Eizo S2410W, L997, L767 (Prad.de User)

  • Moin,


    ich hatte heute Nachmittag dank eines engagierten Fachhändlers die Möglichkeit, ausgiebig die Monitore Eizo S2410W und L997 neben meinem eigenen L767 an meinem eigenen Rechner mit eigenen Bildern zu testen und möchte hier meine Eindrücke wiedergeben.


    Hintergrund ist die kurz bevorstehende Neuanschaffung eines hochwertigen Displays für die berufliche Nutzung. Anwendungsbereich ist vornehmlich Digitale Foto- und Satellitenbildbearbeitung, Datenbankanwendungen, Videoschnitt/-Authoring sowie übliche Officeaufgaben. Da ich kein Gamer bin, kann ich keine Beutteilung zur Spieletauglichkeit geben.


    Mit meinem jetzigen Eizo L767, welches mittels des Kolorimters GretagMacbeth Eye-One Display auf 6500 K und 2,2 Gamma kalibriert ist, bin ich darstellungstechnisch bezüglich der Farbverbindlichkeit sehr zufrieden, auch DVD-Videowiedergabe ist für meine Empfinden hervorragend, d.h. ich nehme (subjektiv gesehen natürlich) keine Schlieren wahr.


    Dass ich mich dennoch nach einem neuen Display umschaue, liegt daran, dass mir die Auflösung des L767 mit 1280 x 1024 Bildpunkten von der Darstellungsgröße nicht mehr ausreicht. Insbesondere in der Vertikalen wünsche ich mir mehr Platz, besonders für Timeline-Spuren beim Videoschnitt.


    Von daher war der Eizo S2110W von vornherein aus dem Rennen, da er mit einer Auflösung von 1680 x 1050 Bildpunkten lediglich 26 Pixel mehr vertikalen Platz hat als der jetzige Monitor. Und nur 80 Pixel mehr bietet als ein 21“- Display mit 1600 x 1200 Pixeln. Von daher wäre der L997 für mich die praktischere Lösung. Die Auflösung des S2410W hingegen von 1920 x 1200 Bildpunkten entspricht in der Vertikalen derjenigen des L997, in der Horizontalen jedoch hat es beachtliche zusätzliche 320 Pixel.


    Die Frage war also, ob die beiden Gerät S2410W und L997 von der Bildqualität mindestens so gut sind wie mein jetziger L767 und ob sich die Extrabreite beim S2410W lohnt. Insbesondere wegen der enormen Breite des S2410W war ich skeptisch, ob der Überblick mit einem Blick gewahrt werden kann.


    Da die beiden angedachten Geräte im oberen Preissegment angesiedelt sind, wollte ich die Katze nicht im Sack kaufen, trotz vieler vorliegender Testberichte und Benutzereindrücke (auch in diesem hervorragenden Forum). Dazu sind die Empfindungen eines jeden einzelnen doch zu individuell und damit subjektiv (da schließe ich mich natürlich nicht aus). Vorweg: ich bin froh, dass ich diesen Vergleich machen konnte, sonst hätte ich nämlich entgegen meinem Vor-Urteil das „falsche“ Gerät geordert. Doch dazu weiter unten mehr.




    Zu den Testbedingungen:
    - PC: drei Jahre alter Dell-Dimension 4550, P4 2,53 GHz, 533 MHz FSB, 1 GB RAM, 7200 upn-120 GB HDD


    - Grafikkarte: Dell-OEM „128 DDR ATI Radeon 9700 TX w/TV-Out“, TMDS-Single-Link, ebenfalls 3 Jahre alt


    - Verkabelung über DVI


    - Indirektes Tageslicht vom grauen Himmel


    - Betrachtungsabstand 60 cm



    Ich habe mir auf beiden Geräten einen stufenlosen Graukeil (von schwarz nach weiß) einen Regenbogenfabenkeil, diverse, selbst gemachte Landschaftsfotos, einige Satellitenbilder sowie die 1280 x 720 HD-Video-Trailer „Madagascar“ () und „Terminator 2“ () angesehen


    Beide Geräte konnten natürlich so spontan vor Ort nicht kalibriert werden, daher erfolgt meine subjektive (!) Beuteilung anhand der Werkeinstellungen:




    Zunächst zum Eizo L997:


    Positiv:
    - Von der Qualität her meinem L767 zumindest ebenbürtig, sprich


    - Scharfes Bild


    - natürliche, satte Farben,


    - Keine Graustufen-Treppen im Graukeil


    - Feinste Schwarzton-Nuancierungen werden sichtbar (+/- 2 Stufen auf den jeweiligen RGB-Kanälen, siehe Bild unten)


    - ausgewogenes Bild bei Landschaftsaufnahmen (Himmelsblau, Wiesengrün, Rhododendron-Pink, Fachwerkhaus-weiß)


    - Schlierenfreie Videowiedergabe (für mein Empfinden, wohlgemerkt!)


