Farbmetrik

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    muss man auch nicht wissen.
    Der Monitor soll nach vorne, egal ob LED oder CCFL, ein genormtes Spektrum abgeben. sRGB oder aRGB


    Das emittierte Spektrum unterliegt hier keiner Beschränkung oder Definition. Es wäre schlimm, wenn man Farbreize spektral nachstellen müsste. Entscheidend ist am Ende aber nur die ausgelöste Farbvalenz, siehe dazu insbesondere die Graßmannschen Gesetze (Link). Ein beispielsweise auf D65 kalibrierter Bildschirm emittiert nie ein Spektrum, das entsprechendem Normlicht nahekäme. Das wäre aber nur eine Einschränkung, wenn man ihn zur Beleuchtung von Farbproben einsetzen würde. Den Farbumfang maximiert man gar mit monochromatischen Primärfarben. Wie auch immer: Die Quintessenz ist natürlich richtig: Das von einem Bildschirm mit W-LED blu emittierte Spektrum ist aber weder unnatürlich noch gefährlich.


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    den meisten fällt wohl der unterschied zwischen dem kälteren und wärmeren weißen licht solcher bildschirme kaum auf,


    Der native Weißpunkt variiert zwar, allerdings lässt er sich ja im Rahmen der Kalibration bzw. über vordefinierte Einstellungen anpassen.

  • genau das ist das problem, die leds senden ein potentiell kälteres licht als kaltichtkathoden aus. das licht von den kaltlichkathoden ist z.b. nie wie echtes tageslicht weil es zu warm ist und bei den leds wo du tageslicht exakt emitieren könntest ist es zu kalt/blau bzw. auch wenn es normales tageslicht wäre und du bis spät abends vor einem solchen bildschirm sitzt bekommt du probleme beim ein- sowie durchschlafen. bei meinem bildschirm habe ich leds mit 1000k stärkeren tageslicht/weißlicht eingebaut, das weiß ist weiß gewesen und der unterschied ist mir kaum gravierend aufgefallen. was mir stark aufgefallen ist wenn ich fotos, videos und filme gesehen habe das tages-/naturszenen schon unheimlich echt vom gefühl gewesen sind durch das licht mit dem tageslichtspektrum.

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    was mir stark aufgefallen ist wenn ich fotos, videos und filme gesehen habe das tages-/naturszenen schon unheimlich echt vom gefühl gewesen sind durch das licht mit dem tageslichtspektrum.


    Nein, das wäre, wie angedeutet, das Ende jeglicher Farbnachstellung (und widerspräche der Funktionsweise unserer Sehsystems). Für sie ist aber nur die Farbvalenz der Ausgangsfarben entscheidend. Ich verweise in diesem Zusammenhang noch einmal auf Hermann Graßmann, dessen Theorie der Farbmischung bis heute Bestand hat.


    Wenn es um die Beleuchtung von Farbproben geht, ist das Spektrum natürlich entscheidend (nur emittierte Bestandteile können reflektiert werden). Wir sprechen hier jedoch von Selbstleuchtern. Die schmalbandigen Spektren sind Grundvoraussetzung, um einen großen Farbumfang zu erreichen. Er wäre maximiert mit monochromatischen Primärfarben. Der Farbreiz jeder so nachgestellten Farbe besteht dann nur noch aus einer Lichtmischung maximal dreier Wellenlängen.

  • ein foto das bei tageslicht fotgrafiert wurde hat kein tageslicht auf einem normalen bildschirm, probier es mal aus ich garantiere dir den unterschied wirst du sofort feststellen zwischen künstlichen und natürlichen tageslicht wobei das künstliche licht der leds wie tageslicht ist. das kommt von den hormonen. ist doch unsinn das bei farbnachstellung(! nach-stellung) das tageslicht nicht exakt in seinem spektrum nachgebildet wird weder bei srgb noch adobergb oder sonst irgendwo weil die dahinterliegenden kathoden einfach nicht das volle lichtspektrum aussenden. brauchst dir als test nur mal für 10€ einige leds bestellen die solchen licht aussenden, vorzugsweise mit farbtemperatur von 5000k aufwärts. je höher desto deutlicher spürst du den unterschied bzw. desto mehr hormone werden ausgeschüttet aber das weiß wird dann auch blauer. die leds stellst du dann neben dir auf und lässt sie mal deinen schreibtisch beleuchten, insbesondere nachts und bei hoher farbtemperatur wirst du einen unterschied feststellen. wenn du solche leds als backlight hast kommt das ganz besonders zur geltung beim fernsehen und so...

