Widerruf - Abschlagszahlung gerechtfertigt?

  • Hallo,
    Bei mir geht es um folgendes:
    Neulich habe ich mir bei einem Versender online den Samsung 193P bestellt. Nach relativ langer Lieferzeit und ettlicher Beschwerden meinerseits kam er endlich, zu Hause aufgebaut musste ich leider feststellen, dass er einen Pixelfehler direkt in der Mitte hatte. Bei Pixelfehlerklasse2 ist das noch kein Garantiefall, aber es hat mich eben gestört, und es gibt ja zum Glück noch das Widerrufsrecht...dachte ich.


    Ich habe das TFT wieder sorgfältig verpackt und zurückgeschickt, und mir bei einem anderen Anbieter dasselbe Gerät bestellt (diesmal glücklicherweise ohne Pixelfehler)
    Von dem Preis des Gerätes zog man mir nach erhalt meiner Rücksendung aber 10% (immerhin 60 Euro) ab, Grund: "Verpackung geöffnet, Gerät benutzt, Siegel gebrochen".


    Auf meine E-Mail hin, dass eine Beschädigung der Verpackung nur dann ersetzt werden muss, wenn sie nicht für das Prüfen erforderlich war (und ein TFT muss ich numal aus der Verpackung nehmen und anschliessen, um zu sehen, ob es tut), und dass man mir bitte konkrete Schäden am Gerät aufführen soll meinte man nur:
    "Das Gerät wies deutliche Gebrauchspuren auf, weswegen wir es nicht mehr als Neuware verkaufen können..."


    Mir sind keine Gebrauchsspuren bekannt, die das Gerät bei mir abbekommen haben soll, ausser, dass ich es eben anschliessen musste, und dafür z.B. zwei eingeschweiste Tüten mit den Kabeln aufreissen. Wie soll ich denn das Gerät "prüfen" wie es im Gesetzestext heisst, ohne es in Betrieb nehmen zu können?


    Ganz abgesehen davon, kommen mir 60 Euro mehr als gewuchert vor-selbst wenn eine Abschlagszahlung gerechtfertigt wäre (z.B. für die beschädigten Tüten mit den Kabeln drin)! Ich habe den leisen Verdacht, dass man, nachdem man offenbar auch nicht in der Lage ist, mir konkrete Schäden am Gerät zu nennen, mich schlicht und ergreifend über den Tisch ziehen will, in der Hoffnung, wenigstens noch ein bisschen Kapital aus der Sache zu schlagen, nachdem ich deutlich gemacht habe, dass ich den Service bei diesem Versender miserabel finde und ich dort nixhts mehr kaufen will.


    Frage: Weiss jemand hier, welche rechtlichen Möglichkeiten ich habe? Kann ich eine genaue Beschreibung der Schäden verlangen (also nicht nur "Gebrauchsspuren", sondern etwas wie "Kratzer rechts vorne", "Fettfleck", "Abgebrochener Pin am Kabel" oder so), die das Gerät angeblich haben soll? Welche Verpackungsschäden gelten als "durch die Prüfung erforderlich"? Und gibt es so etwas wie eine Verhältnismäßigkeit, wie hoch ein Versender den Werteverlust beziffern darf, wenn z.B. die Verpackung beschädigt wurde?


    Ich bin für jeden Hinweis dankbar!

  • Es zeigt sich in diesem Fall wieder, dass die Händler jetzt in Sachen Kulanz deutlich nachlassen. Da lobe ich mir große Versandhäuser wie Amazon, wo die Rücksendung problemlos funktioniert. Vielleicht im Preis etwas teurer, aber wenn wie in diesem Fall 60 EUR weniger auf dem Konto landen, dann ist das bitter.


    Nur das hilft Dir jetzt nicht weiter. Erst einmal musst Du wirklich objektiv beurteilen, wie das Gerät denn nun aussah, nachdem Du es wieder verpackt hattest. Ist das Gerät wieder wie Neuware zu verkaufen gewesen oder nicht? Gab es tatsächlich Fettflecke auf dem Dispay?


