Lohnt sich ein Mischbetrieb aus IPS und S-PVA Monitoren in Bezug auf Homogenität?

  • Hallo,
    ich möchte mir einen neuen Arbeitsplatz für Videoschnitt und Bildbearbeitung einrichten.
    Dazu möchte ich mir einen Nec PA301 für die Mitte und jeweils einen Nec 2190 UXP für links und rechts zulegen.
    Die Frage dabei ist nur wie gut die Monitore vom Bild her zusammenpassen. Da der 2190UXP ja ein reiner SRGB Monitor auf S-PVA Basis ist und der PA301 ein Wide Gamut IPS Panel besitzt.


    Es wäre einfach blöd, wenn man am Ende davor sitzt und den Eindruck hat das auf dem Bild des 2190er ein Grauschleier drauf liegt, falls der PA301 vom Bild sehr viel besser sein sollte. Denn dann würde ich die 2190er anschließend gegen etwas passenderes austauschen und hätte eine Menge Geld verbrannt. Leider gibt es ja den 2190 UXI nicht mehr, der würde wahrscheinlich besser passen als der UXP, da der ja auch ein IPS Panel verbaut hatte.


    Von daher die Frage an euch, passt das alles so zusammen für ein 3 Schirm Betrieb und ich mach mir einfach zu viele Gedanken darum oder sollte ich besser etwas anderes nehmen?


    Falls der PA301 doch noch länger auf sich Warten lässt, würde ich mir erstmal den PA241w zur Überbrückung holen, der dürfte ja die Gleiche Bildqualität haben.

  • S.K.


    Die S-PVAs unterscheiden sich zunächst schon mal durch den besseren Schwarzwert und den geringer ausgeprägten Kristallin-Effekt von den IPS-Panels. Erschwerend kommt hinzu, dass die NEC 30"er ein (WideGamut) H-IPS verwenden, welche einen subjektiv intensiveren Farbeindruck speziell im Grünbereich erzeugen.


    Ein subjektiv 100% homogenes Gesamtbild wirst du mit deiner Monitorkonstellation somit selbst dann nicht erreichen, wenn die Geräte einheitlich kalibriert wurden (eine Farbkalibrierung via Colorimeter ist beim Multimonitorbetrieb sowieso Pflicht, wenn du ein möglichst homogenes Gesamtbild erreichen willst).


    Wenn du bei deiner 1x30" + 2x21" Kombination bleiben willst, empfehle ich auf Geräte mit gleicher Panelart zurückzugreifen. Denkbar wäre die Kombination aus einem EIZO SX3031W (30" S-PVA) und zwei EIZO S2100 (21" S-PVA) oder wahlweise zwei NEC 2190UXp (21" S-PVA).


    Generell solltest du aber auch andere Montorkombinationen in Betracht ziehen. Für die Videobearbeitung wäre ein Multimonitorbetrieb mit mehreren identischen Geräten (z.B. zwei oder drei 24"er im Widescreen-Format) wahrscheinlich eh sinnvoller als dieser 30"/21" Monitormix.


    Gruß

  • Der Vorteil an den 21" Monitoren ist, das sie in Pivot genau an der Kante vom 30"abschließen, da beide 1600 Pixel in der Höhe haben.
    Am 30" von Eizo stört mich das er einen Lüfter eingebaut hat und somit Geräusche von sich gibt.
    Aber vielleicht hast du Recht und ich würde mit 3x24" besser bei weg kommen oder ich ersetzt den PA301 durch einen Foris von Eizo, allerdings find ich den total häßlich mit den Lautsprechern dran. Nur hätte ich dann ein Homogenes Bild, auf kosten von weniger Platz für die Timeline.


    Da die Monitore aber zu 70% für Photoshop verwendet werden, würdet ihr aufgrund der besseren Homogenität dann den FX2431 dazu empfehlen, oder sollte ich lieber bei H-IPS mit dem Nec bleiben?

  • Quote

    Dazu möchte ich mir einen Nec PA301 für die Mitte und jeweils einen Nec 2190 UXP für links und rechts zulegen.
    Die Frage dabei ist nur wie gut die Monitore vom Bild her zusammenpassen. Da der 2190UXP ja ein reiner SRGB Monitor auf S-PVA Basis ist und der PA301 ein Wide Gamut IPS Panel besitzt.