  • Nein, wie gesagt, das widerspricht jeglicher Physiologie. Bitte beschäftige dich mit den Grundlagen des menschlichen Sehens und der Farbvalenzmetrik. Eine sinnvolle Diskussion ist an dieser Stelle sonst nicht möglich, weil du mit diesen Einlassung alles in Frage stellst, was nachweislich funktioniert, d.h. die additive und subtraktive Farbmischung. Es würde – und das ist nicht zu hoch gegriffen – die Welt in ihren Grundfesten erschüttern... .


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    ein foto das bei tageslicht fotgrafiert wurde hat kein tageslicht auf einem normalen bildschirm,


    Braucht es auch nicht zu emittieren, kann es nicht emittieren und wird es auch nie emittieren.


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    das tageslicht nicht exakt in seinem spektrum nachgebildet wird weder bei srgb noch adobergb oder sonst irgendwo


    sRGB und AdobeRGB definieren kein Spektrum, sondern Farbvalenzen. In den Farbmaßzahlen ist jede spektrale Information verlorengegangen, genau wie bei der "Bewertung" eines Farbreizes durch dein Sehsystem.

  • lese doch einfach mal lichtspektrum tageslicht, lichtspektrum kathoden und lichtspektrum leds(blaulichtanteil). woher soll denn ein kathodenbildschirm das lichtspektrum nehmen wenn die nicht das volle spektrum das von unseren menschlichen augen aufgenommen wird aussenden. die kristalle(?) wirken ja nur als filter für die dahinterliegenden ausgesendeten lichtfrequenzen und wo keine frequenz ist kann auch keine gefiltert/ausgesendet werden. dabei gibt es sehr wohl gravierende unterschiede bei den backlights die ja die volle farbmischung aussenden sollen

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    ese doch einfach mal lichtspektrum tageslicht, lichtspektrum kathoden und lichtspektrum leds(blaulichtanteil). woher soll denn ein kathodenbildschirm das lichtspektrum nehmen wenn die nicht das volle spektrum das von unseren menschlichen augen aufgenommen wird aussenden.


    Ich habe es doch mehrfach erklärt: Er braucht es nirgendwo her zu "nehmen". Entscheidend ist die Farbvalenz der Ausgangsfarben.


    Was du sagst würde bedeuten: Jeder natürliche Farbreiz muss spektral nachgestellt werden. Wie gesagt, eine Revolution und das unvermeidliche Ende jeglicher Farbnachstellung und Farbmetrik. Ein solcher "Farbmischer" könnte auch gar nicht konstruiert werden. Dem ist glücklichweise nicht so. Hermann Graßmann hat das bereits im 19. Jahrhundert erkannt. Seine Gesetze der Farbmischung gelten bis heute.


    Drittes Graßmannsche Gesetz:

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    Der Farbton einer durch additive Farbmischung entstandenen Farbe hängt nur vom Farbeindruck der Ausgangsfarben, nicht jedoch von deren physikalischen bzw. spektralen Zusammensetzungen ab.

