Dell 2405FPW (Prad.de User)

  • Review Dell 2405FPW


    Nachdem mein Exemplar des Dell 2405FPW nach mehr als 14 Tagen Wartezeit am 29.3. eingetroffen ist, habe ich mir erstmal ein wenig Zeit mit einem Review gelassen, da ich statt eine von anfänglicher Begeisterung verfälschten Schnellschuß etwas Fundierteres abliefern wollte. Ich denke zu den grundlegenden technischen Daten steht an anderer Stelle mehr als genug, daher spare ich mir das hier.



    Bildqualität


    Helligkeit/Ausleuchtung: Der Monitor ist in der Tat wie mehrfach berichtet sehr hell, viel heller dürfte für meinen Geschmack die niedrigste Einstellung nicht sein. Die Ausleuchtung empfinde ich als sehr gut, ich bin aber in der Hinsicht relativ unempfindlich. Es sind jedenfalls keine Lichtdurchbrüche am Rand oder "Wolken" zu sehen, der obere Rand ist minimal dunkler als Rest des Bildes. Der Schwarzwert scheint mir nicht überragend, aber er liegt im Rahmen dessen, was man in dieser Hinsicht von TFTs gewohnt ist. Ich empfinde das schwach leuchtende "schwarze" Bild nicht als störend.


    Farben: Die Farben erschienen mir zunächst irgendwie blass, was aber auch an den ziemlich unrealistischen Bonbonfarben meines Notebook-Displays liegt. Nach einigem Herumprobieren mit Kontrast- und Farbreglern habe ich eine für meinen Geschmack natürliche Darstellung gefunden. Rottöne könnten evtl. einen Tick knalliger sein, aber immerhin geht Rot nicht ins Orange über wie bei anderen TFTs. Insgesamt ist die Beurteilung der Farbgüte ohne ein kalibriertes Gerät eh mehr als subjetiv und letztlich auch Geschmacksache.


    Schärfe/Bildstabilität: Am DVI-Eingang ist die Schärfe tadellos, am analogen Eingang hängt es natürlich sehr von der Signalgüte der Grafikkarte ab. Ich war zunächst positiv überrascht von der Qualität über analog, habe dann aber eine leichte "Überschärfung" und einen hellen Rand rechts von Buchstaben bemerkt. Siehe dazu das erste Bild im Anhang. Den gleichen Effekt konnte ich bei genauerem Hinsehen auch am DVI entdecken, empfand ihn dort aber nicht als störend. Letztlich konnte ich ihn durch minimale Korrektur der Phasenlage reduzieren.
    Das Bild am analogen Eingang ist nach dem Auto-Adjust stabil... fast. Gelegentlich habe ich vor grauen Hintergründen einen horizontal durchlaufenden Streifen erahnen können, aber das war so minimal, dass ich nicht sicher sagen kann, ob es nicht einfach Einbildung war.


    Blickwinkelstabilität: Ab ca. 45° seitlicher Betrachtung wird das Bild merklich dunkler, aber die Farben verändern sich relativ gleichmäßig und werden auch nicht invertiert wie man es von manch älteren TFTs kennt. Mangels direkter Vergleichsmöglichkeiten kann ich hier keine absolute Bewertung vergeben, mir erscheint der Blickwinkel jedenfalls mehr als ausreichend.


    Schaltgeschwindigkeit: Im Vergleich zu der ersten MVA-Generation, die mit 25ms angepriesen wurde, ist der Dell um Größenordnungen schneller. Es gibt allerdings bei Spielen noch immer erkennbare, meiner Meinung nach aber nicht störende Unschärfen. Im Vergleich zu meinem Notebook-Display erkenne ich keine deutlichen Vor- oder Nachteile. Insbesondere im Vergleich zu einem CRT fällt der Unterschied auf, dort bleiben Texturen absolut scharf.



