Colorimeter: Eye-One Display 2

  • Vorgeschichte:


    Kalibrierungslösungen per Colorimeter waren in der Vergangenheit eine sündhaft teure Angelegenheit. Zudem waren die darstellbaren Farbräume der TFT-Displays recht eingeschränkt und wenig zuverlässig.
    Insbesondere diese beiden Aspekte haben mich dazu bewogen, meine Displays nach wie vor traditionell mit Augenmaß zu kalibrieren. Nimmt man gedruckte Referenz-Farbkarten zu Hilfe (auch die sind richtig teuer), kann man schon relativ gute Kalibrierungsergebnisse des Monitors erzielen.
    Aber gerade das »relativ gut« beim Kalibrierungsergebnis bleibt ein Problem. Farbverbindlich ist ein solches Ergebnis sicher nicht.
    Nur zu leicht verhunzt man Bilder oder anderes grafisches Material, indem man sie farblich so korrigiert, dass sie am unzureichend kalibrierten Monitor gut aussehen. Lässt man Bilddaten der Digitalkamera oder andere farbkritische Grafikdaten von einem Dienstleister drucken, bleibt doch immer ein etwas flaues Gefühl.


    Colorimeter haben günstigere Preise, TFT-Displays haben größere Farbräume und ich habe einen farbkritischen Druckauftrag auf dem Zettel – lauter Gründe, endlich ein Colorimeter anzuschaffen.



    Beschaffung:


    Es gibt eine ganze Reihe von Anbietern verschiedener Colorimeter, die sich in einem Preissegment um die 300 Euro bewegen. Ist eine solche Lösung ausreichend? Welches Gerät wählt man am besten?
    Die Angaben der Hersteller sind leider durchweg nicht sonderlich aussagekräftig.
    Auf einen Tipp von Andi hin habe ich mich für das Eye-One display 2 von GretagMacbeth entschieden.
    Das Eye-One Display 2 wird am Markt auch von Pantone angeboten, das Colorimeter und die mitgelieferte Software Eye-One Match 3 sind augenscheinlich identisch.
    Bestellt habe ich das Gerät in England, bereits am übernächsten Tag hatte ich es zu einem Preis von 249 Euro plus 20 Euro Versandkosten in Händen.
    Bei manchen Anbietern kann man zwischen einer Bulk- und Retailversion wählen, für die Originalverpackung kann es dann einen Preisaufschlag von bis zu 40 Euro geben.


    Der Paketinhalt:


    Das Colorimeter ist staubgeschützt verpackt und enthält neben der Software-CD ein kleines Gewicht zur Beschwerung (damit das über den Display gehängte Colorimeter nicht herunterrutscht), und einen weißen Kunststoffschlitten, der für die Messung des Umgebungslichtes verwendet wird. In diesem Schlitten kann man zudem das Colorimeter so aufbewahren, dass die optischen Sensoren vor Verschmutzung geschützt sind.
    Am Colorimeter befindet sich ein 180 cm langes USB-Kabel, je nach Gegebenheit ist das recht knapp bemessen. Knapper noch, aber völlig ausreichend, ist der anstelle eines Handbuches beiliegende Quick Start Guide.


    Eine nette weitere Zugabe sind 4 Filter von Nik Color Efex Pro, die man sich kostenlos herunterladen kann. Möchte man ein Komplettpaket von Nik Color Efex Pro 2.0 erwerben, erhält man darauf 50 Euro Rabatt – man muss die Bestellung allerdings telefonisch durchführen.
    Außerdem liegt ein Gutschein über 200 Euro bei, der innerhalb von 6 Monaten bei einem Erwerb weiterer Color Managment-Lösungen von GretaMacbeth eingelöst werden kann.



