ViewSonic VP2030 (Prad.de User)

  • Produkt
    Hier ein Erfahrungsbericht zum Viewsonic VP2030. Ich hatte zwei Geräte hier, eines vom November 2005 und ein neueres vom Oktober 2006. Die Produktdaten finden sich in der PRAD-Datenbank:


    Den VP2030 gibt es nur als "b" (Black) Variante, diese ist allerdings nicht tiefschwarz, sondern eher anthrazit-farben. Der Standfuß des VP930s (Silber mit schwarzem Fuß) ist deutlich dunkler. Trotzdem passt er gut zu dem vielen schwarzen Teile auf meinem Schreibtisch. Zu den Punkten Optik und Mechanik, sowie Bedienung und OSD empfehle ich den PRAD-Test des VP2330 zu lesen, da die Angaben auch für den VP2030 gelten.


    Verpackung
    Seit dem VP930 nutzt Viewsonic wohl für alle Professional Modelle die gleiche Verpackung. Sie ist im schlichten Kartonbraun mit Aufdruck gehalten, der VP191 kam noch mit knallbunter Verpackung daher. Die aktuelle Verpackung besticht vor allem durch einen sehr praktischen und haltbaren Tragegriff, lässt sich leicht Öffnen und enthält genau soviel Styropor wie nötig (jeweils ein großes Stück links und recht vom Monitor).


    Lieferumfang
    Zum Lieferumfang gehören zur Zeit ein DVI-D Kabel und ein D-Sub-Kabel (VGA). Beim älteren Modell war ein DVI-I Kabel (digital + analog) enthalten, das muss allerdings kein Vorteil sein (siehe unten). Ansonsten gehört die Treiber-CD samt Handbuch im PDF-Format und beste Dreingabe die PerfectSuite Software, welche u.a. für die Auto-Pivot Funktion zuständig ist. Ein gedrucktes Handbuch existiert nicht, lediglich eine mehrsprachige Schnellstart Anleitung, die u.a. beschreibt, wie man das Handbuch von CD installiert.


    Optik und Mechanik
    Die Optik der VP Serie hat sich in den letzten Jahren wenig geändert. Mit dem VP930 wurde ein neuer Fuß eingeführt, dessen X-Form mit den ausladenden Frontfüßen und kleinen "Stummelchen" nach hinten relativ viel Platz auf dem Schreibtisch einnehmen. Da die breiteren Frontfüße jedoch nicht über den Monitor hinausragen, gibt es bei mir keine Probleme. Die Optik empfinde ich als schlicht und wertig. Die Plastikoberfläche ist weder aufdringlich stylisch (schlicht), noch grob porös oder rauh (wertig), sie wirkt eher matt als glänzend. Alle sinnvollen Kanten sind leicht abgerundet, es knirscht und knarzt nichts, auch nicht beim Aufwärmen. Die Beschriftung der fünf Tasten ist kaum erkennbar, wird glücklicherweise aber auch kaum gebraucht.


    Die Mechanik des VP2030 ist gerade mit dem neuen Fuß einer meiner klaren Favoriten. Der Monitor steht sehr fest und ist nicht zum Kippen zu bewegen. Der Hals neigt nicht zum Schwingen und fängt evtl. Bewegungen des Tisches gut ab. Die Höhenverstellung ist leichtgängig zu Bedienen, sitzt aber immer fest genug in Position. Sie lässt sich schön hoch einstellen, jedoch nicht bis zum Tisch absenken (bzw. nur im Pivot). Sämtliche Verstellvorgänge (Höhe, Drehen, Neigung, Pivot) lassen sich mit einer Hand bewerkstelligen. Das Pivot Gelenk hat präzise Anschläge bei 0 Grad und 90 Grad, so dass man normalerweise nichts nachjustieren muss. Beim ersten Gerät (November 2005) hakte allerdings die Höhenverstellung im unteren Drittel, die Füße lagen nicht ganz Plan auf dem Schreibtisch auf und der Pivot Anschlag stimmte nicht ganz. Von den vielen VP Geräten die ich bereits vor der Nase hatte, war es aber das erste mit solchen Problemen, also eher ein Einzelfall.


