Eizo S2431W (Prad.de User)

  • Testbericht Eizo S2431W


    Seit gestern steht hier ein Eizo S2431W.


    Die Farbe ist grau. Das entspricht dem typischen Standard-Plastik-Grau von Computerhardware. An schwarz hat mich gestört, daß dann so ein Klotz auf meinem Schreibtisch stünde. Das ist aber reine Geschmackssache.


    Bisher stand hier ein Sony SDM-P82. Ein 18 Zöller, der meines Erachtens vor 4-5 Jahren state of the art war. Damit ließ sich gut bis sehr gut arbeiten (ich mache vor allem Textverarbeitung, Internet, weniger Bildbearbeitung), Videos gucken und spielen (Strategie und ego shooter). Die Meßlatte für den neuen Eizo war demzufolge hoch: bedeutet er einen Rückschritt im Vergleich zum Sony, geht er wieder zurück.


    Zum Eizo


    Verpackung und Lieferumfang


    Der Monitor wird komplett montiert geliefert. An den 4 Ecken sind Schutzstücke aus Styropor, die entsprechend zugeschnitten wurden. Damit steht er im Karton. Das ist solide.


    Mitgeliefert werden: DVI - DVI, VGA - VGA, USB,- Audio-, Netzkabel. Auch ist eine CD mit Treibern usw. dabei, aber kein ausgedrucktes Handbuch.
    Der Monitor selber ist noch mal in eine Schutzfolie eingepackt, vor dem Display befindet sich eine Schutz-Pappe.
    Nach der Lieferung fiel mir auf, daß das Innere des Kartons sehr kalt war. Als der Monitor ausgepackt und aus der Folie geholt war, beschlug das Display an den Eecken. Deshalb habe ich ihn erst mal eine Stunde stehen lassen.


    Zwischenfazit: Solide verpackter, mit allen nötigen Kabeln versehener Monitor. Das Auspacken erklärt sich von selbst. Dabei aber auf die Temperatur des Geräts achten. Das Fehlen eines ausgedruckten Handbuchs ist ein Witz in dieser Preislage.


    Mechanik


    Das Display kann mehr als ausreichend weit nach unten und oben gekippt werden. Dabei verändert sich, im Unterschied zum alten Eizo Arctic Swing Fuß, der Abstand zwischen Nutzer und Display nicht. Es läßt sich nach rechts und links schwenken und in der Höhe verstellen. Die minimale Höhe des zu sehenden Bildrandes über dem Tisch beträgt 13 Zentimeter. Der Standfuß ist recht tief, der minimale Abstand der Vorderkante des Displays von der Wand beträgt 17 cm.
    Alle Verstellmöglichkeiten sind leichtgängig und trotzdem stabil.
    Auch ist eine Pivot-Funktion integriert - die habe ich aber nicht getestet.


    Zwischenfazit: Der Arctic-Swing-Fuße wie ihn bspw. der S2411 hat, ist endlich Geschichte. Die Verstellung ist meines Erachtens sehr gut. Super wäre es, wenn man den recht hohen Monitor noch ein paar Zentimeter tiefer stellen könnte.


    Anschlußmöglichkeiten


    Das LCD hat einen DVI- (hdcp-fähig) und einen VGA-Eingang, dazu einen USB- und einen Audioanschluß. Sämtliche Test habe ich am digitalen Eingang gemacht.


    Mitgeliefert wird ein Single-Link-DVI-Kabel. Damit kann man max. 1920x1200 Bildpunkte bei 60 Hz übertragen. Das entspricht der maximalen Ausgabefähigkeit des Monitors. Bei 1920x1200-er Auflösung unter Windows kann man nur zwei Herz-Zahlen einstellen: 59 und 60 Hz. Ein Windows-Treiber liegt bei.


    Es gibt 5 Bild-Presets: costum, sRGB, Picture, Text, Movie.
    Mit einer USB-Verbindung zwischen Rechner und Display kann man die beigelegte Steuerungssoftware Screen Manager Pro nutzen. Damit sind Bildeinstellungen nicht nur über das Menü, sondern bequem vom Rechner aus möglich. Auch kann bestimmten Anwendungen ein bestimmtes Bild-Preset zugeordnet werden. Bspw. wird beim Start von Openoffice automatisch auf "Text" umgeschaltet. Das erhöht die Lesbarkeit.


    Der USB-Anschluß dient gleichzeitig als HUB für zwei USB-Geräte. Die Anschlüsse dafür sind umständich auf der Rückseite des Monitors untergebracht. Beim mal-eben-den USB-Stick-Anstecken verstellt man die Monitorposition, kraucht hinter den Monitor und fummelt eine Weile.


