Spyder3 & Quato Silver Haze DTP94

  • Hallo zusammen,
    vielleicht wäre jemand so nett und würde mir zu folgender Problematik etwas weiterhelfen:
    Ich habe eine ganze Zeit lang mit einem NEC TFT gearbeitet, der regelmäßig mit einem Spyder 3 kalibriert wurde. Für Foto- und Screendesignarbeiten hatte ich eigentlich immer die Werte 120cd, gamma 2.2 und 6500K genutzt. Durch viele Testbilder und auch oft im Vergleich zu anderen Monitoren habe ich doch schon länger die Vermutung gehabt, dass der Gammawert bei mir zu hoch ist...bei vielen Bildern & Testbildern saufen die Tiefen ab.
    Nach viel Recherche bin ich auf den SilverHaze aufmerksam geworden und habe diesen im Moment gegen den Spyder3 zum Vergleich erworben. In der iColor Basic Software kann ich direkt zwischen beiden Profilen umschalten und auch die Lut der Grafikkarte wird direkt neu "geladen".
    Dabei ist mir zuerst der doch deutliche Unterschied zu dem bisher gewohnten Ergebnis durch die Kallibrierung mit der Spyder3 aufgefallen.
    Bei der Spyder 3 Kalibrierung wird das Resultat eher kühler und bei dem SilverHaze Profil mit WideGamut Optimierung bei der Messung deutlich wärmer. Ich würde auf einen Temperaturunterschied von 400K tippen.
    Also ich bin wirklich erstaunt. Beide Geräte haben natürlich auf die selben Werte kalibriert. Ich würde rein gefühlsmäßig eher zu dem Profil des Spyder3 tendieren, da es mich wundern würde, wenn bei 6500noch ein deutliche "Wärme" wahrgenommen werden würde, aber da mag ich ja vielleicht total falsch liegen. Schalte ich in iColor Basic die Optimierung für Wide Gamut aus, dann wird das Resultat der Kalibrierung mit dem DTP sogar bläulicher, also eine Abweichung in die ganz andere Richtung im Vergleich zum Spyder.
    Ich weiß nun leider nicht mehr was richtig und was "weniger richtig" ist.
    Also am extremsten ist der Vergleich zwischen Spyder3 mit hauseigener Software im Vergleich zu SilverHaze + iColor Display. Habt ihr hierzu vielleicht Erfahrungen gemacht oder habt selbst schon verglichen?
    Also das es doch so deutlich abweicht wundert mich wirklich. Die Vorgabe für Widegamut kalibrierung ist in iColor aktiviert, da ja der NEC P221w dazu zuzählen wäre.
    Danke Euch
    LG

  • Evtl. habe ich noch eine Vermutung:
    je nachdem ob ich die wide-gamut-option in iColor Display (DTP94) einschalte oder ausschalte ist der Unterschied in der Farbtemperatur nach der kalibrierung recht extrem (ca. 800K geschätzt :S :rolleyes: ). Ist sie eingeschaltet ist die Farbtemperatur deutlich zu warm für 6500K; ist sie ausgeschaltet kommt es mir recht kühl vor, es könnte aber richtig sein.


    Nun habe ich nachgesehen, dass der NEC P221w, den ich gerade kalibriere, zwar 96% des Adobe RGB Farbraums abdecken soll, aber ein richtiger WideGamut ja doch deutlich größer als der Adobe RGB Farbraum sein sollte. Das bedeutet, dass der P221 evtl. bei der kalibrierung zwischen Wide Gamut und srgb Farbraum liegt und deswegen funktioniert evtl. die kalibrierung mit eingeschalteter Wide-Gamut-Option nicht "richtig", bzw. ist danach deutlich zu warm. Könnte das sein???
    LG

  • Okay, leider scheint es das auch nicht zu sein. Diverse andere WideGamut Monitore werden auch mit einem Farbraum von 96-100% Adobe RGB abdeckung angegeben.
    Ich habe hier einen zweiten Monitor, einen alten Siemens (kein Wide Gamut). Dieser sieht nach der kalibrierung mit dem Quato perfekt aus. Weißpunkt stimmt, Gammewert ist laut Testbild in allen Bereichen auf exakt 2,2 und auch andere Bilder (DQ-Tool etc) sehen sehr gut aus.


    Anscheinend hat der Silverhaze dann ja trotz Optimierung für Wide Gamut immer noch starke Probleme. Der Weißpunkt ist ein deutlich anderer, wenn die Optimierung aktiviert ist und auch der Gammawert ist nach der Kalibrierung zu hoch (auf den Testbildern knapp 2,4). Da hatte Spyder3 deutlich weniger Probleme den Weißpunkt einzustellen, aber leider ist nach der Kalibrierung mit dem Spyder3 der Gammawert auf dem Wide Gamut sogar noch höher und viele Bereiche der Bilder saufen einfach ab.
    Ich weiß leider im Moment nicht weiter. Aber ich suche weiter. 8| :)

  • Quote

    Anscheinend hat der Silverhaze dann ja trotz Optimierung für Wide Gamut immer noch starke Probleme


    Nein. Quato hat für die generische Korrektur über mehrere Sonden (zur Kompensation von Abweichungen der Geräte untereinander) und Bildschirme (WCG-CCFL und "extended" WCG-CCFL) gemittelt. Das Ergebnis paßt faktisch immer hinreichend genau und oft sehr gut. Das X-Rite DTP94 ist eine sehr "angenehme" Sonde, mit stabilen Geräten, auch wenn die Filterlösung vglw. weit vom CIE-Normbetrachter entfernt liegt.


