Eizo L797 (Prad.de User)

  • Vorgeschichte


    Seit geraumer Zeit halte ich Ausschau nach einem geeigneten 19“-Display.


    Nun kann man sich ja manchmal auch selbst etwas im Wege stehen: ich bin bezüglich der Bildqualität ziemlich pingelig. Andererseits mache ich auch dann und wann gerne Spiele und möchte einen Display, der nicht so schliert.


    Ein TNT-Panel kommt aufgrund der eingeschränkten Farbwiedergabe und des mageren Blickwinkels nicht in Frage. Die VA-Panels schlieren, und sehr hohe Kontrastwerte mag ich auch nicht. Die IPS-Panels haben oft einen Kristalleffekt und überzeugen nicht unbedingt bei den Grauverläufen. Meine Hoffnungen gingen ein wenig in Richtung des bald erscheinenden Viewsonic-VP912. Aber der spiegelt. ?(


    Ich denke, wenn es nicht die gute Prad.de-Seite gäbe, würde ich mich jetzt immer noch im Kreise drehen. Genau genommen gab ein unscheinbarer aber sehr prägnanter Kommentar von Tomatec bezüglich des mir bis dahin unbekannten Eizo 797 auf der englischen Prad-Seite den Ausschag:


    “It was a nice device. Perfect for grafic user but I couldn´t find ghostpictures during games too.
    I tried to get one last year, but the guy didn´t want to sell me the test device.”
    (Tomatec hatte das Display jedoch in Japan begutachten können.)


    Nirgendwo habe ich einen Testbericht über das Display finden können. Aber ich dachte mir: Eizo, IPS-Panel, 20 ms Responsezeit und Tomatecs knackige Beurteilung der Sachlage – da kann ja eigentlich nichts schief gehen.
    Das Display ist im Handel anscheinend nicht der Renner, die Zahl der Angebote ist jedenfalls sehr mager. Glücklicherweise hatte Alternate sogar ein Exemplar auf Lager.



    Verpackung und Gehäuse


    Das Display wird komplett zusammengebaut geliefert. Zusätzlich zur Styroporeinbettung ist das Display mit einer Schaumstoffhülle und einem Kartondeckel auf dem Panel geschützt. Ein 2m langes DVI/DVI-Kabel, ein DVI/Dsub-Kabel, ein USB-Kabel sowie ein gedrucktes Handbuch und eine Software-CD werden mitgeliefert.


    Trotz des sehr schmalen Rahmens wirkt das Gehäuse mit seinen 8 kg Gewicht robust.
    Eine Höhenverstellung ist in einem Bereich von etwa 10 cm stufenlos durch eine Federmechanik möglich. Die angeschlossenen Kabel werden mit einem Metallbügel an der Rückseite des Displayfußes befestigt. Alle Neigungs- und Drehfunktionen funktionieren reibungslos mit stabilem Widerstand. Eine Einrastfunktion für die Waagerechte oder die Pivotdrehung gibt es nicht. Gut so, ich richte mein Display nämlich lieber mit der Wasserwaage aus (…ja doch, ich weiß, das ich in machen Dingen etwas pingelig bin). ;)


    Das Design ist schnörkellos, funktionell und in elegant anmutenden Proportionen aufs Wesentliche beschränkt.



    Art des Displays


    Der Eizo L797 hat ein Dual Domain IPS-Panel (der Hersteller des Panels ist nirgendwo angegeben) mit einer Responsezeit von 10/10 ms.
    Die Farbwiedergabe erfolgt über eine 10 Bit LUT.
    Der maximale Kontrast wird mit 450:1 angegeben, die maximale Helligkeit mit 280 cd/qm.
    Der maximale Blickwinkel beträgt 170°/170°.



