HP LP3065 (Prad.de User)

  • Vorgeschichte


    Eigentlich sollte es ein NEC 2690 sein. Auf die Verfügbarkeit des 26" IPS-Displays hatte ich lange gewartet und ihn mir bestellt, sowie er verfügbar war: ein wirklich toller Monitor, der mit seinem großem Farbraum und seiner Farbverbindlichkeit Maßstäbe setzt.
    Bei all seinen Vorzügen brachte der NEC 2690 für mich nur einen aber doch entscheidenden Nachteil mit: die Helligkeitsregulierung. Das Backlight lässt sich nur bis etwa 140 cd/m² herunterregulieren, was mir zu hell ist. Dunkler geht es zwar, indem man den Kontrast herunterregelt, was aber zu sichtbaren Einbußen der Darstellungsqualität führt.
    So habe ich mich schweren Herzens wieder von meinem NEC 2690 getrennt. Aber zu spät: Einmal die Farbbrillanz und den riesigen Farbraum des NEC 2690 vor Augen, blieb ein dumpfes Gefühl der Unzufriedenheit.
    Wahrscheinlich war es dieses Gefühl, was mich dazu brachte, einen HP LP3065 30-Zöller zu beschaffen. Im Grunde eine Schnapsidee, weil zu viele Aspekte gegen diesen Monitor sprachen:


    • Er hat kein OSD – nichts kann man an diesem Teil einstellen.
    • Er hat eine winzige Pixelgröße – die Schriftdarstellung ist klein und meine Augen mögen Kleingedrucktes überhaupt nicht.
    • Er stellt Farben in 8 Bit dar, eine 12 Bit-LUT wie beim NEC 2690 gibt es nicht.


    Was für die Anschaffung sprach, war neben meiner unausgewogenen Gemütslage der Prad.de-Test, der dem HP LP3065 einen großen und farbverbindlichen Farbraum zuspricht. Und auch Timur hat ein wenig Schuld, da er hartnäckig und mit messerscharfen Argumenten die Auffassung vertritt, dass eine größere Pixelgröße nicht zugleich eine bessere Lesbarkeit von Schrift bedeutet.


    Nun arbeite ich bereits einige Wochen an meinem HP LP3065, bin mit ihm per »Du« und will euch meine Erfahrungen berichten.


    Lieferung:


    Der Standfuß des Monitors und das Display sind im Karton separat verpackt und müssen zunächst einmal zusammengebaut werden. Man führt die Displayrückseite in eine Halterungsschiene am Monitorfuß. Dort rastet die Halterung mit einem Klickgeräusch ein und wird mit einem kleinen Hebel gesichert. An der Rückseite des Monitors gibt es eine Griffmulde, die zur Höhenverstellung des Monitors gedacht ist. Transportieren sollte man den 14 kg schweren Monitor nur, indem man ihn an Fuß und Standsäule greift.


    Mit den Kabelbeigaben ist Hewlett Packard großzügig. Neben dem Stromkabel liegen 2 schwarze DVI-D-Kabel und ein Verbindungskabel für den USB-Anschluss bei. Die anderen Beigaben sind mager. Ein Handbuch findet man nur auf der mitgelieferten CD. Die technischen Angaben im Handbuch sind mangelhaft, nicht einmal die vom Monitor unterstützten Auflösungen sind aufgeführt.
    Den auf der CD mitgelieferten Monitortreiber sollte man installieren, damit der HP LP3065 unter Windows namentlich erkannt wird. Die technischen Daten sowie unterstützten Auflösungen muss man halt mit einem Tool wie beispielsweise Everest auslesen.
    Auf die mitgelieferte Software »LiteSaver« wird man gut verzichten können. Die von der Software gebotenen Energiesparfunktionen hat man unter Windows XP ohnehin.


