Deinterlacing Artikel (prad.de)

  • Hallo, erst einmal vielen Dank für den sehr informativen Bericht.


    Gibst es eigentlich TFT`s mit eingebauten Deinterlacer?


    Womit erfolgt das Deinterlacing im PC? Übernimmt das immer der TV- oder Videoplayer (Software)? Oder gibt es da auch andere Lösungen (Hardware?)?


    LG IF

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    Gibst es eigentlich TFT`s mit eingebauten Deinterlacer?


    Es gibt Hybridmodelle mit Deinterlacer. Hohe Erwartungen darf man dort aber nicht anbringen. Alle LCD-TVs bringen natürlich einen Deinterlacer mit.


    Quote

    Womit erfolgt das Deinterlacing im PC? Übernimmt das immer der TV- oder Videoplayer (Software)? Oder gibt es da auch andere Lösungen (Hardware?)?


    Über den PC wirst du dem Bildschirm i.d.R. progressiv, d.h. in Vollbildern zuspielen. Das Deinterlacing wird entweder per Software erledigt oder über die Videoprocessing-Engine der Grafikkarte. Per Software-Deinterlacing erreicht man, mit etwas Mühe, i.d.R. bessere Ergebnisse, aber bei HD Material (=> 1080i) kann es schonmal knapp werden.


    Gruß


    Denis

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    Per Software-Deinterlacing erreicht man, mit etwas Mühe, i.d.R. bessere Ergebnisse, aber bei HD Material (=> 1080i) kann es schonmal knapp werden.


    Danke.


    Mit knapp ist die dafür evt. nicht vorhandene Prozessorleistung gemeint?

  • Hallo Denis,


    gern würde ich mir noch einmal Deinen Rat einholen.
    Mein LE52F96BD ist bestellt und soll in 4 Wochen da sein.


    Beabsichtigte Verwendung:
    - 50% std. DVD (z.Zt. älterer Pioneer) - später evtl. zusätzlich BlueRay/HD-DVD
    - 40% Pal via SAT (z.Zt. Humax 5400) - demnächst Upgrade auf HD-SatReceiver
    - 5% PC
    - 5% Kids Gaming


    Wie leicht erkennbar liegt der Schwerpunkt auf Filmen per DVD.


    Frage:
    Wie sollte ich das SD Material "behandeln" damit es möglichst gut (aber noch bezahlbar) dargestellt werden kann - anders herum: welches Gerät sollte das Upscaling/Deinterlacing machen?



    Einige der möglichen Optionen:
    1. Std. DVD-Player mit SCART an Panel
    2. Std. DVD-Player mit SCART an neuen AV-Receiver und HDMI an Panel
    3. neuer Upscaling DVD-Player z.B. Philips 5980 mit HDMI (1080p50) an Panel
    4. neuer BlueRay mit 1080p24 Ausgabe mit HDMI an Panel (Annahme: DVD-Ausgabe erfolgt auch auf 1080p24)
    5. Video Prozessor (muss ja nicht zwingenderweise ein VP50 sein - welcher wäre mindestens einzuplanen?)
    6. HDPC - da stehe ich aber noch ganz am Anfang
    7. andere?

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    neuer BlueRay mit 1080p24 Ausgabe mit HDMI an Panel (Annahme: DVD-Ausgabe erfolgt auch auf 1080p24)


    Die Ausgabe wird dort nicht in 1080p24 erfolgen. Wäre auch grausam, weil es Ruckler gäbe (unser Material auf DVD liegt ja effektiv bei Filmquelle mit 25 Frames/s vor). 1080p50 wären vorstellbar, da muß man sich aber mal informieren, was der Player bei einer SD Scheibe macht.


    Quote

    Video Prozessor (muss ja nicht zwingenderweise ein VP50 sein - welcher wäre mindestens einzuplanen?)