    Anschlüsse
    Es steht ein DVI-I (analog und digital) sowie ein D-Sub (VGA) Anschluss zur Verfügung. Zusätzlich gibt es an der Rückseite einen USB-Hub mit vier Ausgängen. Neben dem Netzeingang verfügt der VP2030 über einen echten Netzschalter, der das Gerät vom Strom trennt.


    Der USB-Hub ist leider nur eingeschränkt zu gebrauchen, da dessen Elektronik nicht einwandfrei arbeitet. Zudem wird er jedes Mal mit abgeschaltet, wenn der Monitor in den Standby wechselt oder per Soft-Off abgeschaltet wird. Hat man also seine Tastatur und Maus daran angeschlossen, kann man den PC garnicht mehr aus dem Standby wecken. Zudem ertönt für alle angeschlossenen Geräte der Windows-Ton was bei häufigeren Ein-/Ausschalten eher nervig wird. Vollends nutzlos macht den USB-Hub aber die Tatsache, dass er stehts nur mit 50% - 60% der Übertragungen arbeitet, die am PC eingestellt sind. Bei voreingestellten 125 Hz unter Windows überträgt der Monitor USB-Hub nur 80 Hz, bei eingestellten 250 Hz überträgt er knapp 130 Hz usw. Er wäre also durchaus in der Lage zumindest die standardmäßigen 125 Hz zu leisten, macht es aber nicht. Zudem sind die Übertragungen recht schwankend, mal sind es 60 Hz, mal sind es 110 Hz. Für Zocker und präzise Mausarbeiter sicher keine gute Wahl. Die Übertragungsrate (mb/s) eines USB-Sticks lag allerdings nur ca. 5% unter der des USB-Anschlusses am PC, aber eben immer noch darunter.


    Beim Anschluss eines DVI-I (analog und digital) Kabels gibt es leider Probleme mit meiner Grafikkarte. Sie erkennt den Monitor bis zum Start der Windows Benutzeroberfläche (und somit Laden den Grafikkartentreibers) als analogen Monitor und zeigt somit während des BIOS Post und Booten kein digitales Bild an, sondern gibt nur ein analoges Bild aus. Evtl. bleibt der Monitor also dunkel, sofern man nicht die Automatische Signalsuche aktiviert lässt, oder manuell auf den DVI-A Eingang umschaltet. Verwenden eines reinen DVI-D Kabels bringt allerdings eine einfache Lösung des Problems.


    Bedienung und OSD
    Dazu empfehle ich nochmals den PRAD-Test des VP2330 zu lesen. Das Menü erscheint mir übersichtlich und wohl geordnet. Auf Tasteneingaben reagiert das Menü im Gegensatz zum VP930 verzögerungsfrei, jeder Tastendruck wirkt sich direkt aus. Schließt man zwei Signalquellen gleichzeitig an, kann schnell zwischen beiden durch Druck auf die "2" Taste umgeschaltet werden. Nutzt man die Bild-in-Bild Funktion (PIP), dann dient die gleiche Taste zum Umschalten.


    Viele Funktionen lassen sich auch über die Software PerfectSuite steuern, und zudem als leicht aufzurufende Profile abspeichern. Die Software entspricht eigentlich der Software "Pivot Pro" und "Display Tune" des Herstellers Portrait Display. Gerade die Pivot-Software arbeitet deutlich schneller im Bildaufbau als die Pivotfunktion meiner NVidia-Treiber. Leider arbeitet die Software nur über den digitalen DVI-D und den analogen D-Sub Eingang mit dem Monitor zusammen, nicht jedoch mit dem analogen DVI-A Eingang. Das kann man aber verschmerzen, sofern man es auch weiß, denn es wird nirgends erwähnt.


    Der Support bei Portrait Display antwortet sehr schnell auf Email-Anfragen (meist noch am gleichen Tag), und ist in der Regel freundlich (Emails beginnen mit einem amerikanischen "Hi") und einigermaßen hilfreich. Es gab Probleme mit mehreren Versionen bei meiner Kombination von Grafikkarte und Nvidia4 Chipsatz, die den PC beim Start der PerfectSuite zum Absturz brachte. Das betrifft allerdings nur die wenigsten Nutzer, und ich habe sehr viel Kram auf meinem PC installiert. Glücklicherweise funktioniert die Version 1.20 bei mir einwandfrei. Die aktuelle Version 1.21 macht hingegen wieder Probleme. Wer ähnliche Probleme hat, kann sich die Version 1.20 vom Portrait Display Support schicken lassen.


