"Wide Gamut" beim Eizo 2231 abstellen?

  • Hallo,


    ich wurde vor einiger Zeit, als er rauskam, auf den Eizo 2231 aufmerksam, der anscheinend immer noch einzige 22"-TFT mit nicht-TN-Panel. Ich beabsichtige immer noch, ihn mir bei Gelegenheit zuzulegen.


    Nur was mich jetzt irritiert ist der "erweiterte Farbumfang". In der Arbeit habe ich jetzt einen Dell 24", auf dem das "reine RGB-Rot" (#FF0000) fast schon unerträglich brennt. Es strahlt so rot und hell, dass man es kaum noch aushält, v.a. bei größeren Flächen wie auf oracle.com. Da ich das mit keinem anderen Bildschirm nachvollziehen konnte und auch keine der OSD- und Grafikkarten-Einstellungen half, gehe ich davon aus, dass dieser Bildschirm einen erweiterten Farbumfang hat. Auch viele andere gesättigte Farben leuchten da viel mehr als überall sonst.


    Das stört mich. Ich will es nicht haben, dass die Farben bei mir signifikant anders aussehen als überall sonst. Wenn ich Bilder bearbeite oder Webseiten gestalte, muss das so aussehen, wie es alle anderen auch sehen.


    Kann man solchen Bildschirmen, insbesondere dem Eizo S2231WE, diesen erweiterten Farbraum auch wieder abgewöhnen? Kann man den so einstellen, dass er Farben wie in sRGB üblich anzeigt und nichts anderes? Ohne spezielle Software und möglichst auch ohne merkliche Reduzierung der Bildqualität? Mit Windows XP und einer Mittelklasse Grafikkarte am DVI-Anschluss? Wenn ja, wie geht das?

  • Hallo!


    Es gibt zur Zeit drei 22" Monitor mit PVA bzw. S-PVA-Panel.


    HP 2275
    Lenovo L220x
    Eizo 2231.


    Alle drei Monitore haben einen erweiterten Farbraum. Das hat den großen
    Vorteil, daß Du mit Adobe RGB arbeiten kannst.


    Wenn Du unbedingt mit sRGB arbeiten willst ist es nicht sinnvoll,
    einen Wide-Gamut Monitor zu nehmen. Die Monitore liefern wohl ein
    sRGB Profil mit, welches aber für ernsthafte Fotobearbeitung nicht
    zu gebrauchen ist. Es besteht die Möglich mit einem Colorimeter ein
    sRGB-Profil zu erstellen, ist aber nicht unbedingt sinnvoll. Ohne
    einen Colorimeter ist es nicht zu machen, jedenfalls nicht für ernsthafte
    Fotobearbeitung.


    Wenn Du also unbedingt bei sRGB bleiben willst, dann ist der Eizo 2431
    der ideale Monitor für dich.


    Ich würde dir allerdings empfehlen sehr gut zu überlegen, ob Du nicht
    auf RGB umsteigen willst. RGB ist im kommen und sRGB ist auf einen
    absteigenden Ast.


    Grüße
    Winston Smith

  • Quote

    "Wide Gamut" beim Eizo 2231 abstellen?


    Letztlich geht soetwas nur mit einem Bildschirm, der eine programmierbare LUT hat (=> hardwarekalibrierbar) und dessen Software eine Farbraum-Emulation erlaubt (Eizo CG Serie). Ansonsten bist du auf einen Workflow mit Farbmanagement angewiesen.


    Gruß


    Denis

  • Ich habe momentan einen 17"-TFT mit TN-Panel und der 24" in der Arbeit muss auch ein TN-Panel haben (das lässt sich nicht rausfinden, aber der miese vertikale Blickwinkel lässt darauf schließen). Insbesondere bei größeren Diagonalen will ich eigentlich kein TN haben, weil ein und dieselbe Farbe sonst oben auf dem Bildschirm ganz anders aussieht als unten. 24" kommt nicht infrage, weil die Auflösung zu hoch ist. Ohne gleich alles an Windows umzustellen, wonach dann viele Anwendungen nicht mehr ordentlich funktionieren, ist mir die Schrift da zu klein. (Siehe Link in meiner Signatur.) Wenn, dann wäre ein 26-27" interessant. Die sind aber wieder richtige Riesen. Deshalb hätt ich gern nen 22". Widescreen ist gut zum Filme Schauen und zur Fotobearbeitung (Lightroom blendet links und rechts diese Leisten ein). Das nur zu meiner Kaufwunschentscheidung.