    Die Vorbereitung:


    Am USB-Kabel lässt sich leicht das kleine Gegengewicht befestigen, das hinter dem Display das Colorimeter halten soll.
    Bevor das Gerät angeschlossen werden kann, muss zunächst die Software Eye-One Match 3 von der CD installiert werden. Die Installation verläuft problemlos. Nach einem Neustart kann man das Colorimeter an einem freien USB-Port anschließen, Windows installiert den passenden Treiber dann automatisch. Der Inbetriebnahme an einem USB-Hub gelingt anstandslos, so dass das relativ kurze USB-Kabel kein Problem darstellen sollte.
    Besitzt man einen LCD-Projektor, hat man auch die Möglichkeit, zusätzlich die Software i1ColorPoint für die Projektorkalibrierung zu installieren.
    Auf der Installations-CD befindet sich außerdem noch ein Makromedia-Tutorial, indem der Funktionsablauf der Kalibrierung mit dem Eye-One Display in englischer Sprache anschaulich erklärt wird.


    Was man beachten sollte:


    Vor der Kalibrierung sollte der Monitor gesäubert werden. Bei einem TFT-Display empfiehlt sich hierfür ein spezieller Displayreiniger.


    Auf der Sensorfläche des Eye-One Display befinden sich 30 kleine Saugnäpfe, mit denen das Colorimeter an den gläsernen Bildschirm eines CRT-Monitors befestigt werden kann. Das sollte man auf gar keinen Fall bei einem TFT-Display! Beim TFT-Display soll das Colorimeter frei vor dem Display hängen, gehalten wird es durch das Gegengewicht am USB-Kabel. Ist man beim Platzieren des Colorimeters auf dem TFT-Display nicht außerordentlich vorsichtig, saugen sich die 30 kleinen Pümpel bombenfest und können nur noch mit einem lauten schmatzenden Geräusch wieder von der Oberfläche entfernt werden.



    Der erste Kalibrierungsdurchlauf:


    Nach einer Aufwärmzeit des Displays von 30 Minuten, dem Einstecken des Colorimeters in einen USB-Port und dem Start der Kalibrierungssoftware Eye-One Match 3 kann die Kalibrierung nun beginnen.
    Das Startfenster der Software wirkt ein wenig überfrachtet, was daran liegt, dass Eye-One Match auch die Kalibrierung von Projektoren, Scannern Druckern und Digitalkameras anbietet, was natürlich erst einmal die entsprechende Hardware voraussetzt. Auf der rechten Seite des Fensters werden Hilfetexte eingeblendet, die durch die Kalibrierung leiten und die jeweiligen Vorgänge bestens erläutern.


    • Basismodus:


    Im Startfenster der Software lässt sich für die Kalibrierung zwischen einem Basismodus und einem erweiterten Modus wählen. Für den ersten Testdurchlauf verwendete ich zunächst den Basismodus: daraufhin wird man aufgefordert, das Colorimeter auf dem Display zu platzieren. Eine exakte Platzierung des Gerätes ist nicht erforderlich, die Software sucht sich den optischen Sensor des Eye-One.
    Alles Weitere läuft von allein: einige Minuten lang vermisst das Gerät nun unterschiedliche Farbflächen. Nach Abschluss des Messvorganges wird ein Fenster zur Benennung und Speicherung des errechneten ICC-Monitorprofiles eingeblendet. Bevor man das Profil speichert, kann man anhand einer Farbskala den Unterschied zwischen vorher und nachher vergleichen.
    Bislang vertraute ich bei der Kalibrierung immer auf mein zwischenzeitlich doch recht geübtes Augenmaß, und so wunderte es mich nicht, dass der farbliche Unterschied nach diesem ersten Kalibrierungsversuch mit dem Eye-One nur minimal war. Nach einem erneuten Durchlauf wurde mein Augenmaß allerdings in seine Schranken verwiesen:


    • Erweiterter Modus:


    Für den 2. Durchlauf startete ich den erweiterten Modus. Hier hat man die Möglichkeit, vor der Erstellung eines Farbprofiles die Monitoreinstellungen hinsichtlich Weißpunkt, Gamma und Luminanz zu vermessen und zu über das Monitormenü zu korrigieren. Die angestrebten Werte lassen sich in Einblendmenüs wählen, meine Zielvorgabe ist ein Weißpunkt von 6500 Kelvin, ein Gammawert von 2.2 sowie eine Luminanz von 120 cd/m2.


    Zunächst wird der Kontrast gemessen. Bei meinen Eizo-Displays war der Kontrast OK, er lässt sich bei Eizo auch nicht einstellen.


