Posts by Denis

    Da fehlt mir der Bezugspunkt. Im Monitorbereich werden farbkritische Arbeiten in einer farbmanagementfähigen Umgebung ausgeführt. Hier übernimmt ein CMM die möglichst passgenaue Transformation in Monitor-RGB auf Basis charakterisierter Daten (ICC-Profile). Das Konzept gibt es im Videobereich - hier ziele ich auf die von dir geposteten CalMAN-Graphen ab - so nicht. Daraus resultieren ganz andere Anforderungen. Daher benötige ich zunächst Auskunft über Einsatzgebiet, Workflow und Quellmaterial.

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    Allerdings ist es ja auch möglich das ganze direkt auf Fotobearbeitung zu kalibrieren. Hier wäre doch ein hoher Kontrast wieder von Vorteil oder nicht?


    In vielen Fällen kommst du mit nur wenigen Kalibrationszielen aus, da ein CMM in farbmanagementfähigen Anwendungen die notwendigen Transformationen übernimmt. Brauchbare Applikationen für die grafische Industrie werden dabei auch immer eine Proofsimulation ohne Tiefenkompensation anbieten, mit der du den geringen Kontrastumfang des Drucks am Monitor nachstellst.

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    Warum hat der Monitor denn die Note "- / Schlecht" beim Stromverbrauch?
    Im Text wird doch erklärt das der Verbrauch bei der Größe und den verwendeten Komponenten ziemlich gut sei.


    Da haben wir fixe Kriterien, die für einen 4K IPS-Monitor mit GB-r-LED-Hintergrundbeleuchtung relativ nachteilig sind. Unter diesen Gesichtspunkten liegt der LG absolut im grünen Bereich.

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    Lohnt sich bei dieser Karte der Kauf dieses Monitors oder kann ich seine Fähigkeiten damit nur eingeschränkt nutzen?


    Lohnt sich auch in deinem Fall - der selbst im professionellen Segment absolut üblich ist - vollumfänglich.

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    Wenn ich den Monitor an der Grafikkarte im PC angeschlossen habe, sollte das Deinterlacing doch von dieser bzw. der Software (PowerDVD) übernohmen werden oder täusche ich mich


    Korrekt.


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    Ist der Bildschirm bzw. die Reaktionszeit als DVD und Bluray-tauglich anzusehen? In den Testbericht wurde ja speziell auch die Reaktionszeit bemängelt.


    Das ist absolut kein Problem.

    Farbmanagementfähige Anwendungen führen eine Anpassung durch. Aus technischer Sicht für die Überführung in Monitor-RGB: Üblicherweise relativ farbmetrisch mit Tiefenkompensation. Out-of-Gamut-Farben werden bestmöglich auf die ermittelte Farbraumgrenze des Monitors verschoben. Dabei kann es natürlich auch zu Farbabrissen kommen, wenn unterschiedliche Ausgangsfarben auf den gleichen oder einen sehr ähnlichen Tonwert abgebildet werden. Für In-Gamut-Farben gelingt die Transformation ideal, sofern das Monitorprofil präzise ist.


    Hier kannst du das für ECI-RGB v2 auf einem WCG-Monitor mal erahnen:



    (Abdeckung ECI-RGB v2 ~ 87%)



    (Für die Testform wird ECI-RGB v2 unterstellt und dann relativ farbmetrisch in Monitor-RGB transformiert - das gesättigte Rot ist z.B. Out-of-Gamut, viele andere Tonwerte können aber exakt reproduziert werden)

    Für den Anfang kann man natürlich die Farbraumemulation in Zusammenarbeit mit einem Arbeitsfarbraumprofil nutzen (also z.B. AdobeRGB-Modus + entsprechendes Profil in der Windows Farbverwaltung zuordnen). Ich empfehle dennoch den Kauf eines Colorimeters, zumal wirklich potente Geräte wie das i1 Display Pro von X-Rite für unter 200 Euro erhältlich sind. Die Software zur Hardwarekalibration (Color Navigator; ein zentrales Feature der ColorEdge-Monitore) liegt deinem Monitor bereits bei und kann aufpreisfrei verwendet werden.

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    Mir ist klar, dass diese Fotos die realen Gegebenheiten "verstärkt" darstellen. Aber beim CS240 lese ich, dass "die Display-Ausleuchtung sehr gleichmäßig ausfällt" und "ein Durchscheinen der Hintergrundbeleuchtung zu den Rändern hin nicht festzustellen ist" - obwohl die Fotos viel schlimmer aussehen als beim deutlich teureren Bruder CX240, wo sie wiederum mit "die Ausleuchtung unseres Testgerätes ist gut" und "wir können zu den Rändern hin allenfalls leichte Aufhellungen erkennen" umschrieben sind.