    So gesehen sind Wide-Gamut-Displays aber eigentlich "inkompatibel" zu herkömmlichen sRGB-Displays, dem Internet und vielen Anwendungsprogrammen, richtig? Es wird in Zukunft also solche und solche Anwender geben. Auf einigermaßen farbgetreue Wiedergabe kann man sich also noch viel weniger verlassen als bisher. Ist es wirklich so schlimm?

  • Quote

    Original von LonelyPixel
    So gesehen sind Wide-Gamut-Displays aber eigentlich "inkompatibel" zu herkömmlichen sRGB-Displays, dem Internet und vielen Anwendungsprogrammen, richtig? Es wird in Zukunft also solche und solche Anwender geben. Auf einigermaßen farbgetreue Wiedergabe kann man sich also noch viel weniger verlassen als bisher. Ist es wirklich so schlimm?


    Ich sehe das ganz genauso und habe deshalb lange überlegt, ob ein Wide Gamut-Display für mich infrage kommt. Da mir aber wegen der Schriftgröße 24" auch zu klein war, habe ich dann einen 27" gekauft (Dell 2709W; wenn Du den Platz auf dem Schreibtisch hast, ist die Größe kein Problem mehr, im Gegenteil). Leider gibt es in der Größe keine guten Monitore mehr ohne Wide Gammut.


    Jetzt habe ich zwei Benutzereinstellungen: Für Photoshop und zum Bildbetrachten mit Bridge (stellt die Fotos mit dem jeweils eingebettenten Profil dar) habe ich eine Kalibrierung mit einem Colorimeter durchgeführt und so lassen sich auch sRGB Fotos gut bearbeiten und anzeigen.
    Auf der Betriebssystemebene (XP) sehen die Farben völlig übersättigt aus, deshalb gehe ich da am Monitor in einen anderen Benutzmodus, bei dem ich die Farben RGB und CMY grob nach Augenmaß eingestellt habe.


    Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Grundlagen des Farbmanagements zu verstehen, bin ich jetzt sehr zufrieden mit dieser Lösung.


    Lasius

  • Hallo LonelyPixel!


    Es hat sich eigentlich nicht soviel geändert. Es gab schon immer solche
    und solche Anwender.


    Bis vor einiger Zeit gab es im Konsumerbereich keine Monitor mit
    erweiterten Farbraum. Die Frage sRGB oder RGB stellte sich einfach nicht, da
    nur sRGB möglich war. Monitor die RGB darstellen konnten, waren für den
    Profibereich gedacht.


    Wenn Du einen Wide-Gamut Monitor nimmst und farbverbindlich arbeiten
    willst, kommst Du um eine Kalibrierung nicht herum. Du benötigst also
    ein entsprechendes Lesegerät und die passende Software. Dann kannst
    Du auch ein sRGB und ein RGB Profil erstellen.. Also kannst Du im sRGB und
    RGB-Farbraum arbeiten. Natürlich muß Du das entsprechende Monitorprofil
    und in Photoshop den entsprechenden Farbraum auswählen. Das läuft nur
    mit einer Software die farbmangagementfähig ist, also z.B. Photoshop. Die
    Sache ist so neu auch wieder nicht, kam aber bisher für den Konsumerbereich
    kaum in Betracht, da die sRGB-Profile für nicht Wide-Gamut Monitor ganz
    brauchbar waren.



    Diese Probleme würden sich kaum stellen, wenn die Hersteller vernünftige
    Profile mitliefern würden. Das wird aber anscheinend nicht für notwendig ge-
    halten. Meine Meinung nach eine Unverschämtheit.


    Das war jetzt vereinfacht dargestellt, aber vielleicht habe ich dir helfen können.


    Grüße
    Winston Smith

  • Quote

    Original von Lasius
    Jetzt habe ich zwei Benutzereinstellungen: (...)
    Auf der Betriebssystemebene (XP) sehen die Farben völlig übersättigt aus, deshalb gehe ich da am Monitor in einen anderen Benutzmodus, bei dem ich die Farben RGB und CMY grob nach Augenmaß eingestellt habe.