    - Übersichtlichkeit über die Arbeitsfläche mit einem Blick bleibt gewahrt


    Negativ:
    - Schriftgröße ist kleiner, aber lesbar (ok, dass war aufgrund der kleineren Pixelgröße (0,270 statt 0,294 mm) zu erwarten und ich nehme das in Kauf)


    - Mindesthöhe des Ständers nicht tief genug




    Jetzt zum Eizo S2410W:


    Positiv:
    - Verträgt sich mit meiner betagten Grafikkarte. Subjektiv keine herabgesetzte Bildwiederholfrequenz wahrnehmbar


    - Hervorragende Helligkeit, etwas besser als beim L997 oder L767


    - Hervorragender Weißton, etwas besser als beim L997 oder L767


    - Farben: noch etwas satter als beim L997 oder L767


    - Gute vertikale Justierung des Displays mit dem Ständer


    Ansonsten:
    - Bildschärfe: Wie beim L997


    - Schwarzton-Nuancierungen: Wie beim L997


    - Ausgewogenheit: Wie beim L997


    - Videowiedergabe: Wie beim L997


    - Schriftgröße: Wie beim L997


    Negativ:
    - Graustufen-Treppen: im Vergleich zum L767 und L997 doch leicht erkennbar, wenn auch nicht sehr deutlich, aber es fällt eben doch auf.


    - (für mich!) unbefriedigende Blickwinkelstabilität, und zwar bereits wenn ich direkt vorm Bildschirm sitze: Wenn ich mittig vor dem Bildschirm sitze und auf dessen Zentrum schaue, so wird zu den Rändern hin die Farbwahrnehmung merklich heller. Dies gilt insbesondere für dunkle Bilder. Als Beispiel dient das unten gezeigte Bild. Hierbei handelt es sich um einen Ausschnitt eines Satellitenbildes, das feinste Schwarznuancen aufweist (Bild B). Für den Fall, dass Ihr das nicht erkennen könnt, liefert Bild A die Zonen der Farbnuancen mit Angabe der RGB-Werte. Liegt dieser Ausschnitt im Zentrum des Monitors, so wird es auf allen drei Monitoren dargestellt wie im Bild B, und zwar deutlich differenzierbar. Scrolle ich jedoch diesen Ausschnitt an den Bildschirmrand (das Satellitenbild ist in 21600 x 10800 Pixel groß), so entsteht am S2410W der Eindruck, wie ich ihn in Bild C darzustellen versucht habe, während beim L997 und L767 der Eindruck von Bild B erhalten bleibt. Ursache ist meiner Meinung nach die riesige Breite des Displays. Bewege ich mich nämlich auf dem Stuhl einige 10er Zentimeter zum Monitorrand hin, so dass ich wieder gerade draufgucken kann, stimmt auch der Bildeindruck wieder. Der Händler bestätigt den Eindruck


    - Übersicht über die Arbeitsfläche mit einem Blick nicht mehr möglich, für mein Empfinden: Wenn ich mich links mit dem Startmenü beschäftige, verliere ich rechts den SystTray aus den Augen. Für meinen Geschmack ist das Display zu groß


    Da ich letztendlich die riesige Breite nicht brauche, aber auch insbesondere aufgrund des Graustufen- und Blickwinkelproblems, sowie im Hinblick auf meine Anwendungsprämissen (Digitale Foto- und Satellitenbildbearbeitung) ist der S2410W nicht das Gerät meiner Wahl. Ich habe stattdessen nun den L997 geordert. Dafür nehme ich in Kauf, dass der L997 nicht ganz die Helligkeit und Farbsättigung des S2410W erreicht. Das wiegt nämlich für meine (!) Belange nicht so schwer wie das Graustufen- und Blickwinkelproblem. Aber was heißt nicht ganz…Beide Geräte spielen auf einem sehr hohen Niveau.


