Samsung SyncMaster 191T (Prad.de User)

  • Nachdem ich jetzt nach langer Wartezeit den Samsung 191T mein eigen nennen darf, will ich auch meine Eindrücke, die natürlich ein gutes Stück subjektiv sind, und die Ergebnisse diverser Tests kundtun. Das Ganze möchte ich als Vergleichstest zweier TFT-Monitore und - ein wenig außer Konkurrenz - zweier Notebook-TFT-Displays aufziehen.


    Die Geräte
    Samsung 191T (Datum Nov. 2002), bestellt am 12.November 2002 bei TFTShop.net, geliefert am 18.12.2002


    Belinea 10 15 70 (Rev. 02), bestellt am 20.11.2002 bei TFTShop.net, geliefert am 22.11.2002


    Notebook Toshiba Satellite Pro 4320, war seit April 2000 mein berufliches Arbeitspferd (nur so nebenbei: PIII/600, 192 MB)


    Notebook Hewlett Packard Omnibook XE 4500, (Rev. A), seit einer Woche der Nachfolger des Toshiba (P4/1800, 512 MB)


    Bilddiagonale und native Auflösung
    Samsung: 19" / 1280 x 1024
    Belinea: 15" / 1024 x 768
    Toshiba: 14" / 1024 x 768
    Hewlett Packard: 15" / 1400 x 1050


    weitere Äußerlichkeiten
    Der Samsung beeindruckt schon allein durch die Größe, insbesondere der schmale Rahmen läßt ihn dennoch nicht klobig wirken. In der Höhe läßt er sich ja in einem großen Bereich verstellen. Wie schon mehrfach im Board beschrieben, könnte es aber ruhig noch etwas tiefer gehen. Die tiefstmögliche Einstellung ist gerade noch ok für mich. Die Verarbeitung empfinde ich noch als gut. Daß der Rahmen unten ganz leicht absteht, kann ich bestätigen, bin mir jedoch gar nicht sicher, ob es mir großartig aufgefallen wäre, wenn ich nicht zuvor darüber gelesen hätte. Er ist ja keineswegs alt (Nov 02), hat aber noch ein externes Netzteil, was mir persönlich ganz recht ist. Wenn ich es richtig mitgekriegt habe, sind die neuesten Geräte mit internem Netzteil ausgestattet. Außerdem soll es wohl kein DVI-Kabel mehr geben. Bei meinem Gerät lagen sowohl Analog- als auch DVI-Kabel bei. Sehr positiv finde ich das auf der CD mitgelieferte Programm "Natural Color", mit dem man einen ersten Anhaltspunkt zu richtigen Einstellung von Helligkeit, Kontrast und Farben erzielen kann. Damit habe ich übrigens auch den Belinea und das HP-Notebook eingestellt. Lediglich der Toshiba konnte das Setup nicht starten.


    Der Belinea war ja schon vor dem Samsung da. Mein erster Eindruck war die kompakte Erscheinung. Der Rahmen ist nämlich auch recht schmal. Jetzt direkt neben dem Samsung wirkt er noch zierlicher. Die Stromversorgung erfolgt ebenfalls über ein externes Netzteil. Als Zubehör lag ein analoges Kabel bei. Dagegen ist ein DVI-Anschluß nicht vorhanden. Mangels CD oder Diskette habe ich mir im Internet einen Treiber bzw. viel mehr eine Inf-Datei besorgt. Allerdings hat sich kein sichtbarer Unterschied ergeben - wie auch? Zusätzlich sind Lautsprecher integriert, mehr als ein Gequäke darf man natürlich nicht erwarten. In der Höhe läßt er sich nicht verstellen. Die ideale Position muß man sich durch Neigen nach vorne oder hinten suchen, was meiner Meinung nach trotzdem ausreichend ist.


    Pixelfehler
    Beim Toshiba, HP und Belinea konnte ich bisher keinerlei Pixelfehler entdecken. Ausgerechnet beim 191T ist das anders: Es gibt ein ständig schwarzes Pixel direkt am rechten Rand, ca. 5,5 cm von oben und desweiteren ein dauerhaft blau leuchtendes Subpixel etwa 3 bis 4 Millimeter vom rechten Rand, ca. 13 cm von oben. Glücklicherweise stören beide überhaupt nicht. Das blaue Subpixel ist z.B. mit den Win2000-Hintergrundfarben "Windows-Standard" oder "Wüste" gar nicht so leicht zu entdecken. Ich mußte vorhin sogar extra eine schwarze DOS-Box in die Gegend schieben, um es wieder zu lokalisieren. Wenn man es wieder gefunden hat, muß man sich schon fast die Nase am Bildschirm plattdrücken, um es in normaler Umgebung zu wahrzunehmen. Bei schwarzem Hintergrund (wie etwa beim Booten) sticht es jedoch relativ deutlich ins Auge. Möglicherweise würden die Pixelfehler in der Bildmitte deutlicher auffallen.