    Nach anfänglichen Schwierigkeiten, die Grundlagen des Farbmanagements zu verstehen, bin ich jetzt sehr zufrieden mit dieser Lösung.


    Das heißt, dass du deinen Bildschirm mit dem OSD so einstellen konntest, dass er die Farben in jeder Anwendung so ähnlich anzeigt wie "normale" Bildschirme? Wie hast du das geschafft? Ich hab das jetzt schon ein paar Mal gelesen, aber niemand hat je offenbart, welche Einstellungen er dafür geändert hat und wie das nun genau geht.


    Quote

    Original von Winston Smith
    Wenn Du einen Wide-Gamut Monitor nimmst und farbverbindlich arbeiten
    willst, kommst Du um eine Kalibrierung nicht herum.


    Naja, farbverbindlich eher nicht. Aber es sollte halt nicht grob anders aussehen. Und wenn das stinknormale Rot (R=255, G=0, B=0) in Grafiken und auf Webseiten nicht meine Augen rausbrutzeln würde, wär das auch toll. Wenn das alles ist, wozu ein größerer Farbumfang gut ist, brauch ich das wirklich nicht. Gibt aber leider nichts anderes mehr, wenn man nicht in 5 anderen Disziplinen gewaltige Abstriche machen will.


    Quote

    Du benötigst also ein entsprechendes Lesegerät und die passende Software.


    Ich will keine passende Software, ich will, dass das bitte mit jedem Programm geht, das irgendwas auf dem Bildschirm anzeigt: Windows, Explorer, Firefox, Irfan View, Paint Shop Pro, eigene GDI-Programme, Linux...


    Quote

    Die Sache ist so neu auch wieder nicht, kam aber bisher für den Konsumerbereich
    kaum in Betracht, da die sRGB-Profile für nicht Wide-Gamut Monitor ganz
    brauchbar waren.


    Tja, nun gibt es aber immer mehr dieser Bildschirme im Supermarkt. Und auf den wenigsten steht es auch noch in DAU-verständlicher Form drauf, dass dieser Bildschirm Farben ganz anders anzeigen wird...

  • Ich will keine passende Software, ich will, dass das bitte mit jedem Programm geht, das irgendwas auf dem Bildschirm anzeigt: Windows, Explorer, Firefox, Irfan View, Paint Shop Pro, eigene GDI-Programme, Linux...


    Das wollen viele, geht aber nicht!!!!!


    Das heißt, dass du deinen Bildschirm mit dem OSD so einstellen konntest, dass er die Farben in jeder Anwendung so ähnlich anzeigt wie "normale" Bildschirme? Wie hast du das geschafft? Ich hab das jetzt schon ein paar Mal gelesen, aber niemand hat je offenbart, welche Einstellungen er dafür geändert hat und wie das nun genau geht.


    Lasius schreibt doch, daß er den Monitor mit einem Colorimeter kalibriert
    hat.


    Wenn es bei dir nur darauf ankommt , daß die Farben "grob" nicht anders
    aussehen, stell den Monitor so ein, wie es dir zusagt.


    Alles andere ist relativ aufwendig und mit Bordmitteln bzw. Windows
    nicht zu machen. Eine Hilfe zur "groben" Einstellung dürfte Adobe Gamma
    sein.


    Grüße
    Winston Smith

  • Quote

    Original von Winston Smith
    Ich will keine passende Software, ich will, dass das bitte mit jedem Programm geht, das irgendwas auf dem Bildschirm anzeigt: Windows, Explorer, Firefox, Irfan View, Paint Shop Pro, eigene GDI-Programme, Linux...


    Das wollen viele, geht aber nicht!!!!!


    Das ist natürlich saublöd. Dann muss mein alter 17" mit TN-Panel ja wirklich noch ewig halten... :( Und für den Bildschirm in der Arbeit gibt's also keine Lösung, da muss ich die falschen Farben wohl einfach ertragen. Wenn's drauf ankommt, geh ich dann halt zu nem Kollegen, der noch nen normalen TFT hat und schau's mir da an.


    Quote

    Das heißt, dass du deinen Bildschirm mit dem OSD so einstellen konntest, dass er die Farben in jeder Anwendung so ähnlich anzeigt wie "normale" Bildschirme? Wie hast du das geschafft? Ich hab das jetzt schon ein paar Mal gelesen, aber niemand hat je offenbart, welche Einstellungen er dafür geändert hat und wie das nun genau geht.