    Die Helligkeit lässt sich sehr weit runter regeln, vor allem unter 5% sinkt sie nochmal rapide ab. Beim älteren Gerät begann unter 5% aber auch die Beleuchtung immer deutlicher zu flimmern, je näher man 0% kam. Dies wurde auch in einem englischsprachigen Foren von anderen Nutzern berichtet. Das neuere Gerät zeigte merklich weniger Flimmern. Oberhalb 5% gab es kein erkennbares Flimmern. Trotz des Flimmern bleibt hervorzuheben, dass ich noch keinen TFT vor der Nase hatte, der sich so weit herrunter regeln ließ!


    Bildqualität
    Die Blickwinkel sind für ein VA-Display typisch, scheinen aber leicht größer zu sein als beim VP930. Der Schwarzwert ist gut und die Viewsonic typischen Ausleuchtungsprobleme mit Aufhellungen in den Ecken wurden vor allem beim neueren Gerät gut minimiert. Das Panel neigt leider zu leichtem Glitzern wenn man zu nah vor dem Gerät sitzt und den Kopf bewegt. Das fällt besonders bei größeren, unbewegten Farbflächen (wie etwa dem Blau des PRAD-Forums) ins Auge. Ich führe das auf zu starke Lichtstreuung der Antireflexionsschicht zurück. Der VP930 zeigte das weniger stark, und der VP2330 zeigt es garnicht. Der Schwarzwert beider Geräte unterschied sich leicht, das erste war heller, dafür weniger Blickwinkelabhängig bei Schwarz.


    Das neuere Modell zeigte etwas bessere Grauabstufungen, beide Geräte waren in der Grundeinstellung eher kälter/blaustichig. Die sRGB und 6500K Farbtemperatureinstellung liefert exakt das gleiche Bild, nur dass man bei sRGB den Kontrast und die Farbe nicht ändern kann. Das macht durchaus Sinn, denn der Weißpunkt des sRGB Profils liegt bei 6500K. So oder so darf man auf diese Werkseinstellungen nichts geben, und muss schon ein Kalibrierungsgerät für exakte Farbeinstellungen bemühen. Für den Heimgebrauch eignet sich die Kalibrierung der PerfectSuite ausgesprochen gut, funktioniert allerdings auf Softwarebasis des Grafikkartentreibers, nicht auf Hardwarebasis der Monitorelektronik. Die Kalibrierung über die Software verwirft also Farben bei der Ausgabe, so wie es auch jede Einstellung des Grafikkartentreibers tun würde. Das wirkt sich vor allem auf die Graustufen aus, das es zu leichtem Banding oder Farbsprüngen führen kann.


    Wem der Monitor einfach nur zu Blau oder Rotstichig ist, der ist besser damit bedient die Manuelle Farbeinstellung zu nutzen. Jede Änderung bis auf 50% wirkt sich für meine Augen nicht auf die Anzahl der dargestellten Farben aus. Es bleiben also z.B. immer noch 256 Rotabstufungen erhalten, wenn man den Rotanteil auf 50% senkt, diese sind einfach dunkler. Meine Vermutung ist, dass hier Dithering zum Einsatz kommt, und meine Augen sind der gleichen Meinung. Ein reiner 8 Bit Monitor müsste ebenfalls Farben verwerfen, sobald man den Kontrast oder die einzelnen Farbanteile senkt, so z.B. deutlich gesehen beim VP191. Schon der VP930 machte das nicht mehr, zeigte jedoch deutliche Probleme beim Dithering, zumal spekuliert wurde, dass nur 6 Bit + FRC (Dithering) wie bei TN-Paneln zum Einsatz kam. Der VP2030 zeigt diese Probleme jedoch nicht, so dass ich annehmen muss, dass 8 Bit + FRC wie bei Eizo Monitoren genutzt werden. Ob das tatsächlich der Fall ist, oder ich durch die Güte aktueller 6 Bit + FRC Technik zum Narren gehalten werden, vermag ich nicht genau zu sagen. Aber die Tatsache, dass auch der deutlich teurere VP2330 so funktioniert legt eher eine echte 8 Bit Dithering Lösung nahe. Dass Dithering zum Einsatz kommt scheint mir aber sicher, ich erkenne es z.B. deutlich bei sehr genauem Hinsehen beim dunkelsten Grauton. Ob das ein Vorteil ist, oder nicht, sei dahin gestellt, es bietet aber deutlich mehr Spielraum beim Einstellen des Geräts. Normale 8 Bit Geräte können nur bei genau einer Einstellung die volle Farbanzahl von 16,7 Millionen Farben anzeigen, der VP2030 macht das über einen großen Kontrast und Farbbereich. Kontrastwerte über 70% (Werkeinstellung) führen allerdings zum einfachen Ersetzen der hellsten Grautöne durch Weiß.