    Wenn ich den L997 demnächst im regulären Betrieb habe, werde ich ein detaillierteren Bericht zum Gerät nachliefern.


    Gruß, Triple-D

  • Moin,


    ich schrieb u.a. zum meinem L767:

    Quote

    Original von triple-d
    .... auch DVD-Videowiedergabe ist für meine Empfinden hervorragend, d.h. ich nehme (subjektiv gesehen natürlich) keine Schlieren wahr...


    So,... ich habe heute erstmals das Schlierentest-Tool in diesem Forum entdeckt und auf den L767 angewandt. Resultat: Der L767 schlierte fürchterlich! - Und dennoch:Beim Anschauen realer HD-Videos nehme ich subjektiv keine Schlieren wahr.


    Was soll man jetzt von einem solchen Test halten?


    Gruß, Triple-D

  • Nüscht ;-)


    Ich sage immer, der Eindruck im Realbetrieb zählt.
    Weiterhin "schliert" jeder Monitor mit dem roten Quadrat. Da hilft auch kein Overdrive (kommt bei zwei Farben nicht richtig zum Zug), und auch kein TN-Panel. Wobei man bei den TN-Panel das Schlieren kaum noch wahrnimmt. Unter genauer Betrachtung sieht man's aber auch dort.

  • Quote

    - Graustufen-Treppen: im Vergleich zum L767 und L997 doch leicht erkennbar, wenn auch nicht sehr deutlich, aber es fällt eben doch auf.


    Kann dies an der ollen ;) Grafikkarte liegen?


    Ich schwanke auch noch zwischen dem 997 und dem 2410. Die Größe schreckt mich nicht, eher bin ich über die Blickwinkeluntreue erstaunt. Ich brauche das Display für grafische Zwecke (DTP, Fotos etc) und da ist mehr Platz für Paletten etc. ja prinzipiell nicht schlecht. Spielen und Filme gaaaanz selten. Hm. Bin jetzt etwas unschlüssig. Ne neue GraKa bräuchte ich ja wohl auch, denn meine alte ATI Radeon 9000 kann ja nicht mal DVI. Vielleicht wird dann auch gleich noch ein neues Mainboard fällig (meines kann nur AGP 2 und 4) und dann wird sich auch gleich noch mal der Arbeitsspeicher erneuern müssen ... ?(


    Also: Was tun? Kann mir einer Mut machen ;) ?


    Edit:
    Achso: Erstmal vielen Dank für den ausführlichen Test. Soviel Netikette muss schon sein!

  • ...solange du nicht spielst kommst du mit AGP 4x bis in alle Ewigkeiten aus!
    Alle Grafikkarten, die es für AGP 8x gibt laufen auch mit AGP 4x ohne Geschwindikeitseinbußen. Wenn du also auf Highend Grafikkarten verzichten kannst, die wie gesagt ohnehin nur für Spieler von Interesse sind, so brauchst du kein neues Board mit AGP 8x oder PCI Express usw...

  • Moin Olli,


    Quote

    Original von Marc Olivetti
    ...Erstmal vielen Dank für den ausführlichen Test. Soviel Netikette muss schon sein!


    Danke für die Blumen =)


    Zu Deinem Anliegen:


    Quote

    Original von Marc Olivetti
    ....eher bin ich über die Blickwinkeluntreue erstaunt. Ich brauche das Display für grafische Zwecke (DTP, Fotos etc) und da ist mehr Platz für Paletten etc. ja prinzipiell nicht schlecht...


    Für die gleichen Zwecke suchte ich ja auch einen neuen Monitor und war genau so skeptisch wie Du. Deshalb bin auch froh den, Live-Vergleich gemacht haben zu können. Und bei aller Liebe zur großzügigen Oberfläche, zum tollen Schwarzwert, dem satten Weiß und der Helligkeit des S2410W, aber die Blickwinkeluntreue war's mir dann doch nicht wert. Wie gesagt, wenn ich mittig vor dem S2410W sitze und ein dunkles Bild mit RGB-Differenzen von nur +/- 2 Stufen auf den jeweiligen RGB-Kanälen habe, ist ja klar, dass die sich kaum unterschieden lassen, soll ja auch so sein. Aber in den Augenwinkeln, sprich, zum Monitorrand hin, werden dieese marginalen RGB-Differenzen zu stark aufgehellt. Member1 bestätigt das. Also nützt mir persönlich der zusätzliche Breite nichts, weil ich keine Lust habe, vor dem Monitor auf dem Stuhl hin- und her zu rollen. Dann lieber den L997, der nicht so kritisch in der Blickwinkelabhängigkeit ist, wo ich mich aber mehr auf die angezeigten Farben verlassen kann und meinen Stuhl oder Nacken nicht so oft bewegen muss. Lieber scrolle ich dann durchs Bild.