    Quote

    Ich habe hier einen zweiten Monitor, einen alten Siemens (kein Wide Gamut). Dieser sieht nach der kalibrierung mit dem Quato perfekt aus.


    Optische Unterschiede zwischen CCFL- und WCG-CCFL Bildschirm sind bei meßtechnisch identischer und korrekter Kalibrierung völlig normal. Hier schlägt die Beobachtermetamerie zu, da die Spektralwertkurven des 2 Grad CIE-Normbetrachters nicht exakt mit der Empfindlichkeit deiner eigenen Augen korrelieren. Hier hilft im Parallelbetrieb nur die Kalibration auf einen visuell aber nicht meßtechnisch identischen Weißpunkt.


    Quote

    Ist sie eingeschaltet ist die Farbtemperatur deutlich zu warm für 6500K; ist sie ausgeschaltet kommt es mir recht kühl vor, es könnte aber richtig sein.


    Ausgeschaltet hast du in jedem Fall einen hohen absoluten Fehler. Das Auge hat eine relativ hohe Adaptionspannbreite. Es braucht nur etwas Zeit und passende Bedingungen.


    Quote

    Nach viel Recherche bin ich auf den SilverHaze aufmerksam geworden und habe diesen im Moment gegen den Spyder3 zum Vergleich erworben


    Bei den Spyder3 muß man etwas aufpassen. Datacolor hat inzwischen die Filterlösung seiner Geräte geändert (auf bessere, anorganische Filter). Optisch sind die Sonden nicht zu unterscheiden, aber die neuen Ausgaben haben eine deutlich verringerte Abweichung untereinander und liegen auch näher am CIE-Normbetrachter.



    Bezgl. der Performance der Consumer-Colorimeter allgemein:



    (wobei hier noch das ältere Spyder3 zum Einsatz kam)


    Gruß


    Denis

  • Danke dir vielmals für die Antwort, das hilft mir sehr und ist für mich nachvollziehbar!!!! Wärst du so nett und könntest evtl. bei zwei Punkten etwas konkreter werden?


    1)Wie würdest du die Angleichung konkret vornehmen? Bisher habe auf "nicht wide gamut Bildschirmen" mit 6500K und bei Print bzw. Softproofsachen immer mit 5800K gearbeitet. Nun aber müsste ich den Wide Gamut Tft auf ca. 7100K einstellen, um einen ähnlichen visuellen Weißpunkt zu haben wie auf dem anderen bei 6500K. Würdest du so vorgehen?



    2)Hat auch der deutliche Unterschied in dem visuellen Gammawert (Testbilder in srgb stimmen fast exakt auf dem nicht Wide gamut) einen technischen Ursprung oder funktionieren die Testbilder vielleicht auf einem WCG prinzipiell nicht?




    Danke
    Lg

  • Hallo nochmals;-)
    nach vielen Versuchen bin ich durch Hardwarekalibrierung und basiccolor mit dem Silverhaze auf ein sehr gutes Ergebnis gekommen. Der Weißpunkt sieht richtig aus, und auch der Gammawert und die Graustufen passen. Der eigentlich zu warme Weißpunkt entstand dann wohl durch die Aktivierung der WideGamut Korrektur option in der iColor Display Software. Vielleicht ist der p221w ja doch noch nicht so groß vom Farbraum, dass die generische Korrektur richtig funktioniert?!


    Nun hat sich ein etwas anderes Problem aufgetan: Ich hatte in bassiccolor Display mal den Spyder 3 und den Silverhaze zur Einstellung des Weißpunktes verwendet. Ich wollte mal sehen in wie weit die Geräte unterschiedliche Ergebnisse aufzeigen. Im Vergleich war es so, dass ich bei dem Spyder3 den Weißpunkt am Bildschirm um noch weitere ca. 500K nach oben korrigieren mußte, um auf die vom Silverhaze gemessenen 6500K zu kommen. Kann der Unterschied denn so gravierend sein? Das ist schon merkwürdig, oder liegt auch hier evtl. keine richtige WG Korrektur für den DTP94 vor und dieser misst zu warm, da aber die Hardwarekalibrierung unterstützt wird gehe ich davon aus, dass der Software der zu erwartende Farbraum ja annähernd bekannt ist?
    mfg :rolleyes:

  • okay...das Lesen des letzten Beitrages erklärt warum es hier so Probleme gibt:

    [url='http://www.prad.de/board/monitore/hilfe/p350327-macht-hardwarekalibrierung-ohne-angepasstes-colorimeter-berhaupt-sinn/']Macht Hardwarekalibrierung ohne angepasstes Colorimeter überhaupt Sinn?
    [/url]



    Das heißt, wahrscheinlich liegt auch bei meiner Hardwarekalibration was im argen und der WP wird vermutlich nicht stimmen.
    Das schlimme ist ja noch der Gedanke, dass die Kalibrierung evtl. mehr verbiegt als das sie korrigiert.

  • Ich bin gerade auf dem Sprung, kann also nur ganz kurz antworten: Ich würde der generischen Korrektur grundsätzlich schon vetrauen und visuell abstimmen (aufgrund möglicher Metamerieeffekte). Wenn die Farbtemperaturpresets in iColor für dich kein neutrales Ergebnis liefern, kannst du auch etwas von der Blackbodykurve abweichen, indem du ihn selbst in Normfarbwertanteilen definierst. Mehr dazu später.


    Gruß


    Denis