  • die ausgangsfarben sind ja das backlight bzw. das ausgesendete lichtspektrum das backlights das je nach backlight variiert. das backlight generiert alle farben die du auf dem bildschirm siehst und bei den leds z.b. kommt spektrum vom tageslicht hinzu das nicht/wenig sichtbar ist und starke auswirkung auf dein sehempfinden hat. es wurden dazu erst kürzlich rezeptoren in den augen entdeckt die nur dieses blaue licht aufnehmen.


    das hat hermann graßmann damals sicher nicht gewusst das auch nichtsichtbare spektren eine auswirkung auf das sehen oder besser gesagt sehempfinden haben. deswegen sagte ich ja das du es mal mit ganz einfach mitteln testen sollst.


    edit:


    hier z.b.




    irgendwo gab es auch einen artikel wo sie vor kurzem die rezeptoren gefunden hatten


    edit2:
    hier steht es auch in einem prad-artikel



    wurden 2001 entdeckt


    doch etwas länger her







    hmmm? was hab ich da nur gelesen, auch irgendwas mit blaulicht... egal

  • Viel mehr kann ich leider nicht tun. Wenn du mir das nicht glaubst, sei dir das freigestellt. Je weniger schmalbandig das durch die Farbfilter deines Bildschirms emittierte Licht ist, desto geringer ist der Farbumfang, weil die Primärfarben entsprechend entsättigt sind. Die bestmögliche Darstellung von theoretischen Bildern, die alle sichtbaren Farben enthalten, erhalte ich also auf einem Bildschirm, der ein nach deiner Lesart maximal artifizielles Spektrum über monochromatische Primärfarben emittiert. Entsprechendes Licht bildete dementsprechend natürlich auch die Grundlage für die Farbnachstellversuche der CIE, mit der die Spektralwertkurven des Normalbeobachters ermittelt wurden.


    Ich sage er vorsichtshalber noch einmal: Es geht nicht um die Beleuchtung von Farbproben und damit auch nicht um die Frage des Raumlichts. Und natürlich ist Vollspektrum-Licht in diesem Zusammenhang nicht nur visuell, sondern auch physiologisch und psychologisch besser. Ich setze hier D50-Normlicht im Arbeitszimmer daher nicht nur zur Abmusterung, sondern auch generell als Raumbeleuchtung ein.

  • nein, ich sagte nicht das ich dir das nicht glaube sondern das du etwas entscheidentes nicht verstehst bzw.(ohne dich beleidigen zu wollen) ein bischen auf der leitung stehst


    dein einwände sind in soweit richtig, dir fehlt nur bei dem verständnis ein entscheidendes element das den seheindruck(! wie sehempfinden) auch wenn du keine änderungen bei den farben siehst stark verändert. der seh-[(!)eindruck(!)] und nicht die farben die du siehst. du kannst 2 von den farben anscheinend absolut identische fotos ansehen und wirst garantiert einen unterschied feststellen wenn das eine einen höheren blaulichtanteil hat.

  • Ich befürchte, wir drehen uns im Kreis. In Bezug auf die Links möchte ich aber noch anmerken, dass ich diesen Wirkzusammenhängen nie widersprochen habe. Sie haben auch keinen Einfluß auf die Aussagekraft der Graßmannschen Gesetze zur Farbmischung. Die Diskussion hier drehte sich von meiner Seite ausschließlich um die Qualität der Farbnachstellung über einen Selbstleuchter. Ich habe nie empfohlen, Licht mit niedrigem CRI zur Raumbeleuchtung einzusetzen oder behauptet, stundenlanges Arbeiten vor einem Bildschirm, speziell in abgedunkelter Umgebung, wäre besonders ideal.

  • beim sehen von farben hat blaulichtanteil kaum bis keine auswirkungen außer der farbtemperatur im weiß, hat also nicht mit dem farbmischen und farbsehen zu tuen wie du sagtest und das habe ich auch nicht gemeint. das hast du jetzt angenommen das ich von einem sich sichtbar auswirkenden blaulichtanteil rede(was er geringfügig auch würde wenn falsch konfiguriert, siehe farbtemperatur) bzw. ich habe es eventuell auch falsch formuliert das man es annehmen könnte. blaulichtanteil sind wohl 2 für uns beide verschiedene begriffe was wir darunter verstehen wie hier wohl in den posts zu lesen ist, das mit dem blaulichtanteil ist auch relativ neu und kaum öffentlich in form von geräten im umlauf bzw. jetzt erst im kommen weswegen wir hier wohl ein missverständnis aufkam. beim blaulichtanteil gibt es jedenfalls neben gesundheitlichen vorteilen auch gravierende nachteile sowie beim seheindruck ebenfalls einen gravierenden unterschied wie schon erwähnt.

