Adobe-RGB oder sRGB-Monitor?

  • Hi Winston,


    wobei ich mir jetzt kein Gerät kaufen würde, dass erst in ein paar Jahren seine volle Leistung entfaltet... Bis AdobeRGB als Standard-Windows Farbraum verwendet wird (wovon ich nicht ausgehe), werden sicherlich noch Jahre vergehen... Außerdem gibt es ja schon jetzt Tendenzen zu andere Farbräume, die weit mehr Farben als AdobeRGB abdecken können. Da hilft dann sogar ein aktuelles Wide-Gamut Display auch nichts mehr... Gerade mit dem Umstieg auf die LED-Technik wird sich hier garantiert etwas tun.
    Davon abgesehen gibt es auch einen Trend zu 3D-fähigen Displays (Stichwort: Polarisations- oder Shutterbrille). Da würde jeder aktuelle LCD "entsorgt" werden müssen... Ohne min. 120Hz Bildwiederholfrequenz wird das nicht möglich sein.
    Jeder muss selber wissen was er für richtig hält, aber ich habe in meinen 34 Jahren Lebenserfahrung (davon 28 mit Computererfahrung) gelernt, dass die Bedeutung des Wortes "Zukunftssicherheit" im technischen Bereich eine andere ist. ;)
    Gerade bei Displays nimmt der Anteil der Wide-Gamut Displays zu... vermutlich aber nur aus Marketinggründen.. die entsprechenden Werte sehen auf dem Papier immer besser aus. Wie bei Digitalkameras bzgl. Megapixelwahn...


    Viele Grüße
    Tobias

  • "Die Darstellung im sRGB Farbraun ist nicht ganz so gut, wie bei einem Monitor ohne erweiterten
    Farbraum (z.B. Eizo 2431) aber ohne weiteres akzeptabel"
    Hallo Winston!
    Du hast vielleicht recht, nur hast du vergessen das der EIZO 2431 meinen zur Verfügung stehenden Etat um 200.- Euro übersteigt. Der ist also schon mal für mich gestorben.
    Was bleibt also nun noch in dem Bereich bis 500/550.- Euro?
    Viele Grüße!
    Rüdiger

  • Hallo Rüdiger!


    In dem Preisbereich gibt es eigentlich nur drei Möglichkeiten:


    HP 2475 Wide Gamut


    Dell 2709 Wide Gamut


    NEC 24 WMGX kein Wide Gamut


    Ich würde -für deine Anwendungen- einen Wide Gamut Monitor vorziehen.



    Grüße


    Winston Smith

  • Wie ich bereits geschrieben habe gibt es auch den HP LP2465 - ca. 450€. Ein reines sRGB-Gerät.


    Aber ich kann Deine Logik immer noch nicht nachvollziehen 8|
    Warum soll sich jemand der ausschließlich im sRGB-Modus arbeitet ein Wide-Gamut Display kaufen und sich dadurch nur Nachteile einfangen? Außerdem kannst Du bei den von Dir vorgeschlagenen Wide-Gamut Displays noch mal 150€ für ein Colorimeter drauflegen...
    Wie wäre es mit einer Begründung Deiner Meinung? So kann ich Deinen Gedankengängen leider nicht folgen...


    Viele Grüße
    Tobias

  • Vielleicht sollte Rüdiger nochmal spezifizieren, wie sein Workflow aussieht.
    So wie ich ihn verstanden habe, will er das ähnlich wie ich angehen und sich bzgl. Farbraum alle Optionen offen halten.
    Wenn ich das allerdings falsch verstanden haben sollte und er aus dem RAW gleich ein sRGB generiert, würde sich ein Wide Gamut Display erübrigen.


    Gruss


    Wahrmut

  • Hallo tobias123!


    Meine Meinung habe ich vorher schon begründet.


    Rüdiger hat schon einen Colorimeter.


    Ob Du meinen Gedankengängen folgen kannst oder nicht, ist für mich von ausgesprochen gemäßigten Interesse.


    Grüße


    Winston Smith

  • Hallo waso!


    Wenn man schon im RAW-Workflow arbeitet ist es doch eigentlich selbstverständlich, daß man sich alle Optionen offenläßt. Es ist doch unsinnig, seine Möglichkeiten von vorneherein selbst zu beschneiden.


    So wie Du deine Arbeitsweise beschrieben hast, ist es schon ziemlich ideal. Rüdiger wäre gut beraten, sich daran zu halten.