    Gruß, Triple-D

  • So, ... ich darf seit gestern den Eizo L997 mein eigen nennen und möchte jetzt hier etwas ausführlicher auf das Gerät eingehen, allerdings auch diesmal ohne die Beurteilung von Spielen. Meine Schwerpunkte sind, wie bereits oben beschrieben, Digitale Foto- und Satellitenbildbearbeitung, Datenbankanwendungen, Videoschnitt/-Authoring sowie übliche Officeaufgaben


    Vorweg ein wirklich großes Lob an Member1 vom TFT-Shop, der sich sehr engagiert hat mit wirklich objektiver Beratung ohne Aufschwätzerei, der Gerätevorführung vor Ort und der Lieferzeit von nicht ganz 25 Stunden. Sein Preis geht wirklich in Ordnung, er ist „preis wert“.


    Nun also…


    Zu den technischen Daten sage ich nichts, die kann man bei Eizo nachlesen.


    Was ich an dem Gerät ein wenig störend finde, ist, dass es auf dem Fuß nicht weit genug nach unten justiert werden kann. Die Mindesthöhe beträgt zwar 8,5 cm, aber wenn ich es auf mein Sehfeld ausrichte, ist der Abstand zur Tischplatte 11,5 cm. OK, Schreibtischstuhl etwas höher gestellt und aufrecht hingesetzt, dann geht’s auch (ist angeblich sowieso gesünder).


    Das Gerät wurde zwar ohne Pixelfehlertest ausgeliefert, wies aber auch so keine solchen auf.


    Erste „Amtshandlung“ war die Kalibrierung des Monitors mit dem Kolorimeter GretagMacbeth Eye-One-Display auf 6500 K mit Gamma 2,2 sowie auf 5000 K mit Gamma 1,8. Und siehe da, es hat sich gelohnt. Denn obwohl die Werkseinstellung laut Onscreendisplay auf 6500 K eingestellt war, ergab die Kalibrierung doch eine diesbezügliche Abeichung von 300 K nach untern, was man im direkten Vergleich der Profilumschaltung schon merkt. Apropos Profilumschaltung, dass geht ja dank der Eizo Screenmanagementsoftware per Mausklick ruckzuck von der Hand und auf der Betriebssystemseite tun der Gretag Calibration-Loader sowie der Gretag Display-Profiler ihr übriges.


    Anschließend wurde die Helligkeit auf 75% gedrosselt, weil ich meinem Büro nur indirektes Tageslicht aus Norden habe sowie nur (bewusst gewollte) spärliche Innenraumbeleuchtung habe, so dass zunächst das Display erstmal zu hell war. Von daher hätte mir beim S2410W die zusätzliche Helligkeit ohnehin nicht genützt.


    So vorbereitet, habe ich mir einige Testbilder und qualitativ hochwertige Digitalfotos über Irfanview und auch Thumbsplus 7 Pro angeschaut. Bei den Testbildern handelte es sich um einen stufenlosen Graukeil (von schwarz nach weiß) einen Regenbogenfarbenkeil, diverse, selbst gemachte Landschaftsfotos sowie einige Satellitenbilder.


    Wie bereits im Beitrag oben beschrieben, ist die Farbwiedergabe und Ausleuchtung ausgezeichnet, mit einer Ausnahme: Bei Bildern, die fast ausschließlich aus Farben der Stufen 0 und 10 der jeweiligen RGB-Kanäle bestehen (also fast schwarz, kommt bei mir in zahlreichen Satellitenbildern vor), kommt, ähnlich wie beim S2410W, eine Blickwinkeluntreue in den äußersten Displayecken zum Tragen, die sich in einer Aufhellung äußert, die aber bei weitem nicht so schlimm ist wie beim S2410W. Bereits bei „helleren“ Fotos mit z.B. einer nächtlichen Stadt-Silhouette kommt der Effekt nicht mehr zum Tragen. Bei hellen Tageslicht-Outdoorfotos ist Blickwinkeltreue ohnehin hervorragend. Wie beim S2410W, so vermute ich auch hier, dass die Blickwinkeluntreue in den Randbereichen auf die Größe des Displays zurückzuführen ist. Im Endeffekt ist dies für mich aber am L997 nicht störend.