    Anschließend erfolgt die Messung der Luminanz. Die von mir geschätzten 120 cd/m2 erwiesen sich bei der Messung als 170 cd/m2 – viel zu hell für eine Simulation von Druckfarben! Nachdem ich die Helligkeit der Eizos auf etwa 44 % herunterstellte, wurde der angestrebte Wert erreicht.


    Im nächsten Schritt kommt der Weißpunkt an die Reihe. Hier lag nicht nur ich, sondern auch Eizo mit der Monitoreinstellung grob daneben. Die in den Monitormenü festgelegten 6500 K erwiesen sich nach der Messung als 6100 Kelvin. Um auf einen Annäherungswert von 6500 K zu gelangen, müsste ich den Eizo auf 7000 K einstellen.
    Erfreulicherweise lässt sich mit Eye-One der Weißpunkt auch über die Einstellung der einzelnen RGB-Werte vermessen: mit der Justierung der RGB-Werte im Monitormenü ist dann eine sehr präziser Wert erreichbar.


    Nachdem die Einstellungen am Monitors abgeschlossen sind, startet die eigentliche Farbkalibrierung und Profilberechnung. Offenbar ist die Farbvermessungsroutine mit der Funktion des Basismodus identisch.


    Die erweiterte Eye-One-Kalibrierung mit korrekt justierten Monitorwerten führte im Vergleich zu meiner Augenmaß-Kalibrierung zu einer deutlich wahrnehmbaren Veränderung des Farbeindruckes.


    Eine weitere Möglichkeit des erweiterten Modus ist es, eine Messung des Umgebungslichtes durchführen zu können. Dies geschieht durch das Aufsetzen des mitgelieferten weißen Kunsstoffschlittens. Als Messwert erhält man die Farbtemperatur als Kelvinwert sowie die Beleuchtungsstärke in Lux. Ein Messdiagramm zeigt an, wie weit diese Werte von der ISO Norm 3664 abweichen. Da das Umgebungslicht für den Farbeindruck des Monitors nicht ganz unerheblich ist, sind die Messergebnisse auf jeden Fall interessant und können vielleicht bei der Entscheidung helfen, welche Lampe man im Raum am besten wo platziert. In das zu erstellende ICC-Farbprofil fließen diese Ergebnisse nicht ein.


    Insbesondere der Weißpunkt scheint ein Parameter der Monitorhardware zu sein, der sich schnell wieder verstellt und häufiger nachjustiert werden sollte. Erfreulicherweise lassen sich bei Eye-One Match die Messroutinen für Kontrast, Luminanz und Weißpunkt separat und einzeln aufrufen. Man kann diese dann schnell mal über das Monitormenü nachjustieren, ohne dass eine vollständige Farbvermessung mit Profilerstellung durchlaufen werden muss.



    Kalibrierung im Multimonitorbetrieb:


    Einige Hersteller von Colorimetern geben an, dass die Kalibrierung mehrerer Monitore an einer Grafikkarte nicht möglich sei, und man in diesem Falle halt am farbverbindlich eingestellten primären Monitor arbeiten solle – so auch beim Eye-One. Da ich an meiner nVidia-Grafikkarte 2 Eizo-Displays angeschlossen habe und bei unterschiedlich kalibrierten Displays irgendwann zu Schielen anfange, finde ich das reichlich unbefriedigend.


    Und es geht doch:


    Andi hatte mir auf meine diesbezügliche Frage im Hilfeforum erklärt, dass es sich hier eher um ein Windowsproblem bei der Verwaltung mehrerer Monitore und der Zuweisung der entsprechenden ICC-Profile handelt, und dass eine Kalibrierung beider Monitore sehr wohl möglich sei. Man muss eben zunächst den einen und dann den anderen Bildschirm als primären Monitor auswählen und dann nacheinander kalibrieren.


    Die Schwierigkeit besteht in der Tat darin, Windows klarzumachen, dass 2 Monitoren unterschiedlich Profile zuzuordnen sind. Über die erweiterten Einstellungen/Farbeinstellungen in den Anzeigeeigenschaften geht das nicht, hier lässt sich nur ein einzelnes Profil als »Default« auswählen.
    In den Farbeinstellungen des nVidia-Treibers lassen sich zwar individuelle Monitorprofile für jeden Bildschirm importieren, diese werden jedoch nicht richtig interpretiert. Die Darstellung der Displays erinnerte nach einem Importversuch irgendwie an Bodennebel.


