SyncMaster 191T Langzeittest (Prad.de User)

  • Heute will ich mal was zu meinem ersten TFT schreiben. Diesen Syncmaster 191T erwarb ich ca. April 2003 brandneu für schlappe 866,- Fragezeichen, eine Menge Holz für 'nen armen Studenten (gut, wenn man verständnisvolle Eltern hat, die einem einen Zuschuß gewähren...). Das war damals eines der ersten Modelle unter 1000. Was war ich neidisch, als man wenige Jahre später grundsolide Eizos für die Hälfte bekam...


    Anyway, das war natürlich seinerzeit ein dolles Ding. Endlich kein Flimmern mehr (das mir bei CRTs immer sehr zugesetzt hat), PVA-Panel mit - auch noch heutigen Maßstäben noch - guten Blickwinkeln, wählbare Interpolation. Ganz leichtes Summen bei Helligkeit unter ca. 30, aber nichts wildes.


    Anno 2005 war das Gerät zur Reparatur, da Panelprobleme analog zum 181T auftraten - ein dunkler/wolkiger Bereich. Leihweise bekam ich ein altes Austauschgerät noch mit dem externen Netzteil - boah, war das quittegelb.


    Danach hatte ich ihn noch lange im Einsatz, meist auf Helligkeit von ca. 35. Am meisten genervt hat mich die sehr lange Umschaltzeit zwischen den Eingängen (und welcher Depp schaltet dafür das Backlight ab?). Auch sind die Einstellmöglichkeiten bei DVI-Betrieb reichlich mager. Außerdem trat bei DVI irgendwann das Problem auf, daß er bei zuviel Bewegung im Bild auf einmal die Synchronisation verlor und folglich einige Sekunden dunkel blieb (bei VGA nie) - das sei, so las ich seinerzeit im Netz, auf mangelhafte Schutzmaßnahmen beim DVI zurückzuführen, auch wenn ich heute auch Elkoprobleme nicht grundsätzlich ausschließen würde.


    Erst 2012 habe ich ihn dann durch einen NEC 1990SXi ersetzt. Da wußte ich dann auf einmal, was Weiß ist (auch wenn ich den nur auf 5500K stehen habe). Die Farbtemperatur beim alten ist schon ziemlich niedrig, übrigens auch im Vergleich mit einem BenQ FP992 (MVA). Zumal beim 191T die CCFLs schon eine ganze Weile brauchen, um auf Temperatur zu kommen und über die ganze Breite volle Helligkeit zu entwickeln. Eine auch nur annähernd annähernd dem NEC entsprechende Farbdarstellung bekomme ich mit Bordmitteln nicht hin (als Kompromiß steht er jetzt auf R/G/B 43/40/50, sieht aber immer noch irgendwie schräg aus - früher mußte ich R und G weit weniger stark runterziehen). Schätzungsweise hatte der es noch nie so mit genauer Farbdarstellung, und jetzt erst recht nicht mehr. Dafür ließ sich darauf immer top unangestrengt lesen (es heißt ja, ein reduzierter Blauanteil sei dafür hilfreich). So ein olles PVA-Panel ohne Overdrive mit 25 ms ist natürlich eher gemütlich, das sieht man auch hier und da.


    Wieviele Betriebsstunden er jetzt wohl auf der Uhr haben mag, schwer zu sagen. Ich bin mit Sicherheit kein Wenignutzer, und nach gut 9 Jahren kann da schon mal einiges zusammenkommen. Jetzt steht er hier noch rum als Zweitmonitor am VGA-Ausgang, ernsthaft benutzt wird er allerdings nicht. Bessere 19-Zöller gibt's im Zweifelsfall in der Bucht für ein Taschengeld. The times, they are a-changin'...