    Multimonitor-Matching von Geräten mit stark unterschiedlichem Spektrum ist tatsächlich ein Problem. Auch wenn ein geeignetes Meßgerät (bzw. ein Colorimeter mit entsprechenden Korrekturen) verwendet wird, wird es in der Konfiguration von non WCG-CCFL und WCG-CCFL Bildschirm zu Abweichungen kommen, die sich gut sichtbar in einem visuell unterschiedlichem Weißpunkt äußern, obwohl meßtechnisch kein Unterschied feststellbar ist. Das Problem sind Abweichungen zwischen der standardisierten Beobachterfunktion (2 Grad Beobachter der CIE) und sich selbst als Beobachter (Beobachtermetamerie). Bei den CGs greift Eizo daher für ein Multimonitor-Setup auf die Beobachterfunktion des 10 Grad Beobachters zurück, die in diesem Fall zumindest eine deutlich bessere Übereinstimmung ergibt. Die Profilierung wird, gemäß dem ICC Workflow, wieder mit dem 2 Grad Beobachter durchgeführt. Für den Einsatz von anderen Bildschirmen empfehle ich daher einen visuellen Abgleich, d.h. man wird meßtechnisch bei unterschiedlichen Weißpunkten für beide Geräte landen. Das verhindert zumindest unschöne Irritationen.


    Gruß


    Denis

  • Demzufolge wäre es also nicht gut einen SRGB TFT mit einem RGB TFT zu kombinieren. Denn wenn ich die Monitore unterschiedlich kalibriere, damit es beim Arbeiten nicht zu Irritationen kommt, habe ich doch spätestens beim drucken ein Problem, wo die Farben dann anders aussehen, als auf dem Monitor. Falls ich dich Richtig verstanden habe. Somit kann ich dann wählen ob der Weißpunkt messtechnisch richtig gesetzt wird, was korrekte Farben beim drucken bringt, allerdings komisch beim arbeiten aussieht oder ich pass den Weißpunkt einigermaßen aneinander an, um ein homogenes Bild zu bekommen, und verwende nur noch einen Monitor für das zu bearbeitende Foto, etc. und benutze die anderen beiden Monitore an den Seiten als Palettenmonitor.
    Gibt es denn noch TFTs mit 1200x1600 Pixeln mit Wide Gamut Panels für RGB und SRGB?


    Falls nicht würde sich der Kauf eines 2190uxp aus heutiger Sicht für die Bildbearbeitung überhaupt noch lohnen?
    Für den Videoschnitt sehe ich da bis auf die fehlende 48 und50Hz Unterstützung beim 2190uxp kein Problem.

  • S.K. :


    Du sollst die Monitore nicht 'unterschiedlich' kalibrieren. Die Geräte müssen in jedem Fall auf den selben Farbraum kalibriert werden. Dennoch - und das ist der springende Punkt - wirst du beim Einsatz unterschiedlicher Panelarten bzw. unterschiedlicher Spektralkathoden/Filter für die Gamuterweiterung ein subjektiv inhomogenes Gesamtbild erfahren - ob kalibriert oder nicht.


    Als mögliche Zwischenlösung käme ein Multimonitorbetrieb mit mehreren der neuen 27"ern mit der hohen Auflösung von 2560x1440 Pixeln in Frage. Beispielsweise dem NEC PA271W, dem NEC SpectraView Reference 271 oder dem neuen Apple 27"er. Da wär dann auch genug Platz für die Timeline pro Monitor.


    Ein Mutlimonitorbetrieb mit drei 27" NEC SpecrtaView Reference 271 wäre zwar erstmal eine (relativ) kostspielige Anschaffung - würde mittel- bis langfristig aber alle Anforderungen/Erwartungen bezügl. der professionellen Nutzung voll erfüllen....