    Grundsätzlich solltest Du einen Zeugen haben, der den Zustand beim Verpacken bestätigen kann, denn der Händler wird sicherlich einen haben, der bestätigt wie das Gerät angekommen ist.


    Erst einmal würde ich dem Händler schriftlich auf das BGB hinweisen, in dem die Rückgabe geregelt ist. Dann mit Einschreiben einen Brief senden und zur Erstattung auffordern, gleichzeitig ein Frist setzen. Ja und wenn die Frist nicht eingehalten wird, dann kannst Du einen Anwalt auffordern den Betrag einzutreiben. Allerdings ist in diesem Fall die Kosten-/Nutzenrelation zu beachten.


    Meist kann man solch ein Gerät über Ebay mit weniger Verlust verkaufen als wenn man an einen Händler gerät, der diese Praktiken zeigt.


    Es wäre freundlich von Dir, wenn Du uns den Namen des Shops nennen würdest, dann sind zumindest unsere User gewarnt.

  • Da hast Du natürlich Pech!
    So übel das klingt, aber das Beste wäre gewesen, den TFT mit einem Zeugen wieder einzupacken, der bestätigen kann das er im top Zustand war.
    [Zitat on] "Verpackung geöffnet, Gerät benutzt, Siegel gebrochen" [Zitat off] ist natürlich Käse. Das FAG soll dir ermöglichen das Gerät in einer änhlichen Weise prüfen bzw. testen zu können wie bei einem "normalen" Händler. Beim Mediamarkt bekommst Du ja auch nicht den versiegelten Karton zu sehen sondern das Gerät. Google mal nach dem orginal Text und wiederlege denen in einer Mail das Argument. Die "Abschlagszahlung" sollte den Gebrauchsspuren angemessen erfolgen 10% ist meiner Meinung nach sehr viel. Die Tüten aufzureißen war natürlich auch nicht klug, hier hätte es Schere etc. besser getan; allerdings rechtfertig das natürlich nicht 60 Euro. Guck mal in die AGBs des Händlers wie die das mit der Rückgabe etx. regeln. Steht dort nichts, solltest Du evtl. die Seite sichern, um nachweisen zu können das sie keine Sonderregelung in den AGBs hatten als Du bestellt hast. Natürlich steht dem Händler grundsätzlich und auch in den FAG ein Betrag als Ausgleich zu wenn der Gegenstand Gebrauchsspuren besitzt.



    Ich denke es läuft so: Wenn Du nicht rechtschutz versichert bist lohnt sich die Klage/ der Anwalt nicht. Das wissen die genau. Außerdem bekommt ein Anwalt bei 60,- Streitwert nur ein Taschengeld für die Sache. Alles in allem kannst Du da wahrscheinlich nicht viel machen als denen eine nette Mail zu schicken das das Öffnen der Verpackung (und auch das anschließen) gesetzlich erlaubt war. Evtl. kannst Du dich noch an den Verbraucherschutz wenden, allerdings kostet dort eine Beratung glaube ich 15,- Euro.
    Hast also alles in allem schlechte Karten.

  • Fakt 1: Der Händler darf eine Gebrauchsbenutzungspauschale verlangen


    Fakt 2: Du darfst das Gerät ca. 2-5Std ohne Wertverlust nutzen


    Fakt 3: Rechtlich hast du 0 Chance, weil die Schadenssumme zu gering ist.


    Fakt 4: Der Händler muss dir einen Beweis liefern, dass die abgehaltene Summe gerechtfertigt ist.


