Belinea 101915 (111921) (Prad.de User)

  • Vorgeschichte:
    Von TFTs hielt ich bischer nicht viel, Probleme wie miese Ausleuchtung, leuchtendes Schwarz, Winkelabhängigkeit mit Verfärbung/Inversion haben mich immer abgeschreckt. Aber die gute alte CTX-Röhre verlor nach Jahren an Kontrast und Schärfe, moderner Ersatz musste her.


    Nach einiger Zeit der Suche habe ich mich für den Kauf des Belinea 101915(111921) entschlossen. Der Einsatzgebiet ist etwa 70% Arbeiten(Lesen,Texten,Programmieren), 15% TV- und DVD-gucken, 15% zocken (auch FPS). TN-Panel kam nicht in Frage, weil die ausserhalb der reinen Büro-Anwendungen (weisser Hintergrund) und 3D-FPS nirgendwo so richtig glänzen (siehe [1]). Und ich war mit älteren TNs schon vorbelastet.


    Kurz gesagt, ich wollte ein brauchbares Allroundgerät ohne Löcher ins Portemonaie zu reissen. Und Belinea-Monitore waren die einzigen, die diesen Wünschen entsprachen. Den hier oft getesteten 101920 wollte ich nicht wegen dem hässlichen Standfuss. Die nächste Alternative war 101915, über den war jedoch nichts vernünftiges rauszukriegen. Der Vergleich der Datenblätter (und der Modelnummer) legte jedoch nahe, dass in aktuellen Modelen fast die gleiche Technik verbaut wird.


    Ersteindruck:
    Bei Tageslicht toll. Keine Pixelfehler. Satte Farben, gute, nicht übertriebene Helligkeit. Später fand ich natürlich schon etwas zu meckern. Auf folgende Dinge habe ich Wert gelegt, subjektive Bewertung mit --/-/0/+/++.


    Helligkeit: +
    Mehr als ausreichend. Nur wenn man mit Gegenlicht arbeitet, braucht man evtl. mehr. Verhalten des Helligkeitsreglers kaum nachvollziebar, zw. 100 und 10 nimmt die Leuchtkraft kaum ab, erst zwischen 0..10 sieht man eine deutliche Veränderung. Ich habe es mal auf 40 belassen.


    Kontrast: +
    Subjektiv recht starker kontrast. Vergleichbar mit meinem relativ alten CRT.


    Schwarzwert: +
    Besser als bei allen "meinen" TFTs zuvor, aber immer noch sehr deutlich leuchtend.


    Farbendarstellung: +
    Schöne satte Farben. Temperaturprofile tönen etwas zu stark.


    Ausleuchtung: 0
    Könnte besser sein. Die Ecken sind etwas aufgehelt (Streulicht?) und bei Winkeländerung merkt man das recht deutlich, jedenfalls im Dunkeln. Bei ausreichender Raumbeleuchtung kann man damit leben. Bei anderen kontrastgebenden Bildelementen drumherum fällt es auch nicht auf, bei GUI-Programmen sowieso nicht.


    Blickwinkelunabhängigkeit: +
    Die Farben bleiben über einen grossen Blickwinkel ziemlich stabil, d.h. kein Farbstich oder gar Inversion. Allerdings ändert sicht der Schwarzwert sichtbar (Streulicht?), besonders wenn man schräg von oben links oder rechts guckt. Scheint aus den genannten "streuenden" Ecken zu kommen.


    Antwortzeiten/Schlieren: 0
    Er schliert, allerdings nur gering. In UT2004 und FarCry fiel mir nichts auf, ausser der Bewegungsunschärfe. Ich musste etwas suchen, um den Worstcase zu produzieren. In UT (Hyperblast, Weltraum-Deck) gibt es Wechsel zw. Schwarz und grossen hellen Flächen, da zieht es kurzzeitig wahrnehmbar nach.


    Mechanik: ++
    Stabil, dennoch leichtgängig. Arretierung in unterster Position möglich. Deutlicher Anschlag bei Drehung (einfache Pivot-Ausrichtung).


    Ausstattung: -
    DVI-Kabel fehlt. Wenigstens ein kurzes sollte drin sein, sonst bezahlt man vielerorts Wucherpreise.


    Sonstiges:


    DVI-Anschluss hat scheinbar Kommunikationsprobleme mit der Grafikkarte, d.h. beim Booten wird er nicht aktiviert. Wenn Windows hochgelaufen ist, muss man den Monitor aus- und wieder anmachen, damit der GraKa-Treiber ihn erkennt. Allerdings wird da ein 5m-langes Billigkabel verwendet, vielleicht geht es mit einem 2m-Markenkabel. Vorher funktionierte schon mal ein TFT mit der gleichen GraKa und Kabel einwandfrei, kann also nicht alleine am Kabel liegen.


    Kein hörbares Summen des Helligkeitsreglers o.ae.


