Farbmanagementverwaltung (WIN7) - welche Einstellungen nach (vor?) Monitorkalibrierung/-profilierung?

  • Hallo!


    Unter WIN7 gibt es die Farbverwaltung, in der man, zB nach Erstellung eines Monitorprofils, dieses als Standart auswählen kann, zudem aber noch unter "Erweitert" weitere Einstellmöglichkeiten,
    siehe hier




    Sind hier noch zusätzlich andere Einstellungen vorzunehmen?
    Soll die "Windows-Bildschirmkalibrierung verwenden" aktiviert sein?


    Und, führe ich ggf notwendige Änderungen in dieser registerkarte durch,
    oder klicke ich nochmals auf "Systemstandarts ändern" und änder dort etwas?


    Ich bin für jeden Tip und Hinweis überaus dankbar, da ich mit meiner Monitorkalibrierung/Profilierung gerade einfach nicht weiter komme!


    Grüße!

  • Arbeitet niemand unter WIN7 und kann mir helfen?


    Mich interessiert besonders, ob ich nach Profilerstellung in o.g. "Farbverwaltung" Änderungen vornehmen (wenn ja welche) sollte?!



    Was stelle ich unter "Windows-Farbsystemstandarts" - Geräteprofil und Profil für Anzeigebedingungen ein?
    In Geräteprofil das erstellte .icc Profil?


    UND: in der neuen Karte "Systemstandarts ändern" - werden hier auch Änderungen vorgenommen?




    Vielen, vielen Dank für jede Hilfe! Grüße

  • Hallo,


    von Deinen Fragen kann ich eine sicher beantworten: der Haken "Windows Bildschirmkalibrierung verwenden" muss bei Verwendung von Monitor-Farbprofilen und Nutzung des Windows Farbmanagements gesetzt sein, damit die Profile auch nach einem Neustart wieder geladen werden.


    Was die grundsätzlichen Einstellungen in Win7 betrifft, richten die sich die Einstellungen danach, wo Du mit Deinem Farbmanagement hinwillst.


    Am einfachsten ist das Ganze, wenn Du mit dem Farbraum sRGB klarkommst. Da ist Windows7 drauf eingestellt und Du musst nur zusehen, dass die beim Profilieren der Monitore erstelle icc-Datei im richtigen Ordner landet und dem entsprechenden Monitor zugeordnet wird (die Software "i1Profiler" macht das automatisch). An den Farbsystemstandarts muss in diesem Fall Nichts weiter geändert werden.


    Bei anderen Farbräumen, wie beispielsweise "AbobeRGB" wird's ein wenig umfangreicher, weil viele Anwendungen damit nicht umgehen können.


    Mit welchem Messsystem kalibrierst Du denn? Wie viele Monitore hast Du angeschlossen? Möchtest Du auch Deinen Drucker & Scanner kalibrieren? In welchem Farbraum arbeitest Du?



    LG
    Diemo

  • Quote

    der Haken "Windows Bildschirmkalibrierung verwenden" muss bei Verwendung von Monitor-Farbprofilen und Nutzung des Windows Farbmanagements gesetzt sein, damit die Profile auch nach einem Neustart wieder geladen werden.


    Der LUT-Loader der Kalibrationssoftware tut es auch - hier muss man nur ein wenig aufpassen, dass er nicht zu früh beim Systemstart aktiviert wird.


    Quote

    Unter WIN7 gibt es die Farbverwaltung, in der man, zB nach Erstellung eines Monitorprofils, dieses als Standart auswählen kann, zudem aber noch unter "Erweitert" weitere Einstellmöglichkeiten,


    Wichtig ist für dich die erste Einstellung, der die Kalibrationssoftware nach der Profilierung auch das Profil zuweist. Sie ersetzt für den Bildschirms getroffene Einstellungen unter "Erweitert".


    Quote

    Bei anderen Farbräumen, wie beispielsweise "AbobeRGB" wird's ein wenig umfangreicher, weil viele Anwendungen damit nicht umgehen können.


    Das ist egal. Gemanagte Applikationen (egal ob über das Windows CMM oder eine eigene Implementierung) berücksichtigen ja die beteiligten Profile. Gewöhnungsbedürftig ist nur der aktuelle Internetexplorer, der zwar Farbtransformationen durchführt, als Ziel aber immer sRGB unterstellt.


    Gruß


    Denis

  • Danke für die Antworten - allerdings ist mir eines nicht klar geworden:


    betr.:
    ... der Haken "Windows Bildschirmkalibrierung verwenden" muss bei Verwendung
    von Monitor-Farbprofilen und Nutzung des Windows Farbmanagements
    gesetzt sein...


