Kalibration bei NEC 2690WUXi wird immer schlechter...

  • Hallo!


    Ich habe einen NEC2690WUXi seit längerer Zeit. Kalibration läuft über Spectraview II Software (10.42), Wahlweise auch über Spectraview Profiler 4 (4.1.9), wobei letztere ein zu rotlastiges Ergebnis liefert.


    Zur Sache:
    Ich konnte den Monitor immer Problemlos auf 120cd/m², D65, Gamma 2.2 kalibrieren und hatte dabei stets einen Schwarzwert von 0.29 bis 0.31. Durchschnittliches deltaE lag bei unter 0.6 - meistens sogar mit einbezogenen dunklen Farbtönen. Maximale Abweichung unter 1 deltaE. DeltaE94 war natürlich noch besser.


    Seit einiger Zeit sind meine deltaEs stark gewachen. Nun erreiche ich nur noch 1.1 oder 1.2 deltaE als Durchschnitt, dafür ist der Schwarzwert aber auf 0.26 cd/m² gesunken. Damit noch nicht genug:
    Ich kalibriere zwar auf 120cd/m², aber bereits während der Kalibration sinkt der Schwarzwert nochmals ab, so daß bei der anschließenden Überprüfung nur noch ungefähr 116 cd/m² übrig bleiben!


    Gestestet habe ich das auch schon mit einem zweiten Kolorimeter, ebenso mit dem Kolorimeter lange auf dem Bildschirm (zum anwärmen) und mehrfach auch "frisch" draufgesetzt. Die Ergebnisse sind immer vergleichbar.


    Ich habe den Monitor mehrfach auf Werkseinstellungen zurückgesetzt: Keine Veränderung.
    Ich habe "Auto Luminance" ausprobiert: Keine Veränderung
    Ich habe versucht auf Graustufen optimiert zu kalibrieren: Der Schwarzpunkt wird deutlich auf 0.39cd/m² angehoben, was normal ist, aber die Helligkeit ist trotzdem gegen Ende der Kalibrierung zu gering und die deltaE-Werte werden auch nicht besser.


    Mit der Spectraview Profiler 4 Software ist das Ergebnis vergleichbar. Hier wird nur deutlich gezeigt, daß anscheinend Blau eine auffallend hohe Abweichung (mehr als 1 deltaE) vom Soll besitzt. Vor Monaten war Grün immer mit der größten Abweichung behaftet.


    Ich habe die Software (sowohl Spectraview II als auch Spectraview Profiler 4) deinstalliert und neuinstalliert.
    Die Treiber für das Kolorimeter habe ich deinstalliert und neu installiert (verschiedene Versionen: Von Gretag/X-Rite selbst und die mitgeliefertern von der Spectraview Profiler 4 Software).
    Neue Grafikkartentreiber habe ich ebenfalls ausprobiert, ebenso den zweiten DVI-Eingang und ein anderes DVI-Kabel, welches am zweiten DVI-Ausgang der Grafikkarte angeschlossen wurde.


    Die Grafikkarte ist eine Sparkle 8800GTS 512 (G92). Nicht übertaktet, meistens sogar künstlich runtergetaktet, da ich im 2D-Betrieb die Leitung (und Wärme) nicht brauche.



    Als nächstes werde ich noch eine andere Grafikkarte in einem anderen PC austesten, dann gehen mir die Ideen aus.



    Falls jemand Ideen hat, dann kann er sich hier gern im Thread verewigen! :)

  • Findest Du denn, dass ein (immer noch hervorragender) deltaE-Wert von knapp über 1 den Aufwand Wert ist? Einen Unterschied von 0,5 bis 0,7 deltaE wirst Du mit bloßem Auge kaum wahrnehmen können, genausowenig wie 4 cd/m². Praktisch gesehen sind die Werte identisch, ich verstehe aber, dass Dich die Tatsache generell stört, dass die Ergebnisse schlechter ausfallen. Wahrscheinlich ist das aber normal und auf die Betriebsdauer zurückzuführen. Eben deshalb müssen farbverbindlich genutzte Displays regelmäßig "nachkalibriert" werden.

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    "Begegnungen, die die Seele berühren, hinterlassen Spuren, die nie ganz verwehen."

