Silver Haze Pro und NEC PA241

  • Heute wende ich mich erneut an das Forum, in der Hoffnung, dass mir einer einen Tip geben kann.


    Ich kalibriere meinen NEC PA241 mit dem Bundle Silver Haze Pro mit i Color Display.


    folgende Kalibrierungsziele: nativer Farbraum des Monitors; Gamma 2,2; Weißpunkt 6500K, Matarmism = off; Color Comp = 3; Helligkeit 140cd


    Der Bildschirm war gut 2 Stunden vor der Kalibration eingeschaltet und das Messgerät hat lang genug auf dem Monitor gelegt. In I color Display generische Korrektur für S-IPS eingeschaltet. Auf Schwarz kalibriert habe ich nicht vergessen.


    Habe über die xY Werte den Weißpunkt kalibriert, wobei ich nicht annähernd auf die Werte aus dem Test kam. Egal was ich probierte, ich landete dann zuletzt bei X= 0,322 Y=0,329 um möglichst nah an 6500K zu gelangen. Es ist also jedes mal fast nur der X wert erhöht wurden, der Y Wert blieb gleich.(Andere Konstelationen brachten nicht das gewünschte Ergebnis. Bei 0,316/0331 siehe Testbericht maß das Messgerät über 6700 K und die Farbbällchen standen nicht übereinander. Nach Kalibration und Profilierung habe ich auch den Ugra Test bestanden . Protokoll anbei.PA241-Full-6500K-22-140cd_lut.pdf


    Leider habe ich nach Kalibration einen leichten rötlichen Schimmer auf einem neutralen mittlerem Grau.


    Ich habe an verschieden Tagen die Kalibrierung wiederholt und kam auf ähnliche Ergebnisse zum einem was die Veränderund der XY werte Betraf und auch die leichte Rotfärbung des mittleren Grau.


    Das gleiche leichte Rotfärbung habe ich auch bei meinem Notebookdisplay bei Profilierung auf 6500K (natürlich ohne S IPS Korrektur).


    Also habe ich einfach mal die Standardeinstellung des Monitors (AdobeRGB) nachgemessen und mit den Werten des Testberichtes verglichen. Hier komme ich auf einen Wert von 6935 K (mit S-IPS Korrektur ausgewählt) Das sind 500K mehr als im Test.


    Ist etwa mit dem Messgerät etwas nicht in Ordnung. Oder mache ich einen Fehler?


    Vielleicht kann mir jemand helfen.


    Danke schon mal




    Thomas

  • Hallo Thomas,


    hier kommen ein paar Faktoren zusammen. Vorweg muß man sagen, dass die Angabe der CCT in Kelvin meist nicht besonders zielführend ist. Es handelt sich um "unendlich" viele Farben. Aussagekräftiger sind die die xy-Normfarbwertanteile. In Bezug auf die von den von dir getroffenen Einstellungen im OSD ergibt sich ein DeltaE von etwa 5,2 hinsichtlich der Werkskalibration. Mit dem EyeOne Pro lagen wir tatsächlich ein gutes Stück näher an der (mit großer Wahrscheinlichkeit sehr exakten, zumindest bei einem "frischen" Bildschirm) Werkskalibration. Unsere 6500K Einstellungung ergab ein DeltaE von etwa 1,6. Im AdobeRGB Modus, bei eingestellten 6500K, lag die gemessene Abweichung bei einem DeltaE von rund 2,5. Nun ist auch das EyeOne Pro nicht das, was man eine totale Referenz nennen kann. In Bezug auf die absoluten Werte kann man einen "Streukreis" in mindestens dieser Größenordnung unterstellen, d.h. unser NEC, war, genau wie die anderen PA, sehr gut ab Werk eingestellt.


    Für Messungen mit der generischen Korrektur kann man da nochetwas aufschlagen. Um das nochmal genauer festzuhalten, könntest du bei eingestellten 6500K im OSD, ohne Kalibrierung, einfach mal eine Profivalidierung durchführen und die XYZ-Normfarbwerte des gemessenen Weißpunktes posten.