    OSD-Menü


    In den schmalen Rahmen der Displayunterseite sind die 9 Tasten zur Bedienung des Eizo dezent und gut bedienbar eingelassen. Ohne durch zahlreiche Untermenüs blättern zu müssen, sind die umfangreichen Einstellungen leicht und übersichtlich zu erreichen.
    Einen separat einstellbaren Kontrastwert, wie andere Displays ihn haben, sucht man vergebens.
    Die Farbeinstellungen fächern sich auf in Helligkeit, Farbtemperatur, Gamma, Sättigung, Farbton, Gain-Einstellung und 6 Farben. Alle Parameter lassen sich hier in kleinen Schritten und mit Zahlenwert justieren.
    Die Möglichkeit, den Weißpunkt einstellen zu können, finde ich nicht nur für den Mehrmonitorbetrieb ein echtes Highlight.


    Über die Mode-Taste kann man ein kleines separates Menü öffnen. Hier können ohne Umweg fest voreingestellte Kontrastwerte für Bild, Film, Text, sRGB, ScreenManager abgerufen werden. Der Custom-Menüpunkt ermöglicht es, individuelle Justierungen für Gamma, Farbtemperatur und Helligkeit vorzunehmen und zu speichern.


    Das Interpolationsverhalten sowie die Pivotausrichtung können ebenfalls über das OSD-Menü angesteuert werden.


    Und sollte einen gar das dezente blaue Lämpchen am Display stören – selbst das kann man deaktivieren.


    Ach ja, das öfter schon erwähnte Eizo-Brummen bei herabregulierter Helligkeit: ich kann es nicht hören, selbst wenn ich das Ohr nah ans Display halte. Falls da überhaupt ein Brummen wahrnehmbar sein sollte, wird das jedenfalls von meinem Rechner übertönt und ist so auch keine Störquelle.



    Bildqualität =)


    Die Bildqualität ist überragend. Die Farben sind brillant, ohne irgendwie überzeichnet oder gar überstrahlt zu wirken. Im Vergleich zu den hochkontrastigen MVA-Panels, die ich mir bislang ansehen konnte, wirken die Farben weich und sehr natürlich.
    Das Rot ist ein wirklich sattes Rot, das Grün ist frei von Gelbstichen und auch die Blautöne werden sehr facettenreich und schön dargestellt.
    Auch braune, blaue und blau-schwarze Farbverläufe sind fein differenziert.


    Beeindruckend finde ich die Grauabstufungen in einem 33-stufigen Graukeil. Der Grauverlauf ist sehr gleichmäßig, unbunt und selbst die schwärzesten Abstufungen bleiben voneinander abgesetzt.


    Ein Link zu dem von mir verwendeten Graukeil:
    [URL]http://mypage .bluewin.ch/chesi/grafik/gr_0175.htm[/url]
    (Testeinstellung des Displays: Helligkeit 75%, Temp. 6500 K, Gamma 2.2)


    Die Schwarzdarstellung hat eine andere Charakteristik als bei den neueren MVA-Panels:
    Während dort das Schwarz wirklich pechrabenschwarz rüberkommt, wirkt dies beim IPS-Panel des Eizo L797 durchlichtet. Es ist schon ein deutliches Schwarz und nicht etwa ein dunkler Grauwert, aber eben durch die Displayerleuchtung etwas erhellt.
    Für ein IPS-Panel finde ich die Schwarztiefe beachtlich gut.


    Die Ausleuchtung des Displays ist sehr gut, gleichmäßig und ohne Wolken im Weiß.
    Unmittelbar den Rändern scheint es bei vollständigem Schwarzbild oder Weißbild geringfügig heller zu sein. Aber das ist so minimal, das es sich fast der Wahrnehmung entzieht.


    Einen Kristalleffekt oder ein leichtes Flirren des Bildes, wie ich es von einem Iiyama IPS-Display kenne, kann ich beim Eizo nicht erkennen.
    Pixel- oder Subpixelfehler hat das mir gelieferte Display nicht.



    Kalibrierung


    Es gibt alle Einstellungsmöglichkeiten, die man sich nur wünschen kann. Kein Parameter muss durch eine Farbraum beschränkende Justierung der Grafikkarte vorgenommen werden. Schon nach Installation des mitgelieferten ICC-Displayprofiles und einem Herunterregeln der Helligkeit auf 70-75 % oder der Wahl der voreingestellten Modi habe ich ein für meine Zwecke sehr brauchbares Ergebnis vorgefunden.