  • Ja, ich denke schon, daß das den Aufwand wert ist.
    Es ist eine recht plötzlich vorhandene Verschlechterung und könnte auf einen Defekt hinweisen. Vorallem kann ich diese Abweichungen durch keine Kalibration mehr ausgleichen! Ich kann höchstens mit einer Zielvorgabe von 124cd/m² kalibrieren, damit ich auf ca 120cd/m² lande. Das kann nicht Sinn der Sache sein und es muß irgendwo ein Fehler sein. zumindest die Helligkeit sollte DIREKT nach einer Kalibration der Zielvorgabe entsprechen.
    Das war immer so, das ist bei einem Bekannten mit dem gleichen Monitor so und das sollte auch bei meinem Monitor weiterhin so sein. Ich kann es vor allem nicht erklären, daß die Helligkeit während der Kalibration, aber eben nach der Helligkeitseinstellung, nochmal um 4cd/m² absackt. Das ist ein neuer Effekt, wodurch der Weißpunkt automatisch immer um mindestens 1,2 deltaE daneben liegt. "Normal" war ein Wert, der wohl im Rahmen der Meßungenauigkeit liegt.


    Ich hätte ja nichts dagegen, wenn nach "ein paar Wochen" die Ergebnisse nicht stimmen. Dafür habe ich das Kolorimeter ja, damit ich es nachjustieren kann. Aber wenn genau das nicht geht und die Ergebnisse immer schlechter werden, dann stimmt doch etwas nicht.

  • Dass die Backlight-Helligkeit nach der Kalibration exakt auf dem Level liegt, dass man bei der Weißpunktjustage einstellt, ist aus Erfahrung bei nur wenigen Displays der Fall. Bei vielen sinkt die Helligkeit während der Kalibrierung um einige cd ab, sodass man in einem zweiten Durchlauf nochmals nachjustiern muss oder die Helligkeit gleich ein paar cd über den Zielwert einstellt. Die Helligkeit sollte aber keinen Einfluss auf den Weißpunkt haben.


    Ja, ich weiß, ich rede an deiner Problematik vorbei, kann Dir aber auch nicht sagen, warum Dein NEC nun nicht mehr so will, wie vorher ;)


    Wenn ich Du wäre würde ich mich vorerst damit abfinden, das Problem beobachten und bei weiterer Verschlimmerung den Service kontaktieren. Bis jetzt sind die Abweichungen objektiv gesehen unproblematisch.


    Ich nehme an, die iColor-Software probierst Du nicht, weil Dein NEC mit der US-Software hardwarekalibrierbar ist?

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  • Mein NEC ist mit der US-Software und mit der deutschen Software kalibrierbar... Eine Hardwarekalibration ist mir natürlich 1000mal lieber als eine Softwarekalibration.
    Bisher, und das stimmt auch für die anderen 2690WUXi-Besitzer, die per Hardware kalibrieren können, stimmte die Vorgewählte Helligkeit immer bis auf minimale Abweichungen mit der Kalibration überein. Also wenn bei 120cd/m² dann "nur" 119,7cd/m² übrig bleiben, ist das ziemlich egal, aber so verwöhnt bin ich nun durch den NEC und die dazugehöre Software. Wenn ich dann die Helligkeit Manuell nachjustiere, dann meckert die Software außerdem, daß die Kalibrationseinstellungen nicht mehr passen.



    Nun habe ich mal einen anderen PC genommen: Bei 120cd/m² war der deltaE-Wert mit 0,8 zumindest schonmal "besser". Direkt danach nochmal mit dem Rechner, mit dem ich die Kalibration sonst durchführe: 1,07.


    Die Software vergleicht immer zum gewählten Target, wobei nur eine andere Zielhelligkeit dazu führt, daß die DeltaE-Werte deutlich steigen. Bei 160cd/m² im Vergleich zur 120cd/m² Messung hätte ich schon ein deltaE von 11,78 für Weiß und durchschnitt 8,49. Bei der Berechnung des DeltaE geht also offensichtlich auch die Helligkeit mit ein und genau das wird es sein, was meine Werte versaut.


    Spaßeshalber habe ich eine Kalibration auf die maximale Leuchtkraft (D65, Gamma 2.2) durchgeführt. Der Absacker ist somit Prozentual verschwindend gering und das DeltaE nur noch 0.3.


    Nun wüsste ich nur gerne, warum die Helligkeit absackt. Das war ja früher nicht der Fall.