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    beim blaulichtanteil gibt es jedenfalls neben gesundheitlichen vorteilen auch gravierende nachteile sowie beim seheindruck ebenfalls einen gravierenden unterschied wie schon erwähnt.


    Der Weißpunkt ist ja bei den Geräten anpassbar, so dass die gewünschte Farbvalenz erreicht werden kann. Bei einem Mehrschirmsetup ist es wichtig, auf ein visuelles Matching zu achten, da der 2 Grad Normalbeobachter der CIE die individuellen Empfindlichkeitskurven nicht exakt repräsentiert (da müßte ich jetzt eigentlich noch weiter ins Detail gehen, belasse es aber an dieser Stelle dabei). Diese Beobachter-Metamerie tritt bei den schmalbandingen Spektren von Selbstleuchtern sehr schnell zu Tage. Das Kalibrationsziel muss also ggf. angepasst werden. In meinem Setup aus CCFL und WCG-CCFL Bildschirm erreicht die Differenz bei für mich visueller Übereinstimmung (übergeordnetes Ziel: Abstimmung auf Abmusterung von Papiervorlagen unter D50-Normlicht) etwa dE 10. Weitere Infos liefert u.a. die fogra.

  • worauf ich erneut entgegnen muss warum wir die geräte denn testen wenn es bei jedem bildschirm so einfach auf die norm zu regeln ist, jedenfalls hast du bei vielen bildschirmen die nicht von haus aus schon sehr nahe an der norm liegen schwierigkeiten sie ohne einbußen an anderen stellen auf den richtigen weißwert zu regeln


    deswegen der(wie ich schon sagte) kaum(!) bemerkbare unterschied zwischen wärmeren und kälteren weiß bei kathoden- und ledbildschirmen sowie anderen leuchtformen. hätten wir ja z.b. die oleds die bald kommen und wie ich hoffe natürlicher sind und weniger ins warme oder kalte abrutschen

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    worauf ich erneut entgegnen muss warum wir die geräte denn testen wenn es bei jedem bildschirm so einfach auf die norm zu regeln ist


    Weil es viele wichtige Einflußfaktoren gibt. Siehe dazu eben unsere Testberichte. Grauabalance, Gradationscharakteristik, Linearität, Farbumfang, Tonwertumfang,... .


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    jedenfalls hast du bei vielen bildschirmen die nicht von haus aus schon sehr nahe an der norm liegen schwierigkeiten sie ohne einbußen an anderen stellen auf den richtigen weißwert zu regeln


    Da gibt es keine Norm. Nur, weil z.B. sRGB oder AdobeRGB relativ zu D65 (gemeint ist in dem Zusammenhang ausschließlich die Farbvalenz!) definert sind, bedeutet das nicht, dass dieser Weißpunkt (wiederum nur die Farbvalenz) für eine korrekte, normgerechte Wiedergabe notwendig ist. Dieser Mythos hält sich besonders im TV-Sektor enorm hartnäckig. Der Weißpunkt sollte in Bezug auf die konkreten Umgebungs-/ Abmusterungsbedingungen visuell neutral sein.


    Bezusgweiß im ICC-Workflow ist übrigens D50. Die während der Profilierung erfassten Daten werden entsprechend chromatisch adaptiert. Wie auch immer: Mit korrekt umgesetzten RGB-Gain-Reglern erreichst du natürlich bereits in Monitorhardware den jeweils gewünschten Weißpunkt. Eine Sicherstellung ausschließlich über die Grafikkarten-LUT ist notfalls ebenfalls möglich, aber verlustbehafteter, zumindest wenn der Bildschirm intern präzise arbeitet. Einbußen in Bezug auf den Kontrastumfang sind freilich unvermeidlich, da der Weißpegel reduziert wird (Beispiel).


