Banding nach Kalibrierung (Dell 2209wa)

  • hallo,


    ich habe die frage(n) zwar schon im testberichte-bereich gestellt, da ich allerdings dem
    händler mitgeteilt habe, ich werde mich nach dem wochende äußern, ob ich den
    monitor retour schicke, erhoffe ich mir so zu dem problem schnellere & mehr antworten...


    mein problem sieht wie folgt aus:
    neben zwei relativ unbedeutenden problem, nämlich zwei unauffällige pixelfehler und
    leichtes netzteilbrummen bei relativ weißer darstellungsfläche, habe ich nach dem laden
    des icc-profil mit einem zumindest für mich störenderen problem zu kämpfen:
    gut sichtbares banding in den grautönen.


    ohne profil ist davon nichts zu sehen, außer omnipräsenten abrissen in den
    grün- und rottönen.


    was mich etwas stutzig macht, sind hingegen die unterschiedlichen beobachtung
    zwischen linux und windows, die hier vllt. ganz erwähnenswert sind...


    windows:
    nach dem laden des icc-profil (ich habe noch kein kolorimeter, daher stammt das
    profil vom tftshop) zeigt sich bei
    --> diesen <--
    grauverläufen (farbmanagment unter firefox ist aktiv) banding,
    allerdings nur vereinzelt im vorallem dunkelen berreich.
    banding in den farben ist nun auch stärker ausgeprägt.
    der sRGB-gammawert ist zwar besser, wird aber auch mit profil nicht wirklich
    richtig getroffen.
    kurios dabei ist jedoch, das unter photoshop cs3 nahezu kein banding zu erkennen
    ist (nur vereinzelt in den grüntönen), dabei ist es völlig egal, ob ich nun vom
    monitorprofil gebrauch mache oder nicht (arbeitsfarbraum war jedesmal sRGB v2).


    linux:
    geladen wird das profil mit argyll, dabei wirkt es sich auf den kompletten
    grafikserver und somit der gesamten desktopumgebung aus.
    interessant ist jedoch, dass hier mit dem gleichen profil der sRGB-gammawert
    fast genau getroffen wird (!), was aber auch zu deutlich stärkerem banding
    auch in den grautönen führt (homogen über den gesamten farbverlauf).
    auch in gimp gibt es mit geladenem profil abrisse, wobei sich hier natürlich
    die frage stellt, warum dies bei photoshop schlichtweg nicht der fall war.


    bitte gebt mir feedbacks und tipps...
    ich bin mir nämlich momentan schlichtweg unsicher, ob ich den monitor
    nun behalten, oder lieber einen tausch (mit allen damit verbundenen risiken)
    beim händler initiieren soll.


    edit: was photoshop angeht, dass hat per default dithering aktiviert,
    zumindest könnte ich mir damit das nicht vorhanden sein von
    tonwertabrissen in cs3 erklären... :evil:


    mfg,
    swen

  • Kurzum:
    Banding, welches durch ein Farbprofil hervorgerufen wird, hat eigentlich nichts mit dem Monitor zu tun.
    Das Banding wird dadurch hervorgerufen, daß innerhalb der LUTs der Grafikkarte Farbwerte verworfen werden und somit einzelne Farbabstufungen zusammenfallen.
    Der Monitor bekommt dann bereits einen Farbverlauf mit Banding übermittelt und muß diesen darstellen.


    Eine Kalibration gilt zudem immer nur für eine Kombination aus Grafikkarte, Grafikkartentreiber und Monitor. Wenn man nun also genau wird, kannst Du ein Profil von Windows nicht unter Linux verwenden. Ebensowenig umgekehrt. Somit ist auch das Farbprofil vom TFT-Shop nicht für Deinen Rechner, Deinen Treiber und Deinen Monitor optimiert, sondern für "einen Monitor".
    Daß es bei Verwendung von Agryll größere Unterschiede gibt, finde ich bedenklich. Allein aus dem Grunde, da es eigentlich der Darstellung unter Windows ähnlich sein sollte. Als ich das Agryll-Projekt noch aus eigenem Interesse verfolgt habe (schon deutlich über ein Jahr her), waren mir aber zuviele ungereimtheiten vorhanden. Das (leider) typische open-Source-Chaos: Jeder meint es besser zu können und macht dann einfach mal so, wie er meint. Ich weiß nicht so recht, was man von den Ergebnissen halten soll.