    Zum Glück gibt es jedoch das Microsoft Color Panel Applet for Windows XP (vielen Dank an NilsCH für diesen Hinweis). In diesem Kontrollfeld werden beide Monitore einer Grafikkarte aufgelistet und es lassen sich individuelle ICC-Profile zuweisen. Bei Microsoft heißen bezeichnenderweise alle Monitore »Plug and Play Monitor«: man muss erstmal etwas herumspielen, um auszuprobieren, welcher nun welcher ist.
    Aber egal, die individuelle Profilerstellung und -verwaltung mehrerer Monitore an einer Grafikkarte ist jedenfalls entgegen der Herstelleraussage unter Windows XP sehr wohl möglich.



    Fazit:


    Das Eye-One Display 2 macht mit seiner ausgereiften und leicht zu bedienenden Software Eye-One Match 3 einen rundum guten Eindruck. Das einfache Handling macht es einem leicht, regelmäßige Kalibrierungen durchzuführen, auf Wunsch erinnert Eye-One sogar daran. Die mitgelieferten Gutscheine für Nik Color Efex und weitere GretaMacbeth-Produkte können sicherlich ein zusätzliches Kaufargument sein.
    Über die Zuverlässigkeit der Messergebnisse vom Eye-One Display vermag ich leider nichts zu sagen, das würde eine Vergleichsmessung mit einem geeichten Gerät erfordern. Ich hätte erwartet, dass man das Colorimeter vor Gebrauch kalibrieren muss, beispielsweise vor einem schwarzen Hintergrund. Das Colorimeter muss jedoch nicht kalibriert werden, die Referenzwerte scheinen in der Hardware fest implementiert worden zu sein.



    Weitere Überlegungen:


    Sicherlich wäre es eine feine Sache, auch für Scanner und Drucker farbverbindliche Profile zu erzeugen. Leider jedoch kostet die hierzu erforderliche Ausrüstung ein kleines Vermögen.
    Ist jedoch der Monitor erst einmal farbverbindlich kalibriert, lassen sich Scanner und Drucker auch anhand von Referenz-Farbkarten und -Grafikdateien recht gut kalibrieren. Solche Farbrefenzen gibt es von verschiedenen Herstellern ab ca. 60 Euro. Meist wird auch eine Metameriekarte mitgeliefert, mit der man ersehen kann, ob der Druck bei Normlicht (5000 K) betrachtet wird. Für eine objektive Beurteilung der Farben sind Normlicht-Bedingungen unumgänglich. Und auch hier kann man wieder viel Geld loswerden.
    Es gibt jedoch auch für wenig Geld Leuchtmittel und Leuchten für Fotostudios, die eine ein Normlichtspektrum von 5000 K haben. Leuchtmittel bekommt man bereit ab 25 Euro, eine komplette Studioleuchte ab ca. 100 Euro.
    Ich meine, dass sich mit dem Eye-One Display 2, einer Farbreferenzkarte und einer Normlichtleuchte für insgesamt 350 - 400 Euro ein wirklich gutes System zusammen lässt, um farbverbindlich arbeiten zu können.




    Mit besten Grüßen,


    Gustav


    -

  • Kann mir vielleicht jemand von euch erklären, was genau der Unterschied zwischen dem "Eye-One Display 2" und dem "Eye-One Display LT" ist?


    Da die "LT" Version ja bis zu 100,- € billiger ist, wäre das doch schon sehr interessant zu wissen (also ob z.B. die Hardware identisch ist oder in wie fern sich die Software unterscheidet).



    Übrigens, super Test Gustav! ;)

  • Die LT Version bietet "nur" die Kalibrierung auf Gamma 2.2 und als Auswahl stehen "nur" die Farbtemperaturen 5000K, 6500K und 7500K zuur Verfügung. Zudem bietet es keine Unterstützung zur Kalibrierung mehrerer Monitore und auch keine Umgebungslichtmessung.
    Die Version 2 bietet mehrere Gammawerte und Farbtemperaturen zur Auswahl und unterstützt die Kalibrierung von mehreren Monitoren.