    Kurz: Selbstverständlich kann ich hier Bildschirme mit beliebiger Hintergrundbeleuchtung (CCFL, WCG-CCFL, W-LED, RGB-LED oder das ganz neue GB-r LED) bzw. zukünftige OLEDs problemlos integrieren. In diesem Zusammenhang aber bitte mein voriges Posting beachten. Das Einsatzgebiet unterscheidet sich dennoch schon aufgrund des stark unterschiedlichen Farbumfangs, d.h. die Flexibilität insbesondere von Bildschirmen mit W-LED- oder einfacher CCFL-Hintergrundbeleuchtung ist eingeschränkt.

  • ich betrachte srgb und adobergb als norm weil sie ja die jeweiligen farbräume festlegen an denen die bildschirme je nach dem wozu sie gebaut wurden nahe liegen sollten inkl. einem neutralen weiß was ja, weswegen wir es testen, in weit verbeiteter praxis nicht gut funktioniert. allerdings verstehe ich jetzt wo du so schreibst wieder einige sachen besser weil ich mich seit längeren mal wieder mit ihnen konfrontiert sehe. nicht das ich generell keine ahnung von lichspektren etc. blabla hätte, mir entfallen nur viele dinge oft wieder oder mit den genaueren normen bei der ein oder anderen sache habe ich mich noch nicht so beschäftigt was aber nicht bedeutet das ich die normen nicht verstehe wenn ich sie mir durchlese weil ich ja soweit das meiste grundlegende wissen habe nur will ich mich damit jetzt nicht unbedingt beschäftigen was aber wie man hier sieht wohl kaum meine aussagen weniger glaubwürdig macht...


    der weißpunkt soweit ich es verstehe ist so wie du es richtig sagst bei weitem nicht nur auf einen wert beschränkt sondern in der mitte in einem "raum"/bereich soweit es nicht zu weit ins rote oder blaue(bzw. wenn man die ganze cie-normfarbtafel betrachtet in andere farben) abrutscht wenn wir jetzt davon ausgehen das mit weißpunkt das vom backlight ausgehende licht gemeint ist. jede abweichung von der mitte ins rote oder blaue bedeutet aber auch das die jeweils andere seite weniger vom spektrum abbekommt und man hier wieder je weiter man von der mitte weg kommt stärke abweichungen hat also mehr rot und weniger blau sowie umgekehrt was die jeweiligen einschränkungen zu folge hat die man auch nicht mit bildschirmeinstellungen filtert weil ja nichts zum filtern vorhanden ist von den farben aus denen es gemischt sein sollte.


    etwas ähnliches wollte ich auch mit den bildschirmen sagen die nicht von haus aus nahe an der jeweiligen/beliebigen norm liegen weil man ab der stelle anfängt zu kalibrieren mit den jeweiligen nebeneffekten. die haben evt auf werkseinstellungen den richtigen weißpunkt aber am ende wieder irgendwelche abweichungen bei den farben in den jeweiligen 2 genannten farbräumen wenn du anfängst es zu korrigieren wo wir bei dem problem an dem ganzen sind, die frage warum wir die bildschirme testen ist eine rhetorische frage gewesen

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    wenn wir jetzt davon ausgehen das mit weißpunkt das vom backlight ausgehende licht gemeint i


    Der native Weißpunkt der Geräte ist, unabhängig von der Hintergrundbeleuchtung, i.d.R. deutlich von der Blackbodykurve entfernt (Beispiel). Auch unter Berücksichtigung der Einschränkungen, die ich in Beitrag 93 nannte, ist das selten ein wirklich gut geeigneter Weißpunkt und oft auch gar nicht eindeutig erreichbar.


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    ede abweichung von der mitte ins rote oder blaue bedeutet aber auch das die jeweils andere seite weniger vom spektrum abbekommt und man hier wieder je weiter man von der mitte weg kommt stärke abweichungen hat also mehr rot und weniger blau sowie umgekehrt was die jeweiligen einschränkungen zu folge hat


    Du reduzierst über die RGB-Gains die Helligkeitskomponente der jeweiligen Primärfarbe, d.h. die den Panelfilter passierenden Wellenlängen werden in ihrer Amplitude reduziert. Das hat folgende Auswirkungen:


    1) Tonwertverluste bei nicht ausreichender Präzision => Geräte für den EBV-Bereich setzen allerdings eine LUT >=10bit pro Kanal bzw. entsprechende 3D-LUT ein und überführen per FRC nach 8bit für die Panelansteuerung


    2) Kontrastreduktion, da der Schwarzwert unverändert bleibt, der Weißpegel insgesamt aber absinkt


    3) Ggf. Verschlechterung der Graubalance


    Weitere Einschränkungen hast du in einem sinnvollen Variationsbereich nicht zu befürchten.