    Menü ganz ordentlich strukturiert. Manchmal sehr verzögerte Reaktion auf Tastendruck.


    Auto-Justierung funktioniert ganz gut. Interpolation macht manchmal Bockmist bei ganz kleinen Auflösungen (Windows-Startanimation um 1/3 verschoben), Auto behebt es dan.


    Fazit:
    Der Monitor war nicht ganz günstig und sollte wenigstens problemlos funktionieren. Mit der Aufhellung und gelegentlichen Schlieren könnte ich leben. Mit dem Gezicke des DVI-Ports allerdings nicht.


    [1] Ursprünglich sollte es ein möglichst günstiger 19- oder 20-Zöller werden, sieht man ja in vielen tollen Blödmarkt-Prospekten. Natürlich musste ich feststellen, dass der Markt von billigen mittelmässigen TN-Monitoren überschwämmt ist, und ausser Zugriffszeit die Angaben eher schönredet oder "optimistisch gemessen" sind. Dem entsprechend war ich von TNs abgeschreckt (zugegeben, nicht den allerneusten Pannels), mit dennen ich in letzten Paar Jahren zu tun hatte: schwacher Kontrast, blasse Farben, starke und sehr nichtlineare Blickwinkelabhängigkeit, praktisch schon Farbeninvertierung bei dunklen Farben. Vor allem die vertikale Kontrastveränderung sticht ins Auge: ich arbeite oft mit schwarzen Hintergrund und da sieht man ständig diesen "Sonnenaufgang", wenn Augen auf der Höhe der oberen Monitorhälfte sind. Monitor drehen (Pivot) und an die Wand anbauen ist auch unmöglich, dabei kriegt man innerhalb kürzester Zeit Kopfschmerzen, weil linkes Auge helleres Schwarz sieht als rechteres. Dazu kommt die Graustufenauflösung, einfach schrecklich. Beim manchen Monitor verschwinden Objekte einfach aus dem Bild, d.h. werden komplett ausgeschwärzt. Bei neueren TNs ist es etwas besser (im Laden untersucht), aber nicht viel: Grauwerte werden entweder übertrieben aufgehellt (Samtron, sieht unnatürlich aus) oder sehen wie graugrün aus (Samsung). Auch der Verlauf des Blinkwinkels ist bei einigen Monitoren etwas besser... aber dafür müsste ich einen besseren==teureren Samsung oder Hyundai kaufen. Dann lieber gleich ein VA-Panel.
    Es sollte also ein VA-Panel werden, für max. 350 EUR (mehr Geld gebe ich für einen Mittelklasse-Monitor nicht aus), mit DVI (VGA-Zwischenlösung geht zwar, ist aber nicht optimal und irgendwie hirnverbrant), << 16ms Antwortzeit und >> 150% Blickwinkel (5:1). 1280er Auflösung reicht im Prinzip. Lautsprecher (bzw. Quäker) müssen auch nicht rein, oder sollten zumindest nicht die Optik stören, verwendet werden sie eh nie. Pivot-Funktion sollte in dieser Preisklasse aber drin sein, Höhenverstellbarkeit sowieso. Monitore ohne Pivot sind wie aktuelle Serienautos ohne ABS. Und der Kontrast sollte ordentlich sein - ich will noch ordentliche Farben, ohne gleich leuchtendes Schwarz zu kriegen.

  • Hallo Zomb,


    vielen Dank erstmal für deinen ausführlichen, gut lesbaren Erfahrungsbericht!


    Das mit dem Auto-Adjust habe ich noch nicht ganz verstanden: Die Funktion wird doch ansich nur bei Analoganschluss benötigt?


    Automatische Eingangserkennung hast du ja wahrscheinlich schon eingestellt am TFT. By the way bekommst du für ~370 Euro aber auch schon den Belinea 101920, der eben Overdrive und das neuere Panel hat.

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    "Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren, die nie ganz verwehen."


  • Also, Update:


    Auto-Adjust habe ich gebraucht, weil der Monitor nicht am DVI erkannt wurde (siehe Notiz zuvor). Nach ein Paar Fehltritten hat er sich dann aber die Einstellung gemerkt, es wurde korrekt dargestellt. An der Qualität des VGA-Eingangs hatte ich nichts mehr auszusetzen.


    Einstellung der automatischen Eingangserkennung hat leider nichts gebracht. Und wenn der Monitor beim Booten nicht erkannt wurde, lies er mich auch nicht ins OSD sondern blieb mit der "Kein Signal"-Meldung hängen und schaltete sich bald in den Standby. Keine Chance, irgendwie den Eingang umzuschalten.