    Somit liegt der Unterschied eigentlich in der Software.


    Gruss =)

  • Zitat

    Die LT Version bietet "nur" die Kalibrierung auf Gamma 2.2 und als Auswahl stehen "nur" die Farbtemperaturen 5000K, 6500K und 7500K zuur Verfügung.

    Das ist keine Limitierung des Messgerätes, sondern der mitgelieferten Software. Das Messgerät "LT" ist die gleiche Hardware wie das i1Display2.
    Wenn man mehr von einer Kalibrationsoftware will (insbes. Vorgabe Schwarzluminanz und Chromatische Adaption), dann kommt man mit i1Match ohnehin nicht weit (was nicht heißt, dass es für eine Standardkalibration nicht gut wäre). Umfangreichere Optionen bieten iColor von Quato und BasICColor Display4 (Colorsolutions). Die unterstützen die meisten Colorimeter. Im Bundle mit BCdisplay4 gibt's das "Squid", das wiederum die gleiche Hardware ist wie i1display2 bzw. i1 LT. iColor und BCdisplay4 sind im Funktionsumfang identisch (iColor enthält das UDACT, dafür wertet BCdisplay4 LAB-Werte in DeltaE und Delta E94 aus). Allerdings unterstützt BCdisplay4 eine Reihe von geeigneten Monitoren auch für Hardwarekalibration (möglicherweise sinnvoll mit Blick auf einen künftigen Monitor)


    Zitat

    Was man beachten sollte:
    Vor der Kalibrierung sollte der Monitor gesäubert werden. ...

    Ja. Außerdem sollte der Schirm eine halbe, besser 1 Stunde (noch besser viele Stunden) laufen. Und das Messgerät sollte vor Kalibration 15-20Min auf dem Schirm aufwärmen, weil es mit zunehmender Betriebstemperatur sensibler im dunklen Tonwertbereich wird.

  • Habe ich das richtig verstanden, daß ein Colorimeter nicht für sämtliche Typen von Monitoren verwendbar ist, sondern nur für genau spezifizierte Typen? (Das habe ich gelesen, weiß aber nicht mehr genau wo. Für das i2 wurden da bestimmte TFTs aufgelistet).
    Das hieße aber auch, daß man bei einem späteren Monitorkauf erneut ein Colorimeter kaufen müßte, welches den neuen Typ auch unterstützt.


    Ist dem so?


    EberhardH

  • Zitat

    Original von EberhardHHabe ich das richtig verstanden, daß ein Colorimeter nicht für sämtliche Typen von Monitoren verwendbar ist, sondern nur für genau spezifizierte Typen

    Nein, das stimmt nicht. Für Softwarekalibration (Video LUT über Grafikkarte) funktioniert jedes Colorimeter, vorausgesetzt man nutzt eine Kalibrationssoftware, die das Messgerät unterstützt. Die Softwares der Messgeräthersteller unterstützen jeweils nur ihre eigenen Messgeräte. Aber z.B. die Software BasICColor Display4 unterstützt praktisch alle Messgerät. iColor von Quato unterstützt neben den eigenen Messgeräten auch die i1-Messgeräte. Eizos Color Navigator unterstützt auch (einige) verschiedene...
    Im Prinzip scheint man mit den i1-Messgeräten am flexibelsten zu sein, da praktisch jede Software sie unterstützt.

  • Aha, danke für die Infos.


    Wäre für eine Software-Kalibrierung der Squid-2 "oversized"?
    Ich dachte immer: höchste Anforderungen => hardwarekalibrierbarer Monitor => EyeOne oder Squid o.ä., dementsprechend Normalanforderungen => softwarekalibrierter Monitor (Grafikkarte) => Spyder-Lösung.
    Richtig?

  • Nein... ein gutes Messgerät ist immer wichtig... egal, bei welcher Kalibrationsmethode. Ich würde zum Squid oder i1 greifen (ist eh gleich). Auch wenn das neue Spyder3 nun den i1 ebenbürtig sein soll... die i1 werden einfach von allen Softwares unterstützt.
    Wenn es das Messgerät solo sein soll, dann nimm das i1Display LT... ist das identische Messgerät wie das i1Display2... aber man zahlt eben nicht zusätzlich die Match-Software.