    Da habe ich anderes gehört (soll nicht aktiviert sein...).
    Wenn der Haken aktiviert ist, bekomme ich eine völlig andere Farbdarstellung - über die Nutzung in Photoshop hinaus, d.h. in meinem Fall ist das Display flauer, wärmer (eben auch Desktop, Symbole etc.)...


    Und 'Denis', was meinst Du (für mich verständlich beschrieben) mit:


    "..Der LUT-Loader der Kalibrationssoftware tut es auch - hier muss man nur
    ein wenig aufpassen, dass er nicht zu früh beim Systemstart aktiviert
    wird
    ...."??

  • Hallo,

    Quote

    Der LUT-Loader der Kalibrationssoftware tut es auch - hier muss man nur
    ein wenig aufpassen, dass er nicht zu früh beim Systemstart aktiviert
    wird.

    Ich nutze 2 Bildschirme und die Kali-Software packts nicht! Auf beiden Bildschirmen wird nach einem Rechner-Neustart das Profil des Hauptbildschirms als Farbprofil genutzt (direkt nach der Profilierung ist Alles bestens - erst nach dem Neustart wird auf 1 Profil "reduziert"). Damit 2 unterschiedliche Farbprofile auch nach einem Neustart den entsprechenden Geräten zugeprdnet werden, muss ich dieses Häkchen setzen.
    i1Profiler unter Windows7 kopiert die ermittelten Farbprofile in den vom Betriebssystem vorgegebenen Ordner und aktiviert diese Profile im Windows Farbmanagement.
    Die Frage war auch nicht die nach LUT-Loadern von Drittanbietern, sondern die nach dem Windows Farbmanagement under Win7.




    Quote

    Das ist egal. Gemanagte Applikationen (egal ob über das Windows CMM oder
    eine eigene Implementierung) berücksichtigen ja die beteiligten
    Profile.

    Man muss dem System mitteilen, dass man in einen anderen Farbraum als sRGB arbeitenb möchte. Die benötigten Einstellungen werden in meinem Fall (i1Profiler) nicht automatisch gesetzt.
    Hat man das geschafft, wird man feststellen, dass in unterschiedlichen Programmen abweichende Darstellungen der Bilder erfolgen, was teils daran liegt, dass viele Applikationen nur durch manuelle Eingriffe oder Plugins überhaupt Farbmanagement-tauglich gemacht werden können (mit fällt da Irfanview ein) und andere Programme -wie der bereits genannte IE- stumpf Alles nach sRGB transformieren (was ja auch durchaus Sinn macht).
    Hier gibt es eine ganz hilfreiche Auflistung von gängigen Programmen und deren Farbmanagement-Tauglichkeit /-Eigenschaften.


    Das ist es, was ich mit "umfangreicher" meine ...damit man sich nicht wundert, warum die Bilder auf einmal in Photoshop vor satten Farben nur so strotzen und in Irfanview oder der Windows Bildanzeige verblassen, oder warum das Farbmanagement bei Nutzung eines zweiten Bildschirms nicht mehr wunschgemäß arbeitet.


    LG
    Diemo

  • Hallo,


    Quote

    Wenn der Haken aktiviert ist, bekomme ich eine völlig andere
    Farbdarstellung - über die Nutzung in Photoshop hinaus, d.h. in meinem
    Fall ist das Display flauer, wärmer (eben auch Desktop, Symbole etc.)...

    Dann ist bei Dir vielleicht ein LUT-Loader installiert, der sich bereits um das Farbmanagement "kümmert"?
    Ich nutze ausschließlich das Windows Farbmanagemment auf meinem Rechner. Andere Farbmanagement Software, wie beilspielsweise Adobe Gamma oder AdobeCMMA nutze ich nicht.


    LG
    Diemo

  • Wie gesagt, ich habe von vielfacher Seite gehört, dass nach Kalibrierung und Profilkierung des Monitors (Profil dann als Standartmonitorprofil), die Option "Windows Bildschirmkalibrierung aktivieren" eben NICHT aktiviert werden soll....


    Vielleich kann Denis nochmal seine Aussage
    "..Der LUT-Loader der Kalibrationssoftware tut es auch - hier muss man nur


    ein wenig aufpassen, dass er nicht zu früh beim Systemstart aktiviert


    wird...."
    etwas erläutern - mir ist dies (hier muss man nur



    ein wenig aufpassen, dass er nicht zu früh beim Systemstart aktiviert


    wird) nicht klar!


    Ausserdem:
    in der Registerkarte "erweitert - belasse ich da das [i]Geräteprofil mit "Systemstandart (sRGB...)?