    Jedenfalls habe ich jetzt das mit der Hardware eines Freundes durchgetauscht, um das Problem irgendwie zu identifizieren. Ergebnis: am Kabel lag es nicht, anderer Monitor geht an meiner Graka (Saphire X800 GTO) problemlos. Belinea geht an der anderen GraKa aber auch problemlos. Es scheint also ein Kompatibilitätsproblem zu geben, das ich bei DVI nicht erwartet habe.


    Ausserdem konnte ich kurz die Bildeigenschaften des anderen Monitors (2.5-Jahre altes HP 1925) damit vergleichen und war von Belinea etwas enttäuscht. Die Bildqualität war kaum schlechter, die Blinkwinkelabhängigkeit auch nicht, er schlierte deutlich mehr bei UT/Hyperblast (halt kein Overdrive), aber die Ausleuchtung war beim HP-Monitor deutlich besser, d.h. fast immer gleichmässig. Die lichtstreunden Ecken des Belinea fallen dagegen sehr wohl auf, wenn man im Dunkeln mit Hintergrund==schwarz arbeitet, oder aus der Nähe DVD guckt und dabei etwas von der Seite schielt.


    Und was genau unterscheiden den aktuellen 101915 vom aktuellen 101920? Wie ich schon schrieb, die Datenblätter sind fast identisch. Und das Leuchtecken-Verhalten wurde in Prad-Test des 101920 auch schon beschrieben.


    Die beiden sind bestimmt keine schlechten Monitore für den Office-Bereich, aber ich werde den Monitor zurückschicken. Für mich persönlich sind das etwas zu viele Probleme auf einmal. Auch die OSD-Steuerung ist etwas träge, scheint manchen Tastendruck zu ignorieren. Ungleichmässige Ausleuchtung war der Hauptgrund für meine Entscheidung gegen Billig-TN-Panels, und das DVI-Eingang der Grund für Belinea, Kompatibilitätsprobleme damit will ich nicht hinnehmen.


    Beim Ersatz werde ich wohl dem Prad-Mainstream folgen und den P19-2 nehmen.

  • Monitorvergleich


    Wie du siehst gibt es zwei verschiedene Versionen des 101915. Die neuere Variante hat wohl tatsächlich dasselbe Panel wie der 101920.


    An der Ausleuchtung kannst du natürlich nichts machen, außer es mit einem anderen Gerät versuchen. Was die Probleme am DVI-Ausgang betrifft kannst du im Treiber noch die Einstellungen DVI-Frequenz reduzieren und DVI-Betriebsmodus abwechseln ausprobieren. Manchmal wird dadurch das ein oder andere Problem gelöst.


    Ich hoffe, du hast mit dem FSC P19-2 mehr Glück : )

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  • Was ich habe ist schon das Model 111921, wie es im Topic steht. Um irgendetwas mit Taktfrequenzen einzustellen muss ich erstmal ins Windows kommen. Oder ins Linux. Wenn der Monitor erst gar nicht anläuft, ist das "etwas" schwierig.


    Das Handbuch auf der CD war auch wirklich hilfreich, nicht mehr als die üblichen DAU-Hinweise.

  • Hehe, na die Treibereinstellungen kannst du doch auch vornehmen, wenn das Teil per VGA läuft. Dnach dann einfach mit DVI neu starten.


    --> Bin eben etwas durcheinander gekommen mit den ganzen Modellbezcihnungen, habe daher etwas wild rumeditiert. Eine ganz alte Version des 101915 hat noch 25ms.

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  • Quote

    Original von rinaldo
    Hehe, na die Treibereinstellungen kannst du doch auch vornehmen, wenn das Teil per VGA läuft. Dnach dann einfach mit DVI neu starten.


    --> Bin eben etwas durcheinander gekommen mit den ganzen Modellbezcihnungen, habe daher etwas wild rumeditiert. Eine ganz alte Version des 101915 hat noch 25ms.


    Editieren ist ok, Fazit gehört dahin. Bei Treibereinstellungen ist es aber nicht einfach. Ich habe ihn in Windows heruntergesetzt auf 60 Hz, bringt aber nichts -> keine Erkennung beim Booten. Auch die Eingangsumschaultung habe ich per Hand auf AUTO oder auf DIGITAL gesetzt, brachte nur leider nichts. Bleibt für wenige Sekunden dunkel und schaltet wieder auf VGA (falls angeschlossen). Die einzige Möglichkeiten, ihn mit DVI zum laufen zu bringen war mit dem alten CRT dran: Windows hochfahren, Monitor ausmachen, warten bis er komplett ausgeht, anmachen, warten, irgendwann hat ihn der Radeon-Treiber registriert. Einfach Signal ab/anklemmen reicht nicht. Bei Linux musste ich in xorg.conf den Monitor geziehlt als Ausgabegerät eintragen, dann lief er an, aber nur mit X. Auf der Console blieb er aus.


    Es kann natürlich nur ein Fehler der Grafikkarte sein. Bei einer älteren Radeon gab es dieses Verhalten nicht.