  • In der aktuellen Maclife ist ein relativ ausführlicher Test der aktuell gängigen Colorimeter. Das i1 Display 2 von X-Rite hat das zweitschlechteste Testergebnis mit einer Note von 4,0 und wird in nahezu allen Punkten verrissen. Nur das Huey schneidet mit einer 4,5 noch schlechter ab. Das DTP 94, i1Pro und Spyder 3 schneiden hingegen mit einer glatten 1 ab.


    Der Test hat mich nun ziemlich verunsichert. Seit ein paar Tagen besitze ich nun das i1 Display 2 von X-Rite und nicht wie beim Angebot angegeben von GretagMacbeth. Erste Kalibrierungen mit dem Gerät sind soweit ich das beurteilen kann ganz gut verlaufen, allerdings fehlt mir natürlich ein Vergleich.


    Bis zu diesem Test habe ich habe ich eigentlich nur gutes (in Anbetracht der Preisklasse) über das Gerät gehört.

  • Hm, also es wäre nicht das erste Mal, dass eine Zeitschrift aus (ich formuliere mal vorsichtig) gewissen Interessen ein Produkt bevorzugt oder nicht: Stichwort Werbekunden.
    Ich habe sowohl hier als auch in anderen Foren übereinstimmend sehr gute Bewertungen und Erfahrungen vieler Nutzer mit dem i1 Display 2 gefunden.


    Sicher, der Feind des Guten ist das Bessere, aber ein Bewertungsunterschied von 4 bzw. 4,5 und einer glatten 1 macht schon stutzig.

  • Also man kann die Colorimeter so nicht unbedingt miteinander vergleichen, zumal das i1 Pro ein Spectral Photometer ist und mit einem i1 Display oder DTP94 nicht vergleichbar ist. Das ist schon am Preis erkennbar.


    Ich persönlich kann keinen großen Unterschied zwischen dem i1 Display und dem DTP94 ausmachen. Ich finde aber die Software von Quato besser als die iMatch Software von X-Rite/Gretag. Allerdings kann das i1 Display einen größeren Bereich einmessen als das DTP94.


    Wer es ganz perfekt will, greift gleich zum i1 Pro, das kostet in der LT. Version aber gut 800 EUR und ist nicht für Jedermann erschwinglich.


    Ganz neu und ziemlich genial, zumindest laut Aussage vom Produktmanger, ist das ColorMunki von X-Rite. Konkurrenzlos bei Ausstattung und Funktionsumfang, ist es ein Spectral Photometer wie das i1 Pro, allerdings zum halben Preis.


    Mit der Software scheint man etwas eingeschränkter zu sein und ob andere Programme schon mit dem ColorMunki arbeiten ist fraglich. Allerdings kann man damit so ziemlich alles kalibrieren (Beamer, Drucker, Monitor, ...).

  • bis auf die Spyder Modelle sind allerdings alle Geräte von der selben Firma (X-Rite). Der einzige kleine Widerspruch den ich im Test gefunden habe, ist der angegebene Preis von 213 Euro für das Display 2. Möglicherweise wurde es mit dem Display 1 verwechselt und mit nur mit der abgespeckten Software getestet. Allerdings wird im Test vor allem auf Hardwarebedingte Probleme wie enorme Qualitätsschwankungen eingegangen.

  • Zitat

    Original von EberhardH
    Hatten die denn jeweils mehrere Exemplare, die getestet wurden? (wegen der bemängelten Qualitätsschwankungen)


    Ja haben sie. Es sind sogar zwei Testergebnisse für das Gerät aufgeführt, die sich in allen Kriterien voneinander unterscheiden.


    Die Zeitung habe ich vorher noch nie gelesen, zumal ich keinen Mac besitze, aber das Thema wird auf 11 Seiten ziemlich ausführlich behandelt.


    Eine Sache muss ich jedoch korrigieren: die Note 4 bezieht sich auf eine Subjektive Sichtprüfung anhand der Cleverprinting Vorlage. Die Gesamtwertung vom i1 ist 2/6 Punkten, beim DTP94 5,5/6 Punkten und beim i1Pro ebenfalls 5,5 Punkte.