    Lasius schreibt doch, daß er den Monitor mit einem Colorimeter kalibriert
    hat.


    Wenn es bei dir nur darauf ankommt , daß die Farben "grob" nicht anders
    aussehen, stell den Monitor so ein, wie es dir zusagt.


    Sorry, sowas hab ich nicht. Und immer noch ist mir rätselhaft, mit welchen Einstellungen im TFT man nun den sRGB-Farbraum simulieren kann! Helligkeit? Kontrast? Rot-Anteil? Sonstwas? Wie geht denn das bitte?! Ich habe alles mögliche ausprobiert und es nicht geschafft. Könnte mir bitte irgendjemand verraten, an welchem Schalter ich drehen muss, um dieses grässliche Rot endlich mal abzudrehen, ohne dass aus Weiß dann Grün wird?


    Quote

    Alles andere ist relativ aufwendig und mit Bordmitteln bzw. Windows
    nicht zu machen. Eine Hilfe zur "groben" Einstellung dürfte Adobe Gamma
    sein.


    Das Programm habe ich nicht und ich konnte es auch nirgends finden. Stattdessen wurde QuickGamma erwähnt. Das habe ich mal hier auf meinem Bildschirm zuhause probiert, wo eigentlich alles passt. Hab nicht verstanden, wie das gehen soll. Die Hilfe des Programms enthält eine Anleitung, nach der ich vorgehen soll, um Bildschirmeinstellungen zu ändern. Aber die funktioniert nicht. Wenn ich Kontrast auf 100% hochdrehe, soll ich die Helligkeit so einstellen, dass dieser Graubalken bei Gamma 2,2 grade noch und bei 1,9 nicht mehr sichtbar ist. Das ist aber auch bei Helligkeit 0% nicht der Fall und weiter runter geht nicht. Hab das Programm wieder runtergeworfen.


    Ich bin langsam echt am Verzweifeln daran, was diese ganze Scheiße mit dem erweiterten Farbraum soll! Die Bildschirmhersteller sollen bitte Produkte machen, die man auch verwenden kann, und die nicht alles ganz anders anzeigen und somit eigentlich nicht zu gebrauchen sind.

  • Hallo LonelyPixel!


    Für den Bildschirm auf der Arbeit wird es schon eine Lösung geben.
    Du solltest allerdings angeben, welcher Monitor es ist. Dell 24" gibt
    es mehrere. Ist es der 2408?


    Es ist nicht möglich, nur über den OSD ein Farbprofil zu erstellen bzw.
    einen Farbraum zu simulieren. Du benötigst unbedingt einen
    Colorimeter zum ausmessen. Anders geht es nicht!!!!


    Eine Alternative ist eventuell, wenn Dir ein User ein kalibriertes Profil
    zur Verfügung stellt.


    Adobe Gamma wird mit Photshop mitgeliefert. Es ist allerding eine
    grobe Daumenpeilerei, ähnlich wie QuickGamma.


    Mit deiner Kritik an den Herstellern hast Du nicht unrecht. Ich finde es
    auch eine Unverschämtheit, daß keine brauchbaren Profile mitgeliefert werden.


    Grüße
    Winston Smith

  • Der Bildschirm in der Arbeit ist ein Dell E248WFP. Da hab ich schon ein ICC-Farbprofil für Windows im Internet gefunden, ob das nun aktiv ist oder nicht macht aber absolut keinen sichtbaren Unterschied. Es ändert sich dadurch rein gar nichts. Der Autor dieses Farbprofils versteht das nicht. Und ich verstehe nicht, was da passieren sollte.


    Ein Kolorimeter, aha. Laut Wikipedia ist das ein Gerät zum Vergleichen von Farben. Also nicht zum Einstellen. Wo stelle ich dann bitte was ein? Am Bildschirm im OSD? In Windows in den Anzeigeeigenschaften? Mit einem gehackten Grafikkartentreiber? Mit einem Spezialgerät, das man ins DVI-Kabel schleift? Mit einer besonderen Filterbrille, die man aufsetzen muss? Ich hab's immer noch nicht kapiert. Bin ich einfach zu blöd? Farbenblind? - Vielleicht wird mir das irgendwann mal jemand verraten. Vielleicht ist das aber auch ein geheimer Zaubertrick...