    Grüße


    Winston Smith

  • Hallo Leute!
    Um meinen Workflow noch einmal zu spezifizieren kann ich folgendes sagen: im Moment arbeite ich im sRGB-Farbraum. Gezwungenermassen da mein Monitor ohnehin nichts anderes kann.
    Ich möchte aber nicht ausschliessen das ich in naher Zukunft auf den Adobe RGB-Farbraum wechseln werde. Ich müsste vielleicht nur einmal den Unterschied sehen. Wenn mich das Ergebnis überzeugt würde ich natürlich auch sofort wechseln.
    Bisher betrachte ich meine Bilder hauptsächlich auf dem Monitor, lasse die besten Fotos groß ausdrucken und zeige sie vor Publikum auf einem Beamer. Von Zeit zu Zeit gebe ich allerdings auch mal ein paar Aufnahmen an eine Druckerei. Allerdings eher selten. Das ist im Wesentlichen mein Workflow.
    Rüdiger

  • Hallo Leute!
    Um meinen Workflow noch einmal zu spezifizieren kann ich folgendes sagen: im Moment arbeite ich im sRGB-Farbraum. Gezwungenermassen da mein Monitor ohnehin nichts anderes kann.
    Ich möchte aber nicht ausschliessen das ich in naher Zukunft auf den Adobe RGB-Farbraum wechseln werde. Ich müsste vielleicht nur einmal den Unterschied sehen. Wenn mich das Ergebnis überzeugt würde ich natürlich auch sofort wechseln.
    Bisher betrachte ich meine Bilder hauptsächlich auf dem Monitor, lasse die besten Fotos groß ausdrucken und zeige sie vor Publikum auf einem Beamer. Von Zeit zu Zeit gebe ich allerdings auch mal ein paar Aufnahmen an eine Druckerei. Allerdings eher selten. Das ist im Wesentlichen mein Workflow.
    Rüdiger

    Ich selber arbeite ausschließlich im sRGB-Modus und kann daher nicht sagen, wie groß der Unterschied zum AdobeRGB-Farbraum ist. Laut diesem Artikel: ist er minimal.

  • Hallo Winston,

    Hallo waso!


    Wenn man schon im RAW-Workflow arbeitet ist es doch eigentlich selbstverständlich, daß man sich alle Optionen offenläßt. Es ist doch unsinnig, seine Möglichkeiten von vorneherein selbst zu beschneiden.


    So wie Du deine Arbeitsweise beschrieben hast, ist es schon ziemlich ideal. Rüdiger wäre gut beraten, sich daran zu halten.

    es gibt auch noch die Möglichkeit, auf den erweiterten Farbraum (Pro Photo etc.) zu verzichten um nur die Dynamikvorteile von RAW gegenüber JPEG zu nutzen.


    Laut diesem Artikel: ist er minimal.

    Kann man halt so pauschal nicht sagen - es hängt immer von den eigenen Motiven und deren Farben ab.
    Man sollte sich mal die Farbräume sRGB und AdobeRGB genau anschauen und beurteilen, ob man in der Differenz beider Farbräume zueinander, für sich selbst relevante Farben entdeckt die man später gerne noch bearbeiten möchte und sichtbar machen will.
    Bei meinen Unterwasser Bildern nerven mich immer die in sRGB fehlenden Orangetöne und bei meinen Macros die fehlenden Grünanteile, bei vielen 'Alltagsbildern' mag das aber nicht weiter ins Gewicht fallen.


    Gruss


    Wahrmut

  • Hallo Tobias,


    Vorweg: Ich stelle meine Kameras auf Adobe RGB, fotografiere aber überwiegend RAW. Weiterverarbeitung Lightroom & die CS2-Flöte.


    So ganz einverstanden bin ich nicht, was deine Einschätzung bezüglich der Verwendung von unkalibrierten Monitoren angeht - es sei denn, du nennst Ross und Reiter. Ein bisschen Ross hast du schon genannt, denn oben hast du 3 Grafiken gezeigt, die die Farbdarstellung von 3 Monitoren zeigen - dabei den Eizo S2431. Den hatte ich mir nämlich auch zugelegt, nachdem ich von meinen guten alten Eizo F931 kommend - markentreu - mir einen "besseren" TFT zugelegt habe. Ergebnis: unkalibriert nicht verwendbar, aber dann auch nicht korrekt kalibrierbar, d.h. Bilder im Print sahen auch nach verzweifelten Kalibrierversuchen anders aus als am Bildschirm: im Print die Gesichter rotstichig. Ursache ist m.E. die viel zu "weiße" Hintergrundbeleuchtung , die ca. 10000 K reinhaut, wobei der hohe Blauanteil (siehe auch das von dir oben gezeigte Diagramm) dem TF-Panel das Leben schwermacht. Ich könnte jetzt noch paar Monitore von diversen Herstellern aufzählen: Siemens Fujitsu - da möchte ich dir recht geben, mein Macbook sicher auch - so etwa, einen LG hier, na ja, so lala. Natürlich hab ich sie dann alle doch kalibriert - man möchte ja am einen Bildschirm etwa das gleiche sehen wie am anderen.