    Leider zeigte der Analoge Eingang (D-Sub, DVI-A) einen deutlich schlechteren Kontrast als der digitale Eingang. Das kommt daher, dass über den analogen Eingang kein reines Schwarz angezeigt wird, sondern nur Dunkelgrau. Das hatte ich zuvor auch schon beim VP191 beobachtet, während der VP930 diesen Fehler nicht mehr zeigte. Der Fehler war bei beiden Geräten vorhanden, und macht den Monitor für den analogen Betrieb nicht so gut geeignet. Zumal auch die Automatische Anpassung des analogen Signals nicht ganz sauber funktioniert. Beim Moiretest zeigen sich flackernde Schlieren, die sich aber durch manuelle Anpassung der Feineinstellung wegregeln lassen. Trotzdem bleibt Text bei nativer Auflösung etwas unschärfer als über den digitalen Eingang. Es spielt übrigens für die Bildqualität keine Rolle, ob man das mitgelieferte dünne Kabel benutzt, oder ein dickes doppelt geschirmtes.


    Das Interpolationsverhalten ist frei wählbar (seitengerecht, Vollbild, 1:1) und die Schärfe in 4 Stufen einstellbar: Pixeldoppelung horizontal und vertikal, algorithmische Umrechnung horizontal und vertikal (schärfer als der Algorithmus meiner NVidia Treiber), und algorithmische Umrechnung nur horizontal oder vertikal mit Pixeldoppelung auf der jeweils anderen Achse.


    Die kleinen Pixelabstände und damit einhergehende hohe Pixeldichte von knapp 100 PPI empfinde ich als deutlichen Vorteil gegenüber größeren Pixelabständen, gerade bei Nutzung von Cleartype. Ich habe mir mehrere PDF-Dokumente in Orginal DIN A4 Größe mit Cleartype durchgelesen und konnte selbst kleinste Schriften noch erkennen (z.B. Fußnoten von Stiftung Warentest Tabellen).


    Reaktionsverhalten
    Hier gibt es Gutes und Schlechtes zu berichten. Das erste Gerät zeigte ein besseres Reaktionsverhalten als mein alter VP930. ZWar zeigten sich z.B. beim Pixperan Schlierentest leichte Overdrive Koronas und bei sehr dunklen Farben gab es genauso Schlierenbildung, in der Praxis (z.B. bei Halflife2) war das Verhalten aber deutlich ausgewogener. Wo der VP191 noch deutliche Koronas zeigte, und der VP930 schlierte zeigte der ältere VP2030 von beidem wenig. Das neuere Gerät neigte aber leider bei schwarzen Farben zu deutlichen Schlieren, die sich auch wieder bei Halflife2 und vor allem auch bei bewegtem schwarzem Text bemerkbar machten. Ich vermute da eine gewisse Serienstreuung, zumal ich das gleiche schon beim VP930 beobachten konnte. Von 5 Geräten neigte dort aber nur eins zu deutlichen Schlieren, so dass ich vermute, dass auch der VP2030 in der Regel gut reagieren sollte. Die verwendeten Panel von AU Optics werden bei Behardware regelmäßig für ihre Reaktionsschnelle gelobt.


    Die Latenz gegenüber einem CRT habe ich bei nativer Auflösung per einfacher Handycam mit durchschnittlich 30 ms gemessen, Minimum 10 ms, Maximum 50 ms, also ca. 2 Bilder. Bei niedrigerer Auflösung (800 x 600) ging der Durchschnitt aber deutlich Richtung 50 ms, unabhängig vom eingestellten Interpolationsverhalten. Deshalb rate ich Zockern dazu lieber die Interpolationsfunktion des Grafikkartentreibers zu verwenden, die dann das Signal als native 1600 x 1200 an den Monitor schickt. Allerdings ist die Interpolation des Monitors etwas schärfer.