    Filmbetrachtung


    Die Bilder meiner Nexus-TV-Karte werden sehr schön dargestellt. Das Bild bei der Wiedergabe von DVDs ist exzellent.
    Durch die durchweg feinen Farbverläufe beim Eizo L797 sind die Bilder brillant und natürlich. Das breite Spektrum der braunen Farbverläufe verleiht den Hauttönen Plastizität, im Blaubereich überzeugt die farbliche Darstellung von Meer und Himmel.


    Nachzieheffekte sind weder bei schnellen noch bei dunklen Filmscenen zu erkennen.



    Spiele


    Da die Eizo-Displays ja als nicht sonderlich spieletauglich gelten war ich hier wirklich gespannt. Getestet habe ich Doom3 sowie HalfLife 2.


    Schlieren… Nachzieheffekte… ? Kein Thema für den Eizo L797. Ich habe jedenfalls keine sehen können. Bei schnellen Bewegungen kann man, wenn man darauf achtet, eine gewisse Bewegungsunschärfe wahrnehmen. Aber ich finde, die entspricht der natürlichen Weise des Sehens und ist keinesfalls störend.


    Bei beiden Spielen kommen die Farben, Details und Effekte sehr schön zur Geltung.
    Die Landschaften in HalfLife 2 wirken lebensecht.
    Bei Doom3 fielen mir Details auf, die ich zuvor noch nicht bemerkt hatte – wie etwa durchs Laufen aufgewirbelter Staub, der sich im Licht der Taschenlampe spiegelt. Die Faszination von den Farben und Lichteffekten auf dem Eizo verkürzte meine Überlebensdauer im Spiel allerdings beträchtlich. =)



    PixPerAn-Ergebniss:


    Grafikmodus: 1280x1024 @ 32 bpp
    Frame Rate: 60.0 Hz
    Gamma Faktor: 2.2


    Flaggen-Test: s->w: 94.0%, w->s: 76.0%, s->g: 78.0%, w->g: 78.0%
    Verfolgungs-Test: 11(22.9ms), 11(22.9ms), 12(28.6ms)
    Lesbarkeit: Tempo 9



    Fazit


    Der ausgewogenen Darstellung halber hätte ich gerne auch einige negative Punkte angeführt. Ich habe keine gefunden – und das ist mir bislang noch bei keinem Display passiert.
    Der einzige Nachteil ist vielleicht der sündhaft hohe Preis von mehr als 1000 Euro.
    Jedoch ist der Eizo L797 meiner Meinung nach in jeder Hinsicht diese Sünde wert.

  • Hallo Gustav und Willkommen im Forum


    Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht und Viel Spass mit dem Eizo!
    Wenn du so zufrieden mit dem Monitor bist, ist es auch den Preis von 1000€ wert. ;)


    gruß

  • Wenn man die Preise bedenkt, die man z.B. für einen 18“-Display noch vor 5-6 Jahren hinblättern musste, relativiert sich der Preis für den Eizo L797 m. E. auch.


    Und weil ich dachte, hier den perfekten Monitor gefunden zu haben, habe ich einen zweiten für den Dualmonitorbetrieb geordert. Der kam gestern an. Ach hier ist die Bildqualität bei Grafik, Video und Spielen wirklich überragend.


    Etwas Fummelei war es, den Weißpunkt beider Geräte aufeinander abzustimmen. Der zweite Eizo tendierte bei 6500 K deutlich ins Gelb. Über die Gain-Einstellungen beider Monitore gelang es mir schließlich beide Weißpunkte anzunähern. Der zweite Eizo behält dennoch einen leichten Gelbstich in den Grauabstufungen. Aber das nicht soviel, dass es in irgend einer Weise farbkritisch wäre.
    Die beiden Formacs, die ich vorher hatte, fielen da erheblich weiter auseinander.