    Bei CS3 verwundert es mich. Dort vermute ich eine irgendwo nicht korrekt vorgenommene Einstellung.
    Ist das Farbprofil ein Matrix oder ein Tabellenprofil? Ist es V2 oder V4?
    Es könnte nämlich durchaus sein, daß das ein oder andere Programm nur Matrix-Profile umsetzen kann und wenn Du dann z.B. ein (genaueres) Tabellenprofil hast, dann klappt das nicht.
    Windows XP kann wohl auch nicht mit ICC V4-Profilen Arbeiten. Da stellt sich dann die Frage, was FireFox macht und welche Profile Firefox umsetzen kann. Hab's gefunden: Nur V2

    Quote

    Firefox 3.5 unterstützt nur Farbprofile, die durch ICC v2 spezifiziert wurden; spätere Versionen werden Unterstützung für ICC v4 enthalten (siehe Bug 463221).


    Quelle: unter "Bekannte Probleme"


    Es gibt, wie Du sehen kannst, viele Stolpersteine, die zu berücksichtigen sind. so z.B. auch, welche Adaption im Farbprofil verwendet wurde. CAT02, Bradford, etc. Wenn Du dann die passende bei CS3 einstellst, kann es besser aussehen, als wenn Du die falsche wählst.


    Farbmanagement hat viele Fallstricke. Um zu beurteilen, wie der Monitor an sich das Bild darstellen kann, kannst Du eigentlich nur den Monitor auf Werkseinstellungen setzen, alle Farbprofile rausschmeißen und DANN Graukeile betrachten.
    Wenn die dann stufenlos sind, ist alles OK.
    Wenn dann irgendein Farbprofil Stufen einfügt, ist das nicht mehr die direkte Schuld des Monitors. Mir ist kein Monitor bekannt, der ab Werk so perfekt eingestellt wäre, daß eine Kalibration KEINE Anpassungen durchführen muß und somit auch keine Eingriffe in die Farbpaletten stattfinden würden.
    Wenn Du soetwas wünschst, dann brauchst Du einen hardwarekalibrierbaren Monitor mit programmierbaren 10bit oder besser 12bit LUTs. Da ist soetwas dann möglich.

  • Das ist immernoch der gleiche Rechner, die gleiche Graka und auch der gleiche Treiber, der letztendlich den Monitor ansteuert, nur daß zwischendurch noch eine zusätzliche Umsetzung vom "virtuellen Treiber" auf den echten Treiber erfolgt. Die Virtuelle Box ist ja nichts anderes als ein Programm mit eigenem Farbmanagement, welches unter MacOS läuft.


    Nun stell Dir eine dual-boot-Umgebung (Boot-Camp oder ähnliches) vor. Das wäre etwas vollkommen anderes: Anderes OS, anderes Farbmanagement, anderer Treiber.
    EIGENTLICH sollte es im Normalfall dennoch gleich sein. (korrekte und gleichartige Umsetzung der Farbprofile vorausgesetzt) Muß aber eben nicht. In solchen Fällen sollte man immer auf die Probleme verweisen und niemanden in falscher Sicherheit wiegen.

  • Quote

    Es gibt, wie Du sehen kannst, viele Stolpersteine, die zu berücksichtigen sind. so z.B. auch, welche Adaption im Farbprofil verwendet wurde. CAT02, Bradford, etc. Wenn Du dann die passende bei CS3 einstellst, kann es besser aussehen, als wenn Du die falsche wählst.