    Ich hatte wenig Probleme aktuelle Spiele auf dem Monitor zu spielen, die Latenz von zwei Frames halte ich gerade noch für unproblematisch (ab 50 ms wird es meiner Meinung nach problematisch) und die Schlierenbildung hält sich in der Praxis in Grenzen. Nur die starke Schlierenbildung schwarzer Farbe beim neueren Gerät machte bei sehr dunklen Spielen wie Call of Cthulhu Probleme. Hervorzuheben ist, dass man bei entsprechender Treibereinstellung auch 16:10 bzw. 16:9 Spiele auf diesem 4:3 Gerät spielen kann. Ich habe dazu normalerweise die Auflösungen 1600 x 1000 bzw. 1600 x 900 genutzt, zum Beispiel bei Oblivion, Halflife2 und Call of Duty 2.


    Nachtrag: Das Reaktionsverhalten meines aktuellen VP2330 ist deutlich besser als das des neueren VP2330 Gerätes. Zudem habe ich die Latenzzeit des VP2330 mit durchschnittlich nur 18 ms, Minimum 0 ms, Maximum 35 ms gemessen. Aber dieser Monitor ist auch mehr als doppelt so teuer, und das Reaktionsverhalten scheint einer gewissen Serienstreuung zu unterliegen.


    Bildfrequenz und Video
    Da ich keine Videos auf dem Monitor schaue, sondern dazu immer noch lieber meine 100 Hz Loewe 72cm Röhre bemühe, kann ich nicht viel dazu schreiben. Laut Behardware.com ist der VP2030 bei Videos andereren Monitoren gegenüber im Vorteil, da die verwendeten AU Optics Panel und Viewsonic Elektronik zu weniger "Twinkling" also Funkeln (kurzes Aufleuchten einzelner Farben) führen.


    Leider stimmen die Angaben des Datenblatts bezüglich der Bildfrequenz jedoch nicht. Dort ist zwar angegeben, dass der Monitor mit bis zu 85 Hz vertikaler Freqzenz arbeitet, es werden aber immer nur 60 Hz angezeigt. Selbst wenn man also z.B. die vom Treiber angebotenen 75 Hz bei 1280 x 1024 wählt, verwirft der Monitor wohl einfach jedes fünfte Bild und zeigt weiterhin 60 Hz an. Das macht sich als deutliches Ruckeln bemerkbar und disqualifiziert ihn eigentlich für PAL Videos (25 Bilder/s). Gleiches gilt aber auch für die meisten anderen Geräte am Markt. Das ist sehr bedauerlich, denn der VP930 und VP191 zeigten stehts die echte Ausgabefrequenz der Grafikkarte an, und ließen sich auch bei niedrigeren Auflösungen bis 85 Hz treiben. Ich halte 75 Hz für sehr sinnvoll, zumal mit der schnelleren Bildfrequenz normalerweise auch der Input-Lag verringert wird. Ich hoffe sehr, dass neuere Geräte mit HDCP Unterstützung das besser machen (im Moment sieht es aber nicht so aus).


    Service
    Die Qualität des Viewsonic Service muss ich deutlich hervorheben. Zwar ist es so, dass mein Name durch das VP930 Debakel und meine Beiträge bei PRAD bereits beim Service bekannt ist, aber das zeigt deutlich, dass man als Hilfesuchender nicht in der Anonymität der Massenabfertigung untergeht. Viewsonic bietet den Service für Europa selbst an, statt ihn an Drittfirmen auszulagern. Der telefonische Support ist über eine normale deutsche Ortvorwahl sehr gut erreichbar, und die Mitarbeiter wirken freundlich und kompetent. Bei defekten erhält man in der Regel innerhalb 2 - 3 Tagen ein Austauschgerät per Paketdienst (dem man das defekte Gerät direkt mitgibt), sofern die Geräte bei Viewsonic auf Lager sind. Sollte das nicht der Fall sein, muss man normalerweise maximal eine Woche warten, und erhält im Extremfall oft sogar ein teureres Gerät als Kompromiss. In solchen Fällen wird man von der Service-Zentrale in den Niederlanden zurückgerufen (die Mitarbeiter sprechen sehr gutes Deutsch mit niedlichem niederländischem Akzent ;)). Der Email-Service über das Web-Formular scheint allerdings eher ins Lehre zu führen, die Antwortzeiten sind zumindest so lang, dass man bei ernsthaften Problemen lieber direkt anrufen sollte.


