Wide Gamut in der Praxis bei "Normalanwendungen"

  • Hallo,


    hier im Forum ist zu Monitoren mit Wide Gamut immer wieder zu lesen, daß diese Geräte für "normale" Anwendungen wie Internet oder Office weniger geeignet seien, da in diesem Anwendungsbereich die Farbdarstellung nicht korrekt wäre bzw. die Farben zu intensiv dargestellt würden, Stichwort "Bonbonfarben".


    Wie muß man sich das in der Praxis vorstellen bzw. wirkt sich dieser Bonbonfarben-Effekt wirklich so stark aus?


    Ich bin auf der Suche nach einem neuen Monitor in der Größenklasse 23-24" und es soll ein Gerät mit guter Bildqualität und ordentlichem Blickwinkel sein. Somit kommen TN-Panels nicht in Frage und ich wäre bereit dafür ca. 500-600,- EUR zu investieren. Anwendungsbereiche sind wie genannt Internet, Office, Spiele und gelegentlich mal ein Film, Bildbearbeitung kommt zwar auch mal vor, aber nur auf allereinfachstem Niveau.
    Wenn man in diesem Größen- und Preisbereich etwas vernünftiges (also keine TN-Geräte) haben möchte, ist die Auswahl nicht gerade riesig. Dazu kommt, daß viele 24"-Monitore Wide Gamut haben, häufig wird auch davon gesprochen, daß eine Hardwarekalibrierung nötig wäre, was aber für den genannten Anwendungsbereich sicher überzogen wäre.
    Daher die Frage bezüglich Wide Gamut, da ich unsicher bin, ob man als "Normalanwender" mit gehobenem Anspruch an einen Monitor auch zu solchen Geräten greifen kann oder nicht. Leider hatte ich bisher keine Gelegenheit, mir solche Geräte mal anzusehen und mir einen Eindruck zu verschaffen, da in den Elektronikfachmärktenn überwiegend TN-Gurken angeboten werden, Geräte mit IPS-oder PVA-Technik sind sehr rar gesät.

  • Oha, der Unterschied ist doch größer, als ich gedacht hätte. Ob das stört, ist eine gute Frage. Wenn man das Bild des Wide Gamut ohne direkten Vergleich sehen würde, vermute ich mal, daß man von der Farbpracht zunächst beeindruckt ist. Wenn ich mir aber die beiden Bilder anschaue, sind die Farben auf dem linken schon recht intensiv, während das ganze auf dem rechten natürlicher wirkt.


    Haben denn alle Wide Gamut Monitore das Problem mit der Farbdarstellung im sRGB-Betrieb, oder ist das nur eine Frage, wie der Hersteller das umsetzt?


    Der TFT-Kauf ist ja eine verzwickte Sache... :S

  • ich mische hier mal mit ein, da mich das Thema auch tangiert.


    Also kann man zu Normaluser mit besonderen Ansprüchen sagen, dass Sie schlussendlich die A-Karte gezogen haben. Da sich im Bereich von 500Euro kaum 24Zoll Monitore ohne WG finden lassen, was kein TN ist. Und ich es auch als unverhältnismäßig ansehe in diesem Bereich sich ein Colorimeter für 200Euro dazu zukaufen, obwohl kaum Bildbearbeitung betrieben wird und wenn dann nur auf einem sehr Minimalen Bereich.


    Denn ein Eizo CG ist dann für die Ansprüche dann doch ein wenig überdimensioniert.


    Korrigiert mich wenn ich falsch liege.


    Gruß Basti

    Dell Precision M4400: CPU P8600, GPU FX770M, RAM 2GB, HDD 500GB, Multiboot: Ubuntu+XP+Win7

  • Ich dachte ja ein Ausleihen eines Colorimeters, aber mit einem Mal ist es anscheinend nicht getan, oder?
    Ich schwanke übrigens momentan zwischen dem Eizo FX 2431 und dem Dell U2410.

  • Genau deshalb auch meine Frage bzgl. der Auswirkungen im "Normalbetrieb". Der erweiterte Farbraum ist bei meinem Anwendungsgebiet sicher nicht notwendig, nur haben gerade im 24" Bereich viele Monitore erweiterten Farbraum. Wenn man die wie empfohlen außen vor läßt, ist die Auswahl an 23-24" Nicht-TN-Geräten recht bescheiden.
    Der Eizo CG243 ist zwar ein toller Monitor, aber der Preis... Autsch :pinch:


    Das ist dann schon recht frustrierend, so recht weiß nicht, was man da nehmen soll. ;(

  • Es gibt eine Antwort für Dich: 2490wuxi2!