    Wobei das keinen Einfluß auf die Kalibration und eventuelles Banding hat. Die chromatische Adaption kommt zum Zuge, wenn der Monitor-Weißpunkt von D50 abweicht, weil das im ICC-Workflow als Basis genutzt wird. Entsprechend müssen die Primärvalenzen (um bei einem Matrix-Profil zu bleiben) vom Kalibrierungsprogramm adaptiert werden (Monitor WP => D50), bevor sie in das Profil geschrieben werden. Es ist also eine Sache, die einmal während der Kalibrierung durchgeführt wird. Für PS und Co. ist das völlig transparent und ihnen ist auch egal, welche Adaption zum Zuge kam (Bradford sollte das Mittel der Wahl sein - bei iColor kann man das am Ende bestimmen).


    Gruß


    Denis


  • Eine Kalibration gilt zudem immer nur für eine Kombination aus Grafikkarte, Grafikkartentreiber und Monitor. Wenn man nun also genau wird, kannst Du ein Profil von Windows nicht unter Linux verwenden. Ebensowenig umgekehrt. Somit ist auch das Farbprofil vom TFT-Shop nicht für Deinen Rechner, Deinen Treiber und Deinen Monitor optimiert, sondern für "einen Monitor".


    das, wie auch die tatsache, dass durch die modifizierte lut farbwerte verloren gehen ist mir schon klar, bei 8 bit macht das gerade mal 256 farbwerte pro kanal - da kann es schon mal eng werden. mir ging es hier in erste linie um den versuch und durch die einzelnen von mir ausprobierten profile bin ich auch deutlich näher an der gesuchten wahrheit dran, nämlich einen gammawert von 2.2 bei 6500k.



    Daß es bei Verwendung von Agryll größere Unterschiede gibt, finde ich bedenklich. Allein aus dem Grunde, da es eigentlich der Darstellung unter Windows ähnlich sein sollte. Als ich das Agryll-Projekt noch aus eigenem Interesse verfolgt habe (schon deutlich über ein Jahr her), waren mir aber zuviele ungereimtheiten vorhanden. Das (leider) typische open-Source-Chaos: Jeder meint es besser zu können und macht dann einfach mal so, wie er meint. Ich weiß nicht so recht, was man von den Ergebnissen halten soll.


    vllt. liegt die ursache des problems schlicht an einem anderen sRGB-gammawert (windows nutzt typischerweise 2.2, mac osx aktuell noch 1.8)...?



    Bei CS3 verwundert es mich. Dort vermute ich eine irgendwo nicht korrekt vorgenommene Einstellung.
    Ist das Farbprofil ein Matrix oder ein Tabellenprofil? Ist es V2 oder V4?
    Es könnte nämlich durchaus sein, daß das ein oder andere Programm nur Matrix-Profile umsetzen kann und wenn Du dann z.B. ein (genaueres) Tabellenprofil hast, dann klappt das nicht.


    nach der größe des profils zu urteilen eindeutig matrix, für eine look-up-tabelle ist die dateigröße zu klein.
    als os kommt übrigens vista zum einsatz, dass farbprofil war ein v2-profil...



    Farbmanagement hat viele Fallstricke. Um zu beurteilen, wie der Monitor an sich das Bild darstellen kann, kannst Du eigentlich nur den Monitor auf Werkseinstellungen setzen, alle Farbprofile rausschmeißen und DANN Graukeile betrachten.
    Wenn die dann stufenlos sind, ist alles OK.


    was bringen mir graukeile ohne tonwertabrisse, solange die farben schlichtweg "falsch" dargestellt werden?
    wenn man jedenfalls einen blick ins netz wird, scheinen zumindest die wenigsten mit banding
    bei kalibrierten monitoren dieses models probleme zu haben - vllt. ist mein monitor schlichtweg
    werksseitig zu weit weg von den passenden farbwerten...