    --------


    Edit:


    Nunja, erstmal bleibe ich nun bei 140cd/m². Da komme ich auf ein deltaE von 0,68. Interessanter Weise ist die Helligkeit nicht nur prozentual, sondern auch absolut näher am Sollwert.

  • Kann der NEC denn allein durchs Dimmen des Backlights 120 cd/m²? Ansonsten wird ja über die Farbkanäle runtergeschraubt und das würde vielleicht erklären, wieso es an dem einen PC andere Ergebnisse als an dem anderen gibt sowie die Tatsache, dass die Helligkeit mit dem Weißpunkt so stark gekoppelt ist.


    Falls meine erste Frage zutrifft: Was passiert, wenn Du als Zielwert bei der Helligkeit die minimale Leuchtdichte nimmst, die Du mit dem NEC auf 0% Helligkeit erreichst?

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  • Das wird irgendwie anders geregelt beim NEC.


    Ich habe testweise schon auf 90cd/m² kalibriert und die Ergebnisse waren nicht schlechter!


    Außerdem: Ich habe den Monitor schon über 2600 Stunden im Betrieb und mehr als einmal Kalibriert. Wenn es immer "schlecht" gewesen wäre, dann hätte ich mich schon früher darüber gewundert.


    So Sah es noch aus, als ich den Monitor erst gute 10 Stunden im Betrieb hatte:
    Link zum Post im 2690WUXi-Thread: NEC 2690WUXi (Prad.de User)


    Link zum Anhang für Farbabweichung:


    0,6 deltaE mit dunklen Farbtönen und das bei 120cd/m²!
    Das ist also inzwischen verdoppelt worden!

  • Okay, um mal umgekehrt zu fragen: Die Abweichung hast Du bei sagen wir 200 cd/m² Zielwert auch? Falls nicht, liegt das Problem m.E. irgendwo dort begraben, wo NEC die natürlichen Grenzen des Backlights in punkto Dimmbarkeit überschreitet. Aber da kann ich leider nur mutmaßen.

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  • rinaldo:
    Dann wäre es nicht erst nach 2600 Stunden aufgetreten sondern von Anfang an.


    Wie gesagt: Es ist plötzlich schlechter geworden! Ich glaube kaum, daß durch ein Wunder die Steuerungstechnik verändert wurde. Ebensowenig wurde ein Firmwareupdate an meinem Monitor durchgeführt.

  • Mal vorweg: die Messwerte sind absolut gesehen natürlich immer noch super gut. Kein Grund zur Sorge. Und mit Sicherheit kein Grund für einen "Garantiefall".
    Dich fuchst jetzt aber, dass die Abweichungen sich im Verhältnis zu vorher "plötzlich" geändert haben.
    Was heißt "plötzlich"? Du kalibrierst ja (hoffentlich) nicht jeden Tag. ...
    Also sagen wir mal in den letzten 4 Wochen.
    RGB verändert sich eben... bis nach einer bestimmten Zeit nix mehr richtig geht. Aber davon biszt Du logischerweise noch meilenweit entfernt.
    Um das "Problem" mal einzukreisen: wie sieht denn die Grauachse aus? Hast Du mal die Validierungswerte (mit tiefen Tönen bzw. Priorität Gray Balance)?

  • thomo:


    Nun, durch Treiber Aktualisierung und andere Spielereien mußte ich in den letzten Wochen mehrfach neu kalibrieren. Ansonsten reicht es prinzipiell bei mir aus, wenn das Teil alle 4 Wochen neu kalibriert wird.


    Die Abweichungen sind bei geringeren Helligkeiten kleiner als bei höheren Helligkeiten (auch ein Unterschied zu dem, wie es sonst immer war).


    Ohne tiefe Töne lag ich bei der recht guten Kalibration, die auch oben schon genannt wurde bei 1,07 und der mit tiefen tönen bei 1,08.


    Bei Priorität auf Graustufen hat sich eigentlich nicht viel verändert. Allerdings kann das Ergebnis auch mal bei 1,1 oder gar 1,2 liegen.



