NEC 2690WUXi mit Silver Haze Pro und iColor Display kalibrieren

  • Hallo zusammen,


    ich bin absoluter Anfänger und habe mir vor kurzem den NEC2690WUXi und ein Silver Haze Pro mit der iColor Display Software zur Kalibrierung zugelegt. Die Thematik mit der Kalibrierung fand ich ganz interessant, obwohl ich lediglich ein Amateurfotograf bin und das nicht wirklich zwingend benötige.


    Seit einiger Zeit stöbere ich nun durch dieses Forum und das Internet und versuche mich bezüglich der Thematik schlau zu machen. Leider bin ich nirgends so richtig fündig geworden (anfängertauliche Erläuterungen,...) und die Anleitungen zur Software und Monitor habe ich auch schon mehrmals durchgewälzt, aber irgendwie fehlt mir immer noch der richtige Durchblick. Der NEC ist aufgrund der Vielzahl der Einstellungsmöglichkeiten und dem erweiterten Farbraum geradezu ideal für einen Anfänger der sich die Zähne ausbeißen will :) Aber man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen.


    Daher wollte ich an dieser Stelle mal nachfragen, ob sich einer der Profis hier im Forum sich mal erbarmt und mich bei den ersten Schritten bezüglich der Kalibrierung mal an die Hand nehmen kann. Wie stellt Ihr die Optionen im OSD ein? Was nehmt Ihr als Ausgangslage für die Kalibrierung (helligkeit, Kontrast,...)? Wie mache ich am besten die Feinjustage des Gammas? etc....


    Ich habe die ersten versuche natürlich schon hinter mir, habe aber keine rechte Idee, ob der Monitor jetzt so kalibriert ist wie er sollte. Ich habe ja schon gehört, dass die Farben durch die Kalibrierung matter werden, aber bei mir ist eigentlich nur der Mauszeiger strahlend Weiß und der Rest welcher eigentlich ebenfalls weiß sein sollte wirkt eher Hellgrau. Die UGRA-Zertifizierung z.B. wird nicht erfolgreich Durchlaufen (ist das schlimm oder irrelevant für mich)?


    Würde mich über alle Tipps freuen! Gerne auch anfängertaugliche Links, denn mir ist schon klar, das diese Materie sehr komplex ist. Ich will auch keinen Doktor machen, mir reicht es, wenn ich weiß wie ich den Monitor mit den Dingen halbwegs "farbecht" kriege.


    Viele Grüße

  • Hallo Traxer!


    Welche Version der Software benutzt Du?


    Ist AdobeRGB das Kalibrierungsziel?


    Die UGRA-Zertifizierung ist für die Qualität der Kalibrierung schon aussagekräftig. Ist mit deinem Monitor aber anstandslos zu erreichen.


    Grüße
    Winston Smith

  • Hi!


    Ich nutze zur Zeit noch die Version 2 von iColor Display. Und ja, AdobeRGB ist mein Kalibrierungsziel.


    Hm, die UGRA-Zertifizierung "bestehe" ich mit meinen Einstellungen noch nicht, da muss ich wohl wie erwartet noch was Schrauben. Insgesamt finde ich mein jetziges Bild auch rein subjektiv nicht stimmig!


    Viele Grüße

  • Hallo!


    Lad Dir von Quato die Vers. 3.0.4 herunter. Schick eine Mail an Quato mit den Angaben (Nr.) des Kalibriergerätes und bitte um Zusendung der
    Lizensdatei. Dann kannst Du die Neues Version installieren.


    Beim Monitor beschäftige dich mit dem erweiterten OSD (Input u. Start).


    Die Einstellmöglichkeiten für Gamma, Farbtemperatur, Farbkanäle,
    Helligkeit u. Kontrast sind wichtig.


    Melde Dich wenn die aktuelle Software installiert ist.



    Grüße
    Winston Smith

  • Hi,


    so ich habe nochmal etwas rumprobiert und nun siehts besser aus!!!
    Das Gamma habe ich über das "Colorcomp Level 5" auf genau 2.2 hinbekommen und die Farbtemperatur 6500K habe ich manuell mit R:224 G:237 B:244 hinbekommen. Die Helligkeit steht allerdings auf 5,2%.


    Jetzt sieht das Bild auch subjektiv stimmiger aus und die UGRA Zertifizierung habe ich auch "bestanden".


    Falls jemand noch Anmerkungen und Vorschläge hat, bin ich natürlich noch weiter daran interessiert.


    Viele Grüße

  • Hallo traxer!


    Ist doch bestens. Je genauer die manuellen Voreinstellungen, je besser
    wird das Profil.


    Wenn Du Lust hast, kannst Du das Ganze noch mit sRGB für den Normal-gebrauch durchspielen.


    Für Fotoarbeiten ist AdobeRGB natürlich die bessere Lösung.


    Denk daran: Unter Photoshop:Bearbeiten-Farbeinstellungen
    Einstellungen : Eigene
    RGB : AdobeRGB


    Autostart überprüfen. Adobe Gamma deaktivieren.


    Viel Spaß weiterhin.


