Eizo L567 (Prad.de User)

  • Da ich meine Kaufentscheidung stark von den Meinungen in diesem Forum abhängig gemacht habe und dies auch nicht bereut habe, möchte ich nun mit einem weiteren Testbericht des L567 die schon bestehende Statistik etwas ergänzen.
    Vorweg jedoch 2 Dinge:
    1. Einen TFT halte ich nach wie vor für eine schlechte Wahl für PC User die hauptsächlich an Spielen interessiert sind. Bei einigermaßen leistungsfähigen Grafikkarten ermöglicht ein wesentlich kostengünstigerer CRT eine Auflösung zum Verwöhnen mit fast identisch guten Farbwerten. Man hat nur die vernünftige Wahl in der optimalen Auflösung zu arbeiten, alles andere ist suboptimal für diese Technologie.


    2. Ich verstehe die Preis- und Qualitätspolitik der Hersteller nicht. Warum muß man ein Lotteriespiel beginnen, um einen hochwertigen TFT ohne Pixelfehler zu kaufen? Warum keine Preiskategorien je nach Fehlertyp? Ich bin sicher das viele Interessenten eher 50-100 Euro mehr bezahlen würden für einen eh teuren TFT der Fehlerfrei ist. Die Händler haben in diesem Fall zuerst das Nachsehen, da die besagten Geräte mit Fehlpixeln eh zurückgeschickt werden. Danach der Pechverfolgte User, der in Anspruchnahme der Garantie ein Austauschgerät bekommt....wie soll dieses ohne Pixelfehler sein???? Wer bitteschön kauft- und behält- denn die ganzen fehlerhaften Geräte?


    Aber nun zum wesentlichen:


    L567 von EIZO, bestellt im F&M shop


    Leider sind nur graue Geräte mit garantierter Null-Pixel-Güte im Angebot,
    mein Wunschgerät war schwarz, also spielte ich etwas Lotterie und bestellte. (Händlerangabe: 60% ohne Pixelfehler, 40% mit)


    Lieferumfang ist bereits dokumentiert un bedarf wohl keiner weiteren Beschreibung. In dieser Preisklasse ist ein DVI-Kabel jedoch zumindest statthaft.


    Das Gerät war gut geschützt im Originalkarton. Der erste Eindruck gestaltete sich als sehr solide und vorbildlich verarbeitet. Kein knietschen und knacken beim verstellen, alles funktioniert komfortabel gedämpft wie man in dieser Preisklasse erwarten kann. (Pivot-Funktion)


    Nach dem Anschluss an den DVI-Ausgang justierte sich der Monitor selbst beim hochfahren des Rechners. 1280X1024 Standard-Auflösung im Randlosen Vollbild. Unter Windows ist dies keine größere Umstellung, doch bei Spielen, wenn man 1600X1200 oder 1024X768 gewöhnt ist schon.


    Erste Erleichterung nach vielen Verrenkungen: kein Pixelfehler auszumachen...Glück gehabt!!


    Nun zur Bildqualität:


    Als Vergleich diente mir mein 1,5 Jahre alter Samsung SyncMaster 950SL plus (19"). Beide an der selben Grafikkarte (DVI + analog), zeigte der EIZO doch eine spürbar bessere Farbqualität, sattere leuchtendere Farben in höherem Kontrast. Ich will den Samsung CRT nicht schlechtmachen, doch spielt der EIZO hier in einer anderen Liga. Die Blickwinkelstabilität des EIZO ist horizontal wie vertikal mit einem CRT vergleichbar.


    Normalbetrieb: 60Hz, Geräuschlos


    Als 3D-Anwendung testete ich ( manche mögen hier den repräsentativen Ego-shooter vermissen) den Schirm mit IL2 Sturmovik. Da ich sonst mit 1600X1200X32 spiele, ist der Einschnitt in die Auflösung spürbar. Jedoch zeigt der EIZO ein sehr gutes Bild, frei von Schlieren oder sonstigen ungewöhnlichen Effekten. Die satteren Farben verhelfen dabei auch in dieser geringeren Auflösung zu einem sehr realistischen Bild.


    Dies änderte sich auch nicht, als ich den Anschluss auf analog wechselte.


    Das Verhalten bei Wiedergabe von Filmen konnte ich leider nur mit mpeg-files testen. DVD´s werden später noch getestet. Das Bild war in gleichem Maße gut ohne Schlieren, selbst bei schnellen Bewegungen.


    Die einzigen Verwaschungen resultierten lediglich aus der geringeren Auflösung mancher mpeg´s, aufgrund der Komprimierung und diese traten sowohl auf dem CRT, als auch auf demTFT auf.


    Das Schwarz-Weiß-Sättigungsbild hängt sicherlich stark von der gewählten Helligkeits-Gamma-Kontrast-Konstellation ab. Ich habe hier etwas am Schirm direkt, aber auch etwas in der Software der Grafikkarte herumgespielt. Die Standartwerte waren mir einfach zu grell.
    Bei völlig schwarzem Schirm erkennt man am Besten die Hintergrundausleuchtung. Diese ist schön homogen, nur am Rand erkennt man leichte Aufhellung, welche jedoch nicht auf das schon beschriebene Problem mit der ungenügenden Gehäusedämmung zurückzuführen ist. Diese Aufhellung wirkt nicht störend, und ist nur bei vollem Schwarzbild zu bemerken. Hier spielt ansonsten sowieso das Umgebungslicht am Tag eine grosse Rolle, so daß man im "normalen" Betrieb nichts davon sehen wird.


    Das man die eingebauten Boxen ausser für Windows Klänge besser meidet, bedarf wohl keiner ausführlichen Erklärung.


    Vielleicht hätte sich ein USB-Hub gut gemacht, speziell für kommende Speicher Sticks, doch war diese Hoffnung vergebens.


    Fazit:


    Da ich auf Arbeit einige, wenn auch mitunter ältere Semester von TFT´s in Augenschein nehmen konnte, tendiere ich zu der Aussage, daß man schon als Gelegenheitsspieler kein MVA oder PVA-Panel in Betracht ziehen sollte. Mit einem TN- oder IPS Panel einer neueren Bauart, ist man dagagen gut bedient.
    Wer jedoch einen Schirm für hohe Grafikauflösungen sucht, speziell diejenigen mit einer hochwertigen Grafikkarte, würde ich anraten einen hochwertigen 19" oder 21" CRT zu kaufen. Wer jedoch Office mit Spiel vereinen möchte, und sich bei beidem wohlzufühlen gedenkt, der kann guten Gewissens zum EIZO L567 greifen.
    Man gewöhnt sich schnell an Besseres, doch sehr langsam an Schlechteres. Bleibt einzig das Spiel mit den Pixelfehlern, das jeder selbst spielen darf!


    Was natürlich in diesem Bericht unbesprochen bleibt, ist der Einfluss von Toleranzen innerhalb einer Produktserie. Es scheint doch inerhalb des Forums entweder verschiedene Sensibilitäten hinsichtlich der Bildqualität zu geben, oder aber es handelt sich hierbei wirklich um die Fertigungstoleranzen innerhalb einer Produktlinie.


    Ich hoffe dieses Geschreibsel war in irgendeinem Maße für eine Meinungsbildung nützlich!


    Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit meiner Neuerwerbung und gespannt auf die Berichte der nächsten glücklichen Testpersonen.