Posts by Denis

    Der höhere Farbumfang wird durch eine veränderte spektrale Strahlungsverteilung der Hintergrundbeleuchtung erreicht (schmalbandiger). Beim von dir genannten NEC UHD-Monitor wird vermutlich das LM238WR1 von LG zum Einsatz kommen, mit GB-r-LED Hintegrundbeleuchtung.


    Es gibt aber noch andere Implementierungsmöglichkeiten, auch auf WLED-Basis oder durch Einsatz einer Diffusorfolie mit Quantum Dots. Früher wurden auch RGB-LEDs oder spezielle WCG-CCFL-Röhren verwendet.

    Nein, im normalen Windows-Betrieb gehen nur 8bit pro Kanal raus. Mit dem Unterschied, dass bei AMD/ ATI für die Ausgabe nach hochbittigerer LUT-Korrektur (d.h. wenn vorhandene vcgt Korrekturdaten des Monitorprofils geladen werden) Dithering zur Farbtiefenreduktion genutzt wird. Damit bleibt der Tonwertumfang des 8bit Ursprungssignals visuell erhalten. nVidia Karten schneiden die lsb einfach ab oder führen die Transformation gleich nur mit 8bit Präzision durch.


    Im Hinblick auf Anwendungen hast du den entscheidenden Unterschied bereits vermerkt: Mit aktuellen Consumer-Karten ist eine Ausgabe in 10bit pro Farbkanal auf DirectX Fullscreen Szenarien beschränkt (bestimmte Videorenderer, Spiele). Photoshop verwendet hier OpenGL. Entsprechend ist aktuell leider weiterhin eine FirePro/ Quadro Karte erforderlich.

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    Den Monitor auf die Farbtemperatur der Leuchte kalibriren. Meist 5700-5900 K (bzw D58) als guten Kompromiss.


    Wichtig ist hier noch, dass ein farbmetrisches Matching zwischen Beleuchtung bzw. beleuchteter Vorlage und Monitorweißpunkt nicht zu einer visuellen Übereinstimmung (selbst bei Angleichung der Leuchtdichte) führen wird. Der genannte Bereich ist aber schonmal ein guter Ausgangspunkt bei Verwendung von D50-Normlicht.

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    Aber das der CG2730 den CX ersetzt, will ich (noch) nicht glauben, dann ist mMn die Lücke zur CS-Serie zu groß (vom Preis her, meine ich).


    Es handelt sich ja um die gleiche technische Basis, und auch das integrierte Messgerät unterliegt weiterhin Einschränkungen(das nun, im Unterschied zu den CX, nicht nur das Nachführen einer bereits durchgeführten Kalibration möglich ist, wird eher durch einen softwareseitigen Kniff im Zusammenspiel mit der exakten Kalibration/ Charakterisierung ab Werk erreicht). So bliebe am Ende nur die Lichtschutzblende.


    In Bezug auf den Farbumfang musst du dir aber keinerlei Sorgen machen. Hier wird sich der CG277X nicht absetzen, da mit an absoluter Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit das gleiche Package aus Panel und Hintergrundbeleuchtung verbaut werden wird. Die Monitore unterscheiden sich im Hinblick auf Scaler und Messgerät. Zusätzlich gibt es noch Funktionen der Software, die den dreistelligen Modellen vorbehalten sind (teilweise eben dem Scaler geschuldet). Siehe dazu auch den bereits verlinkten Testbericht.

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    Ich hatte den CX271 getestet und habe versucht, das Notebook mit einem Displayport-zu-DVI-D Adapter und mit einem DP-zu-HDMI-Adapter als zweiten PC am EIZO zum arbeiten zu überreden. Klappt aber nicht. Maximal 1920x1080 wäre nur möglich gewesen


    Mit einem einfachen Adapter kann kein zweiter TMDS-Link genutzt werden. Daher die Beschränkung auf 1920x1080@60Hz. Ein aktiver Konverter sollte helfen.

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    Nach der Kalibration erfolgt die Profilierung – das ist so richtig, oder? Die Profilierung erfaßt die Monitorcharakteristik.


    Richtig.