    Wenn Du soetwas wünschst, dann brauchst Du einen hardwarekalibrierbaren Monitor mit programmierbaren 10bit oder besser 12bit LUTs. Da ist soetwas dann möglich.


    sicher doch, allerdings sind diese preislich als student weit über meinen finanziellen möglichkeiten angesiedelt ;)

  • 1. Gammawert sRGB:
    Der Gammawert bei sRGB ist weder 2,2 noch 1,8. Wenn man genau ist, dann ist der irgendwo in der Nähe von 2,2, wie SailorMoon aber schonmal richtiger Weise sagte - er ist hier unser Farb-Gott - weicht der Gammawert vor allem für kleinere IRE-Werte stärker von 2,2 ab.
    Nun ist halt die Frage, was da wie kalibriert wurde. Wenn der Monitor z.B. recht gut 2,2 trifft, aber dann auf sRGB per Farbprofil gebogen wird, könnte das natürlich in den dunklen Werten zu verstärktem Banding führen.
    Dann würde ich vielleicht lieber Gamma 2,2 wählen.


    2.

    Quote

    wenn man jedenfalls einen blick ins netz wird, scheinen zumindest die wenigsten mit banding
    bei kalibrierten monitoren dieses models probleme zu haben - vllt. ist mein monitor schlichtweg
    werksseitig zu weit weg von den passenden farbwerten...


    Ja, kann sein. Andererseits habe ich schon Verwendungen von "Kalibriert" gesehen, bei denen sich selbst mir die Fußnägel bis zum Knöchel hochgerollt haben.
    Es gibt leute, die bezeichnen den Monitor, sobald sie Pi*Daumen-per-Augenmaß Einstellungen vorgenommen haben, als Kalibriert. Andere übernehmen die Einstellungen der Grundfarben, die sie irgendwo aus einem Test gefischt haben, und sagen dann, daß ihr Monitor kalibriert wäre.


    Da muß man immer sehr genau unterscheiden, was die Leute schreiben und was sie tatsächlich meinen.


    Und dann gibt es natürlich die Möglichkeit, daß Dein Monitor weiter abweicht, als er idealerweise sollte. Schwer zu sagen, was nun der Fall ist. Solange Du kein passendes Farbprofil für DEN Monitor an DEINEM Rechner hast, würde ich vorsichtig mit der Beurteilung sein.


  • Schwer zu sagen, was nun der Fall ist. Solange Du kein passendes Farbprofil für DEN Monitor an DEINEM Rechner hast, würde ich vorsichtig mit der Beurteilung sein.


    dessen bin ich mir bewusst, die frage ist halt nur, ob der monitor mit einem kolorimeter kalibriert höchstwahrscheinlich kein banding mehr produziert;
    denn bis jetzt lag ich mit so ziemlich jedem profil, dass ich für diesen monitor aus den unterschiedlichsten quellen zusammengetragen habe,
    immer recht nah am gammawert 2.2. mit jedem einzelnen plagte mich jedoch banding in den grautönen, die laut vorhandenen aussagen
    bei keinem der profilersteller aufgetreten sind.


    das ist natürlich alles auf sehr dünnem holz gebaut, aber falls der monitor tatsächlich stärker abweicht als üblich,
    werde ich wohl auch "ordentlich" kalibriert tonwertabrisse antreffen.


    andererseits habe ich in diesem board auch über banding bei teureren eizos gelesen, die nach dem kalibrieren
    mit einem kolorimeter nicht verschwunden sind. daraufhin blieb man zwar beim gleichen kolorimeter,
    wechselte aber die software (die ausgangssoftware war glaube ich von icolor) mit dem resultat,
    dass abrisse nun nichtmehr aufgetreten sind. was ich damit nur sagen will ist: das scheint schon
    ein "fragiles" thema zu sein - dessen bin ich mir bewusst.


    vllt. sollte ich in einen günstigen spyder2 investieren? die software beim express-paket soll
    zwar ziemlich bescheiden sein, mit argyll sollen jedoch recht gute ergebnisse erzielt werden.


    bevor ich handel, wäre das wohl der nächst beste schritt nehme ich an?