    Ausleuchtung
    Im Normalbetrieb ist bei allen Geräten eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung gegeben. Ein DOS-Fenster im Vollbildmodus zeigt sich da schon aufschlußreicher.


    Ein Tiefschwarz erreicht natürlich keiner. Samsung und Belinea sind jedoch besser als die Notebooks. Am linken Rand, etwa 7 cm von unten schimmert beim Samsung die Hintergrundbeleuchtung etwas durch, aber nur ganz leicht. Wenn man mehr von rechts darauf schaut, wird es geringfügig deutlicher. Der Belinea ist rechts unten etwas heller. Die Notebooks zeigen einen helleren unteren Rand. Da scheint es auch ein größere Abhängigkeit vom vertikalen Blickwinkel zu geben.


    Wenn man mehr von oben darauf sieht, sind beide schon eher grau, je weiter man runter geht, umso dunkler wird es. Beim Toshiba muß man jedoch schon sehr tief gehen, um den helleren unteren Rand verschwinden zu lassen.


    Blickwinkel
    Der Samsung ermöglicht sowohl nach links und rechts als auch nach oben und unten einen sehr großen Blickwinkel. Man kann den Kopf in einem weiten Bereich bewegen, ohne daß sich die Darstellung drastisch verändert. Der Belinea läßt nach links und rechts eine große Bewegungsfreiheit zu. Geht man dagegen nach oben, wird das Bild deutlich heller, geht man nach unten, wird es dunkler. Man muß, was die vertikale Ausrichtung angeht, schon idealerweise senkrecht auf die Bildmitte sehen. Das Hewlett-Packard-Display verhält sich ähnlich wie der Belinea. Die vertikalen Effekte sind noch ein Idee stärker. Das Toshiba-Display schneidet deutlich schlechter ab. Schon kleinere Abweichungen in alle Richtungen von der Ideallinie bringen deutliche Darstellungseinbußen. Man muß gar nicht sehr weit von rechts oder links darauf blicken, um überhaupt nichts mehr erkennen zu können!


    MoCheck.exe
    Der Wechsel der beiden Bilder geht beim Belinea, HP und Toshiba schnell vonstatten und wird wie Flimmern wahrgenommen. Der Samsung wechselt die Bilder irgendwie langsamer, es gibt nicht so einen starken Flimmereffekt. Läßt man das rote Auto über die wechselnden Bilder ziehen, ist das nicht besonders aufschlußreich. Anders dagegen, wenn die Bilder ausgeschaltet sind und nur das Auto zu sehen ist. Die Bewegung wird auf dem Samsung nicht so flüssig, sondern eher abgehackt wiedergegeben. Die anderen bieten eine kontinuierliche Bewegung, wobei sich das Auto auf dem Toshiba deutlich langsamer bewegt.


    Und nun zu den Schlieren: Aufgrund der geringen Geschwindigkeit zeigt der Toshiba kaum Schlieren und stellt das rote Auto relativ scharf dar. Beim Belinea ist der Schlierenbereich hinter dem Auto etwa 5 Millimeter breit und das Auto wirkt etwas verwaschen. Das HP-Notebook schliert ebenfalls etwa 5 Millimeter und stellt das Auto noch etwas unschärfer dar als der Belinea. Der Schlierenbereich des Samsung umfaßt etwa 7 bis 8 Millimeter (hat ja aber auch ein größeres Bild!). Auch hier ist das Auto ansonsten etwas verwaschen.


    Passmark Monitor Test
    Der Master screen wird von allen recht scharf angezeigt. Es gibt keine gekrümmten Linien oder Ähnliches. In der Farbdarstellung überzeugt der Samsung durch brillante, satte Farben. Irgendwie wirkt das Rot noch etwas roter, das Blau noch etwas blauer usw. Aber auch der kleine Belinea versteckt sich nicht und bietet ebenfalls satte Farben. Die Notebooks verblassen im wahrsten Sinne des Wortes hingegen.


    Mit "solid black" kann man genau die Dinge überprüfen, die ich schon weiter oben zum Thema Ausleuchtung im Zusammmenhang mit einem DOS-Vollbild genannt habe.


    "Solid white" zeigt der Belinea in einem strahlenden weiß. Der Samsung schafft's nicht ganz so strahlend. HP liegt dazwischen und der Toshiba hat einen leichten Gelbstich.