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    Daß die Profivalidierung aufzeigt, ob die Kalibrationsziele erreicht wurden, setzt, wenn ich richtig verstehe, voraus, daß den in der Kalibrierung getroffenen Einstellungen zu messende Soll-Lichtwerte unmittelbar zugeordnet sind. Stimmt das? Vielleicht verstehe ich nicht genau, was Kalibrierungsziele sind.


    In erster Linie zeigt die Profilvalidierung, ob das Monitorprofil den Monitor exakt genug beschreiben kann. Wenn er sich beispielsweise total nichtlinear verhält, kann das selbst in einem dicken CLUT Profil nur schlecht erfasst werden, von einem einfachen Matrix/shaper Profil ganz zu schweigen.


    Kalibrationsziel: Leuchtdichte, Weißpunkt, Tonwertkurve. Also z.B. 140 cd/m², D65, Gamma 2.2.


    Das überprüft man im Rahmen der Validierung letztlich gleich mit:



    => Siehe beispielsweise die erste Seite unserer Validierungsmessungen.


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    dann verstehe ich, wie in Frage I – wenn JA … ausgeführt, nicht, warum meßbare Abweichungen nur verzeichnet, und nicht durch Nachjustieren behoben werden.


    Man kann ja eine erneute Kalbration + Profilierung im Anschluss durchführen, sofern Unstimmigkeiten auftreten. Das handelt man nicht im Rahmen von Kontrollmessungen ab.


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    Die bereits zitierte behauptet (S. 60), es sei zum Softproof der PSOc_v3-Profile eine Farbtemperatur von 5800K ungeeignet, weil das Profil mit Papieraufhellern rechnet, die einen höheren Blauanteil emittieren, was durch blauere Farbtemperatur des Monitors dann gedoppelt wird (was ich schon konzeptuell überhauptnicht verstehe. Heißt das nicht, daß jedes Profil für den Softproof auf eine bestimmte Farbtemperatur hin angelegt ist, um richtig dargestellt zu werden, so daß man sich den nicht beliebig aussuchen kann, sondern die wählen muß, die zum darzustellenden Profil paßt?)


    [Exkurs]
    OBAs steigern den Weißegrad des Papiers durch Anregung im UV-Bereich und Emission im sichtbaren Bereich - und sind grundsätzlich ein Problem, schon beim echten Hardproof (Auflagenpapier oft mit Aufhellern, Proofpapier meist ohne). Hier spielt hinein, dass die Messung der Vorlagen bislang meist nach Messbedingung M0 (Lichtart A*, geringer, undefinierter UV-Anteil), selten gar nach M2 (mit UV-Sperrfilter) durchgeführt wurde. Mit der neuen ISO 12647-2:2013 wird M1 bevorzugt, und damit ein höherer, definierterer UV-Anteil. Es bleiben genügend Probleme, z.B. was die Anregung in der Abmusterung betrifft. Im Ergebnis können zwischen Prüf- und Auflagendruck weiterhin deutliche visuelle Unterschiede entstehen


    ---
    * Wichtig: Die in einem ersten Schritt ermittelten Reflexionswerte sind beleuchtungsunabhängig, da zuvor immer auf einem Weißstandard kalibriert wird.
    [/Exkurs]


    Das von dir beschriebene PSO Coated v3 Referenzprofil der ECI basiert auf neuen Charakterisierungsdaten (FOGRA51), die in Übereinstimmung mit der neuen ISO 12647-2:2013 ermittelt wurden. Damit fallen (=> Messbedingung M1) die optischen Aufheller nun stärker ins Gewicht.


    Für die Proofsimulation am Monitor bei paralleler Abmusterung eines Prüf-/ Auflagendrucks gilt: Der Monitorweißpunkt sollte visuell mit dem Papierweiß zusammenfallen. Hier gibt es schon ganz ohne Aufheller genügend Unwägbarkeiten, die ein rein farbmetrisches Matching ausschließen. So führt beispielsweise die eigentlich naheliegende emissive Messung des Papierweiß im Normlichkasten nicht zu einem sinnvollen Zielweißpunkt für die Monitorkalibration - schlimmer noch: Schon eine Abstimmung zweier Monitore ist auf rein messtechnischer Basis selten erfolgreich. Zwischen dem Weißpunkt meiner beiden Monitore liegt ein dE ~ 10 bei visueller Überstimmung (Beobachter-Metamerie => Hintergründe).


