Alternative zum NEC p221w

  • Hallo zusammen,


    ich hoffe, jemand kann mir einen guten Tipp für die Auswahl des passenden Monitors geben.
    Natürlich habe ich mich hier schon ein wenig umgesehen und werde auch noch weiter stöbern.
    Ich mache überwiegend Bildbearbeitung fürs Web und bearbeite auch häufig Printdaten (+ Softproof+CMM).
    Derzeit habe ich einen hardwarekalibrierten NEC p221w.
    Insgesamt bin ich eigentlich recht zufrieden. Was mich allerdings etwas stört ist, dass ich trotz der Kalibrierung auf 6500k (web) immer noch häufig das Gefühl habe, dass das Bild (vor allem Weiß- und Grautöne) zu warm erscheint.
    Je länger ich an dem Bildschirm arbeite (1-2stunden), umso gelblicher wirkt das Bild auf mich; besonders bei helleren schwarzweiß Bildern macht sich das Ganze bemerkbar. Selbst wenn ich mal testhalber auf höhere K-Werte (z.B.7000) kalibriere, macht sich nach der anfänglichen zu kalten Wahrnehmung später dann doch ein zu warmer Eindruck breit.
    Ganz leicht habe ich das Gefühl, dass der Bildschirm zu den Rändern hin um ca.200-400K wärmer wird, was ein Nachmessen bestätigt hat.
    Aufgefallen ist mir noch, dass mir ein alter, nicht-Wide-Gamut-Siemens TFT, der auch im Raum steht und auf 6500K kalibriert ist, im Vergleich doch neutraler und grauer wirkt.
    Nun würde ich mir gerne einen anderen Bildschirm zum Vergleich (bzw. zum Ausprobieren) zulegen. Leider sollte sich das Ganze nicht über 400€ abspielen und gerne auch gebraucht. Werde wohl preislich nicht in den Genuss kommen, einen hardwarekalibrierbaren Eizo zu bekommen.
    Auch ein 21" wäre evtl. noch i.O.. Bisher hatte ich einen gebrauchten Eizo s2100 oder EV2333 ins Auge gefasst. Vielleicht habt ihr ja noch andere Tipps. Der Eizo CG223w wäre ja sehr interessant, aber leider etwas über meinem derzeitigen Budget.
    Vielen Dank!!!

  • Quote

    Aufgefallen ist mir noch, dass mir ein alter, nicht-Wide-Gamut-Siemens TFT, der auch im Raum steht und auf 6500K kalibriert ist, im Vergleich doch neutraler und grauer wirkt.


    In einem solchen Setup (CCFL + WCG-CCFL) wirst du mit einer farbmetrischen Übereinstimmung nie zu einer visuellen Übereinstimmung in den Neutraltönen kommen. Das hängt damit zusammen, dass der CIE-Normalbeobachter fehlerbehaftet ist bzw. große Variationen zwischen einzelnen Personen auftreten. Da hilft dann nur die Kalibration eines Bildschirms auf den gewünschten Weißpunkt und die Anpassung des Weißpunktzieles für die Kalibration vor der Kalibration des anderen Bildschirms. Ziel ist die visuelle Übereinstimmung.


    Grundsätzlich sind 6500K bereits eher relativ kühl. Für ein Matching mit mittlerem Tageslicht oder üblichem D50-Normlicht hinsichtlich "Standard-Papiervorlagen" wären eher 5800K ein guter Ausgangspunkt (oberer Absatz gilt natürlich auch hier). Ob die Homogenität bei deinem Bildschirm in Ordnung ist, könntest du mit einer Mesreihe überpürfen. Veröffentliche doch mal die XYZ-Normfarbwerte bei Weißdarstellung über 15 Punkte.


    Welche Sonde setzt du ein?


    Viele Grüße


    Denis

  • Hallo Dennis,
    danke dir für die Antwort. Ja, soweit kenne ich mich im Detail dann auch nicht aus. Mir war klar, dass der Vergleich von Grautönen bzw. dem Weißpunkt zwischen einem WCG und CCFL so einfach nicht machbar ist. Mir fällt nur auf, dass wenn man beide Bildschirme im Vergleich sieht, der WCG deutlich wärmer wirkt und ich diesen auch ohne Vergleich mit dem anderen Bildschirm eher als warm bewerten würde. Beim Softproof auf dem NEC habe ich bis dato mit 5800K gute Ergebnisse erzielt. Wobei ich mit 6500K am WCG auch relativ nah dran bin am Papier bei D50 Licht. Bei 5800K könnte ich allerdings im Alltag bei mittlerem Tageslicht kaum arbeiten.
    Die Kalibrierung und Profilierung mache ich mit dem i1Display.
    Merkwürdig finde ich aber auch, dass ich selbst bei einer Kalibrierung auf 7000 oder sogar 7500 immer noch das Gefühl habe, das helle Grautöne und auch der Weißpunkt irgendwie einen leichten gelb/rot Stich haben und nicht richtig kühl wirken.
    Die Homogenität messe ich gleich mal kurz.
    Danke schonmal!!

  • Ohne Nachkommastelle ist die Genauigkeit relativ begrenzt, daher reicht es nur für tendentielle Aussagen:


    Flächenhomogenität - DeltaC:


    0.67 0.00 1.35 3.10 2.64


    2.16 1.39 0.00 0.64 2.28


    2.38 2.26 0.98 3.92 3.86


    Wie gesagt, mindestens eine Nachkommastelle täte für die Auswertung schon gut, so bleibt eine gewisse Spannbreite. Aber wenn du in den Ecken leichte Verfärbungen siehst, deckt sich das mit den Werten. Wobei das noch nicht extrem schlecht ist. Deutliche Verbesserungen sind erst mit Geräten zu erwarten, die die Flächenhomogenität aktiv verbessern (z.B. NEC: ColorComp, Eizo: DUE).


    Gruß


    Denis

  • Okay, danke dir für die Auswertung. Ja, besonders links, links unten und rechts unten empfinde ich das Bild als deutlich wärmer.
    Wenn ich nun in einem Bildbearbeitungsprogramm das Bild (Foto) in der Mitte des Bildschirms habe und rundherum ein "neutrales" Grau ist, was aber durch den Abfall am Rand zu warm wirkt, empfinde ich auch ein Schwarzweißbild in der Mitte oft als nicht neutral....
    Was wäre denn ein Bildschirm, den du empfehlen könntest? Wie gesagt, auch gegen einen 21" hätte ich nichts einzuwenden.
    Merci

  • Der CG ist schonmal ein Bildschirm, mit dem du wenig verkehrt machen kannst. Gerade in Verbindung mit Color Navigator 6 (beschreiben wir ausführlich im aktuellen Testbericht zum CG275W). Eine weitere Alternative wäre die PA- bzw. SpectraView-Reihe von NEC gewesen.


    Gruß


    Denis

  • Danke dir nochmals Dennis. Den Testbericht werde ich mir durchlesen.
    Vielleicht könntest du mir kurz noch einmal weiterhelfen?
    Ich frage mich, ob diese ganzen Kalibrierungssoftwares (Colornavigater, Spectraview profiler, Basiccolor, i1 Profiler und was es noch so gibt) immer einen eigenen Treiber mit-installieren (was sie ja tun), so dass evtl. eine andere Messsoftware die Messdaten falsch interpretiert?
    Konkret: Darf immer nur eine Software zum Messen installiert sein?