    Abgesehen von gegebenenfalls abweichenden Rahmenbedingungen (Blende, Belichtungszeit, Abstand) solltest du auch berücksichtigen, dass der CX durch spezielle Maßnahmen eine erhöhte Kontraststabilität aufweist (siehe Abschnitt Blickwinkel). In Zusammenhang mit dem für das Foto gewählten Abstand hat auch das Einfluss.

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    Warum hat der Film (Sintel, 1080p) im Video einen Rand
    ringsum? So wie ich das sehe ist der Film weder in der 100%-Ansicht, noch wurde
    er auf Vollbild skaliert. Der Monitor sollte doch in der Lage sein ein Full-HD
    Bild so zu skalieren das nicht ringsum dicke Ränder zu sehen sind, oder irre
    ich mich?


    Bei der Wiedergabe über einen Softwareplayer steuert man den Monitor in nativer Auflösung an. Das Skalierungsverhalten wird über die Einstellungen der Software bestimmt. Eine unverzerrte und unbeschnittene Ausgabe von 16:9 Material wird beim LG aufgrund seines Seitenverhältnisses (17:9) zu kleinen Rändern links und rechts führen. Das konkret verwendete Video ist letterboxed und hat originär 2048x872 Pixel (~ 21:9). Mit einer entsprechenden Einstellung im Player hätte man also noch ohne Informationsverlust etwas hereinzoomen können. Dann wären nur Ränder oben und unten verblieben. Das hatte ich mir für das Video allerdings geschenkt.


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    Was hat es in den Prad-Tests mit der Grafik „Emissionsspektrum
    Weiß“ auf sich? Ich werde aus dem Bild nicht schlau und mir fehlen einfach die
    Einheiten der Werte. Gibt es irgendwo eine Erklärung zu diesem Testabschnitt?


    Zeigt das emittierte Spektrum im sichtbaren Bereich bei Darstellung einer weißen Fläche. Ist rein informativer Natur - je größer der Farbumfang des Monitors, desto schmalbandiger wird es.


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    Die erwähnten Farbabrisse in den Tiefen hören sich nicht so
    schön an. Wie macht sich das im Alltag bemerkbar? Fällt es bei der
    Bildbearbeitung oder bei Filmen auf, oder handelt es sich ehr um eine Schwäche
    die nur bei Tests und in den Kalibrierungsergebnissen auffällt?


    Bei Anzeige von Farbverläufen fallen in den Tiefen einige wenige Tonwerte zusammen. Bei Filmen wird das gar nicht auffallen, in der Bildbearbeitung nur sehr partiell, weil die Ausprägung glücklicherweise gering ist. Das sollte bei einer 14bit LUT trotzdem so eigentlich nicht passieren und wäre bei einem Monitor für den professionellen Prepress-Bereich ein Abwertungsgrund.


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    Was heißt das nun? Ich werde aus den Sätzen nicht schlau. Soll ich bis auf eine
    spätere Revision des Monitors warten wenn ich den Flächenabgleich auch im
    Custom-Modus verwenden möchte? Wird es ein Firmware-Update geben? Wann soll
    diese spätere Revision zu kaufen sein und woran erkennt man diese? Woher
    stammen diese Informationen?


    Die Informationen stammen von LG. Eine Zugänglichkeit im Custom-Modus würde ein Firmware-Update erfordern. Via True Color Pro, also im Rahmen der Hardwarekalibration, sollte das auch ohne Modifikation möglich sein. Wir sind an diesem Thema dran.


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    Zu dem Testbild Grauverläufe:
    Wie genau interpretiert man das?


    Gar nicht :-). Ein Foto könnte das schon vom Dynamikumfang gar nicht korrekt wiedergeben. Ist nur eine Illustration, welche Testbilder wir u.a. verwenden.


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    Ohne 60Hz und dafür mit dieser exotischen Funktion zur
    Steigerung des Dynamikumfangs, das ergibt für mich einfach keinen Sinn


    Es geht dabei nicht um eine Steigerung des Dynamikumfangs im Hinblick auf das Originalsignal, sondern nur eine korrekte Wiedergabe. Im Videobereich wird gemeinhin nicht der volle zur Verfügung stehende Wertebereich genutzt, d.h. Monitor oder vorgeschaltetes Gerät/ Softwareplayer müssen eine Spreizung vornehmen.