    Trotz der wirklich ausgezeichneten Bildqualität des Eizo L797 muss ich meinen ersten ungetrübten Erfahrungsbericht nun doch etwas relativieren und wäre froh um einen Rat:


    Das zweite Display hat eine ganze Reihe an Pixelfehlern und unter anderem einen, der gewaltig stört:


    1. defekter Pixel (nach ISO 13406-2 = Typ 3):
    - grün auf weiß
    - schwarz auf rot


    2. defekter Pixel: (nach ISO 13406-2 = Typ 3):
    - rot auf weiß
    - schwarz auf grün


    3. defekter Pixel: (nach ISO 13406-2 = Typ 3):
    - grün auf weiß
    - schwarz auf rot
    - schwarz auf blau


    4. defekter Pixel: (nach ISO 13406-2 = Typ 2):
    - dauerhaft dunkel


    5. defekter Pixel (nach ISO 13406-2 = Typ 1):
    - dauerhaft hell


    6. defekter Pixel (nach ISO 13406-2 = weiß ich nicht):
    - rot auf weiß
    - grün auf schwarz
    - bei hellen Grautönen ist er unfarbig dunkel, bei dunklen Grautönen leuchtet er.
    Wenn man ein eine helle Fläche oberhalb dieses Pixels auf dem Bildschirm hat, z.B. ein Ordnerfenster, leuchtet er so grell auf wie ein LED-Lenser.



    Während ich mit den Fehlern 1-5 wahrscheinlich leben könnte, nervt der ständig bei der Arbeit aufblinkende Crazy-Pixel Nr. 6 doch ganz gewaltig.


    Bei einem 19-Zöller müßten in der Pixelfehlerklasse II 3 Fehler vom Typ 1 (vollständig leuchtend), 3 Fehler Typ 2 (vollständig dunkel) und 7 Fehler vom Typ 3 (Subpixel) zulässig sein.
    Also müßte man demnach im ungünstigsten Falle bis zu 13 Pixelfehler hinnehmen?
    Interpretiere ich die ISO da richtig?


    Wie aber definieren sich die Subpixelfehler?


    Wenn ich nun beim gleichen Pixel grün auf weiß und schwarz auf rot habe – ist das nun ein oder sind das 2 Subpixelfehler?


    Und wo kann ich den nervtötenden Crazy-Blink-Pixel (Nr. 6) zuordnen?
    Der macht sehr dynamisch immer genau das Gegenteil von dem, was er eigentlich soll.
    Handelt es sich da jetzt um einen oder drei Pixelfehler, die in einem Pixel auftreten?


    Hat jemand Erfahrung, wie sich Eizo diesbezüglich in Sachen Kulanz verhält?



    Pixelfehlerklasse 2 hin oder her: ist eurer Ansicht nach bei einem Highend-Gerät dieser Preisklasse eine solche Anhäufung von Pixelfehlern akzeptabel?


    -

  • Gerüstet mit einer genaueren Beschreibung in der ISO 13406-2 (Pixelfehlertoleranz bei Belinea LCD als PDF) und einer starken Lupe konnte ich schließlich erkennen, dass es eine Reihe Subpixelfehler gab, die sich sehr nah beieinander befanden (sog. Cluster). Auf den ersten Blick und mit bloßem Auge sah das zunächst aus wie jeweils ein Pixel.


    Am Montag habe ich dann beim (kostenlosen) Support von Eizo angerufen. Die sehr freundlichen Damen des Supports sicherten mir sofort die Lieferung eines Neugerätes für den folgenden Tag zu.


    Etwa 24 Stunden später hatte ich einen neuen und völlig fehlerfreien Eizo L797.


    Schon nach kurzen Korrekturen der Farbtemperatur gleichen sich Weißpunkt, Grauverlauf und Farbdarstellung im Dualmonitorbetrieb vollständig.


    Das Fazit meines Erfahrungsberichtes will ich daher doch noch ergänzen:
    Ein hervorragendes Display, perfekt für Grafikbearbeitung, Video und Spiele und zudem auch ein sehr guter Support.