    Die Cleverprinting Vorlage besitze ich auch, allerdings habe ich noch keine Offsetdruck taugliche Kalibrierung durchgeführt.

  • Zitat

    Original von toqEine Sache muss ich jedoch korrigieren: die Note 4 bezieht sich auf eine Subjektive Sichtprüfung anhand der Cleverprinting Vorlage.

    :-) schick. Wobei so eine optische Prüfung natürlich das einzig wahre ist... das will ja gar nicht kritisieren. Schließlich macht man es ganz genau dafür. Und nicht, um sich irgendwelche Tabellen mit LAB-Werten anzusehen. Aber mit welchem Display haben sie das getestet und mit jeweils welcher Software? Die Software und die enthaltenen Korrekturkurven sind nicht unerheblich... eher sogar entscheidend.
    Ich kalibriere bzw. profiliere mit dem i1 Display 2 bzw. LT (2 Exemplare mit identischen Werten/Ergebnissen) nun schon eine ganze Weile... und z.B. dieser Cleverprinting-Print sieht bei mir unter Normlichtbedingungen perfekt aus. Aber nur bei Nutzung entsprechender Software ...

  • Es wurden schon alle Geräte sofern möglich mit der selben Software (U-DACT) getestet.
    Wer am Test interessiert ist, kann ihn sich übrigens auch für 1,49€ auf der MacLife Seite downloaden.

  • U-DACT ist eine Auswertungssoftware.
    Ich vermute, dass sie mit iColor von Quato kalibriert haben, denn da ist das U-DACT mit drin.


    Und dann ist das Ergebnis auch kein Wunder.


    Die Colorimeter müssen aus Lichtenergie Farbwerte errechnen. Das funktioniert aber nicht perfekt.
    Das wiederum wissen die Hersteller aber und so können sie die Fehler in Maßen durch Umrechnungen kompensieren.
    Die Messwerte müssen aber ins richtige Verhältnis zum konkreten Monitor gesetzt werden. Also ist die Frage, wohin die angepasst werden sollen.
    In jeder Software kann man ja auswählen, ob es sich um einen Röhrenmonitor oder ein LCD-Display handelt.
    Hinter dieser Auswahl stehen dann eben entsprechende Anpassungen der gemessenen Werte. Für die unterschiedlichen Monitortypen werden unterschiedliche Korrekturen wirksam.
    Wide-Gamut-Displays sind nochmal spezieller, so dass die herkömmliche Anpassung "LCD" auch nicht präzise ist.


    Die Präzision in der Kombination Colorimeter und Software liegt darin, wie genau die Hersteller die bekannten "Gerätefehler" korrigieren können.
    In Quatos iColor kann man die Kombination Colorimeter->Monitormodell auswählen. Hier wird also nicht, wie sonst, einfach Richtung "LCD" angepasst. Sondern ganz speziell auf ein bestimmtes Display (z.B. "Intelliproof 2300 exell.")
    Wenn die nun also einen Wide Gamut Quato mit der iColor-Software und dem DTP94 kalibriert haben, dann ist das eben die Kombination, für die Quato die bestmögliche Korrektur errechnen und in der Kalibrationssofftware hinterlegen konnte.


    Kalibriere ich mit dem identischen Messgerät (i1) den selben Monitor, aber mit unterschiedlichen Softwares, dann komme ich auch zu unterschiedlichen Ergebnissen.
    In meinen Fall handelt es sich um einen Eizo CG241W. Im Update der Software "Color Navigator" (Version 5 bzw. inzwischen 5.1) sind die Korrekturkurven für diesen Monitor inzwischen hinterlegt.
    Und das macht sich ganz deutlich bemerkbar.
    Es hat also nicht primär etwas mit dem Messgerät selbst zu tun ...


    Zitat

    Wer am Test interessiert ist, kann ihn sich übrigens auch für 1,49€ auf der MacLife Seite downloaden.

    geht leider nicht :-(

  • Im Artikel wird das Testverfahren soweit ich das beurteilen kann sehr ausführlich beschrieben, allerdings kenne ich mich als Laie zu wenig aus um es beurteilen zu können.


    Hier ist noch mal der direkte Link zu kostenpflichtigen Download des Tests.