Ergonomie LCD-Monitore

  • Monitore stehen oft vor hellfarbenen Wänden und bei vielen Bildschirmdarstellungen ist der Gesamteindruck hell (Bsp. schwarzer Text auf weissem Hintergrund).
    Für solche Anwendungen drängen sich hellfarbene Gehäuse-Rahmen auf, damit der Rahmen nicht störend auffällt bzw. sich kein unnötiger Kontrast zwischen hellem Bildschirminhalt und heller Wand bildet.


    Ich empfehle einen einfachen Versuch: Befestigt mal hellfarbige (dunkelfarbige) Papierstreifen auf den frontseitigen Rand eures dunklen (hellen) Monitors um den Unterschied zwischen hellem und dunklem Gehäuse-Rand zu sehen. Dabei typische Anwendungen (Textverarbeitung etc.) auf dem Monitor darstellen, damit der Test auch realitätsnah ist.


    Hellfarbene Gehäuse-Rahmen guter Monitore sind bei Fujitsu und NEC zu finden und sonst aber leider rar geworden.


    Siehe auch Prad-Umfrage Welche Gehäusefarbe bevorzugt ihr?

    Zitat

    "heller Bildinhalt|schwarzer Rahmen|helle Wand" ist ergonomisch nicht gerade ideal. [post199013]

  • Grösser ist besser
    Das ist sicher mal ein Einsatz. Wenn die Grösse aber zu Lasten der Qualtität und des Budgets geht ist es an der Zeit einige Anhaltspunkte für die Grösse zu suchen.


    Monitor und Papierformate
    Papierformate können eine wichtige Referenz sein, weil:

    • Am Monitor oft Dokumente bearbeitet werden, die druckbar sein sollen. Schriftgrössen sind dafür passend gewählt.
    • Dokumente oft in standardisierten Papiergrössen erstellt werden, unabhängig ob Sie je gedruckt werden oder nicht.
    • Beim Festsetzen der Seitenverhältnisse wahrscheinlich auch ergonomische Überlegungen einflossen (das Papier als Referenz für Seiten-Verhältnisse und -Orientierung).

    Welche Monitor-Diagonale und welches Seitenverhältnis ist geeignet um A4 zu bearbeiten?
    Anlage 1 zeigt eine typische Darstellung auf einem Monitor: Menu bar 45mm, Status/Task bar 20mm, Navigation bar 70mm.
    Anwort: Diagonale 18inch, 3:4 Seitenverhältnis,Seiten-Orientierung 90Grad (Pivot).


    Wie sieht's nun für zwei A4-Seiten aus?
    Dazu addieren wir die Breite einer A4-Seite zum Beispiel oben: W = 280 + 210 = 490mm. Die Höhe bleibt 360mm.
    Antwort: 27inch diagonal (16:10) oder 29inch (16:9).


    Erkenntnis
    19inch/3:4 Monitore mit einer Pivotfunktion (90Grad-Drehung) erscheinen geeignet um einzelne A4-Seiten zu bearbeiten.
    Ein 30inch/16:10 Monitor ist eine gute Wahl um zwei A4-Seiten zu betrachten. Wenn wir bereit sind die zwei Dokument-Seiten zu verkleinern, können auch folgende Grössen nützlich sein:

    • 27inch/16:9. Skallierung (340-65)/297mm = 93%. Bsp. 12-Punkt Schrift auf 11.2 verkleinert.
    • 24inch/16:10. Skallierung (320-65)/297mm = 86%. Bsp. 12-Punkt Schrift auf 10.3 verkleinert.

    Siehe auch Bildschirmdiagonale [Wikipedia], "Vergleich mit Papier". Die Berechnungen dort wurden in der Annahme gemacht dass ausschliesslich Nutzinhalt dargestellt wird (keine Navigations-, Menü und Statusleisten).

  • Hallo,


    es gibt doch nur noch das 16:9 oder 16:10 Format eigentlich ist das Format nicht so wichtig, sondern das die Höhe stimmt und da ist es mit 1050 bzw 1080 Pixel etwas knapp 1200 Pixel ist da besser, oder eben großzügige 1440 Pixel. Ob jetzt das Papierformat zu ca 95% oder 100% Abgebildet werden kann ist da nicht so wichtig.