    [/i]
    Ausserdem:
    in der

  • Quote

    Man muss dem System mitteilen, dass man in einen anderen Farbraum als sRGB arbeitenb möchte. Die benötigten Einstellungen werden in meinem Fall (i1Profiler) nicht automatisch gesetzt.


    Nein. Es wäre ein Desaster, wenn man seinen Workflow derartig beschränken bzw. vorher ein Arbeitsfarbraumprofil definieren müßte. Ein CMM wertet die beteiligten Profile (das können auch mehr als 2 sein, unabhängig von der Zahl der Bildschirme) aus und transformiert entsprechend.


    Quote

    was teils daran liegt, dass viele Applikationen nur durch manuelle Eingriffe oder Plugins überhaupt Farbmanagement-tauglich gemacht werden können (mit fällt da Irfanview ein) und andere Programme -wie der bereits genannte IE- stumpf Alles nach sRGB transformieren (was ja auch durchaus Sinn macht).


    Das Verhalten des IE ist sinnbefreit und fällt nicht unter die Kategorie eines korrekten Farbmanagement. Der Bildschirm müßte schon exakt der sRGB Charakteristik entsprechen. In allen (!) anderen Fällen "knallt" es, unabhängig von den Einstellungen in Windows und einem korrekten Bildschirmprofil.


    Quote

    Die Frage war auch nicht die nach LUT-Loadern von Drittanbietern, sondern die nach dem Windows Farbmanagement under Win7.


    Wir müssen hier streng trennen. Windows implementiert kein Farbmanagement "von oben" (was auch hochproblematisch wäre). Dafür sind die einzelnen Anwendungen völlig alleinverantwortlich. Ein LUT-Loader ist ja kein Farbmanagementsystem und übernimmt irgendwelche Farbtransformationen, sondern greift sich nur das vcgt-Tag aus dem Profil.


    Quote

    Wie gesagt, ich habe von vielfacher Seite gehört, dass nach Kalibrierung und Profilkierung des Monitors (Profil dann als Standartmonitorprofil), die Option "Windows Bildschirmkalibrierung aktivieren" eben NICHT aktiviert werden soll....


    Du kannst die Funktion nutzen, damit Windows die LUT-Korrekturen für die Grafikkarte selbst lädt. Es ist natürlich auch möglich, das wie gehabt dem Loader der Kalibrationssoftware zu überlassen. Leider reicht bei Windows 7 das Platzieren des Programms im Autostart nicht aus, weil die LUT nach Ausführung nochmal vom Treiber überschrieben wird. Daher solltest du es verzögert ausführen (über Systemsteuerung => Verwaltung => Aufgabenplanung).


    Gruß


    Denis

  • noch ein Nachtrag bez. nich aufzufindenden LUT-Loaders:


    profiliert und kalibriert wurde mit der x-Rite i1 Profiler software (+i1 Display pro) - mag es vielleicht daran liegen?

  • Hallo,


    Quote

    Nein. Es wäre ein Desaster, wenn man seinen Workflow derartig
    beschränken bzw. vorher ein Arbeitsfarbraumprofil definieren müßte. Ein
    CMM wertet die beteiligten Profile (das können auch mehr als 2 sein,
    unabhängig von der Zahl der Bildschirme) aus und transformiert
    entsprechend.

    Genau das passiert aber in Windows7 (zumindest bei meinem Betriebssystem) wenn man die Einstellungen nach der Installation des Betriebssystems nicht ändert. Auch wenn man das Windows Farbmanagement nicht explizit (Häkchen setzen) aktiviert, wird von Win7 sRGB als Arbeitsfarbraum verwendet.


    Folgende Bilder untermauern das:


    Ich habe ein Testbild, das hier zur Verfügung gestellt wird, und zur Ermittlung des Gamutlimits von Monitoren gedacht ist, zweckentfremdet und zur Darstellung eines Gamutlitmits durch das Betriebssystem genutzt.
    Dabei ist kein Monitorfarbprofil aktiv, das Windows Farbmanagement ist nicht aktiviert, es sind keine LUT-Loader oder Applikationen, die in das Farbmanagement eingreifen installiert und ich habe ausschließlich das Farbprofil für den Arbeitsfarbraum geändert. Die Darstellung auf meinem Bildschirm habe ich dann abfotografiert.



    Es geht um die Streifen im Hintergrund - da mein Monitor (Dell 2412) kein Wide Gamut Monitor ist, sind auch keine Streifen im ersten Bild zu erkennen - das schafft er einfach nicht.
    Deutlich wird aber, dass der gewählte Farbraum im Windows Farbmanagement selbigen limitiert, auch wenn das Windows Farbmanagement deaktiviert ist.
    DIeses Anzeigeverhalten zeigt sich bei Photoshop, Corel, Irfanview (mit Plugin für's Farbmanagement), der Windows Bildanzeige und Gimp.