    Da ich nun auch Quato kenne und mir das reine Licht der Backpanels angeguckt habe: Wide Gamut ist was Feines, wenn die Lichtquelle stimmt. Weil dann hat man eben alle Optionen. Und es stimmt dann mitnichten, dass man damit sRGB-Bilder falsch dargestellt bekommt. Ich muss Bilder für Foto-Prints entwickeln, aber zu 90% eben auch Sachen, die gehen ausschließlich ins Web. Bilder, die man als "Gute Fotos" verkaufen will, sollen eben auch das Mögliche an Farbraum abbilden können. Wers wissen will, soll sich demnächst mal ein Körbchen Erdbeeren fotografieren und dann damit üben.


    Fazit: Der Begriff "Wide Gamut" allein ist ungfefähr so hilfreich wie "Maximale Pixelzahl" bei den Kameras. Eine alte 6 MPix EOS 300D macht selbst mit ner Billigscherbe dran allemal die deutlich besseren Bilder als jede 12 MPix - Bridge - ohne wenn und aber.


    Ähnlich siehts halt bei den Schirmen aus: Ein Bildschirm, den man mit Gewalt auf hohe Helligkeit und Wide Gamut getrimmt hat, ist dann verglichen mit nem soliden sRGB-Moni eben auch nur ein Gimmick-Protz, aber noch lang kein vertrauenswürdiger Bildschirm.


    Was nun? Mein Rat: In den Laden gehen, eigenes Bild auf nem Stick mitnehmen, ein Print-Foto dazu (man kann ruhig die Normbilder nehmen, die z.B. von Saal verteilt werden) - hoffen, dass das Umgebungslicht leidlich neutral ist und selber gucken.


    Rudolf

  • "Was nun? Mein Rat: In den Laden gehen, eigenes Bild auf nem Stick mitnehmen, ein Print-Foto dazu (man kann ruhig die Normbilder nehmen, die z.B. von Saal verteilt werden) - hoffen, dass das Umgebungslicht leidlich neutral ist und selber gucken."

    Hallo Rudolf! Dein Vorschlag ist zwar prinzipiell sehr gut aber leider (zumindest in meiner Region) nicht durchführbar. Eine einigermassen große Auswahl an Monitoren bieten bei uns nur der Media Markt und Saturn. Und beide haben ausschließlich die Billigschiene. Da findest du keinen HP 2475 oder geschweige denn noch anspruchsvollere Geräte. Eizo z.B. kennen die Verkäufer nur vom Hörensagen. Also muss man sich bei seiner Kaufentscheidung ausschließlich auf Tests und Foren im Internet verlassen. Und da, wie man ja auch hier ganz deutlich lesen kann, gehen die Meinungen ja doch sehr weit auseinander. Das trägt für einen Laien auf dem Gebiet dann vermehrt zur Verwirrung bei. Ich werde also weiterhin lesen und grübeln müssen ;-)

  • Hallo Ramesse1



    Bei dir ist doch die Frage, in welchem Farbraum du arbeitest bzw. in Zukunft arbeiten willst.


    Die Entscheidung kann dir doch niemand abnehmen, daß kann Du doch nur selbst wissen


    Grüße


    Winston Smith

  • Hallo Winston Smith!
    Ich habe immer noch an einem Problem zu knabbern: Ich sehe noch nicht ganz den Sinn des erweiterten Farbraums wenn doch außer meinem Monitor alle anderen Geräte (Drucker, Beamer und Laptop) nur sRGB können. Macht es dann wirklich Sinn auf Adobe RGB zu wechseln, wenn doch nach den Aussagen einiger Forumsteilnehmer das Ergebnis auf diesen Geräten deutlich schlechter aussieht als auf meinem Gerät zuhause?
    Es ist wirklich schade das ich den Unterschied vorher nicht mal irgendwo sehen kann. Das würde meine Entscheidung natürlich erheblich erleichten.
    Viele Grüße!
    Ramesse

  • Hallo Ramesse!


    Stell dir das bitte nicht so vor, daß dir der Unterschied sofort ins Auge sticht. Bei vielen Bildern ist praktisch kein Unterschied zu sehen. Es macht sich bei den Zwischentönen (Türkisbereich, Orangebereich) bemerkbar.


    Wenn Du so unsicher bist, dann bleibst es dir überlassen weiter im sRGB Bereich zu arbeiten. Man sollte sich doch aber die Option offenlassen, in dem AdobeRGB Farbraum zu wechseln.


    Es gibt auch Belichter, die Fotos im AdobeRGB Farbraum ausdrucken. Grundsätzlich sollte man einen Workflow nach seinen Bedarf einrichten und nicht wie Bilder auf Geräten anderer Teilnehmer aussehen.


    Ich sehe wirklich nicht wo das Problem ist. Kauf dir einen vernünftigen Wide Gamut Monitor, kalibriere ihn und arbeite vorläufig unter Photoshop im sRGB Farbraum. Auf AdobeRGB zu wechseln, steht dir doch dann immer


    noch offen.


    Grüße


    Winston Smith