    Geräuschentwicklung
    Die Geräuschentwicklung hält sich stark in Grenzen. Beim Arbeiten vor dem Monitor sind mir keinerlei Geräusche aufgefallen, egal bei welcher Helligkeitseinstellung. Und ich bin in diesem Punkt sehr empfindlich! Nur wenn man sein Ohr direkt an die Lüftungsschlitze hinter dem Gerät hält hört man ein leises Surren. Vom VP930 weiß ich, dass es bei der Geräuschentwicklung der Hintergrundbeleuchtung eine starke Serienstreuung geben kann, beide Geräte waren aber gleich leise.


    Fazit
    Alles in allem ist der VP2030 ein wirklich guter 20" Monitor mit gutem Bild, vielen Einstellmöglichkeiten und ausreichendem Reaktionsverhalten für nicht überambitionierte Gamer. Die Summe der kleinen Mängel passt allerdings nicht zu einer "Professional" Serie und sollte korrigiert werden. Zumal die Probleme mit dem USB-Hub auch beim größeren (und teurerem) VP2330 auftreten. Die Chancen sind allerdings gering, dass Viewsonic hier noch nachbessert, da die Cebit vor der Tür steht, und die nächste Modellreihe wahrscheinlich schon vom Band läuft.


    Ich kann diesen Monitor jedem empfehlen, der ihn über den DVI-Eingang nutzen möchte. Analog kann das Bild leider mit dem digitalen nicht mithalten. Er ist zum wiederholten Spielen gut zu gebrauchen, findet seine Hauptanwendung aber beim Arbeiten.

  • Bei Fragen, einfach melden. Vieles wurde aber schon in anderen Beiträgen geklärt. Zum VP2330 gibt es die Tage auch einen Bericht, der sich u.a. auch nochmal mit den genannten Problemen des VP2030 beschäftigt.


    Habe gerade noch bemerkt, dass ich die DVI-I Problematik vergessen hatte. Daran ist aber wohl weniger der Monitor als die Grafikkarte schuld!? Und die Lösung per reinem DVI-D Kabel ist einfach gefunden.

  • Ich habe mir den VP2030b geholt und er steht jetzt vor mir.
    Allerdings bin ich sehr enttäuscht und das aufgrund eines Punktes:
    der Schwarzwert.
    Oder sollte ich besser sagen "Grauwert"?


    Zumindest mein Monitor hat keinen vernünftigen Schwarzwert, egal, was ich einstelle. Und das Bild wird über DVI-D geliefert, nicht analog. Der Kontrast ist auf 66% gestellt. Alles über 70% bringt Farbverfälschungen mit sich. Und darunter wird das Bild nur flauer.
    Die Helligkeit habe ich auf 33% eingestellt, aber den Schwarzwert bringt das nicht viel tiefer runter Unter 30% fällt die Helligkeit zwar mehr ab und der Schwarzwert ist etwas besser, aber dann ist das Bild nicht mehr hell genug.


    Wenn ich einen Shooter, wie z.B. Prey spiele, dann sehen schwarze Ecken aus, als ob man in einem dunkelgrauen Nebel steht. Eben nicht annähernd schwarz. Und auch bei Videos fehlt einfach die Bildtiefe. Ich musste bei meiner nVidia auch das Videogamma anpassen, so dass Schwarz im Bild auch dem tiefsten Schwarz des Monitors entspricht, weil vorher das Schwarz im Video zu hell war. Aber Videos wirken ebenfalls blass und kontrastarm, weil alles Schwarz zu dunkelgrauer Soße verkommt.
    Selbst bei Tageslicht ist es deutlich merklich, auch wenn dieses Zimmer nicht superhell ist. Abends war es extrem.
    Ein Einstellungsfehler meinerseits schließe ich aus. Ich sehe keine Option mehr, die auf den Schwarzwert Einfluss nehmen kann. Auch wenn der TFT kein Signal bekommt, aber trotzdem an ist, dann sieht man kurz das beste Schwarz mit den gegenwärtigen Einstellungen, bis er abschaltet. Wenn er ganz abschaltet, dann hat man ein vernünftiges Schwarz ;) Kurz gesagt, das Backlight strahlt zu stark durch. Es besteht auch ein deutlicher Unterschied zwischen dem Rahmen und schwarzer Bildfläche, die gegen den Rahmen deutlich grau erscheint. Auch wieder nachts überdeutlich.