    Der Audioanschluß dient den beiden eingebauten Lautsprechern. Die habe ich nicht getestet und werde ich nicht testen. Hier werden am PC Kopfhörern genutzt (Punkt).


    Dank APMichael ist darauf hinzuweisen, daß die Darstellung von HD-Material nur einwandfrei klappt, wenn es über einen Rechner zugespielt wird. Beim Anschluß externer Geräte können Schwierigkeiten auftreten können. Ich übernehme das aus diesem Thread und zitiere APMichael:
    "Der Support hat mir dies bestätigt: 1080p kann der Monitor nicht richtig, da er nur fürs Büro gedacht sei. Ein Firmware-Update wird wohl nicht in Betracht gezogen." Weiteres dort.


    Zwischenfazit: Die vorhandenen Anschlüsse reichen gut für die Nutzung an einem Rechner aus und funktionieren tadellos. Der Screen Manager ist praktisch. Einschränkung: Der USB-Hub taugt nur für fest installierte Geräte.


    Für ein Gerät dieser Preislage hat der S2431 herzlich wenige Anschlüsse und macht vom Hersteller bewußt in Kauf genommene Probleme beim Anschluß externer Geräte. Für 50 Euro weniger gibt es momentan den Benq FP241W. Der hat zusätlich HDMI-, Komponenteneingang und funktioniert mit externen Geräten incl. 1080i. Hier versucht Eizo, den deutlich teureren S2441 zu positionieren. Wer etwas Anderes als einen Rechner anschließen (Spielkonsole) und dabei vielleicht noch HD-Material verwenden will, sollte nicht zum S2431 greifen. Einsatzort des S2431 ist der Schreibtisch.


    Bildqualität


    Die Oberfläche des Displays ist matt und stark entspiegelt. Geräte mit glänzender Oberfläche (bspw. LG L245) haben strahlendere Farben, was gerade Filmen mehr Brillanz verleiht (selbst getestet).
    Vorteil des Eizo ist der Schutz gegen Blenden: Ich habe das Fenster in meinem Zimmer schräg rechts hinter mir, dort fällt genau die Abendsonne rein. Also eine starke Lichtquelle fällt im niedrigen Winkel genau auf das Display. Bei meinen 18-Zoll-Sony mußte ich wegen Blendens die Jalousien runter lassen, beim Eizo spieglet es ein ganz kleines bisschen, die Jalousien bleiben aber oben.


    Besondere Erwähnung muß der Lichtsensor finden. Ist er aktiviert, wird die Helligkeit des Displays in Abhängigkeit von der Umgebung geregelt. Das klappt gerade bei der oben beschriebenen Abendsonne tadellos und ist unheimlich praktisch. Während des Arbeitens mal eben die Helligkeit manuell nachzuregeln, das mache ich eh' nicht.


    Neben den bereits erwähnten Bild-Presets läßt sich beim Eizo-Bild so ziemlich alles einstellen, was ich mir als Nicht-Profi-Graphiker wünsche. Helligkeit, Kontrast, Sättigung, gain, gamma ... . Besonders erwähnenswert ist, daß beim Runterregeln der Helligkeit nicht der Kontrast verändert wird - Farben bleiben abgestuft wahrnehmbar. Das habe ich beim o.g. Benq FP241W auch probiert, da verschwanden bei runtergeregelter Helligkeit manche Farben in einem Einheitsbrei.


    Beim S2411 und beim S2441 kann man bspw. die Gammawerte über einen weiteren Bereich regeln als beim S2431. Für meine Zwecke reicht der einstellbare Bereich des S2431 vollkommen aus. Profi-Graphiker mögen das anders sehen, das kann ich aber nicht beurteilen.


    Hinzu kommt, daß ich unter Windows Vista Farbabstufungen sehe, die mir auf meinem Sony nicht dargestellt werden. Bei Spielen (bspw. Oblivion oder Two Worlds) kommt die sehr gute Graustufenauflösung zum Tragen. Das Bild ist eindeutig besser als bei meinem alten Sony.


    Zwischenfazit: Die Bildqualität ist der absolute Pluspunkt des Monitors, hinzu kommt die kaum spiegelnde Oberfläche und der praktische Helligkeitssensor. Das Bild macht keinen glänzenden Eindruck, es ist eher "reell". Inwiefern Graphiker mit dem Gerät glücklich werden, kann ich nicht beurteilen.