    Mein Problem ist eben, daß diese Veränderungen nicht schleichend eingesetzt haben, also es jedes mal etwas schlimmer wurde, sondern bei einer der letzten Kalibrationen vor vielleicht zwei (von mir aus auch drei...) Wochen plötzlich der Wert nicht stimmte und weiter abwich als zuvor. Da hatte ich aber keine Zeit um der Sache auf den Grund zu gehen.
    Bezüglich der "Alterung": Das kann m.E. nicht der Grund sein, da eine Alterung nicht von jetzt auf gleich abläuft. Außerdem ist der Monitor nichtmal ein Jahr alt, andererseits hat er über Monate hinweg im wesentlichen konstante Ergebnisse geliefert und ist jetzt plötzlich anders.


    Am Sonntag oder ehr Montag könnte ich auf gesonderten Wunsch irgendwelche Kalibrationen durchführen, wenn bestimmte Werte gewünscht werden.

  • Die Werte der Grauachse würden mich mal interssieren. Insbes. die tiefen Tonwerte. Und dann mal gucken, ob es zu einer der hochgesättigten RGBs eine sinnstiftende Enstprechung gibt. Das Maximal- oder Durchschnitts-Delta sagt ja nix aus.

  • Oh, ah, uh... *g* Mißverständnis.


    Das kann ich Dir nur per "Spectraview Profiler" beantworten, da die Spectraview II eh nur Grautöne optimiert.
    (Wie heißt es doch so schön: Stimmen die Grautöne, dann stimmen die Farben.)


    Beim Spectraview Profiler ist mir allerdings aufgefallen, daß die vermessenen Graustufen große Abweichungen im Diagramm zeigten und die Farben dafür annähernd perfekt waren. "Früher", wenn mich meine Erinnerung nun nicht im Stich lässt, war's ehr so, daß die Graustufen sehr gut passten und die Farben "etwas mehr" abwichen.
    Aber wie bereits gesagt hat die Kalibration mit der Spectraview Profiler 4 den unschönen Nebeneffekt etwas ins rötliche zu driften.


    Ja, ich weiß, ich bin pingelig. Oder vielleicht reagieren meine Augen auch nur sehr empfindlich auf Farben. Insgesamt gefällt mir das Ergebnis der Spectraview II jedoch immernoch besser, da es neutraler ist. Allerdings meine ich einen leichten Unterschied zu dem zu sehen, wie es mal war. Nicht viel, aber irgendwie schon.


    ----


    Nach etwas Nachforschung meinerseits wurde mein Empfinden bestätigt. Bestimmte Farben, also besonders bei Grautönen, kann ein Mensch auch bei 0,5 deltaE unterscheiden.



    Eine HP-Seite zur Berechnung eines DeltaE:


    Gibt man nun die Koordinaten für Weiß von D65 ein und trägt bei L (Helligkeit) einmal die Äquivalente von 120 und 116 ein, so sieht man, daß es den deltaE-Wert stark beeinflusst. Immerhin ein DeltaE von 3.3.
    Wer Tippfaul ist, kann auch a* und b* = 0 setzen und erhält somit reines Weiß. Macht keinen Unterschied, da die Differenz, wenn sich nur die Helligkeit verändert, eh null ist. Ob nun 0,321 - 0,321 = 0 oder 0-0 = 0 macht also keinen Unterschied.


    Daß es bei mir "nur" bei 1.x liegt wohl darin begründet, daß bei der Kalibration nicht genau 120 getroffen wurde, sondern z.B. 118,7. Der tatsächliche Wert von 116,x (Einheiten schenke ich mir mal, wie man sieht) liegt dann nur noch 1,x deltaE entfernt.


    (Zur Umrechnung für die Farbabweichung: Die L*-Achse ist nur von 0 bis 100 aufgeteilt. Somit muß man z.B. 100/120*116 rechnen und in die Felder dann 100 und 96.7 tippen. Interessanterweise klappt der Rechner auch mit falschen Werten größer als 100)


    Auch wenn das nun mächtig in die Farbraumtheorie abdriftet: Nun habe ich wohl die Begründung selbst nachgereicht für die Abweichungen: Die Helligkeit ist schuld, denn in der Formel für die deltaE-Berechnung taucht auch die Helligkeitsdifferenz quadratisch auf.


    Soweit zur Begründung.


    Aber warum hält der Monitor nicht mehr die Helligkeit bei der Kalibration? Und: NUR bei der Kalibration! Danach sind die 116cd/m² wieder stabil und können mit beliebiger Software nachgemessen werden.