    Kurz: Den für dich und deine Umgebungs-/ Abmusterungsbedingungen passenden Weißpunkt musst du selbst finden, die 5800K sind aber ein brauchbarer Startpunkt. Bei rein isolierter Monitornutzung bist du ohnehin flexibel, zumal die Bedingungen im Heimbereich selten fixiert und definiert sind. Hier spielt die Adaptionsfähigkeit des Auges mit seinem "automatischen Weißabgleich" eine große Rolle.


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    Da ich aber Bilder immernoch gerne unmittelbar in CMYK bearbeite, würde mich noch interessieren, welchen Wert Du für die Bearbeitung da empfiehlst.


    Du kannst da ruhig beim Gamma 2.2 oder der sRGB-Tonwertkurve bleiben. Dringende Empfehlung von meiner Seite ist aber, so lange wie möglich medienneutral zu arbeiten, d.h. in diesem Fall in einem geeigneten RGB-Arbeitsfarbraum. Selbst im PDF/X Workflow ist der Trend unverkennbar, auch wenn es durchaus (teils nicht unerhebliche) Vorteile haben kann, die Daten in einem letzten Schritt selbst nach CMYK zu separieren.


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    Bei uns: Einstellungen vornehmen = Kalibrieren. Bei EIZO: Einstellungen vornehmen = Zielerstellung
    Bei uns: Kalbrieren = Einstellungen vornehmen. Bei EIZIO: Kalibrieren, = Meßvorgang zur Profilerstellung.


    Jein. Wer Kalibration sagt, meint im Hinblick auf Monitore meist Kalibration (Linearisierung) + Profilerstellung.


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    Damit scheint das Ergebnis erfreulicherweise sehr viel besser. Die größte dEab ist bei 100%C 3,43, was, soweit ich verstehe, doch nicht ganz wenig ist. Gibt es da noch etwas an meinen Einstellungen zu verbessern, oder kann das jetzt schon als eine „präzise Kalibrierung“ gelten?


    Das Ergebnis liegt völlig im grünen Bereich. Die erhöhte Abweichung ist keine erhöhte Abweichung. Hier wird das einfache Abstandsmaß ausgegeben, d.h. der Betrag des Abstandsvektors von Probe und Referenz in CIELAB. Allerdings ist CIELAB keinesfalls gleichabständig, gerade in stark gesättigten Farben wird überbewertet. Zum Ausgleich wurden optimierte Farbabstandformeln entwickelt. Der von dir verlinkte Test gibt daher auch Abstände nach der CIE2000-Farbabstandformel (dE2000) aus. Daran solltest du dich orientieren.



    Passt soweit, ich empfehle aber eine höhere Leuchtdichte zwischen 120-160 cd/m², du arbeitest ja sicher nicht in der dunklen Höhle.


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    Ich nehme an, das heißt: An dieser Stelle wird festgelegt, welcher Monitorfarbraum emuliert wird —Durch Kalibrierung, Charakterisierung und Profilierung entsteht ein Farbraum. In den umzuwandeln hilft das Profil, und diese Umwandlung ist die Emulation. Richtig?


    Eine Farbraumemulation kommt in Szenarien zum Zuge, in denen Farbmanagment nicht greift (hier sorgt ja ein CMM für die Farbraumtransformationen). In diesem Fall muss der Monitor selbst die geforderte Charakteristik möglichst präzise reproduzieren, z.B. Rec. 709 (Farbumfang = sRGB) im Videobereich.

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    8 (s.o., Andi) mißt den Abstand zwischen den erwarteten und den tatsächlich angezeigten Monitorfarben. — Ist das nicht genau das, was eigentlich in 5 geschehen soll? Welche Erwartung ist hier der Bezugspunkt? Die Erwartung laut Kalibrierung, oder die laut Profil? — S.u., Frage II.