    Was für mich wichtig ist, das man an einen Monitor augenfreundlich arbeiten kann. Das fängt bei dem richtige Kontrast, gleichmäßiger Ausleuchtung und klaren Bild und der richtigen Helligkeit an und endet darin, das der Schirm nicht so groß ist und die Pixel nicht zu klein werden. Einen 27" 16:9 mit 2650*1440 ist schon fast über der Grenze und nur was für jüngere Menschen, auch bei der Breite und eine Anstand von 50cm merkt man schon die Winkelabhängigkeit und das auch bei IPS.


    Ich persönlich bevorzuge PVA für Textarbeit und Grafik mein Lieblingsformat ist 21" 4:3 (1600*1200) ich Habe noch meinen Samsung 21" und hoffe das er lange hält neben dem 21" habe ich noch einen 21,5" 16:10 wo ich mich mit den 150 Pixel weniger hadere (aber es ist auch nicht so schlimm!).




    Gruß
    Michael


    PS.: an der Arbeit nutze ich zwei 24" 16:10) PVA 90 Grad gedreht, habe einen guten Monitorarm da kann ich auch schnell einen Monitor richtig drehen, falls es sein muss ;-)

  • Hallo Michael,


    ich seh das ähnlich und nutze einen 22er 16:10 vor allem für Text. Ich finde allerdings, dass die LCD-Matrix-Technologie generell
    (auch bei sehr guten Modellen) betr. der Textdarstellung verglichen mit einem Papierdruck nicht eben begeistert - ev. hat das was mit der aktiven Hintergrundbeleuchtung und dem Inversions-Prinzip zu tun (Post Nr. 6). Ev. leg ich mir deshalb einen E-Book-Reader mit eInk-Anzeige zu.
    Betr. "... die Pixel nicht zu klein werden". Wegen der oft mangelhaften Skallierungsfähigkeit von Programmen oder wieso?
    An sich wäre ja ein hoher DPI-Wert für eine gute Darstellung wohl kaum nachteilig.


    Gruss
    ataia

  • Hallo,


    eInk-Anzeige ist natürlich auch nicht von einer PVA zu erreichen, dafür hat sie Farbe ;-). Das mit der Pixelgröße ist bei modernen Betriebssystemen kein so ein großes Problem, höchsten bei älteren oder eigenwilligen Programmen. Aber bei einem 27" (16:9) 2650*1440 wird man bei nicht so guten Augen skalieren und dann kann schnell der Vorteil zu einem 24" (16:10) 1920*1200 verschwinden. Aber der Dell wie Fujitsu 27 sind mit ihren Preisen fast bei 600,- und schon wieder kann man das wieder in einer anderen Relation sehen.


    Also von Prinzip kann man winzige Pixel haben, solange das die Grafikkarte schafft.


    Ich nutze PVA mit sehr geringer Helligkeit und hohen Kontrast, das kommt natürlich nicht an Papier ran, aber ist sehr angenehm zu lesen. Der Samsung 23" 2333T mit seinen c-PVA macht auch ein angenehmes Bild, aber er pfeift und der schwarze Hochglanzlack des Rahmen ist unangenehm für mich. Aber der Eizo machte es etwas besser, aber kostet fast doppelt so viel.


    Ich finde das bei den Tests hier bei prad die Textlesbarkeit etwas stiefmütterlich behandelt wird.


    Aber ein Punkt ist sehr wichtig die richtige Helligkeit in dem Arbeitsraum!


    Gruß
    Michael

  • schlumie  
    da hast du Recht. In Asien werden zwar die ersten e-Book-Reader mit Farbdisplay angeboten (Fujitsu u. Hanvon), die sind aber bei 8-10Zoll und eh nicht als Monitor nutzbar.


    Ich bin der Meinung ein Monitor mit höherer Auflösung bringt auf jeden Fall Vorteile, auch wenn du die Darstellung raufskallierst damit sie nicht zu klein erscheint. Grund: Die höhere Auflösung des LCD bleibt bestehen, unabhängig von der Skallierung.
    Ich bin gespannt ob/was LG Display mit AH-IPS im Monitorbereich bringt - die Reden ja von ~150PPI (heutige LCD's haben ~100PPI , Papierdruck meist um 300DPI).

