Spyder Farbkalibrierung Farbstich

  • Hallo,


    ich habe mir mal spontan einen Colorvision Spyder ausgeliehen und am Fujitsu-Siemens P20-2 getestet (PVA Overdrive Panel).


    Wunderliches Ergebnis: bei 10% Grau habe ich einen totalen Farbstich ins Braune. Und zwar nicht nur ein wenig sondern extrem !


    So bin ich vorgegangen:


    1. Monitor auf Werkseinstellung
    2. Helligkeit auf 40% reduziert (Standard 100% brennen in den Augen ;) )
    3. alles andere auf Standard gelassen
    4. Spyder Software gestartet und Spyder Sensor ausgerichtet
    5. Licht im Zimmer aus
    6. Bei der Ziel-Einstellungen 6500K und Gamma 2,2 gewählt
    7. Weißwerteinstellung: Rot 100%, Grün 95%, Blau 96% im Monitor OSD Menü bringen die Balken in der Spyder Software perfekt in die Mitte auf gleiche Höhe
    8. Farbkalibrierung durchlaufen lassen
    9. Sichergestellt, dass das angelegte Profil geladen ist


    Habe ich irgendwas falsch gemacht ? Kann ja nicht sein, dass das kalibrierte Profil solche Farbfehler erzeugt...


    Gruß,
    Sven.

  • So,


    ich habe jetzt das komplette Farbprofil aus Windows rausgeworfen, so dass der Monitor mit den nativen Farben angesteuert wird.


    Dann habe ich einen kalibrierten Röhrenmonitor neben den TFT gestellt und die Farbtemperatur, Helligkeit und Kontrast am TFT so eingestellt, dass die Farbtemperatur und der Grauverlauf beinahe identisch sind.


    Bei den meisten Farben kommen sich Röhre und TFT nun erstaunlich nahe, nur einige bestimmt Abstufungen sind etwas ungenauer, aber damit kann ich leben.


    Was bei meinen Versuchen noch klar wurde: JEDE Verstellung der Gamma-/Farbwerte am PC resultiert im Verlust von Farbstufen am TFT !!!
    Man sieht das an flächigen Blöcken in Verläufen.
    Durch die Verstellung direkt am TFT ist der Grauverlauf nun sauber und stufenlos.


    Gruß,
    Sven.

  • Quote

    Original von SvenWas bei meinen Versuchen noch klar wurde: JEDE Verstellung der Gamma-/Farbwerte am PC resultiert im Verlust von Farbstufen am TFT !!!
    Man sieht das an flächigen Blöcken in Verläufen.
    Durch die Verstellung direkt am TFT ist der Grauverlauf nun sauber und stufenlos.


    Das gilt auch für jede Farbänderung am Monitor. Sowohl Grafikkarte als auch Dein Monitor können 256 Abstufungen jeder Grundfarbe (Rot, Grün, Blau) darstellen. Wenn Du an Kontrast, Gamma oder Farben etwas änderst, dann können lediglich Farben entfernt werden, nicht hinzugefügt. Das gilt auch wenn man die Helligkeit über den Grafikkartentreiber regelt, am Monitor kann man das ohne Verluste machen.


    Deshalb gibt es bei 8 Bit Displays (genauer Look Up Table: LUT) auch nur genau eine (1) Einstellung, bei der alle 16,7 Millionen Farben (256x256x256) dargestellt werden. Das ist aber nicht unbedingt diejenige Einstellung, die am farbechtesten ist.


    Monitore mit 10 Bit Display stellen immer 16,7 Millionen Farben dar, die aus über 1 Milliarde gewählt werden, man kann beliebig Kontrast, Gamma und Farben ändern, ohne dass die Anzahl der Farben geringer wird. Allerdings stehen auch nicht mehr Farben gleichzeitig zur Verfügung. Wähle ich also zum Beispiel mehr Grünabstufungen, dass muss ich dafür auf andere Bereiche verzichten.


    Nebenbei gibt es mittlerweile auch Karten, die mehr als 8 Bit pro Farbkanal verwenden, z.B. von Matrox.


    Zum Farbstich ins Braune:


    Quote

    Rot 100%, Grün 95%, Blau 96%


    1% entspricht 2,56 Farbabstufungen, Du reduzierst die Gesamtzahl der Farben also um 13 Grüntöne und 16 Blautöne (jeweils aufgerundet), macht 256 x 243 x 240 = 14,93 Millionen Farben, also insgesamt weniger Abstufungen.


    Außerdem stehen eigentlich sowieso nur maximal 256 reine Grauabstufungen zur Verfügung. Reines Grau erhält man immer dann, wenn alle drei Grundfarben gleich stark sind, also z.B. 35/35/35 oder 128/128/128, da Dir aber 13 Grüntöne und 16 Blautöne fehlen, fehlen die auch entsprechend 16 reine Grautöne. Die sind dann entsprechend farbstichig, bei Dir braun, da der Rotanteil am stärksten ist.


    Da musst Du mit leben, vor allem bei 6500K, schließlich ist das warmes Raumlicht, und nicht etwa kaltes Tageslicht.


    Laut dem Test auf Behardware sollten allerdings alle Farben nach der Kalibrierung ziemlich gut liegen (siehe Anhang).

  • Hm, also bei mir kann ich das jetzt nicht so nachvollziehen.


    Ich habe als Test einen Grauverlauf mit 1er Schritten genommen.


    Als ich per Adobe Gamma oder per Spyder kalibriert habe, wurden im Grauverlauf teilweise einige Einzelstufen zu Blöcken zusammengefasst. Konnte man sehr deutlich sehen, dass da Abstufungen verloren gingen.
    Nach Löschen des Monitorprofils und Anpassung der RGB Werte, sowie Helligkeit und Kontrast am Monitor direkt, stimmt nun die Farbtemperatur recht exakt, der Grauverlauf ist aber immer noch absolut weich und ohne Stufen...


    Könnte es sein, dass mein FSC P20-2 intern auch mit höhrer Farbauflösung arbeitet ? (Obwohl es ja ein eher preiswertes Modell ist ...)
    Bisher kannte ich das nur vom NEC 2180ux, aber der ist preislich nicht mehr im Budget ;)


    Gruß,
    Sven.

  • Hallo Sven,


    >> ...ich habe jetzt das komplette Farbprofil
    >> aus Windows rausgeworfen,...


    Macht das die Kalibriersoftware denn nicht automatisch?


    >> ...Als ich per Adobe Gamma
    >> oder per Spyder kalibriert habe...


    bevor du den Monitor kalibrierst:


    - Adobe Gamma nicht nur abschalten sondern richtigt deinstallieren!
    - Im Eigenschaftenmenü der Anzeige sämtliche aktive Profile deaktivieren, soefern welche eingestellt waren
    - sofern vorhanden, im Autostartmenü sowie in den Run-Einträgen der Regsitry potentielle Calibration- oder Profileloader dekativieren.
    - Rechner neu starten
    - jetzt mit der Sonde kalibrieren.
    - Anschließend im Eigenschaftenmenü der Anzeige prüfen, ob das neue Profil auch zugewiesen würde.
    - Anschließend: Niemals Adobe Gamma und ICC-Profil geliechzeitig benutzen.. Wenn die Sondenkalibrierung abgeschlossen ist, deinstalliere Adobe Gamma


    Gruß, Triple-D