    Ich habe den Eindruck, dass du Farbvalenz und Spektrum als deckungsgleich betrachtest und hier die Ursache für unsere Diskussion liegt. Daher noch einmal zur Sicherheit ein Beispiel:


    Das "sRGB-Primärfarben-Rot" hat bei einem Weißpunkt von D65 die XYZ-Normfarbwerte: 41.24 21.27 1.93 (normalisiert, Y im Bereich [0...100]). Diese Farbvalenz kann von unendlich vielen Farbreizen mit unterschiedlichster Zusammensetzung ununterscheidbar ausgelöst werden. Die Farbmaßzahlen lassen keinerlei Rückschlüsse auf das Spektrum des ausgewerteten Farbreizes zu. Für das Mischverhalten ist es auch unerheblich.

  • die ursache in unserer diskussion liegt wohl darin das ich bei dem unterschied nicht von einem unterschied in der farbtemperatur oder dem weißpunkt rede wenn du 2 gleiche bilder betrachtest von denen jeweils eines einen hohen und das andere einen niedrigen blaulichtanteil hat auch wenn es technisch aktuell in den geräten als nebeneffekt auswirkungen auf farbtemperatur sowie weißpunkt hat abgesehen von den augenschädigungen die du nicht mal eben an einem rgb-regler weg kalibrierst. ich entgegnete außerdem auf das kalibrieren des weißpunkt "weswegen wir wohl die bildschirme testen" weil es probleme aufwirft das angeblich so einfach zu kalibrieren.


    der rgb-regler am bildschirm sowie die anderen sachen mit denen du den bildschirm konfigurierst sind ja die filter von denen ich rede. die ausgangsfarbe, das ausgangsweiß von dem die ganzen farben ausgehen die du auf deinem bildschirm siehst und kalibrierst basieren auf dem leuchten des backlights. wenn es dabei, wie ich auch schon sagte, dabei gravierende abweichungen gibt kannst du soviel am rgb kalibrieren wie du willst und bekommst nicht den vollen farbraum weil ja die farben dazu fehlen. wenn es aber beim backlight d50 statt d65 hat wo kaum ein unterschied in der farbzusammensetzung ist kannst du es wie du richtig sagtest auch im jeweiligen farbraum verwenden. bei stärkeren abweichungen würde es dir aber beim rgb-regeln an einer farbe fehlen oder bekommst spezielle farbmischungen in deinem angezielten farbraum nicht zustande.



    was du jetzt machen könntest an deinem bildschirm ist ihn so einzustellen möglichste viele farbmischungen zuzulassen und das dann durch vom computer/grafikkarte ausgehende einstellungen/kalibrierungen in form von farbprofilen oder ähnlichem wie farbprofilen herunter zu regeln auf die farben die du brauchst. die farbprofile bringen ja sonst nichts wenn du die bildschirmeinstellungen versaut hast und die profile durch deine einstellungen nicht die farben mischen können die du brauchst. ich habe jetzt wirklich keine ahnung wie genau sich farbprofile auf die farbausgabe auf deinem bildschirm auswirken aber man könnte jede einzelne farbe die als pixel auf dem bildschirm angezeigt wird kalibrieren durch ein entsprechend aufwendiges profil nur habe ich absolut keine ahnung wie das mit profilen ist die wir heutzutage haben, möglicherweise sind die nur wie grobe farbmasken auf den bildschirm anzuwenden und nicht so detailiert wie ich meine. ich muss jedenfalls keine farbprofile benutzen weil mein bildschirm von haus aus kaum störungen hat. delta-e werte sind bei richtigen kontrast und helligkeitswert im standardprofil srgb unter 4, gamma ist korrekt nur der weißwert weicht ein bischen auffällig ab. mit den integrierten reglern komme ich nicht auf bessere werte sondern schlechtere also werkeinstellung srgb beim bildschirm.