    Grüße
    Winston Smith

  • Hi!


    Das mit dem sRGB werde ich nochmal ausprobieren, aber muss ich dafür nicht wieder die ganzen Monitoreinstellungen ändern und bekomme Probleme mit dem AdobeRGB-Profil? Oder biegt das neu zu erstellende Profil das mit den aktuellen Einstellungen hin? Irgendwie ist mir die Funktionsweise da noch nicht ganz klar...


    Durch die Monitoreinstellungen kann ich doch meinen eigentlichen Rahmen definieren (Farbtemperatur, Gamma,...) und durch die Kalibrierung wird ein Profil erstellt, welches doch eine Art Finetuning ist, und die LUT der Grafikkarte im rahmen der Möglichkeiten "umbiegt", oder hab ich da einen Gedankenfehler? Ansonsten wären die Monitoreinstellungen doch irrelevant und alles könnte über eine Veränderung der Grafikkarten LUT stattfinden ?(


    Gibt es eigentlich ein Programm mit dem ich zwischen unterschiedlichen Profilen bequem hin- und herschalten kann, ohne jedesmal den Rechner neu zu starten bzw. mich neu anzumelden?


    Viele Grüße

  • Hallo Traxer!


    Für das sRGB Profil muß eventuell die Einstellungen gändert werden.
    Wahrscheinlich kommst Du aber mit den RGB-Voreinstellungen hin.
    Probieren.


    In deinen Überlegungen ist kein Denkfehler. Allerdings, je besser die
    Voreinstellungen, je weniger muß am LUT der Grafikkarte geändert werden.


    Die Kurve der Grafikkarte kannst Du doch unter Feineinstellungen kontrollieren.


    Ob es ein Programm für die Umschaltung gibt ist mir nicht bekannt.
    Du kannst doch das Profil mit der IColor-Software aktivieren.


    Grüße
    Winston Smith

  • Hi!


    Na da bin ich froh, dass ich nicht meilenweit daneben lag mit meinen Überlegungen :)


    Die Kurve der Grafikkarte lag ziemlich genau auf der Geraden - wenn ich das richtig gedeutet habe! Das mit dem sRGB Profil teste ich heute Abend mal, dann kann ich auch die IColor Software 3 installieren. Den Punkt, wo ich die Profile auswählen kann, muss ich nochmal suchen, zumindest in der 2er Version habe ich den (noch) nicht entdeckt.


    Verwirrend für einen Anfänger finde ich die vielfältigen Möglichkeiten z.B. den Gammawert zu justieren. Als ich den Wert auf 2,2 im OSD gestellt habe lag ich immer bei 2,17. Durch Anpassung des Colorcomp Levels, was ja eigentlich zur gleichmäßigen Ausleuchtung zuständig ist kam ich dann letztlich auf den genauen Wert. Ich denke aber ich hätte genauso gut an 5 anderen "Schrauben" drehen können - die vielleicht besser geeignet gewesen wären!?


    Nun ja subjektiv und auch messtechnisch sieht das Bild nun ganz gut bzw. stimmig aus. Ich werde mal an verschiedenen Stellen des Monitors Messungen durchführen um zu sehen wie gleichbleibend alles ist.


    Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für Deine Hilfen und Tipps!

  • Hallo Traxer!


    Mit der Bedienung ist Deine eigene Schuld. Du hast Dir eine Rakete
    von Monitor ausgesucht und eine Rakete ist etwas schwieriger zu
    handhaben als ein Kleinwagen.


    Wenn Du den Gamma-Wert auf 2,17 einstellen kannst ist das gut.
    Den Rest erledigt die Kalibration. Das brauchst Du keine Handstände
    mehr zu machen.


    Viel Spaß weiterhin.


    Grüße
    Winston Smith

  • Quote

    und durch die Kalibrierung wird ein Profil erstellt, welches doch eine Art Finetuning ist, und die LUT der Grafikkarte im rahmen der Möglichkeiten "umbiegt", oder hab ich da einen Gedankenfehler?


    Das Profil beinhaltet noch die Beschreibung des Monitorfarbraumes, damit FM fähige Software, zusammen mit dem Quellfarbraum des Bildes, das korrekte Mapping der RGB Werte (die für sich genommen ja keine Aussagekraft haben) durchführen kann. Du kalibrierst ja nicht auf einen bestimmten Fabraum (wobei man z.B. im LCD-TV Bereich tatsächlich diesen Weg beschreitet, da man hier ja verständlicherweise eben keine Profile nutzen kann).


    Gruß


    Denis

  • Winston Smith:
    ich will ja auch gar nicht klagen ;) Ich bin mit dem Monitor sehr zufrieden und wusste ja auch worauf ich mich da einlasse... :D


    Trotzdem kann es ja nicht Schaden, mal andere Besitzer eines solchen Gerätes zu fragen, wie die das Handhaben und welche Schrauben die so drehen. Als Anfänger ist es auch schwierig zu beurteilen inwieweit eine Abweichung zu tolerieren ist und ab wann sich daraus eine größere Ungenauigkeit ergibt.