    Bei meinem Photoshop CS3 ist kein Adobe Gamma dabei. Scheint ein bekanntes Problem zu sein, wenn man sich so umsieht.

  • Hallo LonelyPixel!


    Das Prinzip etwas vereinfacht:


    Den Colorimeter muß Du im Zusammenhang mit der Kalibrierungssoftware
    sehen also z.B. IColor Display(Software) DTP94 (Colorimeter).


    Der Colorimeter übernimmt die Funktion des menschlichen Auges. Das Auge
    kann doch keine exaten Weißwerte, Luminanz oder Gamma feststellen.


    Der Colorimeter mißt dann die Monitoreinstellungen und Du kannst dann
    im OSD die Voreinstellungen vornehmen. Das läuft über die Farbkanäle,
    Helligkeit , Gamma und ev. Kontrast. Die Werte kannst Du in der Software
    kontrollieren. Sinn ist es, daß Du in den Voreinstellungen so gut wie
    möglich an den Zielwert (z.B. RGB Weißwert 6500, Gamma 2,2, Helligkeit 120)
    herankommst.


    Den Rest übernimmt die Kalbrierungssoftware in Verbindung mit dem
    Colorimeter und es wird ein Monitorprofil geschrieben. Wenn Du das neue
    Profil in Winddows als Standard übernimmst wird in Verbindung mit den Vor-
    einstellungen im OSD, der Farbraum (RGB oder sRGB) korrekt dargestellt.
    Das läuft nur mit einer farbmanagementfähigen Software (also z.B. PS)


    Wenn Du ein ICC-Farbprofil aus dem Internet übernimmst, müssen natürlich
    auch die Voreinstellungen im OSD angepasst sein. Sonst ist das Ganze
    natürlich ein Schuß in den Ofen.


    Du sollstes dich mal (wenn Du das Ganze ernsthaft betreibst) mit Farbmanagement beschäftigen.


    Das Ganze habe ich jetzt natürlich vereinfacht dargestellt.


    Wenn Du mit XP arbeitest, schau mal unter Systemsteuerung. Da ist
    Adobe Gamma zu finden. Es wird automatisch installiert. Unter Vista läuft
    es wohl nicht. Es ist jedenfalls bei CS2 so.


    Noch eine Sache: Wenn Du ein neues Profil installierst mußt Du Adobe Gamma
    im Autostart deaktivieren.


    Ich hoffe, die Zusammenhänge so erklärt zu haben, damit Du sie verstehen
    kannst.


    Grüße
    Winston Smith

  • Okay, verstehe ich das richtig:


    Mit den Bildschirmeinstellungen im OSD kann man die Farben oft bereits ungefähr richtig einstellen. Dazu gehören die Einstellungen Helligkeit, Kontrast, Gamma (sowas hab ich bisher bei keinem Bildschirm gesehen), Rot, Grün und Blau. Bei manchen Bildschirmen (10bit-LUT?) sind diese Einstellungen nahezu verlustfrei.


    So ein Kolorimeter wird zusammen mit einer Software dafür verwendet, um dann auch die letzten Abweichungen von den exakten Farben zu ermitteln und daraus ein ICC-Farbprofil zu erstellen. Dieses Farbprofil interessiert Windows nen Dreck, nur Programme, die es wirklich wissen wollen (wie PS), können es in Windows abfragen und ihre Bildschirmausgabe entsprechend (verlustbehaftet, da nur in 3x8bit-Farbe?) korrigieren.


    Teil 2 ist mir egal, da ich ihn gar nicht nutzen kann. Weder gewöhnliche Anwendungen noch Webseiten sind davon betroffen.


    Teil 1 ist also mein Ziel. Die Helligkeit stelle ich so ein, wie es das Umgebungslicht erfordert. Kontrast stelle ich so ein, dass die Grauabstufungen einigermaßen "sinnvoll" erscheinen (also fast-schwarz und fast-weiß jeweils noch von schwarz bzw. weiß unterscheidbar sind). Sobald ich anfange, an R/G/B zu drehen, verändert sich der Weißpunkt ganz extrem. Aus Weiß wird dann ganz schnell Rosa oder Grün. Das voll gesättigte Rot bleibt aber weiterhin zu grell. Ich habe die Einstellungen aber auch nicht unter 85% gedreht (0-100 ist möglich). Muss ich da ganz extreme Einstellungen vornehmen, wie z.B. 30/50/40?


