist. Er sagt aber so gut wie nichts über die Qualität der Kalibrierung aus.
    Mittlerweile komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass die stetig größer werdende Verbreitung von günstigen Consumer-Colorimetern nicht viel mehr als Geldmacherei ist. Die Marketingabteilungen erzählen uns, dass wir mit ihrem Colorimeter die perfekte Kalibrierung hinkriegen, ob Monitor oder TV. Die Realität schaut leider anders aus. Das günstige Colorimeter, mit dem sich jedes Anzeigegerät genau ausmessen kann, gibt es nicht und dass kaum jemand die Messwerte mit einem teureren Spektrometer validieren wird, ist ein sanftes Ruhekissen für die Hersteller.
    Es wird Zeit, dass mehr Hersteller auf die Verbreitung von Wide-Gamut-Monitoren reagieren und ihre Kalibrierungssoftware entsprechend anpassen.
    Die Tatsache, dass NEC die für ihre Monitore speziell angepassten Colorimeter in Deutschland nicht verkauft, kann man auch nicht gerade als kundenfreundlich bezeichnen.

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    Wer nur ein Colorimeter hat, ist auf Gedeih und Verderb auf dessen Genauigkeit angewiesen


    Wie bereits angeklungen: Es muß eine geeignete Korrektur für die Meßwerte erfolgen. Das leistet leider keine der genannten Softwarelösungen. Auch bei SV II bin ich mir inzwischen sehr sicher, da NEC eben direkt ein angepaßtes EO Display2 vertreibt. Im Testbericht werden wir natürlich wieder die generische Korrektur in iColor Display für das DTP94 überprüfen.


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    Im Vergleich dazu habe ich mit der Software basiccolor und dem DTP94 einen etwas kleineren Farbraum gemessen


    Das Profil vom DTP94 sollte hier am stimmigsten sein, sofern die Anzeige in Lab auch relativ farbmetrisch erfolgte. Bislang ergab eine Rückwärtsrechnung mit chromatischer Adaption vom falsch erfaßten Weißpunkt auf eine gemeinsame Vergleichsbasis immer mit dem EyeOne Pro ziemlich übereinstimmende Werte.


    Viele Grüße


    Denis

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    Bislang ergab eine Rückwärtsrechnung mit chromatischer Adaption vom falsch erfaßten Weißpunkt auf eine gemeinsame Vergleichsbasis immer mit dem EyeOne Pro ziemlich übereinstimmende Werte.

    In meiner basiccolor Version gibt es leider noch keine Wide-Gamut-Anpassung ;( . Wie es aussieht werde ich damit nicht recht weiter kommen.

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    In meiner basiccolor Version gibt es leider noch keine Wide-Gamut-Anpassung


    Ist in dem Zusammenhang, zumindest für das DTP94 in Bezug auf die geeignete Aufbereitung des Farbraumes in Lab auch nicht entscheidend. Wie gesagt: Wenn man diesen falschen Weißpunkt als korrekt unterstellt und die Farbwerte von ihm zu einer gemeinsamen Basis (ergibt sich schon aus dem ICC-Workflow an sich, in dem intern relativ zu D50 gearbeitet wird) adaptiert, erhält man in Bezug zum EyeOne Pro recht konsistente Ergebnisse. Insofern sollest du der Farbraumaufbereitung durch die Messungen des DTP94 trauen können.


    Hilft dir für den praktischen Einsatz trotzdem wenig.


    Gruß


    Denis

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    Wenn man diesen falschen Weißpunkt als korrekt unterstellt und die Farbwerte von ihm zu einer gemeinsamen Basis (ergibt sich schon aus dem ICC-Workflow an sich, in dem intern relativ zu D50 gearbeitet wird) adaptiert, erhält man in Bezug zum EyeOne Pro recht konsistente Ergebnisse. Insofern sollest du der Farbraumaufbereitung durch die Messungen des DTP94 trauen können.

    Ich weiss nicht, ob ich dass richtig verstanden habe? Heißt das, der Farbraum wird zwar richtig gemessen und hat die richtige Form und Größe, ist aber verdreht, weil der gemessene Weißpunkt falsch ist? Die Korrekturmatix wäre dann nichts anderes als eine Drehtransformationsmatix, die den Farbraum wieder zurechtrückt?