    Ganz klar die beste Lösung, gerade weil Samsung in Sachen Videoprocessing ziemlich mäßig ist (dafür stimmt der Rest). Für SD Material wäre der iScan VP30 inkl. ABT 102 Upgrade zu empfehlen, der liefert im SD Bereich im Prinzip die gleiche Performance wie der VP50 (die ganz neue Pro Version ausgenommen). Kann nur einfaches HD Deinterlacing, was aber natürlich für DVD und SD DVB absolut keine Einschränkung darstellt. Den gibt es immer mal wieder auf Ebay (übrigens auch den VP50). Die Geräte gehen aktuell für etwa 1200 Euro inkl. dem ABT 102 Upgrade und SDI Modul auf Ebay weg - vom Händler. Da würde ich mich mal umsehen. Gerade jetzt läuft kein VP30, wird aber sicher wieder kommen.
    Als Player reicht dann ein einfaches Modell. Der Pioneer DV-400V sollte 480i/576i per HDMI ausgeben können. Ich habe das DV-490V Vorgängermodell.
    Einen HDTV Receiver würde ich in dem Fall direkt mit dem Samsung verkabeln, den SD Receiver per RGBs (da gibt es Adapter von Scart auf 4x Cinch) oder YPbPr (können manche Geräte am Scart Ausgang) an den iScan.
    Ich kann an der Stelle nur sagen: Es lohnt sich - und zwar ziemlich gewaltig. Das kann ich, gerade unter dem Eindruck der Messe, noch bestimmter sagen.


    Quote

    neuer Upscaling DVD-Player z.B. Philips 5980 mit HDMI (1080p50) an Panel


    Damit tue ich mich immer etwas schwer. Wenn du nicht gleich zu Geräten wie dem 3930 von Denon greifst, wird die Elektronik des TVs kaum schlechter sein. Nur bewegt der sich in einem Preisbereich, für den du inzwischen schon besagten VP30 bekommst.


    Gruß


    Denis

  • Danke für die schnelle Antwort.


    So etwas in der Richtung hatte ich schon vermutet.


    Ich halte 'mal Ausschau nach einem Gerät - wofür genau ist die SDI-Karte? (das habe ich auch mit der Erlärung der Anchor Bay Webseite nicht 100% verstanden)

  • SDI ist die "Optimumverbindung". Damit wird das Signal direkt vom Decoder abgegriffen und du erhältst ein sehr unverfälschtes Signal. Allerdings sind DVD Player mit SDI Ausgang (gibt auch Receiver mit SDI) oder Umrüstungen auch wieder nicht ganz billig. Ein DVD Player mit 480i/576i Ausgabe per HDMI tut es auf jeden Fall auch, die Verbesserung ist dann nicht mehr so dramatisch.


    Gruß


    Denis

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    Außer dem neuen VP50Pro scheint es noch keine Scaler mit HDMI 1.3 zu geben.
    Was könnte mir theoretisch fehlen, wenn ich mir einen VP30 heute kaufe?.


    Im SD Bereich faktisch nichts. Das, was der VP30 mit ABT Upgrade macht ist in Sachen Deinterlacing state of the art. HDMI 1.3 ist für dich nicht entscheidend. Geschichten wie der erweiterte Farbraum sind für DVD und DVB-S völlig uninteressant und selbst bei HD Quellen wäre das kein KO Kriterium.
    Was die VP20/30/50 nicht haben, ist detail/ edge enhancement und mosquito noise reduction. Das ist für mich der Grund auf den VP50 Pro umzusteigen. Allerdings bewegen wir uns hier in dem Bereich "Meckern auf sehr hohem Niveau". Ich hatte den VP30 mit ABT102 Upgrade selbst schon gehabt und das Teil ist wirklich top.


    Gruß


    Denis

  • Hallo!


    Ich versuche mich ebenfalls in die Materie des "perfekten" LCD-Bildschirmes einzuarbeiten, stelle aber fest, dass das Thema recht komplex ist.


    Auf ein bestimmtes Modell habe ich mich noch nicht festgelegt, finde aber die Samsung F9 Serie sehr interessant (Farben/Kontrast) bin mir aber nicht sicher ob die 100 Hz Technologie (z.B. Samsung M8 oder andere) in Punkto Darstellungsqualität nicht doch wichtiger ist.


    Mein Anforderungsprofil:


    97% TV oder TV-Aufnahmen vom Festplattenreciever (Spielfilme, Sport, Dokumentationen) derzeit über SD-Sat-Reciever mittelfristig über HDTV-Sat-Reciever, ggf auch Multimedia-PC mit HDTV-Fernsehkarte als Zuspieler.