    Größe und Pixelfehler


    Pixelfehler habe ich nicht gefunden.


    Die Entfernung Display - Auge beträgt bei mir ca. 100 cm, ich verwende den Monitor auch für Spiele. Ein auf der ganzen Oberfläche angezeigtes Spiele-Bild kann ich gerade noch so mit einem Blick erfassen. Wenn man sich auf Ausschnitte konzentriert, wäre auch ein größeres Bild denkbar. Für mich persönlich wäre ein größeres beim Spielen zu groß, da man dann den Kopf zu stark bewegen muß.


    Die Darstellung von Schrift unter Windows ist meines Erachtens akzeptabel groß. Für müde Augen abends und sehschwächere Menschen ist es aber besser, den DPI - Wert etwas zu erhöhen.


    Filme und Spiele


    Vom Filme schauen nur ein erster Eindruck: Die Größe ist sehr angenehm, mit dem Preset "Movie" kommen Farben kräftiger rüber.


    Beim Test mit den durchs Bild laufenden Vierecken konnte ich keine Schlieren wahrnehmen, es handelt sich eher um eine Art Nachleuchten des zuletzt gezeigten Umrisses. Das allerdings auf hohem Niveau beim sich am schnellsten bewegenden Viereck.


    Battlefield 2, Two Worlds und Oblivion spiele ich recht häufig. Dabei konnte ich keine Beeinträchtigungen wahrnehmen. Bis auf die typische, mitunter zu beobachtende Bewegungsunschärfe ist alles ok.
    Langsamere Spiele wie Anno1701 sind aufgrund der Größe und der Bildqualität ein Genuß.


    Ich bein kein Profi und auch kein Script-Kid mehr, aber spiele immer mal wieder einen ego Shooter. Dabei merke ich den Unterschied in der Reaktionsgeschwindigkeit zwischen einer Logitech G7 und einer Razer Maus.
    Der Inputlag war nach der Prad-Lektüre meine größte Sorge. Ich sah mich ständig auf eine Ansammlung von Pixeln zielen, während die gesichteten Pixel mich schon in den virtuellen Himmel katapultiert haben.


    Zwischenfazit: Ich merke keine Schlieren und keinen Input-Lag und werde auch nicht nachmessen. Das Gerät ist für meine Zwecke absolut spieletauglich (Punkt).


    Gesamtfazit: Der Eizo S2431W ist für den Anschluß an einen Rechner gut geeignet, für externe Geräte sucht man sich besser etwas Anderes. Die Bildqualität ist sehr gut, der Helligkeitssensor praktisch. Für Spiele auf Nicht-Profi-Niveau ist das Gerät absolut geeignet. Der Preis liegt für die gebotene Ausstattung sehr hoch, dafür ist die Qualität des Gebotenen aber auch hoch. Die 5-jährige Garantie beruhigt. Die Eignung für Bildbearbeitung kann ich nicht beurteilen.


    Wer sich mit dem Rechner-only-Anschluß begnügen und das Geld erübrigen kann, kriegt ein richtig gutes Gerät.


    fred feuerstein


    p.s.: Dank an Legendenkiller für seinen schon veröffentlichten Testbericht. Eventuelle Ähnlickeiten sind hier nicht zufällig ;)

  • Hallo Fred,


    auch dir ein herzliches Danke für den sehr interessanten und ausführlichen Test. Gerade der Vergleich mit deinem 18"er IPS sind mir sehr hilfreich, da bei ich genau den gleichen Wechsel anstrebe.


    Gruß HundHamlet

  • Hallo HundHamlet,


    vielen Dank für die positive Bewertung meines Testberichts !


    Zum Vergleich mit dem alten Monitor:
    Auch jetzt, wo die erste Begeisterung verfolgen ist, bleibt die dargestellte Farbtiefe erstaunlich. Es gibt in vielen Programmen Abstufungen, die mir vorher nie oder nicht so deutlich aufgefallen sind.


    Falls Du spielst: das größere Display bewirkt eine Beruhigung. Ich renne in schnellen Spielen ständig im Sprint durch die Gegend, weil mir alles subjektiv so langsam vorkommt.
    Und den hier irgendwo im Forum zu lesenden Vorteil durch besseres Sehen aufgrund besserer Darstellung kann ich nur bestätigen.
    Mein Scores sind eindeutig besser.