    Insgesamt würde ich die Bildqualität als ausgezeichnet betrachten


    Anschließend habe ich mir Ausschnitte aus einigen Videos angesehen. Dabei handele sich zum einen um die 1280 x 720 HD-Video-Trailer „Madagascar“ und „Terminator 2“, sowie um die normale DVDs „Matrix I“ und „II“ und „Hero“. Geschaut habe ich die Filmer in der nativen Auflösung sowohl mit Nero Showtime als auch mit VLC Media Player. Den Schlierentest mit dem hier im Forum gehandelten Tool habe ich mir gespart (Begründung siehe Beitrag oben).


    Die Videowiedergabe ist für mein Empfinden ausgezeichnet. Subjektiv gesehen kann ich keine Schlierenbildung feststellen. Auch die mit viel „Bewegung“ angereicherten Szenen aus „Matrix I“, wo Neo und Trinity zum Ende des Films das Foyer des Hochhauses stürmen und in Schutt und Asche legen sowie die Morpheus-Mit-Dem-Hubschrauber-Befreiungsszene werden klar wiedergegeben. Es heißt ja in den Tests von Toms Hardwareguide und Netzwelt, der L997 wäre für Videos nicht prädestiniert und würde aufgrund seiner relativ hohen Latenzzeit diesbezüglich etwas schwächeln. Aber das kann ich subjektiv wirklich nicht nachvollziehen. Mag auch sein, dass meine 39-jährigen Augen das eine oder andere nicht mehr so richtig mitkriegen. Aber die Videowiedergabe ist in Ordnung.


    Zum Schluss ein paar Worte zu vergrößerten Arbeitsfläche. Im Vergleich zum 1280 x 1024er hat man hier doch schon echten Zugewinn an Arbeitsfläche. Endlich kann ich in der Videoschnittsoftware sowohl ein Vorschaufenster mit DVD-Auflösung und gleichzeitig 8 Timelinespuren benutzen. In der Bildbearbeitungssoftware hat endlich die ganze Palette Platz und in Word kann man jetzt endlich zwei Seiten gleichzeitig in akzeptabler Vorschauqualität anzeigen lassen, ohne bei den Symbolleiten abspecken zu müssen.


    Insgesamt halte ich den Eizo L997 für ein wirklich gelungenes Gerät, das seinen Preis wert ist.


    Gruß, Triple-D

  • Quote

    werden dieese marginalen RGB-Differenzen zu stark aufgehellt.


    Erwähnt sei, dass das Bild von tripple-d ein sehr schwierig korrekt darzustellendes ist.
    Er hat mir das Bild in prachtvoller Größe von 11774x8635 Pixeln (!) zur Verfügung gestellt, so dass ich auch mit anderen Geräten mal nach dieser Auffälligkeit testen konnte. Dafür meinen Dank.


    Ergebnis:
    Alle VA-Panel schwächeln bei diesem Bild!
    Alle (auch ältere ohne Overdrive) scheinen frontal einiges der sehr fein differenzierten blau/schwarz/grün Töne zu schlucken. Bei seitlicher Betrachtung werden diese Farbtöne wieder sichtbar!
    Beim IPS Panel des L997 ist dies genau umgekehrt!
    Frontal sichtbar, mit Blickwinkel unsichtbar bzw. gleichfarbig.


    Ich denke dies ist auf die verwendete Paneltechnik und ihre Eigenarten zurück zu führen. Wahrscheinlich ein Tribut, den man an das bessere Schwarz der VA-Panel zahlen muss.


    Es bleibt also fest zu halten:
    Diese "Schwäche" wird kaum jemandem im Normalbetrieb auffallen. Außer man arbeitet mit solch speziellen Bildern, oder als Grafiker mit ähnlichem Ausgangsmaterial.
    Unter Zuhilfenahme dieses speziellen Bildes kann man ganz eindeutig nachweisen, dass die IPS-Technik für Grafiker erste Wahl sein dürfte, was sich ja auch nachweislich an der Geräteauswahl im professionellen Proof-Monitor-Sektor widerspiegelt.