    Wenn wir, was ziemlich wahrscheinlich ist, auch bei deinem Gerät eine sehr gute Werkskalibration unterstellen, könntest du u.a. mal versuchen, mit dem bei der 6500K Einstellung ermittelten Weißpunkt zu kalibrieren. Dazu in iColor dann die XYZ-Normfarbwerte eintragen, die du gemäß dem vorigen Absatz ermittelt hast (die "normalized"-Werte).


    Quote

    Das gleiche leichte Rotfärbung habe ich auch bei meinem Notebookdisplay bei Profilierung auf 6500K (natürlich ohne S IPS Korrektur).


    Ein Abgleich von Bildschirmen mit stark unterschiedlicher spektraler Charakteristik stößt an die Grenzen der Farbmetrik (=> Beobachtermetamerie). Hier wird man i.d.R. an einem visuellen Abgleich, d.h. Kalibration mit unterschiedlichem Weißpunkt nicht vorbeikommen.


    Viele Grüße


    Denis

  • Hallo Denis,
    Danke für Deine Antwort.

    Quote

    Um das nochmal genauer festzuhalten, könntest du bei eingestellten 6500K im OSD, ohne Kalibrierung, einfach mal eine Profivalidierung durchführen und die XYZ-Normfarbwerte des gemessenen Weißpunktes posten.


    wenn ich dich richtig verstehe, nehme ich als Gammut den full modus, stelle Matarmism auf Off, color comp = 3, und belasse die Weißpunkteinstellung auf 6500 K bzw. 0,313 und 0,329, oder soll ich als Gammut "Adobe RGB"einstellen ?, ich kann natürlich auch beides nacheinander messen.


    Danach messe ich den Weißpunkt unter Weißpunkt ohne Kalibrierung. Als Werte poste ich dann die Werte, die in der rechten Ecke des Programmfensters von I color Display stehen?


    Oder soll ich ein Profil erstellen mit o.g. Einstellungen (keine Kalibration) und danach einen Profiltest machen und Dir den Report senden ?


    Viele Grüße


    Thomas

  • Quote

    wenn ich dich richtig verstehe, nehme ich als Gammut den full modus, stelle Matarmism auf Off, color comp = 3, und belasse die Weißpunkteinstellung auf 6500 K bzw. 0,313 und 0,329


    Richtig. Einfach eine Profilvalidierung in iColor anstoßen (dein bisheriges Profil natürlich rausnehmen). Die XYZ (normalized) Werte könntest du dann für eine Kalibrierung in iColor als Zielweißpunkt eintragen und ausprobieren, ob dir das besser gefällt.


    Gruß


    Denis

  • Hallo Denis,


    Hier die Werte die ich ermittelt habe:




    K 6931



    RGB 223.9 257.2 307.7



    XYZ 95.0 100.0 115.1



    Yxy 100.0 0.306 0.323



    Wenn ich nun die XYZ Werte als Kalibrationsziel vorgebe, bin ich doch ganz schon weit weg von meinen Zielvorstellungen und ich finde 400 K Differenz bei einem Weißabgleich zb in Lightroom schon beachtlich.


    Ich habe noch einmal auf 6500 kalibriert. Ich musste im OSD Menü folgende Werte: X = 0,321 Y= 0328 einstellen :


    Das brachte folgendes Ergebnis: PA241-full-6500K-22-140cd-trc.pdf


    Ist denn die Abweichung Normal ? Oder ist hier die Messgeräteabweichung zb zu hoch ?


    Liebe Grüße Thomas

  • Quote

    Wenn ich nun die XYZ Werte als Kalibrationsziel vorgebe, bin ich doch ganz schon weit weg von meinen Zielvorstellungen


    Weit ab ist in dem Fall relativ, weil wir ja mal eine vernünftige Werkskalibration beim NEC unterstellen können. Insofern würdest du dann auf diese vertrauen. Die Meßwerte des DTP94 für die Profilierung bleiben konsistent. Wäre aber auch erstmal nur ein Versuch.





