Widerrufsrecht: Immer Wertminderung?

  • Hallo,
    Ich war auf Grund von Lieferengpässen gezwungen bei einem Onlinehändler
    ohne Pixelfehlerprüfung zu bestellen. Wenn der der TFT nun Pixelfehlr hat,
    wollte ich diesen zurückschicken (eine Investition für min. 5 Jahre sollte schon
    fehlerfrei sein). Jetzt steht in jeder AGB:


    Können Sie uns die empfangene Leistung ganz oder teilweise nicht oder nur in verschlechtertem Zustand zurückgewähren, müssen Sie uns insoweit ggf. Wertersatz leisten. Bei der Überlassung von Sachen gilt dies nicht, wenn die Verschlechterung der Sache ausschließlich auf deren Prüfung - wie sie Ihnen etwa im Ladengeschäft möglich gewesen wäre – oder auf eine bestimmungsgemäße Ingebrauchnahme der Sache zurückzuführen ist.


    Leider finde ich das Ganze etwas schwammig formuliert! Beispielsweise bin ich
    mir sicher, dass man beim Ladenkauf immer sein Gerät auspacken und
    begutachten darf, bevor man bezahlt. Nehmen wir an das Netzteil eines TFT
    ist in einer nicht widerverschließbaren Tüte verpackt und ohne weiteres sind
    die Spuren eines Gebrauchs von dieser natürlich nicht zu entfernen. Muss ich
    jetzt damit rechnen, dass Wertersatz gefordert wird?

  • Es ist doch ganz einfach. In einem Ladenlokal kannst Du das Gerät anschließen, siehst Dir kurz die Bildqualität an und das Teil wird wieder verpackt und fertig.


    Solltest Du Dein Gerät bekommen, schließt Du es an, prüfst es auf Pixelfehler oder sonstige Dinge. Wenn Dir das Gerät nicht gefällt, packst Du es wieder ein, teilst die Rücksendung (ohne genauere Beschreibung) mit und sendest das Gerät sofort zurück.


    Wenn Du das Gerät aber 14 Tage 24 Stunden am Tag laufen hattest und dann auf den letzten Drücker die Rücksendung ankündigst, musst Du dich nicht wundern wenn jemand Wertminderung gelten macht.


    Nochwas: Bei den Verpackungen sehr vorsichtig sein, am besten so öffnen, dass diese genau so wieder verpackt werden können.


  • Volle Zustimmung bis auf die Passage "teilst die Rücksendung (ohne genauere Beschreibung) mit". Das ist juristisch nicht notwendig. Die Rücksendung ohne Kommentar innerhalb der FAG-Frist ist völlig ausreichend. Man kann zwar kurz die Rücksendung ankündigen um den Händler zu informieren, muss dieses jedoch nicht tun. Da der Händler jedoch bei einem Warenwert über 40 Euro (und wenn dieser nicht erst teilangezahlt ist) verpflichtet ist die Rücksendekosten zu tragen, empfiehlt sich vielleicht schon ein kurzes klärendes Gespräch über die Modalitäten.


    Gruß


    Mario

  • Quote

    Original von Try2fixit
    Volle Zustimmung bis auf die Passage "teilst die Rücksendung (ohne genauere Beschreibung) mit". Das ist juristisch nicht notwendig. Die Rücksendung ohne Kommentar innerhalb der FAG-Frist ist völlig ausreichend.


    Ja das stimmt schon, aber Du signalisierst dem Verkäufer damit, dass Du es sofort erkannt hast. Wenn dann inerhalb von 2 bis 3 Werktagen die Ware wiéder an den Verkäufer geht, kann zumindest keine Diskussion über zu lange Nutzung auftreten.