  • Quote

    Original von dirgro
    ...solange du nicht spielst kommst du mit AGP 4x bis in alle Ewigkeiten aus!
    Alle Grafikkarten, die es für AGP 8x gibt laufen auch mit AGP 4x ohne Geschwindikeitseinbußen.


    Danke für den Hinweis. Das würde ja bedeuten, dass ich ohne Probleme auch eine AGP-8-Karte benutzen könnte. Aber sind denn die Kontaktleisten für die AGP-8- und AGP-4-Karten identisch? War da nicht irgendwas mit einem Spalt, der an einer anderen Stelle sitzt? Lasse mich diesbezüglich sehr gern eines Besseren belehren.


    An dieser Stelle folgt natürlich die unvermeidliche Frage nach einer Kartenempfehlung für mein AGP-2/4-Board (da ich diesen Thread aber nicht kaputtmachen will, vielleicht besser per PN oder so).


    Quote

    Original von triple-d
    ... und ein dunkles Bild mit RGB-Differenzen von nur +/- 2 Stufen auf den jeweiligen RGB-Kanälen habe, ist ja klar, dass die sich kaum unterschieden lassen ...


    Naja, Du benutzt ja wohl schon extremes Material. Bei der normalen Fotobearbeitung (Sport, Reise, Architektur) mit normal verteilten Helligkeitswerten sollte sich das wohl nicht so stark auswirken (wenn ich Member1 richtig verstanden habe). Nachtaufnahmen, bei denen dieser Effekt zum Tragen kommen könnte, machen bei mir vielleicht 5 Prozent aus. Und wenn man das dann weiß ... ;)


    Und wenn man das praktisch betrachtet, bedeutet das doch, dass ich den rechten Rand wie gehabt mit Paletten zukleistern kann und für die eigentliche Bearbeitung den restlichen Bereich nutze. Da das Problem ja vom Betrachtungsstandort abhängt und die betrachtete Fläche kleiner ist, wird es für mich zusehends weniger zum Problem ;) Ich habe übrigens schon lange festgestellt, dass ich seit Photoshop schon lange nicht mehr mittig vor dem Bildschirm sondern mittig vor der Bearbeitungsfläche sitze.


    Wenn es also nicht noch gravierende Kritikpunkte geben sollte, wird es sich bei mir wohl in Richtung 2410 entwickeln.

  • Hallo!
    Bezüglich der Grafikkarte: AGP 8x und 4x sind vollkommen untereinander kompatibel. Die Sache mit dem Spalt stammt aus den Anfangstagen des AGP Steckplatzes. Es gab zu Anfang nämlich Karten die mit einer höheren Spannung liefen. Zum Schutz des Boards und der Karte vor Fehlkonfigurationen und Zerstörung durch zu hohe Spannung ist zur Unterscheidung dieser zusätzliche Spalt eingeführt worden...
    Welche Grafikkarte man dir empfehlen kann hängt natürlich von Leistungsanspruch (welcher eigentlich nur bei Spielern besteht) und vorallem Budget ab...Geht es dir nur darum den DVI Anschluss nachzurüsten, so ist prinzipiell die Billigste auch die Beste...


    P.S.: Na das war ja mein hundertster Beitrag...dann werd ich gleich mal ne Flasche Sekt aufmachen gehen!

  • Moin Olli,


    Quote

    Original von Marc Olivetti
    Naja, Du benutzt ja wohl schon extremes Material.


    Eigentlich tritt es nicht sooo häufig auf. Aber besagtes Bild ist schon extrem,.


    Quote

    Original von Marc Olivetti
    Bei der normalen Fotobearbeitung (Sport, Reise, Architektur) mit normal verteilten Helligkeitswerten sollte sich das wohl nicht so stark auswirken (wenn ich Member1 richtig verstanden habe). Nachtaufnahmen, bei denen dieser Effekt zum Tragen kommen könnte, machen bei mir vielleicht 5 Prozent aus.


    Bei normalen Alltagsfotos, auch Nightshots (wie z.B. im Anhang), wirkt es sich nicht nur "nicht so stark", sondern garnicht aus.