    Die Farbübergänge von schwarz nach Rot/Grün/Blau gelingen dem Samsung sehr gleichmäßig. Er zeigt die Farbverläufe sehr gut. Beim Belinea sind ganz leichte Abstufungen zu erkennen, die beim HP geringfügig deutlicher auszumachen sind. Der Toshiba macht's zwar recht gleichmäßig, irgendwie fällt dabei aber auch eine frappierende Blässe auf!


    Bei Moiré und Konvergenz leistet sich keiner eine Schwäche!


    Die Tests mit Gamma Rot/Grün/Blau offenbaren bis auf den Samsung sehr große Abhängigkeit vom vertikalen Blickwinkel!


    Beim Kontrast ergibt sich der erwartete Zieleinlauf: Samsung kann's am besten, Belinea kurz dahinter, die Notebooks ein bißchen abgeschlagen. Auffälig beim grauen Kontrast: die Grautöne wirken bei Belinea, HP und Toshiba eher silbrig, beim Samsung dagegen richtig grau.


    Der Test mit den Schriftarten zeigt einen direkten Zusammenhang mit der Auflösung. Deswegen ist 6 Punkt Arial auf dem HP noch sehr scharf, aber natürlich auch sehr klein.


    Beim Test der Pixelgeschwindigkeit sehen die schnelleren Blöcke auf allen Geräten nicht besonders gut aus. Am besten noch Samsung, am schlechtesten Toshiba.


    Schlierenbild (rotes Rechteck dunkler Hintergrund, Bewegung mit der Maus)
    Zuerst muße natürlich die Einstellung "Fensterinhalt beim Ziehen anzeigen" aktiviert werden. Keiner schafft es, die Rechtecke beim Ziehen sauber darzustellen. Der linke und der rechte Rand des äußeren dunklen Rechteckes zeigt beim Ziehen Treppenstufen und Unschärfen. Im Falle des Samsung gibt es große Treppenstufen, die Kanten sind aber relativ scharf. HP zeigt dabei eine große Unschärfe. Belinea und Toshiba liegen zwischen diesen Extremen. Die Schlieren des roten Rechteckes sind bei allen zu erkennen, am deutlichsten beim Samsung! Der Belinea ist meiner Meinung nach hier am besten!


    Gesamteindruck
    Überragende Darstellungsqualität beim Samsung. Die Schlieren spielen bei mir kaum eine Rolle.


    Erstaunlich gut, der Belinea, also "klein aber fein"


    Die Notebooks sind doch überwiegend schwächer als die "richtigen" TFTs, blasser, keine so satten Farben. Der Toshiba ist der schwächere von beiden, dazu auch noch der leichte Gelbstich, was aber vieleicht auch am Alter liegen könnte.


    Viele der Unterschiede fallen jedoch nur im direkten Vergleich so deutlich auf, da schließe ich selbst den Gelbstich des Toshiba in diese Aussage ein!

  • Da kann ich mich nur anschließen, ein super ausführlicher und sehr hilfreicher Testbericht.

  • Oh, danke schön, bin ja schon peinlich berührt für soviel Lob.


    Überweisungen bitte auf das Konto ... :D , naja kleiner Scherz. Gern geschehen.


    Ich muß aber schon sagen, daß die ganze Geschichte nicht in 5 Minuten zu machen war. Die einzelnen Tests sind jeweils immer reihum auf jedem der vier Geräte abgelaufen. Dabei habe ich mir kurze Bemerkungen oder Stichwörter notiert. Am Ende mußte das alles noch ausformuliert werden. Dabei war es wichtig, dies noch am gleichen Tag zu tun. So war die Erinnerung an alle Einzelheiten noch gut und ich konnte meine Notizen noch gut deuten! :D


    Später nur noch online gehen, Text in die Zwischenablage und einfügen - dachte ich. Zunächst meckerte das Board, daß um die 20000 Zeichen wohl zu viel seien. Ich mußte feststellen, daß aus einem mir nicht bekannten Grund einige Textpassagen mehrfach eingefügt waren. Letztendlich mußte ich die Vorschau sehr oft bemühen, bis mir das Ergebnis gefiel und weniger als 10000 Zeichen erreicht waren. Aber ich finde, es war der Mühe wert.


    @Prad: Gibt's eigentlich Probleme mit längeren Texten, oder waren doch nur wieder die Finger zu krumm? Besteht eigentlich die Möglichkeit, das Editorfenster breiter zu machen?

  • Ich denke wir führen die Diskussion zu den Verbesserungsvorschlägen besser hier weiter . Vielleicht gibt es ja noch mehr Ideen und zum eigentlichen Testbericht gehört es ja nicht.