Sinn/Unsinn von 22+ Zoll Monitoren?

  • Salut,


    als angehender Mediengestalter (Photoshop und co.) und Hobbyzocker bin ich seit längerem auf der Suche nach einem guten Allround Monitor.....Ich stöberte durch die Berichte, fand auch schnell einen Favoriten, den HP LP2275w. Super Bild, super Preis, auch fürs zocken geeignet.


    Nach ein wenig Rechnerei kam jedoch Skepsis auf. Das Problem ist dabei die Pixelgröße:


    Einer der wohl wichtigsten Eigenschaften eines Monitors ist die Bildschärfe. Wir wollen ja alle möglichst viele Details sehen. Dem sind aber Grenzen gesetzt.


    Unser Auge besitzt nämlich ein Grenzauflösungsvermögen. Habe ich 2 Punkte (z.B. 2 Pixel), gibt es eine Entfernung, ab der mein Auge diese beiden Punkte nicht mehr Unterscheiden kann. Sie "verschmelzen" zu einem Punkt.


    Genau das wollen wir haben. Wir wollen NICHT die Pixelstruktur sehen. Sondern ein "flüssiges" Bild. Fazit: sitzt man zu nah am Monitor, erkennt man die Pixelstruktur. Man muss also einen gewissen Mindestabstand einhalten.


    Was passiert aber, wenn wir uns noch weiter als diesem Mindestabstand entfernen? Dann verschmelzen auf einmal 3 Punkte (Pixel) zu 1 Punkt. Die tatsächliche Auflösung verringert sich, ich erkenne weniger Details, je weiter ich mich vom Bild entferne. Das geht so weit, dass viele Leute sich einen HD Fernseher kaufen, jedoch so weit vom Fernseher sitzen, dass sie keinen Unterschied mehr zum normalen PAL Bild (575 Zeilen) haben, ohne es zu wissen. Sie sitzen so weit weg, dass das Auge eh nur noch zwischen 575 Zeilen diffenrenzieren kann. (das Grenzauflösungsvermögen ist nämlich ein Winkel, und je weiter weg das Objekt, desto größer der Winkel)


    -> Daher ist der Mindestabstand, ab dem ich die Pixelstruktur nicht mehr erkennen kann gleichzietig der optimale Abstand, denn sitze ich weiter weg, verringern sich die sichtbaren Punkte/Details.


    So nun zurück zu den 22 Zollern. Ich fing an zu rechnen. Da ich möglichst scharfe Bilder haben möchte, kommt Interpolation für mich nicht in Frage. Daher ist die einzige Option der Betrieb mit optimaler Auflösung.


    Hier die Formel, anhand man den Mindestabstand und somit auch optimalen Abstand zum Monitor bestimmt:


    1 / (2fache Zeilenanzahl * 1,45 * 10^-4) = H


    H ist gleich der Faktor der Bildhöhe, den man als Entfernung haben sollte.


    (Quelle: Möllering, Slansky: Handbuch der profesionellen Videoaufnahme)


    Der 22 Zoller von HP stellt nun optimal ohne Interpolation 1050 Zeilen dar. Rechnerisch ergibt sich daraus für H = 3,28. Ich soll also optimalerweise 3,28 * die Bildhöhe sitzen. Das sind dann 3,28 * 296 mm Bildhöhe = 97 cm.


    Der minimale/optimale Abstand zum 22 Zoller HP LP2275w beträgt also ungefähr 1 Meter. wie soll man das als Computermonitor realisieren???


    Etwas verwirrt rechnete ich mich durch weitere 22 Zoller, das Ergebnis immer das gleiche. Im Grunde genommen braucht man gar nicht diese komplizierten Rechnungen durchführen, denn die entscheidende Größe ist die Pixelgröße. Je größer die Pixel, desto weiter muss ich wegsitzen, um ein scharfes Bild zu haben, und keine Pixel zu erkennen, eben aufgrund des Grenzauflösungsverhältnisses des Auges.


    Hier nochmal ein Bild zum Auflösungsvermögen, evtl. lässt es sich so leichter verstehen.