    Gruß


    fred

  • Hallo Fred,


    die Bestellung ist gestern rausgegangen. Den Ausschlag hat bei sommerlichen Temperaturen die positiven Bewertungen des Lichtsensors und der niedrigere Preis zum 11er gemacht. Auch der normale Standfuss dürfte für mich die bessere Wahl sein. Der Monitor wird langfristig sehr wahrscheinlch nur am PC genutzt, dementpsrechend kann ich über den zweiten DVI-Anschluss und Anschlussproblemen bei knapp 200€ Preisunterschied noch hinwegsehen.


    Gerade deine Äußerung bezüglich der Farbtiefe finde ich sehr beruhigend, da ich dank der guten Erfahrung mit meinem IPS-Panel sehr lange auch den 26" Nec im Auge hatte. Leider ist dieser sowohl preislich als auch im wahrsten Sinne des Wortes eine Nummer zu groß für mich (bzw. für meinen Tisch). Ich denke der 31er dürfte nach den ersten Beurteilungen ideal für mich sein, auch wenn ich mich über einen zweiten DVI-Anschluss sehr gefreut hätte.


    Wegen Spiele: Derzeit leider sehr selten, aber dann eher langsamere Sachen wie Civilization. Ich denke gerade Civilization dürfte auf dem breiten Display richtig Spaß machen.



    Gruß HundHamlet

  • Hallo Hundhamlet,


    na, dann bin ich ja gespannt auf Deine Eindrücke ! Ob Du die uns mitteilst? :D


    Zum Lichtsensor: ich hatte gestern nach zwei Stunden ein "ungutes Gefühl" in den Augen - sie waren sehr angestrengt.
    Der Sensor hat dafür gesorgt, daß bei voller Sonneneinstrahlung das Gerät die Helligkeit der Sonne überstrahlt hat...



    fred

  • Schöner und ausführlicher Testbericht, danke fürs Posten! :]


    Voraussichtlich Ende nächster Woche gibts dann auch den Prad-Test als Ergänzung ;)

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    "Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren, die nie ganz verwehen."

  • @ Fred


    meine Eindrücke werde ich bestimmt kund tun, ob es aber ein eigener Test wird bezweifle ich. Bis jetzt überdecken sich meine Eindrücke mit Legendenkiller und deinen, da wird es wohl meinerseits wohl nur kleine Anmerkungen geben :D


    Der Lichtsensor übertreibt es in der Tat, ich empfinde die Helligkeiten auch als deutlich zu hell. Vielleicht gewöhne ich mich über das Wochenende daran, aber bei ausbleibender Besserung werde ich ihn wohl leider ausschalten müssen.


    @ Rinaldo
    Schön zu hören, da bin ich mal gespannt wie sich der Monitor besonders im Vergleich zum 11er schlägt.

  • Quote

    Original von rinaldo
    Schöner und ausführlicher Testbericht, danke fürs Posten! :]


    Voraussichtlich Ende nächster Woche gibts dann auch den Prad-Test als Ergänzung ;)


    Hi Rinaldo,


    ich warte sehnsuechtig auf den versprochenen Test des EIZO S2431.


    Statt dem zweiten Test eines ViewSonic hintereinander haette ich viel lieber den Test des EIZO gelesen.
    Kannst du naeheres zur Veroeffentlichung sagen?

  • Hi Rinaldo,
    wenn Ihr schon keine Antwort geben wollt, so haette ich erwartet, wenigstens den Verweis auf die unverbindlichen Veroeffentlichungstermine zu erhalten. So bin ich nur enttäuscht von Euch Redakteuren.


    Fuer andere interessierte Leser hier der Link:


    Testberichte Vorschau:

  • Ich finde es bei Prad wesentlich sinnvoller einen ordentlichen, vollständigen Bericht abzuliefern, statt wegen eventuell bekanntgegebener Termine unter Druck zu geraten. -Solche mit heißer Nadel gestrickte "Berichte" bringen gar nichts, wie man am jüngsten Beispiel des Chip Testberichts erkennen konnte. -Sieht professionell aus, dummerweise aber voller Fehler, die dann auch noch durch die Punktwertung zum falschen Fazit / Ergebnis führen.

  • @Pharoah: Entschuldige bitte, aber ich lese mir nicht täglich alle Antworten in allen Threads durch; sehe deine Posts jetzt durch Zufall das erste Mal. Wenn Du speziell mir eine Frage stellen willst, dann per PN. Aber wie du siehst gehts mit ein wenig Eigenrecherche noch schneller. Der Test geht online, wenn er fertig ist und die letzten zwei Wochen waren wir mit dem Serverwechsel beschäftigt.

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