    Bezugspunkt ist das Profil. Alle RGB-Farbfelder der Testform werden ohne weitere Transformationen - wie bei der vorausgegangenen Profilierung - angezeigt und vermessen. Die Referenzwerte ergeben sich durch eine Transformation der RGB-Werte in den PCS (CIELAB) über das Monitorprofil.


    Eine Profivalidierung zeigt damit auf, ob die Kalibrationsziele erreicht wurden und ob das Profil die Monitorcharakteristik exakt genug widerspiegelt. Das ist eine notwendige aber nicht hinreichende Bedingung für präzise Proofsimulationen - der Farbumfang des Monitor kann ja beispielsweise so eingeschränkt sein, dass viele Tonwerte des zu simulierenden Ausgabeprozesses nicht korrekt reproduziert werden können.


    Das Ugra UDACT vermisst daher noch den Ugra/ Fogra Medienkeil CMYK V3 (der wird auch auf jedem Kontraktproof ausgegeben) auf Basis der ausgewählten Druckbedingung. Referenzdaten, die dem Prozesstandard folgen, stellt insbesondere die Fogra zur Verfügung. Zum Beispiel FOGRA39Lfür Bogenoffset auf gestrichenem Papier (so sieht eine entsprechende IT8 Testform aus, die dann ausgedruckt wird).


    Auf diesen Daten basiert u.a. das ISO Coated v2 Profil der ECI (Anmerkung: Aus den gleichen Charakterisierungsdaten können unterschiedliche Profile erzeugt werden, das führt hier aber viel zu weit).


    Für die Überprüfung der Softproof-Eignung werden nun die Referenzwerte des angesprochenen Medienkeils über das Monitorprofil farbmetrisch in Monitor-RGB überführt, angezeigt, messtechnisch erfasst und mit den Referenzwerten verglichen.


    Der von dir angehangene Test in Color Navigator beschreitet einen ähnlichen Weg. Unterschied: Color Navigator führt die Transformation zur Anzeige nicht selbst durch, sondern nutzt externe Software (z.B. Photoshop) und deren Proofsimulation. In diesem Fall wird ein konkretes ICC-Ausgabeprofil eingebunden, z.B. eben ISO Coated v2:


    Prozess-CMYK => PCS (über Simulationsprofil) => Monitor-RGB (über Monitorprofil).


    Referenz über die Transformation der CMYK-Werte der Testform in den PCS (CIELAB). Alle Schritte mit (absolut) farbmetrischem Intent.


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    3b als Hardwarekalibrierung in Form mechanischer Einstellungen im Monitor selbst.


    Hier gefällt mir das Wort "mechanisch" nicht. Es werden im einfachsten Fall 3 1D-LUTs im Scaler-Signalfluss verändert.


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    zu 4-1, 5 und 8. Meine Grundfrage wäre hier: ergeben sich aus den Einstellungen, die in der Kalibrierung vorgenommen werden, Sollwerte (anstatt daß nur physikalische Werte eingestellt werden, etwa die, welche Spannung an welche Diode (?) angelegt werden soll) ?


    Es handelt sich nach der Kalibration um reine Messungen, die die aktuelle Monitorcharakteristik erfassen. Im Falle eines einfachen Matrix/shaper Profils reicht es dabei aus, die Primärfarben + Weiß + einige Neutraltöne zu vermessen.


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    Ich hänge die Ergebnisse an; soweit ich verstehe, ist das Kalbrierungsziel „Druck" nach diesen Ergebnissen für den Softproof eines Druckes in diesem Profil unbrauchbar.


    Es gibt beim Ablauf der Eizo Softproof-Validierung einige Fallstricke. Kontrolliere bitte die Einrichtung deiner Proofsimulation (siehe Bild). In Color Navigator auch die chromatische Adaption der Messwerte vom Monitorweißpunkt nach D50 aktivieren (wenngleich du ohnehin mit D50 kalibriert hast).


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    Ich bin nicht sicher, ob diese Frage richtig ist. Ist der Zweck des Kalibrierens überhaupt der, für die Emulation eines Druckprofils möglichst geeignete Einstellungen vorzunehmen? Oder nur der, den Monitor an Umgebungsbedingungen und, mit dem Weißpunkt, an die Papierfarbe anzupassen?