  • Schon klar, aber solch eine Investition soll sich meistens ja auch noch auf andere Geräte übertragen lassen.


    Wenn's Dir so reicht, dann geht wohl auch ein Spyder2.


    recht nicht, allerdings - wie bereits eingangs erwähnt - bin ich ein "armer" student, deshalb muss
    die günstigte, aber dennoch funktionsfähige lösung herhalten... :D (leider...)

  • sorry für den doppelpost, aber ich hab' bezüglich der kalibrierung
    und der einstellung des monitors ein paar fragen:


    beim einstellen des weiß- und schwarzwertes gingen einige
    stunden - wohlgemerkt vergeblich - drauf.
    mir ist es einfach nicht gelungen, den weißwert einzustellen,
    ohne dass dabei der schwarzwert komplett verhunzt wäre und
    umgekehrt.ich habe beim einstellen des weißwertes dabei den
    rgb-gain verändert & beim einstellen des schwarzwertes
    den offset.allerdings hatte ich nicht das gefühl, dass beim ändern
    der parameter im servicemenü irgend eine auswirkung
    auf die tatsächliche bildschirmwiedergabe stattfand
    (argyll hat auch praktisch keine änderung gemessen).
    letztlich habe ich aufgegeben und mit hilfe des normalen
    menü's so gut es ging versucht, durch kontrasteinstellung und
    dem vorhandenen farbmenü den weißwert zu treffen.


    das ergebnis: die farben sind den heruntergeladenen
    profilen ähnlich, auch wenn die grafik von lagom zeigt,
    dass ich scheinbar nicht so "perfekt" ins schwarze ge-
    troffen habe (was nicht wundert, da ich nicht nach 2.2,
    sondern nach L* kalibriert hab). alles in allem sind die
    farben sehr ansehnlich, aber das gilt leider absolut nicht
    für das banding.


    irgendwelche ratschläge :( ?


    edit:

    Code
    profile check complete, peak err = 13.258260, avg err = 3.442706


    ...das erklärt dann auch das banding...

  • Ich vermute hier ebenfalls, dass die Kalibrierungssoftware bzw. deren Voreinstellung der Knackpunkt ist.


    Beim Schwarzwert liegt ein systembedingter Nachteil des 2209WA, d.h. es gibt Monitore, die ein tieferes Schwarz liefern. Das liegt an der Panel-Bauart einschließlich der matten Beschichtung. Dafür ist die Graustufenauflösung definitiv überdurchschnittlich, d.h. mit den üblichen Testbildern kann ich hier in den Tiefen und Lichtern sämtliche Graustufen unterscheiden. Wobei meine Augen durchaus an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit kommen, d.h. ich muss die Augen anstrengen, um das letzte Bit immer unterscheiden zu können.
    Will man speziell in den tiefen Schatten kein störendes Banding bekommen, darf man dort den Monitor nur dezent korrigieren. Es ist also nicht in jedem Fall erstrebenswert, den Schwarzpunkt auf 0,0,0 zu setzen. AFAIK gibt es in den Definitionen für sRGB-Profile daher wählbare Dinge wie BPC (Black Point Compensation). Aber das soll mal ein Bildverarbeitungs-Profi erläutern. In den Tiefen ist für den Foto-Amateur eine differenzierte Farbwiedergabe sicherlich wichtiger als ein ein exakter Schwarzpunkt oder eine meßtechnisch exakte Farbreproduktion, die das Auge dort ohnehin nicht hundertprozentig wahrnehmen kann.


    Prinzipbedingt wird man (leichtes) Banding bei einem mit 8 Bit angesteuertem Monitor ohne Möglichkeiten zur Hardwarekalibrierung nicht völlig vermeiden können. Die Frage ist nur, was man z.B. als Foto-Amateur mit einer DSLR unterhalb des Profi-Niveaus sinnvollerweise in Kauf nehmen sollte. Wobei der Sehsinn auch bei der Farbwahrnehmung keineswegs absolut, sondern weitgehend relativ und adaptierend arbeitet. Obendrein streut die Farbwahrnehmung von Mensch zu Mensch, häufig genug schon vom linken zum rechten Auge. So nimmt bei mir das linke Auge Farben geringfügig rötlicher wahr als das rechte.