    Ich würde vorschlagen, probiert das doch erstmal für Euch selber aus und findet raus, wie sich das nackte Betriebssystem verhält! ;)


    @jabatel
    Den LUT Loader kannst Du nicht finden, da er in Win7 von Haus aus deaktiviert ist. Erst nachdem Du einmal die "Bildschirmkalibrierung" in Win7 durchgeführt hast, wird der LUT-Loader aktiv und Du kannst Denis' Ausführungen wieder folgen. Man benötigt den LUT-Loader allerdings nicht zwingend ...viele Wege führen nach Rom, soll jeder seinen gehen ;)



    Gruß
    Diemo

  • Quote

    Auch wenn man das Windows Farbmanagement nicht explizit (Häkchen setzen) aktiviert, wird von Win7 sRGB als Arbeitsfarbraum verwendet.


    Es gibt kein Windows Farbmanagment. Ich denke hier ist das Grundproblem unserer Unterhaltung :-). Wäre ja furchtbar, wenn "von oben" irgendwelche kruden Farbtransformationen durchgeführt wurden. Aber die Einstellungen in der Farbverwaltung sind tatsächlich etwas mißverständlich. Ich versuche das jetzt nachfolgend aufzurollen.


    Windows bietet als Service ein eigenes CMM, das explizit von Anwendungen genutzt werden muss. Die Windows Fotoanzeige wäre ein Beispiel. Aber auch hier werden bei korrekten Handling natürlich beteiligte Profile ausgewertet und nicht auf statische Voreinstellungen für Quelle und Ziel zurückgegriffen. Wie gesagt, Farbmanagement ist kein Einbahnstraße und der Workflow nicht auf ein Quell- und Zielprofil beschränkt.


    Quote

    Dabei ist kein Monitorfarbprofil aktiv, das Windows Farbmanagement ist nicht aktiviert, es sind keine LUT-Loader oder Applikationen, die in das Farbmanagement eingreifen installiert und ich habe ausschließlich das Farbprofil für den Arbeitsfarbraum geändert.


    Auch hier reden wir aneinander vorbei. Man wird in seinem Workflow ja ein konkretes, gerätecharakterisierendes (!) Profil für den Bildschirm hinterlegen. Was du mit deinem Szenario machst ist die Zuweisung eines Arbeitsfarbraumprofiles als Bildschirmprofil (da keine explizite Zuweisung für das Gerät erfolgte). Es geht also nicht um die Transformation Bild-RGB => PCS, sondern PCS => Monitor-RGB.


    Quote

    DIeses Anzeigeverhalten zeigt sich bei Photoshop,


    Photoshop benötigt natürlich das gerätecharakterisierende Profil in Windows hinterlegt, weil es das als Transformationsziel für die PCS => Monitor-RGB Konvertierung heranzieht. Deine unterschiedlichen Ergebnisse rühren daher (siehe zweiten Abschnitt), dass du dem Bildschirm mit diesem Vorgehen verschiedene Arbeitsfarbraumprofile (!) zuordnest. Stelle dir die Einstellungen als Fallback vor, auf die zurückgegriffen wird, wenn dem konkreten Gerät (also i.d.R. der Bildschirm) unter dem Reiter "Gerät" kein eigenes Profil zugewiesen wird.


    Quote

    Was kann ich da tun?


    Das was ich getan habe. Calibration Loader 5.0 als Task in der Aufgabenplanung einsetzen, mit Startverzögerung. Siehe meinen Screenshot. Für grundsätzliche Fragen zur Aufgabenplanung unter Windows gibt google reichlich Auskunft. Ist nicht böse gemeint, aber alle Erklärungen wären jetzt hier redundant.


    Gruß


    Denis

  • Denis,


    kannst Du mir bitte noch Auskunft über den LUT-Loader geben, da ich diesen, wie gesagt, in autostart nicht finde (nur eben - iProfiler tray und - Calibration Loader 5.0 ...)

  • Wie gesagt, das mußt du selbst machen, inkl. der Verzögerung. Anleitungen für die Nutzung der Aufgabenplanung gibt es zu Hauf im Netz, wobei die entscheidenden Einstellungen ja bereits meinem Screenshot zu entnehmen sind. Oder du klickst ein paar Sekunden nach Windowsstart immer selbst nochmal auf das Loader-Icon im Autostart.


    Gruß


    Denis