    Ist ein DeltaE von 3,7 nach D65 (6500K auf der Blackbodykurve liegen nur unwesentlich von D65 entfernt). Das ist jetzt für eine Nachmessung mit einem Consumer-Colorimeter inkl. generischer Korrektur für WCG-CCFL Spektren (Quato hat hier ja über verschiedene Geräte und mehrere Colorimeter des jeweiligen Typs gemittelt) nicht in einem Bereich, bei dem ich Anhaltspunkte für eine verzogene Werkskalibration des Bildschirms oder starke individuelle Abweichungen des Colorimeters zu übrigen Geräten der Serie sehe. Im AdobeRGB-Modus (für die Werkseinstellung hatten wir den nativen Weißpunkt ausgewählt), hatten wir für unser Testgerät mit dem EyeOne Pro ja ein DeltaE von etwa 2,5 nach D65 gemessen - wobei das, wie gesagt, schon im Rahmen des "Streukreises" liegt, den man mit diesen Meßgeräten in Bezug auf absolute Meßgenauigkeit unterstellen muß.


    Viele Grüße


    Denis

  • Hallo Denis,


    erst mal Danke für Deine Antwort.


    das ganz große Rätsel mit dem leichten Färbung ins rötliche braune bei einem neutralen Grau hat sich aufgeklärt. Das hat mich ganz schön zermürbt. Man kauft sich ein relativ teures display und ein Kalibrationsgerät und hat den optischen Eindruck, das nach der Kalibration etwas nicht stimmt.



    Die Ursache ist meine Brille. Nachdem ich Sie gestern abend einmal abnahm sah ich den Unterschied. Das Grau sah viel neutraler aus (kalibriert auf 6500 K ) . Wie ich dann feststellte hat meine Brille eine ganz leichte rötl-braune Tönung. Irgandwann mal vor vielen Jahren als ich sie mir machen ließ, muß man mir das empfohlen haben. Ich bin noch nicht ganz zufrieden vielleicht aber auch zu pinglich.


    Aber nun noch mal zu Deiner Erlärung







    Quote

    Weit ab ist in dem Fall relativ, weil wir ja mal eine vernünftige Werkskalibration beim NEC unterstellen können. Insofern würdest du dann auf diese vertrauen. Die Meßwerte des DTP94 für die Profilierung bleiben konsistent. Wäre aber auch erstmal nur ein Versuch.


    Würde nicht aber bei der Profilerstellung die Abweichung von Kalibrierung und Kalibrationsziel in das Profil geschrieben und die Differenz sozusagen uber die LUT der Grafikkarte beseitigt. Und damit ist doch auf jeden Fall die CharackteristiK und auch Streueng des Messgerätes Grundlage für die Darstellung in gemanagter Umgebung. Oder sehe ich das falsch?


    Eine hohe Messgeräteabweichung würde dann nicht direkt über die Hardware des Monitors auswirken sondern über die LUT der Garfikkarte. ?


    Quote

    Ist ein DeltaE von 3,7 nach D65 ...............nicht in einem Bereich, bei dem ich Anhaltspunkte für eine verzogene Werkskalibration des Bildschirms oder starke individuelle Abweichungen des Colorimeters zu übrigen Geräten der Serie sehe


    Auf der einen Seite hört sich DeltaE von 3,7 viel an. aber die kommen auch schnell zusammen, ein wenig Abweichung beim Monitor und ein wenig beim Messgerät. Was mich ein wenig stört ist die Tatsache, das in konkret meinem Fall fast nur der X Wert im Monitor bei der Kalibration verändert wird. Aber vielleicht erwarte ich auch zuviel bei dem Messgerät?


    Viele Grüße


    Thomas

  • Quote

    Würde nicht aber bei der Profilerstellung die Abweichung von Kalibrierung und Kalibrationsziel in das Profil geschrieben und die Differenz sozusagen uber die LUT der Grafikkarte beseitigt.


    Als Kalibrationsziel gibst du ja den gemessenen Weißpunkt ein. In dem Fall also: XYZ: 95.0 100.0 115.1 Verlustbehaftete Korrekturen über die Grafikkarten-LUT würden erfolgen, wenn du die 6500K als Ziel in iColor auswählst und die 6500K Einstellung beim NEC unverändert beibehältst.


    Quote

    Auf der einen Seite hört sich DeltaE von 3,7 viel an. aber die kommen auch schnell zusammen, ein wenig Abweichung beim Monitor und ein wenig beim Messgerät.