    -

  • Hi grüß dich,


    erstmal danke für den Testbericht :)


    Sag mal, hast du evtl die Möglichkeit ein paar Bilder zu machen? (Bildschirm an)


    +


    Dann [nur um noch mal sicher zu gehen ..bei dem Preis ;) ] nochmal die Frage: HL² & Doom3 waren wirklich sehr gut spielbar und nur bei sehr schnellen Bewegungen ist eine leichte Unschärfe gegeben?
    Würdest "du" den TFT auch einem Gamer empfehlen? (kein Pro-Gamer ;) aber jemand der halt gerne am Pc spielt?


    DVIKabel war ja dabei, gell?


    thx


    gruß
    corn

  • Hallo corn,


    der Eizo L797 eignet sich uneingeschränkt auch für schnelle Spiele.
    Schlieren gibt es absolut nicht.
    Die Bewegungsunschärfen sind meiner Wahrnehmung nach vergleichbar mit dem Iiyama ProLite 481 (der hat ja auch ein S-IPS-Modul).
    Davon ausgehend, dass der Iiyama eine Responsezeit von 25 ms hat, der Eizo hingegen nur 20 ms, dürften die Bewegungsunschärfen des Eizo sogar noch etwas geringer sein.
    Wenn man Fenster horizontal verschiebt werden die vertikalen Ränder etwas quaddelig, aber dieses Phänomen haben ja selbst die 12 ms TNT-Displays.


    An Kabeln wird alles alles mitgeliefert was man braucht, USB, Dsub, und DVI in 2m Länge.
    Falls man das Display lieber per Screenmanager-Software anstatt per OSD steuert, muss man das USB-Kabel anschließen.


    In Sachen fehlender Schlieren und geringer Bewegungsunschärfen ist der Eizo genau so wie der Iiyama selbst für schnelle Spiele bestens geeignet.
    Bezüglich Bildqualität, Ausleuchtung, gleichmäßiger Grau- und Farbverläufe, Einstellbarkeit und fehlendem „Flirren“ ist der Eizo L797 dem Iiyama ProLite 481 allerdings um Längen voraus.


    Meines Erachtens setzt der Eizo L797 in allen Anwendungsbereichen Maßstäbe.


    Ich hänge noch ein paar Photos ans Posting - für die bescheidene Photoqualität (es ging nicht ohne Blitz) bitte ich um Nachsicht.



    -

  • Hallo Gustav,


    danke für den sehr guten und ausführlichen Test - der erste gute den ich irgendwo gefunden habe!


    Alles in allem hört sich das ja sehr perfekt an.


    Einige Schwachpunkte scheinen mit der Preis und das Schwarz das eventuell nicht dunkel genug ist.


    Ich schwanke derzeit immer zwischen dem 797 und dem 768.


    Wie würdest Du die beiden im Vergleich sehen, insbesondere bezogen auf das Schwarz und die Preissünde ;-)


    Weihnachtliche Grüße, EST

  • Hallo EST,


    leider habe ich den Eizo 768 noch nicht testen können. Wohl aber kenne ich Samsung-MVA-Module mit 1000:1 Maximalkontrast und ich gehe mal davon aus, das die Schwarzwerte sich in etwa entsprechen.
    Bei den hochkontrastigen MVAs ist das Schwarz genauso schwarz wie das meiner Seele. ;)
    Da kann der L797 mit seinem Kontrastwert von 450:1 nicht mithalten.


    Eine andere Frage, die sich allerdings nur subjektiv beantworten lässt, ist, ob ein so hoher Kontrast unbedingt anstrebenswert ist. Insbesondere bei der Videowiedergabe finde ich das Schwarz der Samsung-Module als zu hart und etwas überzeichnet. Die Schwarzwiedergabe meines vorherigen MVA-Displays bei einem max. Kontrast von 500:1 gefiel mir besser und ist mit dem Schwarz des Eizo L797 vergleichbar.