    Ich weiß ja nicht wie lange du das Gerät genutzt hast. Sagen wir, es waren weniger als 2Std., dann würde ich wie folgt vorgehen:
    1. ein Fax oder ein Brief schreiben, mit der Verlangung nach einem Beweis für die Gebrauchsspuren. Setze eine Frist von 14 Werktagen (ich hoffe du hast die Seriennr des Gerät notiert, sonst bringt das nix)
    2. Dem Händler einen Vorschlag machen von, sagen wir, 25E da du sonst deinen Rechtsschutz bemühen wirst


    Vielleicht zieht es ja.


    Den Namen des Händlers kannst du ruhig nennen, aber bitte sage uns auch, wie lange du das GErät genutzt hast.

  • Hallo,
    Also, der Shop ist Comtech gewesen. Zu meiner Gerätnutzung: Ich habe das Teil an dem einen Abend, wo ich es bekommen habe, etwa eine Stunde laufen lassen, wenn man alles mitrechnet (verschiedene Betriebssysteme, Farbtests schwarz-weiss usw.)
    Am zweiten Abend hab ich es nochmal angeschaltet (ich schätze so für 2 Stunden ca.)
    in der Hoffnung, dass der Pixelfehler sich wieder einkriegt (ausgefallene Pixel funktionieren ja manchmal wieder nach einer gewissen Laufzeit, hab ich mir sagen lassen)
    Als das nicht der Fall war, hab ichs wieder verpackt und am nächsten Tag zurückgeschickt.


    Für mich wärs ja auch nicht unbedingt die Tatsache, dass der Händler einen Abschlag verlangt. Selbst wenn das Gesetz sagt, dass das nur geht, wenn die vorhandenen Schäden nicht auf die Prüfung zurückzuführen sind: Er hatte ja Stress damit (ware entgegennehmen, Zustand überprüfen, ggf. neu verpacken usw.), und bei 10-20 Euro würd ich auch nichts sagen.
    Auch wenn das Teil einen gravierenden Fehler hätte - kann ja sein, dass ich wirklich beim einpacken einen fetten Kratzer reingemacht hab, den ich übersehen habe - der die 60 Euro rechtfertigen würde, hätte ich keine Probleme damit.


    Ich finde nur eben, einen solch hohen Betrag einfach mit "deutliche Gebrauchsspuren" abzutun, ist ein bisschen wenig. Auch kaputte Verpackungen rechtfertigen keine 60 Euro in meinen Augen.


    Für mich sieht es so aus, dass da eben NICHT geschaut wurde, ob das Gerät nun minderwetig ist, und wie hoch der Wertverlust tatsächlich ist - man hat kurz reingeguckt, festgestellt, dass der Verkaufskarton nicht widerverwendbar ist (weil ein Paketaufkleber von mir drauf war, allerdings war da vorher an derselben Stelle einer vom Comtech geklebt) und dann mal spontan eine Standardpauschale von 10% abgezogen.
    Davon abgesehen, ein Pixelfehler ist ja jetzt auch was anderes als wenn mir die Farbe nicht gefallen hätte oder sowas. Das ist ein eindeutiger Mangel, den man sehen kann. Zwar kein Garantiefall, aber ein Mangel, und wenn man wie ich u.A. auch mit Grafik und Gestaltung zu tun hat, ist ein solches Gerät eben nicht zu gebrauchen. Samsung vergibt in Südkorea ja sogar Null-Pixselfehler-garantien für all ihre TFTs. Zumindest ein bisschen Kulanz hätte man da also schon erwarten können, finde ich.


    Zeugen für das Auspacken hab ich natürlich auch nicht, nur für den Zustand der Verpackung beim Eintreffen (also das mit dem Paketaufkleber von Comtech könnte ich vielleicht noch nachweisen *g*)


    Sehr ärgerlich das ganze. Ich war zu den Zeiten, als Comtech noch viele Filialen hatte, immer recht begeistert von deren Service gewesen, aber der Service bei deren Versand jetzt war unter aller Kanone. Amazon dagegen (dort hatte ich jetzt den zweiten Monitor bestellt), hat es innerhalb eines Tages fertiggebracht, mir das Teil zu liefern(COmtech brauchte dazu über eine Woche), und hier war der Verkaufkarton auch extra nochmal in einen eigenen Karton verpackt, damit man den Verkaufskarton beim verschicken so wenig wie möglich beschädigen musste.