    Was hinzukommt, ist eine sehr deutliche Blickwinkelabhängigkeit der Helligkeit. Schwarze Flächen werden deutlich heller, wenn sich der Blickwinkel ändert.


    Ansonsten gibt es ein X-förmiges Durchscheinen der Beleuchtung in den Ecken. Die reduzierte Helligkeit hilft da etwas. Ich hätte aber besseres erwartet.
    Der Rest ist toll, keine erkennbaren Pixelfehler, schick, schnell genug für Shooter, gute Farben, keine störenden Geräusche.


    Also, wenn das das Beste an Schwarz ist, was ein halbwegs guter TFT schafft, dann bin ich doch sehr enttäuscht. Mag sein, dass meine Erwartungen zu hoch sind. Neben dem TFT steht auch noch der alte Sony Trinitron. Das ist ungefähr mein Maßstab. Ich habe mich auf Kompromisse eingestellt, aber so sehe ich nicht viel Grund, den Monitor zu wechseln.


    Bringt es was, sich mal den NEC 2170NX anzuschauen? Oder wird mich da ähnliches erwarten?

  • also ich denke, dass der Schwarzwert nicht generell so schlecht ist bei TFTs.
    Ich kenne deinen Monitor nicht, vielleicht hast du aber auch einfach ein schlechtes Panel erwischt. Also, vielleicht einfach mal einen anderen Monitor versuchen...

  • Heute habe ich mal einige TFTs auf der Arbeit getestet. Da wären ein 19"-Dell, ein 19"-Eizo (mein Arbeitsmonitor am Notebook, hat auch ein VA-Panel) und ein 21"-Eizo, in der selben Größe wie mein Viewsonic, wenn ich das richtig sehe. Der Dell ist einige Monate alt, die Eizos mind. 1 Jahr alt, eher so 2.
    Leider hatte ich keinen direkten Vergleich, aber die ersten beiden hatte ich in einen fast dunklen Raum aufgebaut und die Helligkeitsverteilung schien beide Male besser zu sein. Der Dell hat IIRC ein TN-Panel. Bei dem waren die Farben nicht ganz so pralle, aber das Schwarz war IMHO besser. Der kleine Eizo ist auch sehr gut. Gutes Schwarz, gutes Weiß. Zwar im Schwarz nicht so gut wie mein Sony-CRT, aber nicht ganz so weit davon entfernt wie mein Viewsonic. Die Blickwinkelabhängigkeit war auch nicht so schlimm, die Ausleuchtung sehr gut.
    Beim großen Eizo war der Raum nicht dunkel.


    Was bei meinem Viewsonic hinzu kommt, ist das "schöne" Banding, was er im Graukeil zeigt. Ich habe noch mit den Einstellungen gespielt, aber ich habe es nicht wegbekommen. Morgen werde ich es nochmal mit dem Notebook als Grafiklieferant probieren, denn alle anderen Monitore zeigen keinerlei Banding bei dem Graukeil. Nur für den Fall, dass meine Grafikkarte verkonfiguriert ist.


    Ich hab mal einige Bilder angehängt.
    Farbeinstellung: Benutzerdefiniert, RGB auf je 100%. 33 % Helligkeit, 65 % Kontrast.
    1. Die Ausleuchtung ist sicher nicht so schlecht, wie es auf dem Foto erscheint, der Farbstich ist auch nicht vorhanden, aber deutlich sind die Lichthöfe in den Ecken erkennbar, die auch beim normalen Bewegen des Kopfes vor dem Monitor ihre Helligkeit merklich ändern. Die entfernen Ecken werden immer deutlich heller.


    2. Dann der Graukeil, einmal die linke Seite vom Monitor und dann nochmal in einer Nahaufnahme. Selbst bei den schlechten Aufnahmen sollte jeder deutlich den schlechten Verlauf erkennen. Bei allen anderen Monitoren, s.o., war sowas in keiner Weise zu sehen. Ändere ich Gamma-Werte im Treiber, dann verändert sich das Aussehen dieser Bänder, aber sie gehen nie weg. Auf dem geclonten CRT-Bild sind sie natürlich nicht zu sehen.