    Verarbeitung:


    Die Verarbeitung des Monitors ist hervorragend. Durch den schweren Standfuß wackelt der Monitor selbst dann nicht, wenn man mal gegen den Schreibtisch rempelt. In der Mitte des Fußes ist eine sehr praktische Ablageschale für Schreibstifte, USB-Sticks oder anderen Kleinkram.
    In der Standsäule des Monitors befindet sich ein Federmechanismus, der eine sehr leichte und präzise Höhenverstellung ohne jeglichen Kraftaufwand möglich macht.
    An der linken Rückseite des Monitors befinden sich vier praktische USB 2.0-Ports, die man auch ohne Verrenkungen gut erreichen kann. Für die Signalquellen verfügt der HP LP3065 über drei DVI-D-Anschlüsse.
    Wenig gelungen finde ich hingegen die Kabelschächte in der Monitorsäule. Die Kabel müssen um zwei Ecken unter eine PVC-Abdeckung gequetscht werden. Dazu ist behutsame Gewalteinwirkung nötig. Die Kabel werden horizontal an der Rückseite des Monitorfußes herausgeführt. Steht der Monitor mit dem Rücken an einer Wand, ist diese Lösung unbrauchbar.


    Erste Inbetriebnahme:


    Voraussetzung für den Betrieb des HP LP3065 ist eine Dual-Link fähige Grafikkarte. Für den Test habe ich den Monitor an einer Nvidia 7800GSH AGP sowie einem Nvidia 8800GTX-SLI-System angeschlossen.
    Nach dem ersten Start wurde die native Auflösung von 2560 x 1600 Pixeln problemlos erkannt. In einem Testbericht der c’t 13/2007 wurde erwähnt, dass man beim HP LP3065 auflösungsbedingt das BIOS beim Start nicht zu Gesicht bekam. Das lag offenbar am Testsystem. Bei den von mir verwendeten Systemen werden BIOS und POST korrekt dargestellt.


    Angenehm überrascht war ich von der relativ gleichmäßigen Ausleuchtung des Monitors. Nennenswerte Helligkeitsunterschiede sind für mich nicht wahrnehmbar. Lichtdurchbrüche bei einem schwarzen Bildschirmhintergrund gibt es nicht.
    Bei weißem Hintergrund wirkt die linke Seite einen Hauch bläulicher als die rechte Seite, was an der Oberflächenbeschaffenheit des Displays und dem jeweiligen Blickwinkel liegt.
    Dass mein Exemplar vom HP LP3065 bei mehr als 4 Millionen Pixeln nicht einmal einen Subpixelfehler aufweist, finde ich beachtlich.


    Geräusche:


    Einige Anwender des HP LP3065 berichten von einem brummenden Geräusch, das vom Monitornetzteil herrührt. Beim meinem HP LP3065 hört man nur dann ein leises Surren, wenn man das Ohr sehr nah an die Monitorrückseite führt. Wenn man vor dem Monitor sitzt, hört man davon auch in nächster Nähe absolut nichts.
    Ist der Rechner ausgeschaltet und der HP LP3065 im Stand-By, hört man von Zeit zu Zeit ein leises Ticken. Mir scheint, der Monitor tastet ab, ob an einem seiner DVI-Eingänge ein Signal ansteht. Macht nichts, das Ticken erinnert einen leise daran, dass man den Monitor zum Stromsparen besser ausschalten sollte.


    Kristalleffekt:


    Ich weiß, hier scheiden sich die Geister: Einige halten einen Kristalleffekt bei IPS-Displays für typisch. Ich gehöre zur anderen Fraktion, die ein vermeintliches »Glitzern« eher durch spezifische Displayoberflächen verursacht sieht.
    Aber egal, beim HP LP3065 gibt es einen Effekt, den man als leichtes Glitzern bezeichnen könnte. Ich sehe diesen Effekt nur, wenn ich wirklich danach suche. Von daher finde ich es in keiner Weise störend.


    OSD-Menü:


    Wie bei allen aktuellen 30-Zöllern gibt es beim HP LP3065 leider kein OSD. Per Tasten am Monitor kann man An- oder Ausschalten, das Eingangssignal wählen und die Helligkeit regulieren, sonst nichts. Alle weiteren Einstellungen muss man über den Grafikkartentreiber vornehmen. Das verspricht allerlei Schwierigkeiten…


    Farbdarstellung und Kalibrierung:


    Im oben erwähnten Testbericht der c’t 13/2007 wurde ein leichter Grünstich der Monitordarstellung erwähnt. Ich sehe das mehr als Gelbstich, aber ich glaube, es ist das Gleiche gemeint. Wie auch immer, die Farbdarstellung ist im Auslieferungszustand des HP LP3065 nicht wirklich überzeugend. Um eine Kalibrierung per Colorimeter kommt man nicht herum.