    Wichtig ist vor allem eine korrekte Anpassung des Weißpunktes und die Sicherstellung einer diesbezüglichen neutralen Grauachse. D50, wie im vordefinierten Target von Color Navigator, wird aber faktisch nie ein visuell vernünftiges Matching mit dem Papierweiß geben, selbst wenn du unter kontrollierten Bedingungen mit entsprechendem Normlicht arbeitest. Da spielen u.a. Metamerie-Effekte eine große Rolle. Ein guter Ausgangspunkt wären 5800K (im Rahmen der Profilerstellung wird ohnehin vollständige visuelle Adaption auf den Monitorweißpunkt unterstellt und nach D50 adaptiert).


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    Wenn die Gammakorrektur nur eine Linearisierung ist, warum kann man dann unterschiedliche Gammawerte (und sogar den Wert L*) auswählen?


    Im Prinzip könntest du tatsächlich mit Gamma 1.0 kalibrieren. Solange das Monitprofil diesen Zustand wiedergibt, wird in farbmanagementfähiger Software korrekt transformiert. Trotzdem ist es sinnvoll, eine zum Einsatzbereich passende Charakteristik zu wählen. Das steigert die Präzision und vermeidet/ vermindert Tonwertverluste (bei einer präzisen Hardwarekalibration). Gleichzeitig kann man so auch eine brauchbare Darstellung in nicht farbmanagementfähiger Software erreichen. Mit einer Gamma 2.2-Tonwertkurve oder sRGB-Charakteristik liegst du i.d.R. nicht verkehrt. L* böte sich bei der Retusche von Bildern im ECI-RGB v2 Arbeitsfarbraum an.

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    Daß nämlich das, was ich als Profil vermute, wie jedes andere Ausgabeprofil die Aufgabe hat, in den Zielfarbraum zu übersetzen;


    Jein. In den Zielfarbraum übersetzen spezielle DeviceLink-Profile, die zum Beispiel für eine definierte CMYK-zu-CMYK-Konvertierung unter Beibehaltung des Schwarzaufbaus genutzt werden. Ein klassischer "ICC-Workflow" nimmt dagegen den Umweg über mindestens zwei Profile und den sogenannten Profile Connection Space (PCS). Es handelt sich dabei um einen geräteunabhängigen Referenzfarbraum (XYZ oder CIELAB), der den Farbumfang aller beteiligten Geräte abbilden kann. Die Farbtransformationen übernimmt ein Color Management Module (CMM). Es ist Bestandteil farbmanagementfähiger Software, kann aber auch direkt auf Betriebssystemebene implementiert sein. Um geräteabhängige Farbwerte (RGB, CMYK) in den PCS und zurück zu transformieren, benötigt ein CMM Farbprofile. Sie enthalten die notwendigen Informationen für die Umrechnung (siehe letzter Absatz).


    Monitore sind im Hinblick auf ihre Reproduktionscharakteristik von Haus aus deutlich linearer als Drucksysteme, aber dennoch meist weit entfernt von einem idealen Zustand. Als direkte Folge können farbstichige Grautöne sowie unregelmäßige Farbverläufe auftreten. Außerdem muss der Weißpunkt in der Regel an die konkreten Abmusterungs- bzw. Umgebungsbedingungen angepasst werden. Die Monitorkalibration ist daher ein zweistufiger Prozess:


    Wie bei der Linearisierung professioneller Drucksysteme über einen RIP, wird in einem ersten Schritt ein definierter Basiszustand angestrebt. Viele Monitore für den Heimbereich verfügen über zumindest rudimentäre Einstellmöglichkeiten, mit denen sich aber meist nur Helligkeit und Weißpunkt anpassen lassen. Die exakte Helligkeitsverteilung für jeden Kanal (Tonwertkurve/ Gamma) muss über spezielle Farbtabellen (LUTs) auf der Grafikkarte korrigiert werden. Man bezeichnet dies als Softwarekalibration. Im Unterschied dazu steht die direkte, interne Kalibration des Monitors (=> Hardwarekalibration). Hier werden die geräteinternen LUTs zur Farbsteuerung von der Kalibrationssoftware beschrieben. Das ist präziser und meist völlig verlustfrei.