    B-Note


    Lieferumfang/Verarbeitung/Mechanik/Design: In der Packung finden sich ein analoges und ein DVI-Kabel, der Standfuß und natürlich das Display. Als Anleitung liegt lediglich ein doppelseitig bedrucktes Blatt mit Aufbauhinweisen bei, der Rest als HTML auf CD. Der Standfuß ist massiv und schwer, und wirkt sehr vertrauenseinflößend. In anbetracht des Preises eine echt positive Überraschung, da ja gerade in dem Bereich bei den Preisbrechern gerne gespart wird. Pivot funktioniert gut, sieht aber wegen des Bildformats sehr eigenartig aus. Die Höhenverstellung ist nicht zu leicht- und nicht zu schwergängig, auch das Gelenk für die seitliche Drehung bietet genug Widerstand, um nicht schon beim Bedienen des OSD verstellt zu werden.. Die Konkurrenz verzichtet ja leider oft ganz auf Höhenverstellung, Pivot und/oder Schwenkmechanismus.
    Das Display selbst wirkt ebenfalls solide verarbeitet, lediglich die Knöpfe wirken irgendwie ein wenig billig und lassen das große "Made in China", das auf dem Karton steht, auch am Display selbst erahnen.
    Das Design ist schlicht und zeitlos, auch dies ist angesichts des Preises und im Vergleich zu so manch anderer Design-Katastrophe auf dem TFT-Markt (z.B. einige Philips, auch ältere Dell) eine positive Überraschung. Der Rahmen ist rundherum gleichmäßig schmal. Sony und Apple sind sicherlich nochmal eine Nuance schicker, aber letztlich ist Design eh Geschmacksache.


    Bedienung/Einstellmöglichkeiten/Features: Die Bedienung ist nicht unbedingt intuitiv, aber akzeptabel. Es gibt fünf Knöpfe für Einstellungen etc. plus einen Power-Knopf. Da Letzterer offenbar kein echter mechanischer Schalter ist, muss man wohl damit rechnen, dass auch bei ausgeschaltetem Monitor ein wenig Strom fließt. Wer wie ich eine schaltbare Steckdosenleiste benutzt, den braucht das aber nicht zu kümmern.
    Mit einem Knopf schaltet man die Eingänge um. Da es insgesamt fünf Eingänge gibt und das Display beim Wechseln die inaktiven Eingänge nicht überspringt, muss man für den Wechsel von DVI nach Sub-D viermal drücken (von 2 nach 1 über 3,4 und 5), das ist etwas störend. Der nächste Knopf schaltet zwischen Standard, Picture in Picture (zweites Bild im Eck, Größe und Ecke sind einstellbar) und Picture-by-Picture um. Bei letzterem stehen beide Bilder gleich groß (naja, eher "klein") nebeneinander und belegen ca. ein Viertel der Bildfläche, oben und unten bleibt dann ein Rand von ca. einem Viertel der Bildhöhe. Für die Nutzung am PC mehr eine Spielerei, ich kann mir für mich zumindest im Moment keine sinnvolle Nutzung für die Funktion vorstellen.
    Der Menubutton aktiviert das eigentliche OSD, mit "+" und "-" wechselt man die Positionen, der Menüknopf wählt die aktuell markierte Option an, worauf man sie mit "+" und "-" verstellen kann. Ein erneute Druckauf den Menü-Button verlässt die aktuelle Option. Die Einstellmöglichkeiten gehen nur unwesentlich über das Minimum hinaus. Am analogen Eingang kann die Bildposition, Pixeltakt und Phase eingestellt werden, bei Wahl einer kleineren als der nativen Auflösung gibt es zusätzlich Optionen für die Interpolation (aus, Vollbild und unter Beibehaltung des Seitenverhältnisse), sowie die Schärfe.
    Die Farbeeinstellungen beschränken sich auf drei Voreinstellungen (sRGB, eher blau, eher rot) sowie ein User Preset, bei dem man die Anteile der drei Grundfarben zwischen 0 und 100 einstellen kann. Eine Option für die Farbtemperatur fehlt. Weiterhin kann man einige Optionen des OSD einstellen (u.a. Position, Drehung, Transparenz, Timeout) sowie Optionen für das PIP.
    Helligkeit und Kontrast (letzteres nicht bei DVI) kann man in einem gesonderten Menü einstellen, das beim Druck auf "-" außerhalb eines Menüs auftaucht, ein Druck auf "+" aktiviert das Auto-Adjust am analogen Eingang.



    sonstiges


    Geräuschentwicklung: Im Board wurde ja schon Einiges zu Pfeifgeräuschen gesagt. Mein Exemplar macht keine wie auch immer gearteten Geräusche, aber ich habe da auch noch nicht alle Helligkeitsstufen durchprobiert. Zudem wohne ich in der Stadt und bin daher trotz ziemlich schalldichter Fenster nur selten in einer wirklich ruhigen Umgebung. Ich denke die Geräusche, von denen einige 2405-User berichten, sind Probleme des jeweiligen Exemplars (die c't hat dazu auch einen kurzen Abschnitt in der FAQ in IIRC der aktuellen Ausgabe).
    Pixelfehler: "Echte" Pixelfehler habe ich nicht gefunden, erst eine akribische Suche förderte ein "schwaches Pixel" zutage, das kaum sichtbar (so ab ca. 15cm Abstand) grün leuchtet. Auf dem zweiten Bild unten (ca. fünfmal größer als das Original) wirkt es wegen der relativ langen Belichtungszeit schlimmer als es ist, auf dem dritten ist es kaum zu erkennen, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und deutlich näher an Bild Nummer 3. Zum Vergleich habe ich drummherum ein Viereck aus je einem weißen, roten, grünen und blauen Pixel gemalt.