  • Ich bedaure auch, dass es keine Tests betreffend Textdarstellung gibt oder ich sie nicht finde. Anderseits sind Textdarstellungen wahrscheinlich nicht einfach zu testen/vergleichen.


    Aber ev. kann auch mit einfachen Testmitteln etwas erreicht werden.
    Hier ein Photo aus 0,5m Entfernung senkrecht auf einen Iiyama B2206WS mit einer Kamera Canon PowerShot SX200IS.
    Bemerkung: Auf meinem Computer/Firefox 3.6.17 wird die Photo nicht korrekt angezeigt, es wird ein markantes Gitter sichtbar. In einem Bildbetrachter sieht die Photo besser aus (kein markantes Gitter).


    Wie sieht dieser Text auf eurem Monitor aus? Bitte auch Kamera nennen, damit wir ein Eindruck der Qualität der Photo haben.

  • Wichtig ist eine angenehme Kombination von Helligkeit und Kontrast. Falls sich die Helligkeit am Monitor nicht genügend tief einstellen lässt (kritische Monitor-Eigenschaft), sind eventuell noch folgende Einstellmöglichkeiten vorhanden:

    • Mit der Farbtemperatureinstellung alle Kanäle (RGB) um denselben Wert verringern.
    • Helligkeits- u./o. Farbtemperatureinstellung mittels Graphikkarte (zusätzlich zu der des Monitors).


    Das folgende Dokument vergleicht Monitor und Papiermedien und gibt Ratschläge zur Einstellung des Monitors für Textarbeiten: Paper Mode of EIZO Monitors, EIZO, 2010. ;)


    Vergleichswerte: Farbsehen ist bis zu einer unteren Grenze von ~10 Candela/m² möglich - Schwarzweiss sogar bis ~10 Mikro-Candela/m²! Kontraste bei Papierdokumenten ~30

  • Für mich gibt es zwei ergonomische Mankos, selbst bei heutigen Spitzenmonitoren:


    Zu niedrige Auflösung!
    Einfach nur grausam. Für einen Monitor würde ich 150ppi als Minimum ansetzen, lieber 200ppi. Wer einmal ein iPhone 4 in der Hand hatte weiß, wie die Auflösung eines Screens zu sein hat, damit das Bild stimmig fürs Auge ist. Vielleicht spreche ich auch nur für mich oder einen kleinen Teil der Leute, aber ich saß noch NIE (!) im Normalabstand vor einem Monitor und dachte "WOW, gestochen scharf"... in meinen Augen sind die alle Unscharf, da ich den Pixel-Pitch sehe, so auch jetzt hier. Eizo 22" mit 1680er Auflösung, ich sitze wohl so 60cm weg. Ich seh die Pixelebene, es nervt gewaltig! Ab 80cm Distanz oder so wirds nice.
    Hab das Ganze mal ausprobiert und rumgerechnet....ich komme bei 50-60cm Arbeitsabstand auf >140ppi, danach wirds gut



    Hintergrundbeleuchtung = Mies!
    Das ist für langes Arbeiten einfach das falsche Konzept. Man müsste quasi ständig Kontrast und Helligkeit anpassen (bzw. bei sehr gutem Monitor-Kontrast nur die Helligkeit) und selbst dann ists unpraktikabel, wenn sich die Lichtverhältnisse ungünstig verändern (hell hinterm Monitor, hinter einem selber aber dunkel). Letztendlich geht nichts über Außenbeleuchtung und genau da sollte man auch überall hin, wenn es nicht gerade um Video geht. Reflektive Displays... da sollte der Spaß bitte hingehen, dann kann man den Kram auch endlich mal beim Sonnenschein ordentlich ablesen... ob mit dem Laptop im Zug ....selbst auf der Arbeit wäre es sinnvoll.



    Ich bin sehr gespannt wo's hingeht. Zumindest bei Handy's (siehe iPhone 4) ist ja schon mal einer der Punkte zu vollsten Zufriedenheit erreicht. Ich hoffe die Auflösung wird demnächst auch bei Monitoren forciert. Bei 24" säh ich gerne mindestens die 30" Auflösung, dann wäre es für einen normalen/großen Arbeitsabstand in Ordnung.