    1% DVD


    2% Darstellung von Digitalfotos


    Da bei vielen Usern DVD-Wiedergabe eine größere Rolle zu spielen scheinen, frage ich mich ob sich aus meinem Anforderungsprofil eine spezielle Bildschirmempfehlung ergibt, bzw. eine spezielle Scalerempfehlung.


    Speziell zu den Scalern:


    Die Aussage oben als Antwort auf haggi´s Fragen habe ich nicht verstanden


    "Einen HDTV Receiver würde ich in dem Fall direkt mit dem Samsung verkabeln, den SD Receiver per RGBs (da gibt es Adapter von Scart auf 4x Cinch) oder YPbPr (können manche Geräte am Scart Ausgang) an den iScan."


    Doch keinen Scaler zwischenschalten?


    Bin für alle Antworten dankbar


    Easygoing

  • Quote

    bin mir aber nicht sicher ob die 100 Hz Technologie (z.B. Samsung M8 oder andere) in Punkto Darstellungsqualität nicht doch wichtiger ist.


    Macht das Bild zwar smoother, verfälscht es aber auch ordentlich. Aus meiner Sicht kein entscheidendes Kriterium. Übrigens hat auch der F9 eine Zwischenbildberechnung. Genau wie der M8 eben. Erst die F8 Reihe hat eine umfassendere Lösung an Bord.


    Quote

    Doch keinen Scaler zwischenschalten?


    Zwei Punkte dazu:


    a) Ich hatte u.a. einen iScan VP20/30 genannt. Die machen nur eingeschränktes HD Deinterlacing (=> Fieldscaling, siehe auch unseren Deinterlacing-Artikel. Mit Geräten, die auch gutes HD-Deinterlacing machen, läßt man dies natürlich auch vom Prozessor durchführen (z.B. den iScan VP50).


    b) Eine Doppelverkabelung ist bei Einsatz eines HD-Receivers meist zu empfehlen, weil sie i.d.R. nicht in 576i (also interlaced unskaliert) bei SD Sendern per HDMI ausgeben können. Der VP50 hätte zwar PreP, um auch aus einem schlecht deinterlacten, progressiven Material "nochwas zu retten", aber ideal ist schon besagte 576i Zuspielung. Da würde man dann per RGBS oder YPbPr ("YUV") doppelt verkabeln.


    Gruß


    Denis

  • Hallo!


    Vielen Dank für die schnelle Antwort!


    Muss ich den Übertragungsweg (via HDMI oder RGB) manuell umstellen oder erkennen dies die Komponenten automatisch?


    Wie sieht es beim Einsatz eines Multimedia-PC´s aus, gibt es hier gute Softwarelösungen oder Hardwarekomponenten, dass ich zusammen mit einem F8 (ich interpretiere mal die letzte Antwort als Empfehlung) auf eine vernünftige Lösung käme?


    Gruß


    Easygoing

  • Hallo.
    so, nach mehreren Jahren hol ich den Thread mal aus dem verstaubten Regal. Ich habe mir gerade den Artikel zum Thema Deinterlacing durchgelesen, da ich mich für die Technik hinter den LCDs interessiere.
    Ich finde, auch 3 Jahre nachdem dieser Artikel verfasst wurde, ist das Thema für den versierten Benutzer nach wie vor aktuell. Gerade weil mittlerweile auch die privaten Sender in Deutschland ihr Material in 1080i ausstrahlen und somit genau auf die Ecken und Kanten beim Deinterlacing treffen die in dem Artikel aufgeführt sind. (schlechte Ergebnisse bei HD-Deinterlacing). Ich denke mal die TV Hersteller haben an ihren Systemen gearbeitet. Wie siehts denn da momentan auf dem Markt aus? Sind die Deinterlacer in den TVs besser geworden? Gibt es aktuell noch Schwächen, wo man beim Kauf drauf achten sollte (720p,1080p24,1080i Material, etc.)
    Auf jeden Fall vielen Dank an das Prad Team, dass ihr euch so ausführlich und dennoch leicht verständlich mit den Themen befasst!
    Grüße
    Daimonion