    Der 22Zoller HP hat nen Pixelabstand von 0,282.
    Ich kann daraus schließen -> Pixelabstand 0,282 mm = Optimaler Abstand zum Monitor 1 Meter.


    Ich fragte mich letztendlich, was das für ein Fortschritt sein soll, es werden immer größere Monitore angeboten, aber anstatt die Auflösung zu erhöhen, werden einfach größere Pixel benutzt, sodass man weiter weg sitzen muss, um die gleiche (Pixel pro Betrachtungswinkel) Auflösung zu haben. Warum einen 22 Zoller mit 0,282 mm Pixelabstand kaufen und dann 1 Meter wegsitzen müssen wenn ich mir genausogut einen 20 Zoller mit 0,258 mm Pixelabstand zulegen kann und dann nur 90cm wegsitzen muss? Was bringt mir ein 22 Zoller, wenn ich damit nur eine geringere relative Auflösung habe (Pixel pro Meter), sofern ich nicht die Möglichkeit habe, ihn weiter weg zu platzieren, wofür es jedoch aber auch keinen Grund gibt. Rausgeschmissenes Geld?


    Ich stöberte folglich bei den 20 Zollern, musste jedoch feststellen, dass die meisten Testberichte schon 3 Jahre auf dem Buckel hatten, daher war es mir nicht möglich ein geeigentes Modell für meine Ansprüche (Preis>Grafik>Spiele) zu finden.
    Die kleinsten gefunden Pixel hatte überigens der 19 Zoller ViewSonic VX1940w mit 0,243 mm. Dieser kommt aber aufgraund der schlechten Bildquali nicht in Frage.


    Pixelgröße /// optimaler Abstand zum Monitor


    0,243 -- 84,3 cm
    0,257 -- 88,9 cm
    0,272 -- 97,1 cm


    Die 23 Zoller besitzen wiederum schön kleine 0,257 Pixel, da 1920x1200er Auflösung statt 1680x1050 wie bei den 22 Zollern. Die 22 Zoller haben für mich jedenfalls die Krankheit der zu großen Pixel, eine Zollgröße drunter und drüber sieht es besser aus. Was sagt ihr zu diesem Pixelphänomen der 22er?


    Und vor allem: gibt es noch zeitgerecht qualitative 19/20 Zoller?

  • Theorie ist ja schön und gut, aber an deiner Stelle würde ich mir einfach mal einen 22" TFT aus normalen Sitzabstand angucken und dann entscheiden, ob dir das Bild gefällt oder du einzelne Pixel sehen kannst. Ich gehe mal davon aus, dass du mit dem Bild zufrieden sein wirst.

  • Unrecht hast du mit dem Phänomen natürlich nicht, aber ob das dann letztendlich wirklich so ins Gewicht fällt? Wenn ich vor meinem 24" sitzte mit 0,27mm merke ich schon einen kleinen Unterschied ob ich mit 70cm oder 90cm davor sitzte, aber gravierend find ich das nicht.


    Aber es gibt schon ein paar Alternativen:
    -0,247mm 1920x1200 22" > Eizo S2243 / S2242 / SX2262
    -0,233mm 2560x1440 27" > Dell U2711
    -0249mm 1920x1200 22,3" > Eizo CG221
    -0,252mm 2560x1600 30" > einige Modelle
    - 23" mit einer Auflösung 1920x1200 konnte ich nur einen finden > Eizo CG232W


    TN-Panel hab ich jetzt mal außen vor gelassen.


    MfG

  • ...und nicht zu vergessen, dass wohl eher die wenigsten ihr Leben lang 100% Sehschärfe besitzen. Und schon hast du einen kaum allgemeingültig berechenbaren Faktor in deiner hübschen Formel.
    Im Übrigen dürfte es bei den meisten zu ziemlich unterschiedlichen Bewertungen kommen, ob man einen Film als angenehm und scharf empfindet, oder ob man am identischen Equipment bei gleichem Abstand einen Text als entspannt lesbar wahrnimmt...


    Den persönlich richtigen Abstand zu einem Arbeits-Bildschirm findet man in der Regel vollkommen unterbewusst, statt mit Maßband und einer Formel. ;)