Versand gibt Geld für Monitor-Rücksendung nicht her

  • Hallo,


    tut mir leid für die seltsame frage aber ich weiß sonst nicht wo ich posten könnte.....


    ich habe bei shop-xy einen Monitor bestellt und dann nach 1 Woche zurückgeschickt. Ich habe per Nachnahme gezahlt gehabt. Die retour-kosten von 40 EURO!!! habe ich selbst übernommen.
    Ich habe bereits 2 E-Mails geschrieben. Die Antwort war schnell da und es hieß:
    "Wir haben bereits überwiesen. Wir überprüfen unsere Buchhaltung - falls in den nächsten 3 Tagen nichts auf Ihrem Konto verbucht sein sollte, melden sie sich nochmal"
    Ich habe schon 3 mal angerufen und es heißt immer: Ich gebe das an die buchhaltung weiter und die schicken Ihnen sofort eine Mail. Zumindest mit der Mail war es so das letzte mal.


    Was kann ich tun? WIe soll ich mich schützen bzw. wie lange kann es dauern bis jemand seine Buchhaltung überprüft? Ich bin etwas verzweifelt und danke für anregungen.


  • Ich schreibe mal in Kurzform:


    Nach dem Fernabsatzgesetz (FAG) hast Du ein Anrecht auf Erstattung der Rücksendekosten. Nach neuester Rechtsprechung müssen vom Shop, wo Du gekauft hast auch unfreie Sendungen angenommen werden. Die übliche Rechtsprechung, die Versandkosten erst im Nachhinein anhand von Belegen zu erstatten ist damit hinfällig. Die Rückerstattungspflicht gilt generell, wenn der Warenwert über 40 Euro gelegen hat und keine Anzahlung / Teilzahlung sondern die vollständige Kaufpreisbegleichung vorliegt. Dies ist wohl bei Dir der Fall.


    Wenn Du nur vertröstet wirst, dann solltest Du dem Händler eine schriftliche Frist per Einschreiben / Rückschein mit Deinen Kontodaten zur Erstattung zukommen lassen. Dort auch gleich die gezahlten Rücksendekosten mit anfügen und eine Kopie des Beleges beifügen. Allerdings erscheinen mir bei Dir die 40,-Euro Rücksendekosten als viel zu hoch. Einen TFT zu versenden kostet im Regelfall nicht mehr als 10 Euro incl. einer Versicherung über 500 Euro für den Transport. Ich gehe davon aus, daß Dir von einem Gericht auch nur die üblichen Rücksendekosten zugerechnet würden.


    Eine angemessene Frist ist im juristischen Sinne eine Woche. Man sollte, um auf der sicheren Seite zu sein diese Frist jedoch evtl. lieber mit zwei Wochen ansetzen. Zugleich solltest Du gleich juristische Schritte ankündigen, falls der Händler die Frist verfallen lässt und Dir das Geld innerhalb dieser Frist nicht zurücküberweist.


    Danach bleibt nur noch der Weg zum Anwalt. Und meistens wirkt das ab diesem Punkt Wunder. Selbst wenn sich vorher nicht viel getan hat, so dürfte ab dann Bewegung in die Sache kommen. ;)


    Ich wünsche Dir viel Glück und hoffe nicht, daß Du bei einem ausländischen Shop mit Sitz in Norwegen etc. bestellt hast.


    Gruß


    Mario

  • Vielen Dank für die Antworten!


    Der shop ist in Österreich. Ist das ein Problem? Genau deswegen sind die Portokosten auf 40 Euro. Und weil ich ausversehen über DHL und nicht GLS geschickt habe - ich kenne mich in diesem Fall sehr wenig aus.


    Zitat

    Zugleich solltest Du gleich juristische Schritte ankündigen


    Könntest Du vielleicht sagen welche Schritte Du meinst? Meinst Du vielleicht einfach nur die Ankündigung dass ich dann einen Anwalt einschalte?


    Ich bin nicht gerade bewandert auf dem juristischen Gebiet - kostet ein Anwalt nicht etwas mehr Geld?


    Danke nochmals für Deine Antwort

  • Das Fernabsatzgesetz (FAG) ist ein Deutsches Gesetzt und gilt demnach nur hier. Bei einem Shop in Österreich (wenn also nicht nur von dort geliefert wird, sondern der Shop auch dort sitzt) würde das demnach nicht gelten.
    Korrigiert mich, falls das so nicht korrekt ist.


    Was steht denn in den AGBs des Shops zu dem Thema?

  • Hallo,


    mit juristischen Schritten meinte ich anwaltlichen Beistand.