    Der Dell-Bildschirm hat außerdem einen Punkt Color Management on/off im OSD. Der hat mir aber auch nicht weitergeholfen. Entweder die Farben wurden zu blau, oder es hat sich nichts geändert, oder ich konnte dann R/G/B nicht mehr einstellen. Das "sRGB"-Preset führt dazu, dass die Farben alle viel zu blass sind und voll gesättigtes Rot eher ein Dunkelrot (HTML: 0x700000) wird. Das scheint mir also völlig kaputt zu sein.


    Bislang habe ich es mit den OSD-Einstellungen (und nur die sind für Otto-Normalanwender relevant) also nichtmal in die Nähe akzeptabler Farben geschafft.

  • Hallo LonelyPixel!


    Du mußt dich von einem Grunddenkfehler verabschieden, sonst wird das
    nie was.


    Man kann mit dem bloßen Auge nicht beurteilen, ob die Farben objektiv
    richtig sind. Wenn dir also die Farben zu blaß sind, daß Rot zu dunkel
    oder dann das Rot wieder zu grell , es sind subjektive Eindrücke. Jeder
    Mensch sieht das anders. Das heißt aber noch lange nicht, daß die
    Farben nicht dem entsprechenden Farbraum entsprechen.


    Zur objektiven Beurteilung bedarf es eines Colorimeters.


    Soviel ich weiß, ist der Dell 248WPF ein TN-Panel ohne erweiterten
    Farbraum. Das Problem ist offensichtlich nicht der Monitor, sondern es
    sitzt davor.


    Versuche bitte folgendes:
    Stell den Monitor auf die Werkseinstellungen zurück. Beim dem Monitor kann mann die Farbtemperaturen einstellen. Stell die Farbtemperatur
    auf 6.500. Dann reduziere die Helligkeit auf etwa 140. Die RGB-Kanäle
    nicht zusätzlich ändern. Das dürfte für den Hausgebrauch reichen.


    Die Alternative ist es, daß sRGB-Prest zu verwenden.


    Für genaue Einstellungen bedarf es die schon beschriebene Lösung.


    Grüße
    Winston Smith

  • Ich mag mit dem bloßen Auge nicht in der Lage sein, eine Farbe exakt einzuordnen, das sehe ich ein. Aber wenn ich einen zweiten Bildschirm (einen nicht besonders tollen aber recht durchschnittlichen 19" TFT) gleich daneben stelle, sollte ich sehr wohl in der Lage sein, zumindest grobe Abweichungen zu erkennen. Und ich bin schon vor vielen Bildschirmen gesessen, aber so weh hat mir noch kein Rot getan. (Ich habe in der Arbeit bestimmt 3 Tage an einer Webanwendung gebastelt, und ich bin schon etwas erschrocken, als ich die Farben zum ersten Mal hier daheim gesehen habe... rot zu dunkel und blass, gelb zu grau, dunkelblau fast schwarz... und über blasse Farben kann ich mich hier eigentlich wirklich nicht beklagen.)


    Soweit ich mich gerade erinnere steht der bereits auf 6500 K. Zumindest wenn ich bei meinem 17" hier daheim von 6500 auf die einzige Alternative 9300 umstelle, sieht alles sehr blau aus. Das hätte ich wohl erkannt. Und der "sRGB"-Modus beim Dell zeigt Farben wie gesagt deutlich zu blass an, fast schon grau.


    Ich glaube wir kommen hier zu keiner Lösung mehr. Der Dell-Bildschirm taugt einfach nicht viel. Ob der Eizo (IMO der ansonsten beste Bildschirm überhaupt, den Daten und Tests nach) nun mehr taugt und sich besser an das Verhalten älterer Bildschirme anpassen lässt, bleibt weiterhin ungeklärt. Hat anscheinend noch niemand der hier anwesenden probiert. Ich müsste vielleicht einfach mal einen bestellen und versuchen, ihn "vernünftig" einzustellen. Wenn mir das nicht gelingt, taugt er genauso wenig wie der Dell und geht postwendend zurück.

