20,1" ViewSonic VX2000 (Prad.de User)

  • Ich hatte das Gerät vor ein paar Wochen für ein paar Tage als Leihgerät da, und hab mich nun doch dazu durchgerungen einen Testbericht zu schreiben.


    Design/Verarbeitung/Ergonomie


    Das Gerät wirkt sehr groß, nicht nur wegen dem Display, sondern auch weil es einen sehr breiten Rahmen hat und dann noch auf einem klobigen "Fuß" steht. Das Gerät was ich hatte war komplett schwarz. Verarbeitung ist OK, aber nichts außergewöhnliches. Das Gerät hat sehr merkwürdige Tasten, die ein wenig wirken als wären sie einer Fernbedienung aus den frühen 80iger Jahren entsprungen. Im Fuß hinten ist eine Klappe, die man abnehmen kann, unter der sich die Eingänge verstecken. Die Klappe dient dann sozusagen auch als "Kabelführung". Leider kann man die Klappe nicht wirklich arretieren so dass die meistens schon bei kleinem Wackler abfällt. Insgesamt steht das Gerät aber stabil. Das Netzteil ist ein externes, und ist wie der Monitor lautlos.


    Panel


    Das Panel ist ein MVA Panel, und das sieht man gleich beim Einschalten! Kommando zurück, beim Einschalten sieht man eigentlich zuerst was anderes: Die ViewSonic Papageien. Man hat fast den Eindruck als müsste das Gerät erstmal booten. Erst nach ~5 Sekunden geben die Papageien den Blick auf den eigentlichen Schirm frei. Das lässt sich auch nicht abschalten.


    Zurück zum Panel. Das Panel wirkt sehr Matt und z.b. das hellblau im Prad Hintergrund wirkt wie eine Pastelfarbe. Ob das negativ oder positiv ist fällt mir schwer zu beurteilen. Wie andere schon geschrieben haben wirkt das MVA Panel im Vergleich zum IPS eher wie ein Blatt Papier. Ingesamt sind die Farben aber trotzdem kräftig.


    Der ViewSonic hat ausserdem eine sehr merkwürdige Blickwinkelabhängigkeit, wenn man seinen Kopf in der linken Hälfte des Schrims hat dann sind die Farben der rechten Seite schon leicht verfälscht, und umgekehrt. Das führt ausserdem zu einem seltsamen Tunnelblick wenn man genau in der Mitte des Geräts sitzt. Im Kreis wirkt alles sehr kräftig und wird zum Rand hin blasser. Das merkt man im normalen Betrieb nicht unbedingt, aber bei Bildbearbeitung schon.


    Das Gerät bietet leider wenig Einstellungsmöglichkeiten, Interpolation lässt sich nicht einstellen. Ausserdem scheint das Gerät je nach Lust und Laune mal zu interpolieren und mal nicht! Call of Duty hat das Gerät nicht interpoliert, XIII aber schon! Da kann ich mir auch nicht so Recht einen Reim drauf machen. Auch die Helligkeit bewegt sich in einem sehr kleinen Bereich. Wenn man das Gerät auf 0% stellt ändert sich die Helligkeit kaum. Ausleuchtung und Schwarz waren weder besonders gut noch besonders schlecht, allerdings wirkt Schwarz minimal fleckig.


    Thema Schlieren: Also was Schlieren angeht ist das Gerät eine einzige Katastrophe, leider kann man es nicht anders ausdrücken. Das Gerät leidet besonders unter Ghosting, wenn man ein Fenster bewegt dann sind die harten Konturen noch eine ganze Zeit später zu sehen. Vielleicht weniger als eine Sekunde, aber das sind Welten im Vergleich zu anderen Geräten. Aber auch beim Scrollen kann man dem Gerät höchtens die Note mangelhaft ausstellen, die Buchstaben verwandeln sich in einen Brei. Damit kann man an sich zwar einigermaßen leben, aber wie schon gesagt im Vergleich zu (S)IPS Geräten ist es eine Katastrophe.


    Video


    Wegen der schon vorhandenen Unschärfe bei Filmen wirken die Schlieren nicht so störend, sind aber vorhanden. Inbesondere bei schnellen Bewegungen verschwimmen die Farben ineinander. Wenn jemand z.B. winkt (und die Hand sieht man in Großaufnahme) dann hat eine Seite der Hand immer einen dicken orangenen/hellbraunen Rand weil sich die Haut mit der Hintergrundfarbe mischt.


    Spiele


    Ich hab Call of Duty, WC3 und XIII ausprobiert.


    Call of Duty ist überraschenderweise sogar spielbar, die Schlieren sind kaum wahrnembar, und wenn man sich mitten im Spiel befindet erst recht nicht, allerdings tritt bei harten Konturen und Konstrasten (z.B. schwarzer Türrahmen bei grauem Gebäude) das Ghosting extrem auf. Die Farbe Rot scheint dem Gerät aber zu schaffen zu machen. Manchmal liegen so rote Medipacks rum, und dann schliert das Gerät das Medipack wirklich über fast den ganzen Bildschirm. Das dürfte Rekord sein.


    WC3 ist wie bei den meisten TFTs absolut spielbar, der einzige Punkt wo man deutlich Schlieren ausmachen kann ist wenn sich Einheiten bewegen und man die grünen Energiebalken über den Einheiten eingeschaltet hat.


    XIII: Das Spiel ist selbt mit gutem Willen komplett unspielbar. Wegem dem Comic Stil besteht das ganze Spiel eigentlich nur aus harten Konturen und Kontrasten, so dass man vor Ghosting kaum noch weiß wo links oder rechts ist.


    Fazit


    Das Gerät kann man eigentlich ruhigem Gewissens keinem mehr empfehlen. Wenn man die Spiele und Videos weglässt kann man zwar trotzdem an dem Gerät arbeiten, aber mittlerweile gibt es wesentlich bessere Monitore. Vielleicht könnte man das Gerät, wegen der guten Lesbarkeit, einer Sekretärin empfehlen die nur mit Word/Excel arbeitet, das ist aber bestimmt nicht die Zielgruppe von 20" TFTs.

  • Naja der VX2000 ist ja auch nicht mehr der jüngste, der gehört eigentlich ins Museum zu den anderen TFT Opas ;) Es gibt aber noch viele Händler die ihn im Programm haben, ich glaube auch TFTShop. Bei mfe kostet er sogar mehr als der VP201! 8o