10 Bit LUT und Grafikkarten

  • Es wurde schon lange die Bit-Zahl in der Bewertung von Monitoren besprochen und ich selbst habe für die beste Darstellung u.a. darauf geachtet (z.B. im Vergleich mit dem Detailgrad von hochwertigen TVs, selbst CRTs).
    Allerdings scheint sie erst seit kurzem explizit in der Diskussion von Grafikkarten aufzutauchen, besonders mit dem Aufkommen von HDR (das ich bis dahin auch noch nie gehört oder wirklich angenommen hatte).


    Und so scheint es auch ganz explizit von den Grafikkarten, oder zuallermindest vom Treiber-Support, abzuhängen, ob man überhaupt 10 Bit oder 8 Bit im normalen Windows-Betrieb oder OpenGL (also nicht nur DirectX) nutzen kann.


    Oder hat das doch nichts mit der LUT zu tun? Und weiß jemand zufällig, ob Nvidias Pascal-Grafikkarten AMDs Polaris (und in 2017 Vega) in 10 Bit Farbdarstellung in nichts nachstehen? Nvidia scheint in solchen Dingen immer ein weniger restriktiver zu sein, auch wenn sie sich als die High-End-Front geben wollen.

  • Nein, im normalen Windows-Betrieb gehen nur 8bit pro Kanal raus. Mit dem Unterschied, dass bei AMD/ ATI für die Ausgabe nach hochbittigerer LUT-Korrektur (d.h. wenn vorhandene vcgt Korrekturdaten des Monitorprofils geladen werden) Dithering zur Farbtiefenreduktion genutzt wird. Damit bleibt der Tonwertumfang des 8bit Ursprungssignals visuell erhalten. nVidia Karten schneiden die lsb einfach ab oder führen die Transformation gleich nur mit 8bit Präzision durch.


    Im Hinblick auf Anwendungen hast du den entscheidenden Unterschied bereits vermerkt: Mit aktuellen Consumer-Karten ist eine Ausgabe in 10bit pro Farbkanal auf DirectX Fullscreen Szenarien beschränkt (bestimmte Videorenderer, Spiele). Photoshop verwendet hier OpenGL. Entsprechend ist aktuell leider weiterhin eine FirePro/ Quadro Karte erforderlich.

  • Ist in den Tests der Unterschied zwischen 8 und 10 Bit auch nur in Spezialanwendungen zu sehen, oder werden u.a. speziell dafür professionelle Grafikkarten verwendet? D.h. geht es im Prinzip für den normalen Anwender nur darum zu wissen, ob 8 Bit voll erreicht werden? Das geschieht über die Graustufen-Tests, oder?



    Ansonsten ist die Information zu AMD schon nützlich, wenn auch enttäuschend. OpenGL wird damit bei Nvidia effektiv zur niedriger-qualitativen Schnittstelle. Auch in Windows wäre es begrüßenswert bzw. Videos. Ich habe im Moment nur Intel Integrated Graphics und merke einen deutlichen Unterschied zu einer AMD RX 480, die ich jüngst ausprobiert hatte. In Farben und Kontrast ist das Bild mit Integrated Graphics einfach schwächer zu AMD. Ob es allein an diesem Bitwert liegt, weiß ich nicht.

  • Ich nutze ja 10-Bit sowohl am iMac 5k internen Display wie auch am externen Eizo CX271, der iMac 5k macht ja 10-Bit mit einer stinknormalen Consumergrafikkarte von AMD, im normalen Betrieb sieht man so keinen Unterschied ob 8-Bit oder 10-Bit wenn man Fotos bearbeitet in PS oder LR.
    Interessant wird es z.B. mit Verläufen dann, wenn diese sehr gleichmässig sind und sich nur minimal unterscheiden oder man Vektorobjekte bearbeitet mit Verläufen, da sieht man die Unterschiede in den Abstufungen.

  • Ich persönlich finde ein gewöhnliches Computerbild eben erkennbar unrealistisch und limitiert, z.B. gegen einen hochqualitativen TV. Ungleichmäßige Verläufe finde ich auffällig, künstlich und beeinträchtigen für mich das Erlebnis. Das merkt man ja auf jeden Fall schon in den Unterschieden gewöhnlicher Monitore. Ich weiß jetzt keine Zahlen, aber gerade 8 Bit zu 10 Bit soll ein entscheidender Sprung darstellen.
    Aber ich finde Grundsatzdiskussionen der Art "warum und überhaupt" immer müßig. In einem Video oder Spiel glaube ich schon, dass man es merken würde.

  • Hier der Unterschied zwischen 8 und 10 Bit abfotografiert, bei sehr feinen Verläufen sieht man die Abstufungen in dunklen Partien. Mangels Tiefpassfilter sieht es abfotografiert etwas schlimmer aus als in real, d.h. im Bild ist auch Moire und Farbrauschen mit drin. In den helleren Partien sieht man bereits keine Abstufungen mehr. Bei Fotos fällt das nichts mehr auf, da man normal keine so sanft verlaufende Übergänge hat.