    Also Amazon Top, Comtech Flop :(

  • Ja, bei Amazon bekommt man immer die tollsten Kartons. Kurz vor einem Umzug einfach da mal größere Sachen bestellen, spart :D!


    Du könntest ja den Spieß mal umdrehen, Einspruch gegen deren Gebühr erheben und bitten sie mögen Dir die Gebrauchsspuren photographisch Nachweisen. Das müßten sie Deinem Anwalt (egal ob Du Dir jetzt einen nimmst oder nicht) eh. Außerdem sollten sie den TFT nicht weiterverkaufen, zwecks Prüfung. Das auf dem Orginal Karton ein Aufkleber ist ist deren Problem. Wenn ich das Ding so bekommen hätte, hätte ich´s auch wieder so zurückgeschickt. Ich glaube auch nicht das Du dann verpflichtet bist einen UmKarton zu kaufen. Was denen in Sachen Verpackung recht ist, kann Dir nur billig sein.


    Solltest Du nochmals mit denen Kontakt aufnehmen würde ich das Thema PF vergessen. Es ist kein Mangel . (<-- Punkt!) Du mußt für Deine Rücksendung ersteinmal keine Gründe nennen. Es sieht aber einfach besser aus wenn daß nicht Dein Grund war, sonst entsteht der Eindruck Du würdest im Notfall rumbestellen bist Du ein PF-freies Gerät bekommen würdest und die FAG damit mißbrauchen. Du kannst in dem Gespräch ja mal leise Anklingen lassen Du könntest nachweisen daß der TFT in einwandfreiem Zustand bei Dir weggegangen ist.
    Sollten sie Dir schriftlich geben, daß die 10% wegen der beschädigten Verpackung entstanden sind, geh halt zum Verbraucherschutz denn:

    § 357 (3) "Dies gilt nicht, wenn die Verschlechterung ausschließlich auf die Prüfung der Sache zurückzuführen ist."


    Grüße



    P.S. Comtech fand ich schon früher dubios

  • hier könntest du auch mal vorbei schauen!
    schau mal unter forum!
    hier gibt es sehr viele "leidensgenossen". die haben auch super tips wie man doch noch an sein geld kommt.


    die oben schon genannten tips sind natürlich auch gut!

  • Wollte nur kurz updaten, wie es inzwischen steht:
    Ich habe mich nochmals (diesmal schriftlich) an Comtech gewandt. Erneut habe ich begründet, dass in meinen Augen das Öffnen der Verpackung nötig ist, damit ich das Gerät ähnlich wie in einem Laden prüfen kann. Und das man mir konkrete Schäden am Gerät selbst bitte nachweisen möge.


    Comtech behauptete kühn:
    "In einem Ladengeschäft können Sie einen TFT üblicherweise nicht in Betrieb nehmen"
    (Hallo, gehts noch? Mir wurde beim letzten Monitorkauf eben dies sogar vom Verkäufer GERATEN!)
    darüber hinaus haben sich "deutliche Gebrausspuren am Gerät befunden", "leider könne man mir keinen besseren Bescheid geben"


    Ich habe mich jetzt mal per Mail an die CT ("Vorsicht Kunde!") gewandt, vielleicht bringt das was.

  • Hi!


    Ist schon blöde die Lage, in die du da geraten bist.


    Aber so weit ich weiss fällt dieser Pixelfehler doch unter die Kategorie "versteckter Mangel" und somit handelt es sich doch um einen ganz normalen Garantiefall oder? Gerät defekt umtausch ggf. Geld zurück.
    Oder auf was plediert der Shop?


    bye, Gruß Vector