  • Quote

    Original von derGhostrider
    Eine HP-Seite zur Berechnung eines DeltaE:

    Gibt man nun die Koordinaten für Weiß von D65 ein und trägt bei L (Helligkeit) einmal die Äquivalente von 120 und 116 ein, so sieht man, daß es den deltaE-Wert stark beeinflusst. Immerhin ein DeltaE von 3.3.
    Wer Tippfaul ist, kann auch a* und b* = 0 setzen und erhält somit reines Weiß. Macht keinen Unterschied, da die Differenz, wenn sich nur die Helligkeit verändert, eh null ist. Ob nun 0,321 - 0,321 = 0 oder 0-0 = 0 macht also keinen Unterschied.

    Du verwechselst da scheinbar was und schmeißt Yxy und Lab durcheinander.
    Das blöde an Lab ist, dass immer richtig gerechnet wird, auch wenn das Ergebnis totaler Unsinn ist :D
    L 0 z.B. ist immer Schwarz. Egal, was bei a und b steht - das sind dann nur mathematische, aber keine realen Farben. "Blaues Schwarz" gibt's eben nicht. Schwarz ist Schwarz ist Null. Und ein Lab-Wert über 100 existiert überhaupt nicht. Da hast Du Candela bzw. cd/m^2 mit Lab verwechselt.
    Insofern stimmt auch Deine Schlußfolgerung nicht.

  • L=0 ist schwarz. Das ist natürlich klar, spielt in diesem Fall aber überhaupt keine Rolle. Deine Argumentation greift also nicht. Davon abgesehen ist mir kein Gerät bekannt, das auch nur ansatzweise in die Region von L = 0 kommt. Tatsächlich ist es aber doch gar nicht unüblich, daß gerade bei den sehr dunklen Graustufen größere Abweichungen auftreten (also relativ zu den helleren). Das liegt wohl auch genau daran, daß die Helligkeit eben nicht das theoretische Minimum von 0 erreicht.


    Falls es Dir entgangen ist, sagte ich auch, daß 100 das Maximum auf der L-Achse ist. Meine Umrechnung ist vollkommen korrekt! Egal wie die Helligkeit denn nun gemessen wird, also ob in LUX, Candela, nits oder von mir aus "Photonen pro mm² und s" macht überhaupt keinen Unterschied! Das Maximum entspricht dem Maximalwert, also der 100, auf der L-Achse. 120cd/m² entspricht also 100. Meine Umrechnung 100/120*116 gibt also den einzutragenden Wert für die 116cd/m² an: ca 96,7.
    Darum schrieb ich auch davon, daß man die "Äquivalente von 120 und 116" eintragen soll und nicht 120 und 116. Dann ergibt sich nämlich, wer hätte das gedacht: 4 und nicht 3,3.
    Die Bemerkung, daß der Rechner "funktioniert", wenn man Werte über 100 angibt, habe ich selbst als falsch tituliert. Anscheinend werden die eingegebenen Werte nicht überprüft sondern blind in die Formel eingesetzt. Wenn ich das nicht erkannt hätte, dann hätte ich keine Umrechnung angegeben und auch nicht gesagt, daß es falsch ist.


    Meine Schlußfolgerungen sind also korrekt. Die einzige Vereinfachung, die ich gemacht habe, war, daß ich die ABweichungen in a* und b* vernachlässigt habe. Allerdings sind dort auch keine meßbaren. Zumindest werden die Koordinaten bis auf die letzte Nachkommastelle als korrekt angegeben.



    Das bringt diesen Thread so allerdings nicht weiter. Ich suche immernoch eine Begründung, warum die Helligkeit während der Kalibration und zwar nach der Weißpunktjustage absackt.

  • Quote

    Original von derGhostrider
    L=0 ist schwarz. Das ist natürlich klar, spielt in diesem Fall aber überhaupt keine Rolle. Deine Argumentation greift also nicht.
    ...
    Falls es Dir entgangen ist, sagte ich auch, daß 100 das Maximum auf der L-Achse ist. Meine Umrechnung ist vollkommen korrekt! Egal wie die Helligkeit denn nun gemessen wird, also ob in LUX, Candela, nits oder von mir aus "Photonen pro mm² und s" macht überhaupt keinen Unterschied! Das Maximum entspricht dem Maximalwert, also der 100, auf der L-Achse. 120cd/m² entspricht also 100. Meine Umrechnung 100/120*116 gibt also den einzutragenden Wert für die 116cd/m² an: ca 96,7.