    Quote

    Original von Marc Olivetti
    Und wenn man das praktisch betrachtet, bedeutet das doch, dass ich den rechten Rand wie gehabt mit Paletten zukleistern kann und für die eigentliche Bearbeitung den restlichen Bereich nutze. Da das Problem ja vom Betrachtungsstandort abhängt und die betrachtete Fläche kleiner ist, wird es für mich zusehends weniger zum Problem

    .


    Das beschriebene Phänomen tritt bei Betrachtung im Vollbildmodus auf, und dort in den äußeren Ecken. Durch geschicktes Kippen des Displays lässt sich das aber weitgehend vermieden. Im Anwendungsfenster sehe ich den Effekt auch nicht, aber nicht nur weil um das Bildherum die Paletten und Iconleisten sind, sondern weil diese aufgrund ihrer normalen Helligkeit es mir nicht mehr gestatten, im Bild die Schwarznuancen zu difderenzieren. Das Auge ist einfach geblendet.


    Wie gesagt, bei Vollbildiashows mit normalen Allerwelt-Fotos (inkl. Nachtaufhahmen) sowie bei Videos ist das Gerät ausgezeichnet.


    Gruß, Triple-D

  • Hallo!


    Da ich vorhabe, mir in Kürze einen TFT-Bildschirm zu kaufen, habe ich, um eine direkte Vergleichsmöglichkeit zu haben, einfach mehrere für mich zur Debatte stehende Bildschirme in meinem 3D-Programm "nachgebaut"-eigentlich nur die Panelränder.
    Da ich meinen Computer vor allem als Computergrafik-/CAD- und Animationsmaschine, aber auch als Fernseher und DVD-Monitor benutze, habe ich zusätzlich auch noch jeweils ein Beispielbild für einen Standard-2,35:1-Widescreen-Film eingeblendet.
    Leichte Schlieren bei Spielen würde ich in Kauf nehmen, auch wenn ich gerne zocke, da ich mehr Wert auf die Bildqualität lege.


    Der gelbe Bildschirm im der Mitte ist mein derzeitiger 19"-Siemens-Monitor (19P1).
    Die anderen Monitore könnt ihr rechts am Rand zuordnen.
    Als erstes fällt auf, daß der 21" Eizo S2110 in etwa die gleiche Bildhöhe (komplettes Panel, nicht das Filmbild) hat, wie ein 19" CRT.
    Da ich aber mehr Bildfläche haben will und der Gewinn beim S2110 meines Erachtens nicht reicht, werde ich mich zwischen dem Eizo L997 und dem Eizo S2410 entscheiden. Diese beiden haben die gleiche Bildhöhe, wobei der 24" Eizo S2410 naturgemäß breiter ist.
    Sehr gut ist der gewaltige Sprung in der Filmdarstellung zu erkennen, den der 24"-Monitor bringt.


    Ich glaube, daß ich mir den S2410 kaufen werde. Wenn der nichts taugt, schicke ich ihn zurück und hole mir einfach den L997.


    Mir hat es sehr geholfen, einen solchen direkten Vergleich vor Augen zu haben. Vielleicht nützt es Euch ja auch etwas.
    Wenn Ihr auch noch andere Formate sehen wollt, laßt es mich wissen, ich mache dann auch gerne eine komplette Matrix mit allen gängigen Maßen fertig.


    Grüße,


    al'be:do

  • Moin,
    ich stand auch lange Zeit im Zwiespalt ob Eizo S2410-W oder Eizo L997 - letztendlich entschied ich mich (auch wegen diesem Beitrag)(der gerade erschienene Test für den S2410-W hat mich bestärkt) L997 da günstiger und für meine Zwecke anscheinend besser geeignet. Zudem finde ich das Design des L997 ansprechender (auch hinsichtlich der Ergonomie) (Es ist doch richtig, dass dieser noch normale Tasten und keine Sensortasten hat?).
    Anbei noch ein Bild, was ich konstruiert habe, was die maximal erreichbare Größe der Din-Formate (A4, A3 usw...) der beiden Bildschirme vergleicht (Der L997 hat eine Pivotfunktion) - es hat mir bei meiner Entscheidung geholfen, da ich sehr viel im Layout-Bereich arbeite.
    MFG und Dank an alle!
    cemeac

  • Quote

    Original von cemeac
    Es ist doch richtig, dass dieser noch normale Tasten und keine Sensortasten hat?