    Kann ich Dir nur empfehlen! Eine klasse sRGB Monitor zu sehr fairem Preis. Vergiss die "Billig"-EIZO's. Bei NEC bekommst Du um einiges mehr.

  • Aber ich bin mir absolut sicher, dass die ein Großteil der Nutzer nie von sich aus sehen würde. Kommt wahrscheinlich darauf an, was man bisher vor sich stehen hatte.

    Damit hast du würde ich sagen zu 100% recht. Zu mindestens ich hatte bis jetzt nur
    Notebook-LCDs oder eben billige TN Display vor mir. Deswegen ist bei
    mir zum Beispiel im Moment bei 500-550€ Schluss mit lustig, da
    erschwerend hinzu kommt, dass ich nur Student bin. Und somit der
    genannte NEC einfach nicht drin ist


    Der Eizo ist sicherlich eine Alternative, allerdings bereitet mir das 16:9 Format noch ein bisschen Kopfzerbrechen. Ich könnte zwar vlt. damit leben, aber ich will einfach einen solchen Trend nicht unterstützen, dass ist das selbe wie bei den ganzen Klavierlack Notebooks mit spiegelndem Display, es ist Mode obwohl es total unpraktisch ist aus meiner Sicht.


    Gruß Basti

    Dell Precision M4400: CPU P8600, GPU FX770M, RAM 2GB, HDD 500GB, Multiboot: Ubuntu+XP+Win7

    Edited once, last by Fun is Live ().

  • Wenn du mit den kleinen Macken des U2410 leben kannst (Invertersummen, Dithering bei sRGB-Emulation (=> soll behoben werden!), nicht 100% homogenes Panel) bekommst du für 500€ ein gutes Stück Monitor ;)


    Er hat übrigens im Game-Modus fast keinen Inputlag, sonst 16 ms (selbst gemssen).

  • Es gibt eine Antwort für Dich: 2490wuxi2!


    Kann ich Dir nur empfehlen! Eine klasse sRGB Monitor zu sehr fairem Preis.

    Oh, ich dachte erst, der 2490WUXi² wäre auch ein Wide Gamut Monitor, habe ich aber mit dem 2690WUXi² verwechselt. Es gibt nur einen Prad-Test zum Vorgänger, der noch ein anderes IPS-Panel hatte. Der Test des Vorgängers hört sich sonst recht gut an bis auf den schwankenden Input-Lag (da hat der Eizo EV2333W bessere Werte).

    Den Eizo EV2333W wollte ich nicht als "billig" abtun, ich finde, er trägt seine Sehr-Gut-Bewertung mit recht. Ich hatte ein absolut fehlerfreies Gerät vor mir stehen. Bis auf die Schlieren, doch das wird jeder für sich entscheiden müssen, ob er damit leben kann. Ich hätte es gekonnt.

    Der Test des Eizo hat mich eigentlich auch auf Anhieb begeistert (sogar recht gute Input-Lag-Werte) bis auf die Schlieren-Thematik, die besonders hervorgehoben wurde. Bin da etwas unsicher, ob die Schlierenbildung stärker als bei anderen Modellen mit PVA-/IPS-Panel ist. Bei dem kurz zuvor getesten NEC EA231WMi wird die Schlierenbildung zwar auch erwähnt, läge aber etwa auf dem Niveau anderer PVA-/IPS-Geräte.

    Wenn du mit den kleinen Macken des U2410 leben kannst (Invertersummen, Dithering bei sRGB-Emulation (=> soll behoben werden!), nicht 100% homogenes Panel) bekommst du für 500? ein gutes Stück Monitor


    Er hat übrigens im Game-Modus fast keinen Inputlag, sonst 16 ms (selbst gemssen).

    An den Dell U2410 habe ich auch schon gedacht, dann aber gesehen, daß es auch ein Wide Gamut ist. Kann der denn sRGB besser darstellen als die anderen? Vom Preis her ist es ja schon ein interessanter Monitor.

  • Der U2410 hat eine sRGB- und eine AdobeRGB-Emulation. Beide sind von Dell vorkalibriert. Nachteil ist momentan eben noch, dass man bei sehr dunklen Farben ein statisches Ditheringmuster sehen kann. Das soll aber wie gesagt durch eine neue Firmware behoben werden.


    Da ich zu 90% in nicht Farbmanagementfähigen Programmen arbeite, benutze ich den U2410 auch hauptsächlich im sRGB-Modus. Wüsste ich, das Dell keinen Fix für das Dithering rausbringt, würde ich den Monitor wohl eher nicht weiterempfehlen, so aber schon.