    Es kommt darauf an, ob in den AGBs des Verkäufers eine Rechtswahl ausdrücklich getroffen worden ist oder ob sich diese aus den Bestimmungen des Vertrages oder aus den Umständen des Falles ergibt (siehe EGBGB Art. 27ff.).


    Wahrscheinlich wird der Händler sich durch die AGBs abgesichert haben und österreichisches Recht als anzuwendendes Recht bestimmt haben.


    Falls dies nicht so ist, so muss entsprechend des Sachverhalts (räumliche oder sachliche Beziehung zu dem gewählten Recht) entschieden werden, welches Recht anzuwenden ist. Weiter gehe ich jetzt mal nicht ins Detail, da das nur verwirren würde und dies eh Sache eines guten Anwaltes wäre.


    Das österreichische Recht weist jedoch ähnliche Grundzüge wie das BGB auf und natürlich hast Du auch dort, wenn der Händler den TFT schon zurückgenommen hat, Anspruch auf Rückerstattung des Kaufpreises.


    Gruß


    Mario

  • Durch die Umsetzung der E-Commerce-Richtlinie von 2000 in der EU gilt bis auf einige Ausnahmen das Recht des Landes, wo der Verkäufer seinen Sitz hat. Somit dürfte bei dem hier vorliegenden Fall ausschließlich österreichisches Recht zur Anwendung kommen. Damit gelten auch die Fristen für den Fernabsatz nach österreichischem Konsumentenschutzgesetz (KSchG). Da könnte es für den Fragesteller schon kritisch werden. Was ist unter "nach 1 Woche" zu verstehen?


    §5e II KSchG


    Die Rücktrittsfrist beträgt sieben Werktage, wobei der Samstag nicht als Werktag zählt. Sie beginnt bei Verträgen über die Lieferung von Waren mit dem Tag ihres Eingangs beim Verbraucher [...]


    Auch dürfte die Rücksendekosten beim Fragesteller hängen bleiben. Anders als im deutschen BGB können in Österreich die Rücksendekosten ausdrücklich auf den Käufer übertragen werden.


    §5g II KSchG


    An Kosten dürfen dem Verbraucher nur die unmittelbaren Kosten der Rücksendung auferlegt werden, sofern die Parteien dies vereinbart haben.

  • Danke für eure Antworten...


    ich habe jetzt mal aus den AGB von uBUYo den Teil extrahiert:


    Zitat

    10. Rückgaberecht & Warenrücksendung
    Verbraucher können bei Geschäften im Fernabsatz bis zu vierzehn Werktage nach Vertragsabschluß ohne Angabe von Gründen vom Kauf zurücktreten wobei sich uBUYo das Recht vorbehält, insb. bei Sonderanfertigungen (Build to Order-Geräte) einen Betrag von 20% des Nettokaufpreises für die Weiterverwertung solcher Geräte einzubehalten. Bereits einbezahlte Beträge werden umgehend rücküberwiesen. uBUYo behält sich das Recht auf die Geltendmachung von Ersatzansprüchen vor, wenn Waren Gebrauchsspuren oder Beschädigungen aufweisen oder nicht mit dem kompletten Lieferumfang inkl. Verpackung retourniert werden.


    Alle Rücksendungen an uBUYo müssen frei von Transport- und Nebenkosten und nach Anforderung einer Rücksendenummer erfolgen, wobei der Versender das Transportrisiko trägt. Die Ware muss sich in einwandfreiem und komplettem Zustand (Verpackung, Zubehör etc.) befinden. Für Schäden, die bei der Rücksendung durch schlechte Verpackung entstehen, haftet uBUYo nicht. Gewährleistungsansprüche stehen nur dem unmittelbaren Kunden zu und sind nicht abtretbar. Die Inanspruchnahme von Gewährleistungsansprüchen setzt weiters voraus, dass ein zur Seriennummer passender Kaufnachweis (Rechnung) des Gerätes erbracht wird. Stellt sich heraus, dass keine Mängel vorliegen oder andere, die Gewährleistung betreffende Angaben unrichtig waren, so behält sich uBUYo vor, eine Bearbeitungspauschale zu verrechnen.



    Ich habe nun 2 weitere Mails geschrieben ohne dass sich irgendwas getan hätte. Die werden einfach ignoriert. Telefonisch wurde der service seit letzter woche aufgehoben, so dass man gar nicht mehr anrufen kann.


    Ich werde am Wochenende nun einen Brief per einschreiben verfassen und Abzüge meines Kontos beilegen + eine Fristsetzung von 10 Tagen ansetzen bevor ich mit Rechtsschutzversicherung antanze bzw. juristische Wege einleite.


    Danke euch