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    Wofür soll der i1 Display PRO gut sein?
    Der CX271 hat doch auch die Selbstkalibrierung.


    Es handelt sich um ein Colorimeter mit besserer Präzision in den Tiefen. Dein (Consumer-)Spektralfotometer ist in erster Linie für Remissionsmessungen gedacht (Erfassung von Körper- statt Lichtfarben). Es eilt natürlich nicht, aber ich wollte dir den Tipp zumindest nicht vorenthalten. Das integrierte Messgerät führt Leuchtdichte und Weißpunkt nach (Eizo CX240 Bericht) und ersetzt keine separate Sonde. Das bieten aber die aktuellen CGs.

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    Mehr als 2000€ möchte ich nicht wirklich ausgeben, von daher wirds dann wohl nur ein 2560x1440-Display.
    Fragt sich also ob CG277 oder CX271 oder was ganz anderes.


    Mit dem CX bist du schon sehr gut aufgestellt. Als Messgerät würde ich zumindest mittelfristig das i1 Display Pro ins Auge fassen.

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    +14 Bit LUT, 8-Bit-Panel mit Simulation die es wie ein 10-Bit-Panel agieren lassen soll... wie auch immer das aussehen mag? (in der Hinsicht wäre ein Test seitens Prad wünschenswert


    Das ist eine heute übliche Implementierung: 10bit LVDS-Interface, 10bit/8bit Farbtiefenkonvertierung via FRC-Dithering für die Paneltreiber.

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    Is it possible to install SpectraView II calibration software on PA272W-BK bought in Europe? Or is the European model PA272w locked for that or something?
    I don't want to use European profile software (Spectraview profiler / basICColor Display)...


    SpectraView II is even the only solution that allows for a hardware calibration of the NEC PA. SpectraView Profiler can only be used with SpectraView devices.

    Welche Priority hast du bei der Zieldefinition gewählt? "Gray balance" bezieht den Schwarzpunkt in die Optimierung der Graubalance ein. Zusammen mit der Standardeinstellung des DUE (Preferences => Monitor => DUE Priority: Uniformity) kommt es schon zu einer deutlichen Verminderung des Kontrastumfangs, der aber immer noch über den von dir ermittelten Werten liegen sollte. Das hängt auch vom Weißpunkt ab. Letztlich kannst du hier deinen Augen vertrauen, < 200:1 sind schon sehr flau. Ansonsten mit anderer Sonde nachmessen.


    Bei Anschluss via HDMI bitte auch den Dynamikbereich in der Ausgabe prüfen:

    (Full RGB ist korrekt)

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    Also ist der "Reverse Ghosting" Effekt völlig normal bei diesem Monitor?
    Was ja eigentlich die Overdrivefunktion relativ nutzlos macht, oder? Quasi Pest gegen Cholera getauscht.


    Solche Funktionen sind am Ende immer ein Kompromiss. Ich kann dir hier nur empfehlen, bedarfsgerecht abzuwägen. Für die Arbeit auf dem Desktop dann also gegebenenfalls ausschalten und für Videos und/ oder Spiele wieder zuschalten.


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    Nun weiß ich auch nicht, was ich tun soll. Muss ich wohl damit leben.


    Dein Erstgerät hast du nicht mehr?

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    Zuvor hatte ich einen Eizo 246 und hatte keinen Ghosting Effekt.


    Das Overdrive geht beim CG277 im Vergleich zum CG246 tatsächlich forscher zu Werke - falls dich die Artefakte stören, musst die Funktion entsprechend deaktivieren. Hier wird sicher kein Defekt oder ein Ansteuerungsproblem vorliegen. Die Ausleuchtung des Austauschgerätes ist aber tatsächlich mäßig.


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    Ebenso viel mir ein blickwinkelabhängiger Grün- und Lilastich auf. Das kenn ich schon von etwas günstigeren IPS Monitoren, aber beim Vorgänger dieses Modells fiel der Effekt ebenso nicht auf.



    Die spezielle Polarisationsfolie zur (erheblichen) Verbesserung der Kontraststabilität führt zu einem leichten Farbstich aus dem Winkel. Das war aber schon beim CG246 und früheren A-TW IPS-Varianten von LG so. Aufgrund der größeren Bildschirmdiagonalen ist jetzt natürlich auch dein Sichtwinkel zu den Randbereichen hin verändert.