    So langsam aber sicher komme ich auf den Trichter, dass der "Einfache Modus" von iColor Display für mich goldrichtig war. :D
    Dabei wird von der Werkseinstellung des Kontrasts (beim 2209WA=75) ausgegangen. Und es wird interaktiv lediglich der Weißpunkt eingestellt, d.h. zuerst wählt man die Helligkeit am Monitor, korrigiert dann mit R, G, B am Monitor die Farbtemperatur und ggf. noch leicht die Helligkeit. So bekommt man den Weißpunkt sehr schnell eingestellt. Den Rest erledigt die Software. Gefällt das Profil nicht, kann man allenfalls versuchen, ob Kalibrierungen mit variierter Kontrasteinstellung am Monitor bessere Ergebnisse ergeben.
    Das habe ich mir gespart, denn er Profilcheck ergab nach der Erstkalibrierung auf sRGB / 120cd/m² / 6500K einen Delta E 94 von durchschnittlich 0,2 bzw. maximal 0,5. Was auch immer ich mir dafür kaufen kann. Und wie immer auch das mit den Werten für "peak err" und "avg err" in Argyll CMS vergleichbar ist.

  • Quote

    da ich nicht nach 2.2,
    sondern nach L* kalibriert hab)


    Der DELL hat ein natives Gamma von etwa 1,8. Du kannst natürlich, um Tonwertverluste so gering wie möglich zu halten, auf diesen Zielwert hin kalibrieren. In gemanagter Umgebung bekommst du trotzdem die Gradation des Quellprofils (das CMM sollte zudem dithern könnnen).


    Quote

    Prinzipbedingt wird man (leichtes) Banding bei einem mit 8 Bit angesteuertem Monitor ohne Möglichkeiten zur Hardwarekalibrierung nicht völlig vermeiden können


    Panelansteuerung erfolgt auch bei den High-Endern im Regelfall mit 8-Bit pro Kanal - entsprechend wird am Ende gedithert. Vernünftig gemacht, was bei den Geräten der Fall ist, sieht es allerdings auch vernünftig aus.


    Quote

    Was auch immer ich mir dafür kaufen kann


    Du weist zumindest, dass der Bildschirm keinen größeren Drift aufweist und die Grauachse neutral ist. Mit einem späteren Gegentest kannst du dann auch schauen, wann es Zeit für eine neue Kalibrierung/ Profilierung wird.


    Gruß


    Denis


  • Das habe ich mir gespart, denn er Profilcheck ergab nach der Erstkalibrierung auf sRGB / 120cd/m² / 6500K einen Delta E 94 von durchschnittlich 0,2 bzw. maximal 0,5. Was auch immer ich mir dafür kaufen kann. Und wie immer auch das mit den Werten für "peak err" und "avg err" in Argyll CMS vergleichbar ist.


    wie schwer die größten abweichungen überhaupt wiegen, wenn der durchschniitliche dE-Wert
    letztendlich doch im rahmen liegt, kann ich nicht beurteilen, dazu fehlt mir schlicht die erfahrung in
    diesem metie; ich bin aber bereits zu frieden, wenn optisch keine allzu großen defizite
    in der darstellung von "allem möglichen" erkennbar sind - so verbogen die look-up-tabelle
    auch sein mag.


    zumindest habe ich, nachdem vista sich schlichtweg geweigert hat, die
    usb-treiber argyll's zu akzeptieren, noch einen versuch unter linux gestartet
    (auch wenn hier durch den nativen nvidia-treiber auf alte extensions zurückgegriffen
    werden muss). das ergebnis ist in jedem fall besser, das bandingproblem
    habe ich aber nach wie vor recht deutlich.