    Die Videoeingänge (es gibt Composite, S-Video und Component) habe ich bisher nicht ausführlich getestet, ich habe lediglich mal kurz meine Digicam angeschlossen, eine Aussage über deren Qualität oder die von der c't bemängelten leichten Ruckler kann ich daher nicht treffen.



    Fazit


    Nicht nur in anbetracht des Preisniveaus ein sehr gutes Display. Ich habe allerdings noch ~1050€ bezahlt (und war schon drauf und drann, das Display wegen meiner Verärgerung über die dellsche Preispolitik per FAG zurückzuschicken). Eher nichts für Leute die für die professionelle Bildverarbeitung 100% präzise Farben brauchen (obwohl da im Zusammenspiel von Display- und Grafikkarten-Einstellungen und einem Kalibriergerät sicherlich Einiges möglich ist) oder Extremst-Zocker mit einer Allergie gegen leichte Unschärfen.

  • In meinem Desktop steckt eine Radeon 9800 NON-Pro von HIS, die natürlich am DVI-Eingang des Monitors angeschlossen ist. Am analogen Eingang betreibe ich ein rund zwei Jahre altes Notebook (Toshiba Satellite 5100-503) mit einer Geforce 4 Go 440. Der analoge Ausgang des Notebooks wurde damals in einem c't-Test mit "sehr gut" bewertet.
    Ich weiß nicht mehr, wie da meine Radeon-9800-Grafikkarte abgeschnitten hat, aber ich sie habe testweise sowohl über DVI als auch analog angeschlossen, den Clone-Modus eingeschaltet und einen direkten Vergleich gemacht. Das Bild war nicht merklich schlechter als das vom analogen Ausgang des Notebooks, der Unterschied lässt sich im direkten Vergleich schon klar erkennen, ist aber bis auf die Sache mit dem hellen Rand an harten Kontrasten schwer zu beschreiben.


    Vielleicht noch ein Nachtrag: wer vor hat, über den Rechner (also DVI oder SUb-D) Videos mit dem Dell zu gucken, wird evtl. nicht sonderlich glücklich. Weniger wegen der schlechten Qualität des Monitors als wegen der schlechten Qualität der Videos! Man sieht halt leider jedes Kompressionsartefakt. Das fällt insbesondere dann auf, wenn man sonst die Videos eher auf dem Fernseher schaut. Denn was mein schon ein paar Jahre alter, aber an sich recht hochwertiger Röhren-TV anzeigt, nachdem das Composite-Signal den beschwerlichen Weg durch 10 Meter Audio(!)-Cinch-Kabel zurückgelegt hat, ist da deutlich gnädiger. ;)

  • Monitor kalibrieren, dann sind die Artefakte zum groessten Teil weg.


    Sollte der Regelbereich des Monitors nicht reichen wurde ich sagen das Geraet ist Schuld.


    Neko

  • Ich habe da auch mit den Einstellungen (im Grafiktreiber) für Gamma etc. rummprobiert und es war eine Verbesserung zu erzielen. Selbst wenn man das auch mit den Einstellungen des Displays hinbekommt, so ist es doch mehr als lästig, wenn man jedes mal, wenn man einen Film gucken will, erstmal manuell eine handvoll Einstellungen ändern muss und anschließend wieder zurück, weil es nämlich sonst auf dem normalen Desktop mies ausschaut.

  • kann ich ich den dell an einer wandhalterung befestigen ?


    bzw. wie dick ist dessen "huppel" an der rückseite des tft's, da ich möglich nahe an die wand damit will.

  • Eine Wandhalterung sollte kein Problem darstellen, der Dell hat wie die meisten aktuellen TFTs (Supermarkt-Sonderangebote mal außen vor) die Vesa-Montagelöcher. Das Display selbst, also ohne den relativ ausladenden Standfuß ist ca. 8 cm tief, mit Standfuß gut das doppelte. Aber die genauen Maße sollten auch auf der Dell-Seite zu finden sein, zumindest die Gesamttiefe mit Fuß.