    Ich versuche das Schwarz des Eizo L797 mal zu beschreiben:
    Ein schwarzes Vollbild sieht aus wie eine dünne schwarze Wand, hinter welcher sich eine diffus durchscheinende Lichtquelle erahnen lässt. Zum Teil kommt dieser Eindruck auch dadurch zustande, das die Displayoberfläche bei schwarzem Vollbild etwas schimmert.
    In farbgemischter Bildumgebung sieht man davon nichts. Hier erscheint das Schwarz satt und brillant, ohne aufdringlich zu wirken. Auch die Verläufe von sehr dunklem Grau bis ins schwarz bleiben erhalten.


    Vielleicht am Rande noch erwähnenswert: bei einem weißen Vollbild kann man bei einem Blickwinkel > 145° eine geringfügige Veränderung des Weißpunktes (bzw. der Leuchtdichte) wahrnehmen, die sich in einem Farbtemperaturbereich von vielleicht minus 100-150 K bewegt. Auch hier vermute ich, dass das an der Displayoberfläche liegt. Da die Farben bis 170° absolut stabil bleiben, und diese leichte Veränderung des Weißwertes auch bei sehr relaxter Arbeitshaltung nicht auszumachen ist, dürfte das jedoch in der Praxis nicht relevant sein.


    Wenn du das Schwarz der Samsung-Panels mit 1000:1 Kontrast magst oder gar das Schwarz des Sony HS94P (letzteres ist für meine Augen schon unangenehm), wird dich der Schwarzwert des L797 nicht überzeugen können, auch wenn dieser für ein IPS-Modul sehr gut ist.


    Was den Preis anbetrifft, kommen Eizo L768, L788 und L797 allesamt erst nach dem Sündenfall. ;)
    Für den Mehrpreis des L797 wird man mit der uneingeschränkten Spieletauglichkeit und einer beeindruckend guten Videodarstellung entlohnt.



    Eine frohe Weihnachtszeit,


    Gustav



    -

  • ARGH mist, jetzt wurde ich "heiß" gemacht auf den TFT :( Was auch sehr interessant ist und ein biiiiiiiißchen auch den schmerzenden Preis von 1000 Euronen lindert ist der "5 Jahre Vor-Ort-Austauschservice".. Meistens behält keiner einen TFT 5 Jahre lang, aber der Widerverkaufswert wird dadurch erhöht was nicht uninteressant ist..


    Hoffe zu diesem Gerät kommen in naher Zukunft noch weitere so gut gelungene Tests... und vor allem hoffe ich das Eizo bald den Preis senkt!! ;)


    Weiß eigentlich jemand etwas über Modelle anderer Hersteller mit dem NEC Panel?


    Mfg MadMX

  • nur leider entwickelen sich tfts so schnell weiter, selbst den EIZO wirst du nur mit SEHR schlimmen verlust verkaufen können.


    Ich hab mir bei mediamarkt nen 768k geholt, aber ich bin noch nicht ganz sicher, das panel ist leider sehr langsam.


    Mit starkem kontrast und helligkeit finde ich es annehmbar, regelt man aber runter wird es noch etwas mehr.


    Vielleicht bringe ich den monitor also auch wieder zurück *g*


    Leider sind 1000 € zuviel, soviel MÖCHTE ich nicht ausgeben, ursprünglich waren 500 € gedacht, die 630 für den 768 waren noch akzeptabel.


    mfg, avalon.one

  • 1.
    Ich habe den Eindruck, dass der 797 bis auf die fehlenden Anschlussmöglichkeiten für das Hardwarekalibrierungsgerät fast identisch mit dem wesentlich teureren CG 19 (Spezialmonitor zur Bildbearbeitung, UVP 1599 EUR) ist. Kann das jemand bestätigen?


    2.
    @Gustav


    Hast Du mal ausprobiert, ob man die Monitore auch gut in Pivot-Stellung nebeneinander aufstellen kann? Sind die Blickwinkel dann immer noch ausreichend?