    farbvalenz und farbsprektrum sind grundverschiedene dinge weil das farbspektrum die physikalische aussage zu den jeweilig farbigen lichtfrequenzen ist die im auge des betrachters jeweils anders wahrgenommen werden können in form einer farbvalenz. einen bildschirm nach farbvalenz zu kalibrieren ist wohl sehr schwierig weil du deine augen nicht mit dem computer verbinden oder anderweitig messen könntest, du kannst nirgends herausfinden welche farbe du mit deinen augen genau siehst. die farbvalenz(wie der name schon sagt) kann also von betrachter zu betrachter variieren, ist also nicht notwendig sich mit einer farbvalenz zu beschäftigen weil die strahlen die man in natur erlebt ja von einem farbspektrum ausgehen. das farbspektrum muss also einheitlich sein denn wenn du es nach farbvalenz kalibrierst sieht es bei jedem anders und unnatürlich aus. das farbsprektrum sieht auch für jeden durch die farbvalenz anders aus aber wenn es einheitlich ist auf jedem bildschirm oder sonstigen quellen hast du wenigstens keine abweichungen zu deiner eigener natur(farbvalenz) des sehens sowie bei jedem anderen. verstehe also schon, ohne die vielen fachbegriffe(die ich dauernd vergesse), wie es funktioniert.

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    wenn es aber beim backlight d50 statt d65 hat wo kaum ein unterschied in der farbzusammensetzung is


    Es geht um die, in Zusammenhang mit dem Spektrum der Hintergrundbeleuchtung und den Farbfiltern erreichte Farbvalenz der Primärfarben. Kein Bildschirm* emittiert ein entsprechendes D-Normlichtspektrum nach der Kalibration auf D65 oder D50 (streng genommen muss man noch erwähnen, dass keine reale Lichtquelle ein D-Normlichtspektrum exakt emittiert). Das ist auch nicht das Ziel. Um einen hinreichend großen Farbumfang zu erzielen, müssen die Primärfarben möglichst gesättigt sein. Und das bedeutet zwangsweise ein schmalbandiges Spektrum – in letzter Konsequenz bis hin zu monochromatischen Primärfarben. Tertiärfarben (beinhalten die Neutraltöne inkl. Weiß) bestünden dann nur noch aus einer Lichtmischung dreier Wellenlängen, ohne für den Betrachter visuell "schlechter" zu sein. Beleuchtest du mit diesem Weiß dagegen eine Farbprobe, also z.B. einen Ausdruck, wäre das natürlich hochproblematisch.


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    wenn es aber beim backlight d50 statt d65 hat wo kaum ein unterschied in der farbzusammensetzung ist kannst du es wie du richtig sagtest auch im jeweiligen farbraum verwenden. bei stärkeren abweichungen würde es dir aber beim rgb-regeln an einer farbe fehlen oder bekommst spezielle farbmischungen in deinem angezielten farbraum nicht zustande.


    In einem auch nur ansatzweise (!) sinnvollen Regelungsbereich – man wird hier nie "auf Anschlag" herunterregeln müssen – unterliegst du keinerlei zusätzlichen (#97) Einschränkungen. Zudem kalibriert man nie "auf" einen Farbraum, außer mit speziellen Farbraumemulationen.


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    farbvalenz und farbsprektrum sind grundverschiedene dinge


    Richtig.