    Ich hätte auch sagen können L 100 ist Weiß. L 0 ist Schwarz war nur ein Beispiel.
    Aber Du verwechselst dennoch was. Du kannst doch nicht einfach sagen Du setzt 120cd/qm als L 100 (was zunächst mal "stimmt", denn Weiß wird ja immer als L 100 definiert - aber völlig unabhängig von der Helligkeit - L 100 ist Weiß auf einem Schirm, der 80cd/qm Helligkeit hat ebenso wie auf einem, der 140cd/qm Helligkeit hat) und errechnest Dir jetzt linear, welche Lab-Werte welcher Helligkeit entsprechen. Dann wäre also L 50 halbe Helligkeit, also 60cd/qm?? Selbst wenn das so wäre (ist nicht so), dann würde das ja allenfalls bei Kalibration nach L* so sein; bei Gamma 2.2 oder Gamma 1.8 müßte was anderes raus kommen, weil die Helligkeitsverteilung anders ist. Aber wie gesagt - da es eh nicht so ist, ist das witzlos.*


    Quote

    Original von derGhostrider
    Ich suche immernoch eine Begründung, warum die Helligkeit während der Kalibration und zwar nach der Weißpunktjustage absackt.

    Weil zunächst die Helligkeit justiert wird und dann via RGB-Justage der Weisspunkt. Da bei RGB-Justage nur gegen Minus geregelt werden kann (Preset ist ja RGB je auf 100%) verliert man dabei zwanglsläufig etwas Licht.
    Das ist immer so. Mal mehr, mal weniger ausgeprägt und auch abhängig davon, wie die Software das handelt. Bei Softwarekalibration kann man das "zu Fuß" gut nachvollziehen: man stellt auf z.B. 120cd/qm. Dann regelt man RGB auf den gewünschten Weißpunkt. Springt man zurück zur Weißluminanz, so ergibt sich dort eine mehr oder weniger große Abweichung. Die kann man dann nochmals ausgleichen, sofern gewünscht.
    Grundsätzlich gibt es Werte bzw. Wertekombinationen, die ein Schirm in der Hardware nie ganz 100%ig trifft. Also mal als Beispiel 5000K. Wenn der Schirm mit seinen RGB-Kanälen die nicht ganz genau erreicht, dann "springt" er zwischen z.B. 4994K und 5008K hin und her und muss sich irgendwann entscheiden (wie gesagt - die Werte nur mal als Beispiel!). Dann kann es sogar sein, dass sich das bei der Kalibration bis in die tiefen Töne so fortsetzt. Manchmal hilft es dann schon, einach z.B. 5010K vorzugeben, weil eben der Monitor mit seiner soundsoviel Bit-Auflösung die aktuell besser erreicht. Ob das dann nur eine kosmetische Korrektur mit Blick auf die Delat-E-Werte ist, oder man der Hardware damit tatsächlich einen Gefallen tut, das sieht man ja dann.
    Was Du also mal probieren kannst: einfach mal Deine Zielvorgaben geringfügig ändern: den gemessenen Weißpunkt nach kalibration mal als Vorgabe wählen (wenn bei Vorgabe 5000K tatsächlich 5012K rauskommen, die dann also vorgeben) und bei der Helligkeit einfach einen etwas höheren Wert angeben; z.B. 122cd/qm statt 120cd/qm. Einfach mal probieren...


    Du darfst ja auch eins nicht vergessen: die Auswertung (Validierung) der Kalibration bezieht sich ja immer auf den Referenzwert! Also eben Deine Vorgaben von Weißpunkt und Gamma. Wenn Du mal nur profilierst und das dann validierts, dann siehst Du die Farbaweichungen der Farben zueinander mit Bezug auf den tatsächlichen (nicht den bestellten!) Weißpunkt. Idealerweise sind damit die Abweichungen auf der Garauachse praktisch gar nicht vorhanden (0.0x bei guter Linearisierung), dafür dürfte es bei einer oder mehr Farben evtl. eine deutlichere Abweichung geben. Das hängt dann vom Display ab.