    Könntest Du noch einmal etwas zur Augenfreundlichkeit des Displays sagen? Ich habe im Büro einen Acer 1731 und der nervt furchtbar. Musste Helligkeit auf 50% und Kontrast auf 30% runterregeln, weil mir das Bild sonst für Textverarbeitung zu agressiv war. Gibt es beim Eizo wirklich keinen Kristalleffekt? (Brauche ein ganz sanftes, angenehmes Bild für meine sensiblen Augen ;-)


    Ausserdem würde mich noch interessieren, ob sich die Farbe Schwarz auffällig ins Violette verfärbt, wenn man von der Seite auf den Monitor schaut:


    "Monitors on IPS matrices seem to be the closest to my ideal of versatility and could aspire to be called the best if it were not for two problems: low contrast ratio (no better than with TN matrices) and a characteristic violet hue that appears in black color when the screen is viewed from a side (by the way, it is this violet hue that visually differentiates IPS matrices from *VA ones)."



    3.
    Der 797 wird von FM für 1018 EUR angeboten. Billigere Händler gibt es wohl nicht. Die UVP liegt bei 1159 EUR. Offenbar werden bei TFTs also gar keine sehr grossen Rabatte auf den Listenpreis gewährt. Vor diesem Hintergrund macht es ja vielleicht Sinn, den Monitor nicht blind online zu kaufen (und sich dann evt. über Pixelfehler, schlechte Ausleuchtung, Gelbstich, unseriöses Händlergebaren u.ä. zu ärgern), sondern ihn ganz normal im Geschäft zu erwerben. Kennt jemand einen Eizo Händler in Frankfurt am Main? (Googeln brachte mich nicht weiter.)

  • Hallo ntl,


    die Blickwinkelstabilität ist in der Waagerechten etwas größer, jedoch auch in der Pivotstellung gut, keinesfalls ein Problem im Dualmonitorbetrieb.


    Für Textverarbeitung finde ich auch beim Eizo L 797 einen Helligkeitswert von 50 - 60 % bei einer Farbtemperatur von 6500 K angenehm.
    Bei einer druckverbindlicheren Darstellung von 6000 K sind auch 70 -75 % Helligkeit in Ordnung.
    Ein wirklicher Eizo-Vorteil ist, dass sich die zweckgebundenen Vorlieben einstellen und komfortabel über OSD-Taste oder Software abrufen lassen.


    Eine Violettverfärbung des Schwarz hat man bei einem diagonalen Winkel über die Ecken des Displays, also dann, wenn man beispielsweise neben dem Schreibtisch steht und von oben seitlich auf den Monitor herunterblickt.
    Bei waagerechten oder senkrechten Blickwinkeln tritt eine solche Violettverfärbung nicht auf.
    Größere seitliche Blickwinkel führen, wie schon beschrieben, zu einer Veränderung, die wie eine leichte Herabsetzung der Farbtemperatur wirkt.


    Zu dem von dir zitierten Artikel:
    Der Schreiber hat in seiner Charakterisierung der Modultypen sicherlich recht.
    Für mich ist der Run der Hersteller um die besten Kontrastwerte allerdings schwerlich nachzuvollziehen.
    Einerseits zeichnen sich natürliche und in der Realität wahrgenommene Farben weniger durch scharfe Kontraste als durch weiche Übergänge und Schattierungen aus. Andererseits wird man bei einem Display mit Kontrastwerten von 800:1 oder gar 1000:1 dazu neigen, den Kontrast und auch die Helligkeit erheblich herunterzuregulieren, was dann zu Schwächen bei dunklen Farbverläufen führt.