    Für den Preis wirst du kaum ein besseres Gesamtpaket finden. Ich bin alleine schon von dem äußerst geringen Inputlag angetan, das kann sonst kein nicht-TN Monitor in dieser Größe.

  • Wüsste ich, das Dell keinen Fix für das Dithering rausbringt, würde ich den Monitor wohl eher nicht weiterempfehlen, so aber schon.

    Aber gibt es diese Lösung nicht eigentlich nur für die zukünftige Revision, von der seit einiger Zeit die Rede ist? Kann mir nicht vorstellen, dass das auch bei der aktuellen Version behoben wird.
    Ein Input-lag ist für mich kein Kriterium, da sich mein Gaming auf ca. 5% beschränkt. Ich brauche einfach einen Monitor mit dem man gut arbeiten kann, ohne irgend eine Kalibrierung durchzuführen oder mit miesen Blickwinkeln leben zu müssen.


    Gruß Basti

    Dell Precision M4400: CPU P8600, GPU FX770M, RAM 2GB, HDD 500GB, Multiboot: Ubuntu+XP+Win7

  • Ich habe mich noch etwas umgesehen, aber mehr Auswahl ist es nicht geworden. Ob es demnächst noch neue Modelle gibt, auf die es sich zu warten lohnt, weiß ich allerdings nicht (ist auch die Frage, wie lange mein NEC 1860NX noch läuft, muß ihn mehrmals aus- u. einschalten, bis endlich ein Bild da ist). Somit habe ich derzeit die folgende Auswahl:


    Unter den 23"-Geräten sind es nur die beiden:



    - NEC EA231WMi
    Positiv: gute sRGB-Darstellung (jedoch erst nach Kalibrierung), gute Verarbeitung, geringer Stromverbrauch, Inputlag unter 1 Frame, Preis
    Negativ: ungleichmäßige Helligkeitsverteilung, Schlierenbildung, Kalibrierung nötig


    - Eizo EV2333
    Positiv: gute Verarbeitung, niedriger Stromverbrauch, allgemein sehr gute Bildqualität (Schwarzwert, sRGB-Darstellung, Ausleuchtung), Inputlag unter 1,5 Frames
    Negativ: Schlierenbildung


    Der Eizo ist wohl ein Top-Monitor lt. dem Test, einziger Kritikpunkt ist die Schlierenbildung. Die ist die große Unbekannte, da fraglich ist, wie stark sie sich auswirkt. Sie wird beim NEC auch genannt, jedoch heißt es, daß sie sich auf dem Niveau anderer PVA/IPS-Geräte bewegt. Ansonsten ist der NEC dem Test nach auch ein guter Monitor, kann in Sachen Bildqualität dem Eizo nicht das Wasser reichen.
    Allgemein wird das 16:9-Format kritisch gesehen, da in der Höhe etwas fehlt im Vergleich zu 16:10. Ich bin hier auch noch unentschlossen, wobei die Bildhöhe mit meinem jetzigen 18"-TFT identisch ist. Ich nehme an, daß ich damit auskommen würde, wenngleich das etwas mehr an Bildhöhe auch seinen Reiz hat.



    Dann wären noch die 24"-Monitore (jedoch keine Prad-Tests dazu):


    - Dell U2410
    Positiv: sehr geringer Inputlag, kalibriert für sRGB und AdobeRGB, Anschlüsse, Ausstattung, Preis
    Negativ: Berichten zufolge hohe Serienstreuung (Farbstich, ungleichmäßige Helligkeitsverteilung)


    - NEC 2490WUXi2
    Positiv: Bildqualität
    Negativ: Inputlag ca. 2 Frames, kein Displayport, Preis


    Der Dell ist nach allem was ich so lesen konnte, ein sehr vielversprechendes Gerät zu einem tollen Preis. Der Berichte zu der hohen Serienstreuung verunsichern mich allerdings. Manche haben schon das zweite oder dritte Gerät und immer noch Farbstich und/oder ungleichmäßige Ausleuchtung. Der NEC scheint auch ein guter zu sein, leider gibt es keinen aktualisierten Prad-Test, da im WUXi2 ein anderes Panel als im WUXi1 verbaut wird. Am Inputlag von ca. 2 Frames soll sich nichts geändert haben und er ist der teuerste von allen.



    Tja, da habe ich die Qual der Wahl, Stärken und Schwächen haben alle, die berühmnte Eierlegendewollmilchsau gibt es eben nicht. Der NEC 24WMGX3 wäre dem am nächsten gekommen, leider gibt es diesen nicht mehr. Somit bin ich weiter sehr unentschlossen. ?(