  • Quote

    Original von LonelyPixel


    Das heißt, dass du deinen Bildschirm mit dem OSD so einstellen konntest, dass er die Farben in jeder Anwendung so ähnlich anzeigt wie "normale" Bildschirme? Wie hast du das geschafft? Ich hab das jetzt schon ein paar Mal gelesen, aber niemand hat je offenbart, welche Einstellungen er dafür geändert hat und wie das nun genau geht.


    @ Lonely Pixel
    Um dem ganzen Schlamassel zu umgehen, hätte ich mir auch gerne einen 27 " mit sRGB-Farbraum gekauft. Gibt es aber leider nicht. Für die Fotobearbeitung kommst Du beim Dell 2709W - wie wohl bei den meisten Wide Gamut Monitoren - um eine Kalibreierung nicht drumrum. Hierbei nimmst Du im Modus "Benutzer (RGB)" während der Kalibreierung bestimmte Voreinstellungen vor, die Du dann nicht mehr verändern solltest. Für Programme, die Farbmanagement untestützen, ist dann alles gut.
    Damit die Anwendungen ohne Farbmanagement nicht so weh tun, habe ich nach Augenmaß im Modus "Benutzer (RGBCMY)" die Farbsättigung verringert. Bei mir sind das - nur als Beispiel - die Werte R=42, G=40, B=70, C=23, M=50, Y=45. Zwischen diesen beiden Benzutermodi schalte ich dann jeweils um. und bin nun ganz zufrieden, auch wenn die Farbtreue außerhalb der farbmangement-fähigen Anwendungen natürlich immer noch nur mäßig ist. Es tut aber nicht mehr so weh =). Bei der Bildbearbeitung find ich den Dell - erstmal kalibriert - für den Hausgebrauch sehr gut.

  • Hallo LonelyPixel!


    Anscheinend willst Du es nicht begreifen


    Du nimmst als Referenz für ein Profil einen nicht kalibrierten
    alten 17" Monitor. Das ist Blödsinn.


    Wie Du an die Sache herangehst, kannst Du auch den besten Monitor
    nicht "vernünftig" einstellen.


    Das Problem (in diesen Fall) sind nicht die Monitore sondern der User.


    Grüße
    Winston Smith

  • Winston Smith,


    es ist mir mittlerweile eigentlich völlig wurscht, welche professionellen Maßstäbe du mir hier unterstellen willst. Alles was ich möchte ist, dass ein Bildschirm die Farben ungefähr so anzeigt wie die meisten anderen Bildschirme, die derzeit im Umlauf sind. In jedem Webbrowser und in jedem Bildbetrachter. Das ist eigentlich die grundlegendste Anforderung, die man meines Erachtens an einen Bildschirm stellen darf. Der Dell E248WFP erfüllt diese Anforderung auch nach aufwändigen Einstellversuchen definitiv nicht und ist daher von mir nicht empfehlenswert.


    Nun war meine ursprüngliche Frage, ob der Eizo 2231 diese Anforderung erfüllt oder nicht, meinetwegen auch nach einmaliger Anpassung der Einstellungen im OSD. Von 100%iger Farbverbindlichkeit wie sie im Profibereich üblich ist war nie die Rede. sRGB und gut.


    Zumindest zeigt mein alter 17" von LG die Farben in etwa so an, wie man sie auf jedem anderen Bildschirm sehen kann (außer besagtem Dell). Mein alter Bildschirm erfüllt diese Anforderung also. Ob er deinem Kolorimeter standhält, wage ich zu bezweifeln, interessiert mich aber gar nicht.


    Vielleicht findet ja später jemand meinen Thread, der meine Frage beantworten kann. Hab's ja nicht eilig. Der 17" fleckt zwar seit geraumer Zeit etwas am oberen Rand, aber nocht geht er ganz gut. Etwas klein ist er halt bloß geworden.

  • Kauf Dir einen Monitor ohne erweiterten Farbraum wie zB. den Eizo 2431, mit dem 2231 wirst Du wohl nicht glücklich werden


    ( Eine Bemerkung OT: Kaum einer hier im Forum - außer den Mods - erklärt die nicht gerade trivialen Zusammenhänge des richtigen Farbmanagements so geduldig und kompetent wie Winston Smith, dafür solltest Du ihm dankbar sein)


    Lasius