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    einen bildschirm nach farbvalenz zu kalibrieren ist wohl sehr schwierig weil du deine augen nicht mit dem computer verbinden oder anderweitig messen könntest, du kannst nirgends herausfinden welche farbe du mit deinen augen genau siehst


    Dafür verwendet du ja ein Messgerät, das den Farbreiz entweder zerlegt und dann gemäß der normierten Spektralwertkurven gewichtet (Spektralfotmeter/ Spektralradiometer) oder über Filter (Colorimeter) diese Spektralwertkurven direkt in Näherung (=> Korrektur notwendig) nachstellt. Das liefert dann "virtuelle" (umgehen die uneigentliche Farbmischung; gleichzeitig korreliert der Normfarbwert Y netterweise auch direkt mit Helligkeit bzw. Hellbezugswert der Farbprobe) Primärvalenzen zurück.


    Um es aber nochmal ganz klar auf den Punkt zu bringen: Eine farbechte Darstellung erhältst du nicht durch die sklavische Einhaltung eines normativen Bezugsweiß. Ich sprach in diesem Zusammenhang ja u.a. einige Limitierungen an. Mein Hauptbildschirm (WCG-CCFL) ist für die Abmusterung von Papiervorlagen unter D50-Normlicht auf 5800K kalibriert. Das Kalibrationsziel des zweiten Bildschirms (CCFL) weicht recht deutlich davon ab, um eine visuelle Übereinstimmung in den Neutraltönen zu erhalten.


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    die farbprofile bringen ja sonst nichts wenn du die bildschirmeinstellungen versaut hast und die profile durch deine einstellungen nicht die farben mischen können die du brauchst.


    Ein Farbprofil charakterisiert den aktuellen Bildschirmzustand. Im einfachsten Fall (Matrix-Profil) über die farbmetrischen Daten der Primärfarben und der Gradation. Die Validität ergibt sich dann einfach aus den Wirkzusammenhängen, die eben schon Hermann Graßmann so treffend beschrieben hat. Unterabdeckungen in Bezug auf eine wie auch immer gewählte Referenz können natürlich nicht weggezaubert werden. Mit farbmetrischem Intent werden Tonwerte innerhalb des Zielfarbumfangs nicht verändert. Alle anderen Tonwerte werden bestmöglich auf die berechnete Farbraumgrenze verschoben.


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    ich muss jedenfalls keine farbprofile benutzen weil mein bildschirm von haus aus kaum störungen hat.


    Das hat nichts mit "Störungen" zu tun. Selbstverständlich sind für farbkritische Arbeiten ICC-Profile unabdingbar, egal wie gut der Bildschirm ist. Sie vermitteln über einen geräteunabhängigen Verbindungsfarbraum (dem PCS) und ermöglichen ein definiertes Gamut-Mapping. Natürlich gibt es heute Bildschirme, die beispielsweise einen brauchbaren sRGB-Modus mitbringen oder gar eine flexible Farbraumemulation. Aber das berührt einen ICC-Workflow erstmal nicht. Mehr Infos dazu in unseren Testberichten, z.B. des Eizo CG275 oder NEC SpectraView 241.


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    das farbspektrum muss also einheitlich sein denn wenn du es nach farbvalenz kalibrierst sieht es bei jedem anders und unnatürlich aus.


    Nicht böse gemeint, aber auch nach mehrmaligem Lesen erfasse ich den Sinn nicht. Die spektrale Zusammenhang der Farbreizes spielt in jedem Fall bei der Farbnachstellung kein Rolle (natürlich indirekt durch die ausgelöste Farbvalenz), das wäre ihr Todesurteil und widerspräche dem, was du selbst gerade in Form der bunten Pixel vor dir siehst.


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    Oft wird die Frage gestellt, wieviel und welche Farben notwendig sind, um eine beliebige andere Farbe ausmischen zu können. [...] Bei der additiven Farbmischung tritt keine Absorption von Strahlung auf [Anmerkung: Bezieht sich auf den Vergleich mit Körperfarben], so dass bei der Mischung nur die Farbvalenzen der Einzelkomponenten, nicht aber deren Spektralkurven, eine Rolle spielen.

    [Prof. Dr. Kurt Schläpfer – Farbmetrik in der grafischen Industrie, Herausgeber: Ugra]


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    Anbei das Spektrum je eines Bildschirms mit WCG-CCFL (92% NTSC; erstes Bild) und CCFL (72% NTSC; zweites Bild) blu