    *edit: zudem - und das ist letztlich das Entscheidende - spielt der Unterschied zwischen vorgegebener und erreichter Helligkeit bei der DeltaE-Rechnung eh keine Rolle. Da geht's doch nur um Farbwerte (die zwischen Schwarz, egal wie dunkel, und Weiß, egal wie hell, berechnet werden):

  • Quote

    ...und errechnest Dir jetzt linear, welche Lab-Werte welcher Helligkeit entsprechen. Dann wäre also L 50 halbe Helligkeit, also 60cd/qm?? Selbst wenn das so wäre (ist nicht so), dann würde das ja allenfalls bei Kalibration nach L* so sein; bei Gamma 2.2 oder Gamma 1.8 müßte was anderes raus kommen, weil die Helligkeitsverteilung anders ist. Aber wie gesagt - da es eh nicht so ist, ist das witzlos.


    L* ist visuell gleichabständig. 128/128/128 (RGB Mittelgrau) ist auch bei L* Mittelgrau.
    Gamma 2.2 und L* sind gar nicht mal so extrem unterchiedlich - zumindest im Vergleich zu Gamma 1.8.


    Siehe dazu auch:


    Und selbst WENN man es berücksichten möchte, so ist der Unterschied bei weniger als 4% vom Extremwert dermaßen gering, daß man es, zumindest für diesen Vergleich, vernachlässigen kann.


    Zudem wird deltaE nunmal so berechnet. Ob bei der Rechnun nun 1.7, 1.8 oder 1.9 deltaE herauskommen ist für die qualitative Aussage herzlich egal, wobei ich bezweifel, daß der Unterschied in diesem Bereich derartig groß wäre.


    ----


    Ja, ich weiß schon, wie die Kalibration abläuft. Darum wird nicht 120cd/m² erreicht, sondern zunächst ein Wert wie 118.x oder 119.x... Aber DANACH, also nachdem der Weißpunkt eingestellt wurde, sinkt er nochmal um ca 2cd/m² ab!
    DAS war nicht so.


    Ich habe bereits ausprobiert als Zielvorgabe 122, 124, 130 und 140 cd/m² auszuwählen. Die Ergebnisse sind immer vergleichbar. Erst bei 140 wird es etwas besser.
    Und nochmal, auch wenn ich mich wiederhole: ES WAR BESSER! Bei einer Kalibration auf 120cd/m² wurden damals exakt 119cd/m² erreicht. Manchmal war es etwas näher an 120, manchmal minimal weiter entfernt. Im großen und ganzen war die Abweichung aber vernachlässigbar.
    Heute ist es anders.


    => Es hat NICHTS mit der art und Weise der Kalibration zu tun, da sich diese nicht verändert hat!
    (Wie oft muß ich das eigentlich noch wiederholen, bevor es berücksichtigt wird?)


    Entschuldige, wenn ich langsam etwas ungeduldig werde, aber Deine Erklärungen wären vielleicht treffend, wenn es immer so gewesen wäre.
    Meine Vorgabe sind immer gleich (siehe Screenshots aus dem zuvor angegebenen Thread. Gleiche Helligkeit, gleicher Gamma-Wert, gleicher Weißpunkt. Die Kalibrationssoftware ist die gleiche (Spectraview II - ich habe auch eine ältere Version installiert um es nachzuprüfen). Der Monitor wurde nicht verändert.
    Also: Ohne Veränderung der Zielvorgabe, ohne Veränderung der Rahmenbedingungen tritt plötzlich ein deutlicher Abfall der Helligkeit auf, der mir die Kalibration ein wenig versaut.


    Das kann man nicht mit irgendeiner theoretischen Erklärung über Farbräume oder die Vorgehensweise bei einer Kalibration wegdiskutieren.


    Ich glaube, daß ich mich mal an NEC wenden werde. Vielleicht lasse ich mir ja sogar ein Austauschgerät kommen und wenn das dann besser ist, dann würde den Monitor eben austauschen. Wobei mich diese Abweichung bisher nicht großartig stört... tote Pixel oder die Probleme, die andere mit ihren NECs haben, wären da schon schlimmer.


    ----------


    Edit:
    Sag mal, hast Du Dir die Formel für deltaE mal angeschaut? Natürlich spielt die Helligkeit eine Rolle! Du kannst doch nicht einfach behaupten, daß dem nicht so wäre, obwohl in der Formel für deltaE: Wurzel((L1-L2)^2 + (a1-a2^2 + (b1-b2)^2) das genaue Gegenteil steht.
    Abweichungen auf den Farbachsen sind genau so schlimm wie Abweichungen bei der Helligkeit.
    (Nungut, die Farbachsen reichen bis 150 oder so, wodurch die Gewichtung etwas verschoben ist, in der Formel sind die absoluten Werte aber gleichberechtigt)

  • Quote

    Original von derGhostrider
    L* ist visuell gleichabständig.

    ja doch...