  • Quote

    Du sollst die Monitore nicht 'unterschiedlich' kalibrieren. Die Geräte müssen in jedem Fall auf den selben Farbraum kalibriert werden


    Auf einen Farbraum ist insofern etwas mißverständlich, weil es außer bei Geräten mit Farbraumemulation (und auch da nur optional) ja zu keinen zielführenden Transformationen über die Grafikkarten-LUT kommt, die den Farbraum in Richtung irgendeines Arbeitsfarbraums einschränken würden. Letztlich geht es nur darum, den Bildschirm neutral in Bezug auf den den gewählten Weißpunkt zu bekommen und meine gewünschte Gradation zu erreichen. Beides darf von den für den jeweiligen Arbeitsfarbraum empfohlenen Vorgaben abweichen (auch die Gradation - hauptsache, die aktuell Vorliegende ist durch das ICC-Profil dem Farbrechner bekannt). Weißpunkt richtet sich nach den (im Idealfall stabilen) Abmusterungsbedingungen, was i.d.R. auf "irgendwas" im Bereich von 5000-6500K hinauslaufen wird. Ich verwende hier z.B. D50 Normlicht und habe meinen Bildschirm auf 5800K kalibriert. Beim Matching von Geräten mit stark unterschiedlichem Spektrum wird es dann darauf hinauslaufen, dass beide Geräte auf einen meßtechnisch verschiedenen Weißpunkt kalibriert werden - die Lösung bei den CGs mal ausgenommen.


    Quote

    Denn wenn ich die Monitore unterschiedlich kalibriere, damit es beim Arbeiten nicht zu Irritationen kommt, habe ich doch spätestens beim drucken ein Problem, wo die Farben dann anders aussehen, als auf dem Monitor


    Es geht hier um allgemeine Einschränkungen der aktuellen Farbmetrik. Du kannst schon auch gleichzeitig mit einem CCFL und WCG-CCFL Bildschirm arbeiten, aber in so einem Dual-Screen Setup werden diese Einschränkungen besonders schön deutlich. Es ist ja nicht so, dass der 2 Grad Beobachter in einem Single-Screen Setup nun automatisch deiner "persönlichen Bewertungsfunktion" perfekt entspräche. Die Frage ist, ob man bei einem Neukauf nicht lieber grundsätzlich auf ähnliche oder gar gleiche Geräte zurückgreifen sollte. Nicht nur aus farbmetrischen Gründen.


    Wichtig ist aber in jedem Fall ein geeignetes Meßgerät, die Einschränkungen der Consumergeräte sind ja in den aktuellen Testberichten entsprechend erläutert (z.B. hier). Möchtest du also z.B. den gewünschten NEC PA über SpectraView II hardwarekalibrieren, benötigst du entweder ein Spektralfotometer, oder das modifizierte EyeOne Display2 von NEC. Innerhalb der Software werden keine Korrekturen implementiert.


    Gruß


    Denis

  • Danke für eure Antworten und Hilfe.


    Ich hatte mal einen 2707 von Dell, der war von der Größe her super. Allerdings wären mir drei PA271W zuviel des Guten, auch rein platztechnisch.
    Somit würde ich mir bei 3 identischen Monitoren entweder 3 PA241W oder 3 FX2431-SR zulegen.
    Laut eurem Testbericht zum PA241W scheint der Monitor abseits der üblichen 60Hz Probleme zu bekommen und kann 48 und 50 Hz nicht Judderfrei wiedergeben. Hingegen hat der Foris einige Schwächen bei den Blautönen, da er nur einen kleineren Farbraum als der PA241W wiedergeben kann.


    Hat der Foris irgendwelche Nachteile im Vergleich zum Nec (z.B. bei der Kalibrierung, oder Bonbon Farben)? Die SpektraView II Software könnte ich aus den USA bekommen, kenne dort jemanden der mir die schicken könnte.


    Da es bei beiden Geräten das sprichwörtliche Haar in der Suppe gibt, welchen von beiden würdet ihr bei einem Schwerpunkt auf Bildbearbeitung eher empfehlen?

  • Quote

    Hat der Foris irgendwelche Nachteile im Vergleich zum Nec (z.B. bei der Kalibrierung, oder Bonbon Farben)?


    Der NEC ist da schon nochmal eine Stufe höher anzusiedeln. Ein Bereich, den Eizo mit der SX-Reihe anpeilt, wobei die PAs auch eine flexible Farbraumemulation mitbringen, was gerade für die Filmwiedergabe wichtig ist. Dafür leider mit Judder abseits der 60Hz. Das würdest du erst mit dem CG243W oder CG245W (auch inkl. Farbraumemulation) umgehen.


    Gruß


    Denis