    Wenn ich versuche zu identifizieren, ob es sich bei einem mir fremden Display um ein IPS-Modul handelt, schaue ich zuerst nach einem Kristalleffekt.
    Beim Eizo L797 muss ich hierzu jedoch sogar bei schwarzen Buchstaben vor weißem Hintergrund (ohne Antialiasing) so nahe herangehen, dass ich schon das Pixelraster erkennen kann. Mir fällt es dann bereits etwas schwer abzugrenzen, ob dies nun noch ein Effekt des IPS-Modules oder des 19 Zoll typischen Pixelrasters ist.
    Wir haben noch einen 18 Zoll Pro Lite 46a (IPS Bj. 1999), da wirkt die Displayoberfläche in der Tat wie mit einer dünnen Eisschicht überzogen.
    Anhand des Kontrastverhaltens schwarz auf weiß kann man wohl noch ausmachen, dass der Eizo L797 ein IPS-Modul hat, als Kristalleffekt würde ich das nicht mehr bezeichnen wollen.


    Ein Display zu erwerben, dass man vorher nicht gesehen hat, finde ich auch äußerst unbefriedigend (bei uns in der norddeutschen Tundra geht das leider nicht anders). ;)
    Ich hatte mir ja einen Eizo L797 auf dieses Risiko hin bestellt.
    Der überzeugte mich als sehr anspruchsvoller bis pingeliger Anwender in jeder denkbaren Hinsicht.
    Daraufhin hatte ich ein zweites Display bestellt, dass die Pixelfehlerklasse 2 sprengte. Der Austausch durch Eizo erfolgte ebenso schnell wie kulant.
    Das Austauschexemplar ist nun zwar frei von Pixelfehlern, allerdings nicht so homogen ausgeleuchtet wie die anderen beiden Exemplare.
    Mit Sicherheit ist also auch bei Eizo der Aspekt einer qualitativen Streuung innerhalb der gleichen Modellreihe ein Thema.


    MfG


    Gustav


    -

  • Gustav:


    Danke für die ausführliche (und schnelle!) Antwort. Aufgrund Deines Tests und auch auf Grund des o.g. Artikels bin ich zu dem Schluss gekommen, dass (i) der L797 gut ist und (ii) VA/MVA/PVA Displays (einschließlich L768) zwar poppige Farben liefern, für eine farbverbindliche Darstellung aber nicht geeignet sind. Von der Spieletauglichkeit mal ganz zu schweigen. Daher habe ich mich nun entschlossen, zwei L797 zu nehmen.


    Fragt sich nur, wo ich zwei gute Exemplare herbekomme. Mangelhafte Ausleuchtung oder z.B. ein Gelbstich würden mich noch viel mehr stören, als vielleicht ein einziger toter Pixel irgendwo am Rand.


    Im Grunde ist es eine Sauerei von den Herstellern, dass die Displays nicht nach Güteklassen geordnet verkauft werden. Dann kann sich jeder selbst entscheiden, ob er einen L797 der Güteklasse I (ohne Pixelfehler und mit guter Ausleuchtung etc.) für einen höheren Preis oder für weniger Geld ein Modell der Güteklasse II kaufen will. Die Hersteller bringen Händler und Kunden absichtlich in die unangenehme Situation, dass nur darauf _gehofft_ werden kann, ein einwandfreies Modell zu erwischen. Und die Händler machen i.d.R. nicht etwa Druck auf die Hersteller, sondern geben sich damit zufrieden, das Problem einfach an den Kunden weiterzugeben. Siehe etwa .


    Falls jemand einen Tip hat, wie ich an zwei einwandfreie L797 komme, wäre ich für einen entsprechenden Hinweis sehr dankbar. Ansonsten bleibt wohl nur die Möglichkeit, unter Berufung auf das 2-wöchige Widerrufsrecht solange Eizo TFTs zu bestellen, bis was Brauchbares dabei ist. Dann bleibt das Problem bei den Händlern liegen (und der Kunde hat zusätzlich noch die Nerverei mit dem ständigen Hin- und Zurückschicken am Hals ... von den evt. Streitigkeiten mit dem Händler betr. Portoerstattung und unwirksamen AGB-Klauseln betr. Wertminderungsersatz ganz zu schweigen). Vor diesem Hintergrund sollten sich die Händler mal überlegen, ob es vielleicht nicht doch schlauer ist, mit den Kunden _zusammenzuarbeiten_ und gegenüber den Herstellern auf verlässliche Qualitätsstandards zu pochen.