    Quote

    Original von derGhostriderSag mal, hast Du Dir die Formel für deltaE mal angeschaut? Natürlich spielt die Helligkeit eine Rolle! Du kannst doch nicht einfach behaupten, daß dem nicht so wäre, obwohl in der Formel für deltaE: Wurzel((L1-L2)^2 + (a1-a2^2 + (b1-b2)^2) das genaue Gegenteil steht.
    Abweichungen auf den Farbachsen sind genau so schlimm wie Abweichungen bei der Helligkeit.

    Du denkst halt, das L* in Lab hätte mit der absoluten Helligkeit zu tun bzw. mit der Leuchtdichte. Dem ist aber nicht so. Wie würde dann Farbmanagement funktionieren? Wie (absolut) hell ist RGB 255-255-255, also L 100/a 0/b 0 in z.B. AdobeRGB oder sRGB?
    Deswegen der Dir bekannte Screenshot aus Basiccolor Display. L steht für die Helligkeitsachse im Farbraum. Dabei ist L 100 eben Weiß. Wie hell das absolut ist, ist für das DeltaE unerheblich. Ob der Monitor nun auf 40cd/qm eingestellt ist oder auf 1000cd/qm - das hellste, was das Gerät anzeigt, ist dann eben Weiß und wird als L 100 definiert. Nichts sonst.

  • thomo:


    Ja, warum diskutieren wir denn überhaupt, wenn wir uns einig sind? ;)
    Ich habe doch die 120cd/m² als 100 gesetzt! Also auf den Wert, der meiner Kalibration entspricht / entsprechen sollte.
    Danach habe ich dann darauf verwiesen, daß bei der Kalibration nunmal nur 118.x cd/m²erreicht werden, wodurch die Abweichung zu den letztendlichen 116cd/m² geringer ist (also nicht 120cd/m² = 100 auf der L*-Achse, sondern 118.x cd/m² = 100 auf der L*-Achse).


    100 auf der L*-Achse = Kalibrierte Helligkeit.


    ... nur ist nun eben das Problem, daß in Einzelschritten (zum x-ten mal...) es so abläuft:
    0. Bildschirm wird zurückgesetzt und die Werkseinstellungen ausgelesen, danach das Weiß in Werkseinstellungen vorjustiert.
    1. Helligkeit wird justiert in die Nähe des gewünschten Wertes. Mit Absicht einige cd/m² zuviel, da die für die Feineinstellungen drauf gehen. (üblich sind hier Werte von ungefähr 123cd/m² oder 125cd/m²)
    2. Weißpunkt wird justiert.
    Nach Punkt Zwei steht die Helligkeit dann irgendwo bei 119.x oder 118.x cd/m²
    Ab dieser Stelle sollte sich an der Einstellung nichts mehr ändern! OK, anstelle der gewünschten 120cd/m² wurden z.B. 118.5 erreicht. Die Software setzt DIESEN Wert nun als Sollwert fest. Also: vorgabe: 120, erreicht: 118.5.
    Nun werden anschließend die Graustufen vermessen -> und dabei wird anscheinend nun noch soviel nachgeregelt, daß die Helligkeit weiter absinkt. ?(


    Meine Korrekturkurve ist auch leicht nach oben gewölbt (also konkav). Ich meine mich erinnern zu können, daß die fast linear war, finde aber gerade keine alten Screenshots mit der Korrekturkurve.
    Nunja, bei 12bit LUTs ist das auch relativ egal. Die Abweichungen sind nur gering, aber eben schon sichtbar.
    Wenn ich mit der iColor Display Software eine Profilierung durchführe, dann ist das Profil perfekt linear - die angezeigte Ausgleichskurve ist also wirklich nur für die hardwareseitige Kalibration.



    Ich werde morgen oder Montag mal eine Kalibration machen mit "Auto Luminanz" auf 1, 2 und 3. ColorComp ist ja optimal auf Stufe 3. Vielleicht bringt die "AutoLuminanz" nun etwas.