    vorgaben: "sRGB-Gammawert", 6500k, keine vorgabe für die leuchtdichte (~140cd/m²),
    400 patches aus denen eine "shaper+matrix" generiert wird...


    wahrscheinlich werde ich mit meinem monitor keinen
    bandingfreien - oder zumindest nahezu bandingfreien -
    graufverlauf hinbekommen. daher bin ich tatsächlich
    am überlegen, ob ich nicht einen austausch in
    erwägung ziehen soll...scheinbar gibt es ja mehr
    modelle, die dies im kalibrierten zustand hinbekommen.
    zugegebenermaßen weiss ich allerdings nicht
    genau, was ich von diesem monitormodell letztlich
    erwarten kann und allzu pingelig möchte ich auch
    nicht erscheinen :(


    Quote from Sailor Moon

    Der DELL hat ein natives Gamma von etwa 1,8. Du kannst natürlich, um Tonwertverluste so gering wie möglich zu halten, auf diesen Zielwert hin kalibrieren. In gemanagter Umgebung bekommst du trotzdem die Gradation des Quellprofils (das CMM sollte zudem dithern könnnen).


    das war mir zum zeitpunkt der kalibrierung nicht bewusst.
    wäre es denn rein vom endergebnis sinnvoll, es nochmals
    mit einem gammawert von 1.8 zu versuchen oder spricht
    lediglich das vermeiden von stärkeren manipulationen der
    lut und damit mehr tonwertverlusten dafür?


    mfg

  • Quote

    oder spricht lediglich das vermeiden von stärkeren manipulationen der lut und damit mehr tonwertverlusten dafür?


    Eher das. Mußt eben schauen, ob du auf dem Desktop und in ungemanagten Anwendungen mit der Gradation glücklich wirst. Ansonsten würde ich als Ziel für die Kalibration ein Gamma von 2,2 empfehlen.


    Gruß


    Denis

  • ich war - relativ übermüdet - heute vormittag nochmals in der
    uni und hab' mir eine kopie vom display4 aus dem
    grafiklabor ausgeliehen, demnach hatte ich bis gerade eben
    viel zeit zum spielen...


    ich habe daraufhin einige profile, sowohl mit argyll als auch
    mit display4 erstell und in beiden fällen jeweils die über-
    prüfungsgrafik als optisches vergleichsmittel herangezogen.
    interessant war, dass die profile trotz gleicher parameter
    manchmal etwas auseinander lagen, farblich & in sachen
    dE-Durchschnittsabweichungen aber relativ nah beieinander lagen...


    stirnrunzeln bereitet mir aber, dass meine abweichung
    scheinbar kleiner zu sein scheint, als die des testmusters,
    dass prad selbst herangezogen hat:


    prad


    mein ergebnis


    jedoch: laut prad liegt deren kontrast bei 932:1, bei hingegen sind
    es gerade mal 329:1 - problem ?(

  • Quote

    jedoch: laut prad liegt deren kontrast bei 932:1, bei hingegen sind es gerade mal 329:1 - problem


    Der Schwarzpunkt von 0,42 cd/m² ist für den schlechten Kontrast verantwortlich. Das Backlight kann mehr (bzw. wenn man es genau nimmt, eben weniger ;-) ). Schaut mir in Verbindung mit der Vorgabe "Min Neutral" danach aus, dass das Programm ihn künstlich angehoben hat. Wähle hier bitte einfach "so schwarz wie möglich" - eine sprachlich ähnlich geartete Auswahl sollte es auch in basICColor geben. Verringert auch Tonwertverluste weiter.


    Quote

    stirnrunzeln bereitet mir aber, dass meine abweichung scheinbar kleiner zu sein scheint, als die des testmusters, dass prad selbst herangezogen hat:


    Wie gesagt, Profiltests haben eine sehr eng begrenzte Aussagekraft (welche - siehe mein vorletztes Posting).


    Gruß


    Denis