    Wie gesagt, im Hinblick auf die absolute Meßgenauigkeit gibt es gewisse Einschränkungen mit den Consumergeräten. Im Werk wird da mit ganz anderen Geräten gearbeitet. Du kannst nun einfach die zwei Optionen ausprobieren: Kalibration mit dem gewünschten Weißpunkt und Korrektur gemäß den Meßwerten der Sonde (das übliche Vorgehen) oder du mißt den Weißpunkt in der gewünschten OSD-Einstellung aus und übernimmst den Meßwert als Zielvorgabe (s.o.).


    Darüberhinaus gibt es ohnehin zwangsweise gewisse Einschränkungen der Farbmetrik im Hinblick auf die normierte Beobachterfunktion der CIE. Das wird z.B. bei der Abstimmung auf Normlicht oder einem Mehrbildschirmsetup mit Monitoren deutlich, die unterschiedliche Spektren emittieren. Da geht es dann nicht mehr um reinen rein meßtechnischen, sondern vielmehr visuellen Abgleich.


    Gruß


    Denis

  • Hallo Denis,


    Quote

    oder du mißt den Weißpunkt in der gewünschten OSD-Einstellung aus und übernimmst den Meßwert als Zielvorgabe (s.o.).




    Wenn ich diese Methode verwende, müßte dann nicht, wenn ich die vorher ermittelten Messwerte (XYZ) als Zielvorgabe für den Weißpunkt einstelle, und dann eine Weißpunktmessung anstoße, die Weißpunktqualität ideal sein, also die 3 Farbbälle direkt übereinander liegen und nicht so auseinander wie bei der Messung der OSD Einstellung ?


    Ich werde das noch einmal testen und das Ergebnis hier hereinstellen. Als ich das vorgestern getestet hatte, war der Punkt für die rote Farbe fast genau an der Stelle wie bei der vorherigen Messung des gewünschten Weißpunktes.


    Ich nehme doch die Messdaten aus der unteren Ecke von i color Display (XYZ- Werte )siehe Bild ?



    Viele Grüße




    Thomas

  • Hallo Denis,


    in meinem letzten Beitrag hatte ich geschrieben, dass ish mal Deine vorgehensweise testen werde, um a. herauszubekommen, ob mir das Ergebnis zusagt und gleichzeitig meine Messergebnisse hier hereinzustellen.


    Als ertes habe ich im OSD folgendes eingestellt : natives Gamut, Gamma 2,2, WP 6500K bzw 0,313 + 0,329; Color Comp = 3; Matarmism = Off, 140 cd


    In i Color Display 6500 K WP, Gamma 2,2; 140 cd


    1 Weißpunktmessung



    XYZ = 95.0 100.0 114.7


    Diese Werte als neuen Zielweißpunkt in i Color Display eingetragen und Weißpunkt erneut gemessen


    hier das Ergebnis:


    XYZ = 95.0 100.0 114.8


    Sollten jetzt nicht die 3 Grundfarben sich im Gleichgwicht befinden ?


    Nach Profilierung sah die Korrekturkurve wie folgt aus:



    Ist das Normal ? Wenn ich den Weißpunkt über das OSD Menü kalibriere sind die 3 Farblinien direkt übereinander.


    Gruß


    Thomas

  • Quote

    Sollten jetzt nicht die 3 Grundfarben sich im Gleichgwicht befinden ?


    Wenn das der anliegende Weißpunkt war - eigentlich ja. Selbst wenn iColor für die "Balldarstellung" etwas mittelt, da ja auch Grautöne bei der Weißpunkteinistellung vermessen werden. So neutral wird der NEC sein.


    Bitte nochmal mit folgendem Workflow testen:


    1) Alle Profile raus


    2) Neustart


    3) Profilvalidierung ausführen (wird dann gegen sRGB gemessen)


    4) Der PDF Datei die XYZ Normfarbwerte (normalized) für Weiß entnehmen


    5) Neues Kalibrationsziel in iColor definieren und unter Einstellungen => Erweiterter Modus den Weißpunkt mit dem Radiobutton "XYZ" eintragen.


    Gruß


    Denis