    Im zweiten Schritt wird das Farbverhalten des nun linearisierten Monitors auf Basis angezeigter Farbfelder ermittelt und in einem Farbprofil erfasst (wobei der Vorgang der Profilerstellung gerade bei komplexen Ausgabeprofilen weit über eine reine Charakterisierung hinausgeht). Man bezeichnet dies als Profilierung. Eine farbverbindliche Darstellung ist erst durch diese Informationen möglich, sofern die verwendete Anwendung auch darauf zurückgreift. Im Falle einer Softwarekalibration werden zudem die Korrekturdaten für die LUTs der Grafikkarte (siehe erster Schritt) in einem speziellen Feld (vcgt) des Farbprofils hinterlegt und bei Systemstart geladen.

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    Warum Apple auf DCI-P3 setzt ist zum einen eine poltische Entscheidung der Firmenführung, zum Anderen eben auch eine Entscheidung der Zielgruppe.


    Wollte gar nicht auf die AdobeRGB vs. DCI-P3 Diskussion abzielen - eingekauft wird sowieso, was halbwegs passt und preiswert ist.


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    und nach den Infos die ich von einem Kunden bekommen habe, sollen auch die meisten neuen UDH BluRays mit DCI-P3 bespielt werden


    Wie gesagt, da ist einiges in Bewegung. Meine bislang erhaltenen Infos liefen, um in unserer Nomenklatur zu bleiben, auf einen Rec. 2020-Arbeitsfarbraum hinaus. Wäre, wie angedeutet, auch erstmal kein Problem (vgl. große RGB-Arbeitsfarbräume wie ProPhoto RGB oder auch DCI non P3 und die Übertragung in Normfarbwerten - in beiden Fällen gibt es sogar Zahlwerte, die gar keine realen Farben mehr repräsentieren). Aber, ganz ehrlich, Video ist nicht mein Bereich, ich schau nur ab und zu mal rein. Letztlich kann am Ende nur eine normative Entscheidung stehen, schließlich haben wir es, anders als in der grafischen Industrie, nicht mit charakterisierten Daten zu tun (daran ändert auch die aktuelle HDR Metadaten Diskussion nichts).

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    Die Ansteuerung von separaten Farb LEDs wie man es bei GB-r braucht, um den Drift zu kontrollieren, ist erheblich aufwendiger.


    Da gibt es bei GB-r-LEDs in der Implementierung keine großen Probleme. Dementsprechend vertretbar fällt der Preisaufschlag für die Panelproduzenten aus. Tatsächlich sehr aufwändig waren aber RGB-LED-Arrays, die sich auf dem Markt nicht dauerhaft durchsetzen konnten und selbst in der besten Phase gegenüber WCG-CCFLs keine große Rolle gespielt haben.


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    Für Foto wäre AdobeRGB besser, Apple setzt halt auf Medien und nicht Foto, Eizo deckt gleich Beide Farbräume ab :)


    Wobei das für andere Hersteller so auch gilt. Eizo hat zwar eine Markposition, die Spielräume in Hinblick auf spezielle Anpassungen ermöglicht, muss als Basis auch auf übliches aus dem LG/ Samsung Regal (Panel + blu als fixe Einheit) zurückgreifen.


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    Rec.2020 ist überall noch Zukunft, es gibt weder bezahlbare Monitore welche Rec.2020 ausreichend abdecken noch Projektoren.


    uli22 zielte hier direkt auf das UHD-Format ab, das auf Rec. 2020 basiert. Der Farbumfang muss jedoch keineswegs ausgeschöpft werden. Im Rahmen einer DCI-P3 => Rec. 2020 Transformation reicht bei einem DCI-P3 tauglichen Wiedergabegerät dann eine einfache farbmetrische Rücktransformation. Gegenüber einem DCI-P3 End-to-End-Workflow sinkt nur die Kodierungseffizienz. Allerdings ist die gesamte Thematik (inkl. HDR) derzeit noch sehr im Fluss und es werden immer auch Ansätze mit Gamut-Mapping diskutiert.

