Eizo S2111W-K (Prad.de User)

  • Habe jetzt seit 2 Wochen den Eizo. Ich kann den Prad-Test größtenteils bestätigen, und auch Usertests wie http://www.prad.de/board/thread.php?threadid=32080. Der Monitor ist bis auf einige nervige Macken sehr gut.


    Die Macken:


    * Das OSD ist Eizo-gewohnt schlecht. Sachen, die man öfter mal umschalten will (Kontrasterhöhung) sind ewig tief im Menü verschachtelt. Sensortasten sind nicht der Weisheit letzter Schluss.


    * Schlechterer Schwarzwert als mein alter Eizo L778. 2111 bei 14% Helligkeit, L778 bei 40%.


    Bild 1



    * Ungleichmäßige Gammaverteilung. Ich habe das mal im Bild festgehalten:


    Bild 2


    Man sieht, wie nach links das bunte Rauschen zunimmt. Macht man das Video zum Fenster und verschiebt es nach rechts, verschwindet das Rauschen.


    Dies fällt mir im täglichen Gebrauch eigentlich gar nicht auf. Allerdings, wenn man Videos guckt, fällt es einem besonders in dunklen Stellen ins Auge, bei hellen Stellen ist es nicht offensichtlich. Wenn man etwas von links statt genau von der Mitte auf den TFT guckt, wird es besser.


    Ich gebe zu, das ist eigentlich nicht angemessen für einen 700 Euro Monitor, aber es ist auch nicht so extrem, dass ich ihn wieder zurückgeben würde, und vor allem, was sollte ich mir statt dessen holen...?



    Denn um zum Positiven zu kommen, die Darstellung ist ansonsten super. Farben top, Graustufen top, Helligkeit enorm, keine Pixelfehler.


    Overdrive wurde gegenüber dem L778 verbessert, hier der Fehler des L778:


    Bild 3


    Man achte auf die weißen Streifen. Diesen weißen "Schweif" hat er im Prad-Schlierentest immer hinter den Ecken der Box hergezogen, der 2111 hat das nicht mehr.



    Einstellung


    Zitat Prad:

    Quote

    Wir haben deshalb einen Gamma-Wert von 2,0 im OSD ausgewählt, da dieser der iColor-Software zufolge näher am sRGB-Gamma liegt. Folgende Einstellungen liegen der Kalibration des weiteren zugrunde: Helligkeit 14%, Sättigung 0, Rot 98, Grün 93 und Blau 100.


    Das ist soweit in Ordnung, bis auf die Gammaeinstellung. Die würde ich auf 2,2 lassen, ansonsten nimmt der "Ungleichmäßige Gammaverteilung"-Effekt überhand.

  • Ich habe zwei Eizo 2111 sehen können.


    Der eine hatte links eine definitiv merkwürdige und weit hellere Gradiation (heller als am restlichen Screen). Besonders deutlich war das wenn man farbige und graue Verläufe bildschirmfüllend anzeigen lässt. Z. B. das Eizotestprogramm (da sieht es besser aus da der Verlauf anders aufgebaut ist) oder selbst erstelle Verläufe aus der Bildbearbeitung.


    Interessanterweise hatte ein anderer Eizo 2111 den ich betrachten durfte das nicht/nicht so extrem. Produktionsschwankungen? Beim zweiten konnte man mit der leichten Aufhellung links weit besser leben. Wenn man den anderen kennt ist es subjektiv gar nicht vorhanden.
    :)


    (Ich denke das Farbrauschen das Du beschreibst ist immer da, nur fällt es wegend er helleren Gradiation mehr auf.)


    Ersterer war verglichen mit dem zweiten in dem Punkt somit einfach eine Katastrophe. Bei grauen Verläufen waren beide auf der linken Seite vollkommen unterschiedlich. Der mit den Gradiationsproblemen hatte vollkommen andere Abstufungen auf der linken Seite. Viel heller, viel weniger differenziert. Bis ca. 85% Grau war er einfach viel zu hell, danach kippte er ins Schwarze, dazwischen fast nichts an Abstufungen! Was Dunkelgrau sein sollte war eher ein mittleres Grau. Der zweite zeigte da ein viel homogeneres Bild, bei Verläufen auf der linken Seite.


    Der mit den Gradiationsproblemen war insgesamt etwas heller (was die Hintergrundbeleuchtung angeht) als der andere. Und er zeigte links auch helle und dunkle ungleichmäßige Stellen - die vermutlich durch die u-förmige Hintergrundbeleuchtung veruracht wurden. Der ander nicht hatte sowas nicht.


    Ich war jedenfalls erstmal ernüchtert was die Qualität hochwertiger TFTs angeht. Am liebsten würde ich nochmal 3 Generationen warten bis ich mir sowas zulege. Geht aber nicht. Mein CRT befindet sich auf dem Weg ins Jenseits. Nur eine Frage der Zeit.


    Ich habe noch nicht allzuviele andere TFTs gesehen. Vielleicht ist der Eizo 2111 ja für TFT-Verhältnisse sehr gut. Aber ich sehe ein deutliches Bending (mit dem man aber leben kann wenn es sein muss). Bei ca. 80% (+/- 10%) Grau gibt es dabei sogar einen Ausreißer der heller ist als helle Töne danben (obwohl er dunkler sein sollte) und einen Farbstich hat. Irgendwie finde ich sowas dann verglichen mit der guten alten CRT-Technik nicht sonderlich erfreulich. Irgendwie kämpft die TFT-Technik immernoch zu sehr mit ihren prinzipbedingten Problemen und man kann nur Kompromisse kaufen. Das sind in meinen Augen alles bedingt taugliche Anzeigegeräte. Von gut sind die alle weit entfernt. Man kann nur kaum noch was anderes kaufen. Also werde ich mich mangels Alternativen mit irgendeinem Eizo-Screen anfreunden...