    Ich denke aber mit dem jetzigem Ergebnis kann ich mit meinen Zwecken mehr als gut Leben. Interesse und spaßeshalber probiere ich aber noch etwas herum.


    Viele Grüße

  • Naja, platt gesprochen heißt das doch:


    - Monitoreinstellungen werden über das OSM vorgenommen um den "groben" Rahmen meines angestrebten Kalibrierungsziels vorzugeben wie z.B. Farbraum, Farbtemperatur, usw... Liege ich hier zu weit daneben, kann keine entsprechende bzw. ausreichende Korrektur über die Grafikkarten-LUT erfolgen. Ansonsten bin ich recht nah an meinem eigentlichen Ziel.


    - Die Kalibrierung prüft auf "kleinere" Abweichungen von dem gemessenen Ist-Zustand (Monitoreinstellungen) zum Soll-Zustand (eingestelltes Kalibrierungsziel) und schreibt ein Profil (Grafikkarten LUT und sonstige Daten) welches mich zu meinem eigentlichen Ziel: einem gemäß dem Kalibrierungsziel kalibrierten Monitorbild bringt.


    - In diesem Profil liegen neben der Graka-LUT noch weitere Informationen, welche entsprechende Software ala Photoshop dazu nutzt, Bilder welche ja nun wieder entsprechende Farbprofile mitliefern (können) "farbecht" unter Berücksichtung meiner aktuellen Einstellungen anzuzeigen. Bleibt die Frage wie die Daten der Bilder, welche ich z.B. mit meiner Kamera mache richtig umgesetzt werden können. Ich kann dort ja Farbräume vorgeben wie. z.B. AobeRGB und auch die RGB-Werte anpassen. Die Frage ist dann natürlich, wie kalibriere ich die Kamera so, dass die Werte der "Wirklichkeit" entsprechen? Die Umsetzung erfolgt dann wahrscheinlich: Quelldaten mit Profil => Umrechnung in z.B. den Standard von AdobeRGB => Umrechnung mit Profildaten des Monitors => Bild


    Oder hab ich jetzt irgendwas falsch verstanden?

  • Hallo traxer!



    Doch das ist es eigentlich, vereinfacht ausgedrückt.


    Die Kamera muß Du natürlich auf Adobe RGB einstellen.Viele Kameras bieten
    die Möglichkeit.


    Es ist auch noch RAW möglich, aber dann muß man sich genauer mit RAW
    beschäftigten.


    Eine Kalibrierung der Kamera ist nicht erforderlich. Wenn die Kamera auf
    Adobe RGB eingestellt ist, fotografierst Du schon im richtigen Farbraum.


    Grüße
    Winston Smith

  • Quote

    Original von Winston Smith
    Eine Kalibrierung der Kamera ist nicht erforderlich. Wenn die Kamera auf
    Adobe RGB eingestellt ist, fotografierst Du schon im richtigen Farbraum.


    Hm, da tauchen dann doch zwei Fragen auf:


    1.) Müsste die Kamera nicht auch kalibriert werden? Ich meine, wenn ich den Farbraum wie z.B. AdobeRGB vorgebe, benötige ich dann nicht trotzdem noch ein individuelles Profil der Kamera um die Daten umzurechnen? Ansonsten würde das doch indirekt bedeuten, dass die Kameradaten der Referenz des Farbprofils entsprechen, also keinlerei Ungenauigkeit haben ?(


    2.) Falls es doch eine Art "Profil" (also doch mehr als nur die Info des Farbraumes) für das Kamerabild gibt, wird das automatisch von der Kamera dem Bild hinzugefügt?

  • Hallo Traxer!


    Die Kamera muß nicht kalibriert werdeb. Der Farbraum reicht.


    Es werden den Fotos sog. Exif-Datein zugefügt. Die Dateien werden
    automatisch zugefügt und von Photoshop ausgelesen.


    Es sei denn, deine Kamera verfügt nicht über die Möglichkeit oder Du hast es Im Kameramenü deaktiviert.



    Grüße
    Winston Smith

  • Ich habe im Internet unter dem Begriff "Farbmanagement" nun doch noch einige sehr aufschlussreiche Seiten gefunden. Dort wird allerdings bei semiprofessionellen und professionellen Kameras eine Kalibrierung empfohlen, was eigentlich auch logisch klingt. (Warum sollte das bei einer Kamera anders sein als bei einem Scanner, Monitor oder Drucker?)


    Da gibt es eine Art Referenzplatte, welche fotografiert werden muss. Dieses Bild wird dann von einer speziellen Software ausgewertet (Abgleich gegen die Referenzwerte) und es wird ein ICC-Profil für die Kamera erstellt. Die Abweichungen der Bilder mit und ohne Profil waren schon teilweise beachtlich. Ob das allerdings für einen Amateur erforderlich ist..? Aber die Frage gehört eher in ein Forum für Fotografie!


    Die EXIF Daten enthalten fotospezifische Daten wie Blende, Blichtungszeit, usw....


    Der Monitor passt auf jeden Fall schon mal, der Rest wird sich ergeben!


    Vielen Dank nochmal!