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    Ferner assoziiere ich Brightness immer mit Schwarzwert einstellen und Contrast mit Weißwert einstellen, so machen wir das zumindest immer mit Stuidomonitoren beim Fernsehen. Daher die Verwunderung, warum ich das Helligkeitsproblem mit dem Brightness Regler lösen soll.


    Der Helligkeitsregler steuert bei den meisten Computermonitoren die Intensität der Hintergrundbeleuchtung und nicht den Schwarzpegel.

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    Alternative dazu wäre dann noch der NEC PA272W. Was sind denn die Unterschiede?


    - Kalibrationssoftware insbesondere im Hinblick auf nicht ICC-Profil gestützte Abläufe (Videobereich) mächtiger. Wobei die Unterschiede erst mit den Eizo CG wirklich signifikant werden, da die CS und CX nicht den vollen Funktionsumfang ansprechen. Dafür offeriert SpectraView II Funktionen für den Medizinbereich.


    - Modelle ab dem CX verbauen ein Panel mit spezieller Polarisationsfolie (erhöht die Kontraststabilität => Kein "IPS Glow"). Das gilt aber beispielsweise auch für das 31,5" Sharp-Panel des NEC PA322UHD.


    - Ruckelfreie Wiedergabe von Inhalten mit Eingangsfrequenzen != 60 Hz.


    - Sonde zur Nachführung der Kalibration.


    Die NEC PA/ SV sind freilich dennoch sehr gute Monitore. Die obigen Punkte sind in üblichen Einsatzbereichen der grafischen Industrie eher "nice to have" und nicht obligatorisch.


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    IPS Glow und Schwarzwert sollen ja besser sein als beim CS 270. Stimmt das so?


    Ja korrekt.

    Eizo implememtiert in Color Navigator entsprechende Korrekturmechanismen. Das i1 Display 2 unterliegt allerdings sowohl starken Alterungseffekten als auch siginifikanten Abweichungen innerhalb der Baureihe. Insofern ist ein Wechsel, z.B. auf das i1 Display Pro, angebracht.

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    Dann kann man die gleiche Farbe in einer Anwendung definieren und diese ebenfalls messen (bei aktiviertem Farbmanagement in der Anwendung). Nun sind die gemessenen Werte bei mir nicht gleich.


    Das soll auch so sein. Der Farbwert, den du iColor definierst, wird nicht transformiert. Welcher Quellfarbraum sollte auch unterstellt werden (das Monitorprofil käme erst im zweiten Schritt, bei der Transformation aus dem PCS ins Spiel)? Die Funktion ist in erster Linie für den Vergleich zwischen zwei verschiedenen Programmen gedacht.

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    Hiermit will ich keinesfalls das Vorgehen von PRAD kritisieren oder das von TFT Central bewerten, ich möchte aber darauf hinweisen dass Messung und Qualität, Messwerte und Relevanz sowie Theorie und Praxis jeweils zwei wirklich unterschiedliche Paar Schuhe sind.


    Das ist richtig, allerdings ist die Thematik deutlich zu komplex, um in einem Testbericht beispielsweise noch auf Grenzen von Farbmesstechnik und -metrik einzugehen. Gleichwohl ist der aktuelle Ablauf wohldefiniert, d.h. hier wird nicht einfach mit irgendwelchen Zahlen jongliert, die irgendwie ermittelt und in irgendeinen Zusammenhang gesetzt wurden. Die ebenfalls veröffentlichten Komplettreports verfügen daher beispielweise über einen Informationsabschnitt und weitere Metainformationen.


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    Und da geht der Blauwert mit 4,9 schon deutlich drüber. Dann also doch die 27" Ausführung von Dell oder evtl. das Konkurrenzprodukt von LG.


    An dieser Stelle wirkt sich die Unterabdeckung im Vergleich zum Referenzfarbraum aus. Farbmanagement kann die nicht aushebeln, aber für eine bestmögliche Reproduktion sorgen. In der Grafik springt das gesättigte Blau natürlich etwas hervor, tatsächlich ist der Monitor mit einer Gesamtabdeckung von 91% aber nicht rundweg ungeeignet für Arbeiten in sRGB.



    Wer aber bereit ist, in Messgerät und Software zu investieren, wird meist ohnehin zu anderen Monitoren greifen.