    Ja, richtige Tasten, die "klicken" und einen definierten Druckpunkt haben, sowie einen echten Strom-Kippschalter, mit dem das Gerät wirklich ausgeschaltet werden kann (kein Standby und null Stromverbrauch).


    Der heutige S2410W von Prad bestätigt auch meine Eindrücke.


    Ich habe den L997 seit knapp 1,5 Monaten und das Gerät ist toll.


    Viel Spaß mit deinem zukünftigen L997


    Gruß, Triple-D

  • noch eine kurze Frage an Tripe-D:
    (Nebenbei großen Dank für deinen Erlebnisbericht)
    Hast du den L997 in grau oder schwarz - und warum?
    Ciao Ciao
    cemeac

  • Moin cemeac,


    Schwarz - Dies ist bereit mein dritter Monitor in schwarz. Mit schwarz habe ich ein subjektiv empfundenes Problem nicht mehr, was ich davor mit grauen Gehäusen hatte (allerdings an den alten Röhrengeräten): Wenn der Bildchirm zu tief in die graue Gehäusevorderseite eingelassen war, wurde unter ungünstigen Bedingungen (Tageslichteinfall von der Seite) Umgebungslicht über die vorstehende graue Gehäusekante auf die Bildschirmfläche refelktiert, was bei dunklen Bildern störte.


    Allerdings steht beim L997 das Gehäuse schätzungsweise nur noch 3 mm vor, so dass ein graues Gehäuse diesbezüglich keine Probleme machen sollte.


    Unterm ästhetischen Gesichtpunkt sieht man auf Schwarz Dreck und Fingerabdrücke nicht so schnell.


    Gruß, Triple-D

  • Moin,
    ich hab da noch ein paar Fragen:
    1. Ich hab jetzt 2mal gelesen, dass der L997 die farben etwas "unterkühlt" darstellt und, dass sich das nicht beheben lässt (Autocad-Magazin und "Ein Highlight des Eizo ist der Sensor, der die Pivot-Ausrichtung des Panels erkennt, worauf die Darstellung automatisch angepasst wird. Die Bildqualität wirkt nach der Autoeinstellung etwas kühl. ...") - ist das so (also in der Standardeinstellung und/oder nach der Kalibrierung)?
    2. weil ich gerade darüber gestolpert bin: Gibt es einen großen Unterschied zwischen L887 und L997?... beim Preis auf jeden Fall (mir pers. ist die Anzeigegröße der Schrift nicht so wichtig - bzw. ich kann auch mit einer kleinen Leben).


    holen tu ich mir den wahrscheinlich in grau - passt glaube ich besser zum meinem Apple 20" (Alu).


    Dank im Voraus
    cemeac

  • Moin cemeac,


    dass mit der Farb-"Unterkühlung" hatte ich vor dem Kauf auch in besagtem Magzin gelesen.


    Wobei ich wirklich nicht weiß, was man sich darunter vorstellen soll, weshalb ich mir dazu auch kein Urteil erlauben will.


    Falls damit aber gemeint gewesen sein sollte, dass die Farben vielleicht zu blaustichig sein sollten, so kann man das nach eigenem (!) Gutdünken über eine geringere Farbtemperatur ausgleichen. Die einen mögen (oder brauchen) eine Farbtemperatur von 5000 K (gelbliches Papierweiß), die anderen, wozu auch ich gehöre, arbeiten lieber mit 6500 K (bläulicheres Sonnenweiß).


    Falls hingegen die Sattheit der Farben gemeint sein sollte, so kann man dass wiederum üder die Gamma-Einstellung regeln.


    Beides lässt sich am Monitor vorwählen, wobei der subjektive Eindruck gut ist. Allerdings merkt man unmittelbar nach einer Hardwarekalibrierung, dass den Werkseinstellungen doch das letzte Quäntchen Akkuratesse fehlt.


    Um es jetzt mal objektiv zu sagen: Nach der Kalibrierung meines L997 ist die dE-Kurve der einzelnen RGB-Kanäle bis auf wenige Zehntel Prozentpunkte quasi linear, sprich: Die dargestellten Farben entsprechen den Vorgaben. Die Farben sind also ok.


    Gruß, Triple-D