    Desweiteren finde ich es schade dass es Eizo für nötig hällt mit 3000:1 zu werben. Dynamisch hat er meinetwegen diesen Kontrast. Es ist und bleibt aber hingetrickst. Und es hat seine Nachteile (neben den Vorteilen). Bei Eizo kaufe ich mir keine Manta-Blödmarkt-Glotze mit X000:1-Prollwerten. Ehrliche 1000:1 wären mir da lieber. Ok, das ist kleinlich!


    Nach einem Telefonat mit der Eizo-Serviceline wusste ich dass der 2100 wohl viele Probleme des 2111 nicht hat. Da frag ich mich wieso man dann dort diese u-förmige Hintergrundbeleuchtung einsetzt, wenn die Herkömmliche viele Probleme die das mit sich bringt schlich tnicht hat!
    Nur damit er heller ist als der Rest der Welt? Und vielen ist er zu hell, und sie regeln die Helligkeit herunter. Irgendwie frag ich mich was das soll.

  • Ja da hast du in allen Punkten Recht. Das Problem ist wirklich, dass fast jeder High-End TFT doch noch irgendeine Macke hat, mit der man sich erst anfreunden muss. Ein Freund hat sich jetzt einen teuren 24" TFT von NEC geholt und ist sehr unzufrieden über Overdrive-Fehler (manche Objekte ziehen so einen weißen Schweif hinter sich her). Davor hatte er einen anderen, auch teuren TFT, bei dem sich ein lange dargestelltes Bild leicht "einbrannte"! Man muss dazu sagen, er ist Programmierer und arbeitet mit zwei TFTs, wo auf dem Einen die ganze Zeit MSVC angezeigt wird. Nach einem Tag davon konnte er dann in Firefox etc. das MSVC-Fenster noch schimmern sehen! Unglaublich oder. Ich glaube, das war ein Fujitsu-Siemens TFT.


    Bei Eizo finde ich die "Produktionsschwankungen" doch sehr bedauerlich. Das sollte bei Eizo nicht vorkommen, sonst kann ich gleich BenQ oder so kaufen.


    Das mit der Helligkeit stimmt auch. Bei 100% hat man nach einem Tag seinen Schattenriss an der Wand hinter sich. Wäre die Hintergrundbeleuchtung mit anderen Röhren, hätte man ein prima Sonnenstudio für Zuhause. Also da haben sie klar übertrieben, normale Beleuchtung hätte es getan, und da hätte man nicht diesen Gamma-Kram machen müssen.


    Dynamischer Kontrast, nun, der Kunde will es anscheinend so. Guckt nur auf die Prospektzahlen, statt auch mal c't etc. zu lesen.


    Wie auch immer, ich muss sagen, Eizo ist (leider oder zum Glück) für mich immer noch die Nummer 1, was die Qualität angeht. Somit gilt für mich, anfreunden mit den 1, 2 Macken (habe ich inzwischen getan) und das ansonsten super Bild genießen.

  • Mal eine Frage zu dem Prad-Zitat in deinem Eröffnungspost:
    Wenn ich das so einstelle wie da beschrieben, äh, was habe ich dann?
    Weil im Moment stehts bei mir auf Helligkeit 10%, R 95, G 95, B 100. Also die Werte werden so eingestellt wenn ich die Farbtemperatur auf 6500 Kelvin stelle, so wie im Moment. Sind die Farben so wie von Prad eingestellt wohl farbechter oder wie?


    Peile das mit der Farbeinstellerei irgendwie nicht, vielleicht kann mir da wer helfen?




    Bye,

  • Die von Prad angegebenen Werte sind die, welche für die Kalibration benutzt wurden. Danach gab es die wenigsten Farbabweichungen vom "Soll". Die Werte können natürlich je nach Exemplar variieren, aber da ich kein Kalibrationsgerät habe, habe ich die so übernommen, denn die werden besser sein als die Werkseinstellungen. Wie gesagt, nur Gamma würde ich auf 2,2 lassen.

  • Quote

    Original von Woischt
    Wieso sind die besser als die Werkseinstellungen, verstehe ich nicht.
    Und muß dann als Profil sRGB ausgewählt werden oder kann ichs auch auf Custom lassen?


    Ja hast du denn den Test überhaupt gelesen?



    Da sieht man doch, wie die Farbabweichungen runtergehen nach der Kalibration (mit den o.g. Werten).

  • Quote

    Original von Woischt
    Aber was nützts mir wenn ich keine Möglichkeit der Kalibrierung mangels passendem Equipment habe?


    Hab ich doch gesagt was es nützt. Eizo benutzt doch immer die selben Fertigungsstraßen für diesen TFT. Das heißt, die meisten Eigenschaften wie Helligkeit des Backlights, Farbabweichungen usw. gleichen sich in einem gewissen Maß zwischen den einzelnen Exemplaren. Daher ist es logisch, dass die von Prad nach der Kalibration eingestellten Werte auch bei anderen Exemplaren des gleichen Monitors besser abschneiden werden als irgendwelche Presets.


    Ist schon klar, dass man nie die perfekt kalibrierten Werte für sein Exemplar hat, aber besser als nichts.

  • Quote

    Original von CiTay
    Ok, das ist eine Weltneuheit. Das Bild, dass den Eizo zum Surren bringt (zumindest meinen). Selbst erstellt.


    krass ... mein S2110W surrt damit auch oO
    Ansonsten bisher keiner Probleme gehabt :x