    Spätestens hier wird man die fehlenden Einstellmöglichkeiten per OSD schmerzlich vermissen: Bei der Kalibrierung ist zunächst die gewünschte Farbtemperatur über die RGB-Werte einzustellen. Da man den Monitor nicht einstellen kann, müssen die RGB-Werte über den Grafikkartentreiber justiert werden.
    Um das darstellbare Farbspektrum der Grafikkarte möglichst wenig zu beschneiden oder zu verziehen, finde ich es ratsam, sich nicht allzu weit von der ursprünglichen Farbtemperatur des Monitors zu entfernen. Im Auslieferungszustand hat der HP LP3065 eine Farbtemperatur von 5900 Kelvin. Als gewünschte Farbtemperatur für die Kalibrierung habe ich daher 6000 Kelvin gewählt und als angestrebten Helligkeitswert über die Monitortasten 130 cd/m² eingestellt.
    Das Ergebnis nach der Kalibrierung ist sehr gut und durchaus mit dem NEC 2690 vergleichbar: ein unbunter sauberer Grauverlauf und ein riesiger Farbraum, der etwa 90% des Adobe RGB abdeckt. Die Farbprofile beider Monitore sind in ihrem Umfang fast deckungsgleich. Im Diagramm der Ausgabekurve (Bildanhang) kann man sehen das der NEC 2690 sein Farbprofil geradliniger erzielt. Beim HP LP3065 ist für die Korrektur der Farbwerte ein kleiner Slalom nötig.
    Kalibriert habe ich den Monitor mit einem EyeOne Pro sowie mit einem EyeOne Display 2. Die Ergebnisse sind gleichermaßen gut.


    Beurteilung nach der Kalibrierung:


    Der HP LP3065 verfügt nur über eine 8 Bit Farbwiedergabe. In den farblichen Verläufen zeigt sich das nicht als augenscheinlicher Nachteil – alle Farbverläufe werden sauber und ohne Abstufungen dargestellt. Selbstverständlich kann der HP LP3065 mit seinen 8 Bit nicht so viele Farben simulieren wie der NEC 2690 mit seiner 12 Bit LUT. Fotografisches Bildmaterial wirkt am NEC 2690 daher noch eine Nuance plastischer als beim HP LP3065. Die Grauverläufe sind unbunt und gleichmäßig. Ein Überstrahlen im Weiß ist nicht wahrnehmbar. Sehr helle und sehr dunkle Abstufungen gelingen dem HP LP3065 problemlos.
    Den Härtetest – schwarze Eins auf schwarzem Grund, weiße Eins auf weißem Grund – meistert der HP LP3065 mit Bravour:


    WeißpunktSchwarzpunkt


    (Für ein exaktes Ergebnis sollte man am Besten die farbprofilierten TIFF-Dateien herunterladen und mit einem farbmanagementfähigen Programm öffnen.)


    Um das Kalibrierungsergebnis zu beurteilen, verwende ich ein »Kodak Color Management Check-Up Kit«. In diesem Kit hat man farbgenormte Fotoausdrucke und die dazugehörenden sRGB-Bilder für die Bildschirmdarstellung. Im Vergleich beider kann man differenziert und praxisnah feststellen, inwieweit die Monitorfarben mit dem Printergebnis übereinstimmen.
    Die Übereinstimmung ist nahezu perfekt. Die einzige nennenswerte Abweichung ist in reinem Gelb erkennbar, das einen kleinen Tick zu viel Rotanteil hat. Beim NEC 2690 ist es übrigens genauso, auch er hat den gleichen kleinen Schwachpunkt im Gelb.
    Charakteristisch für den HP LP3065 finde ich, dass stark gesättigte Farben recht leuchtend dargestellt werden.
    Für farbverbindliches Arbeiten halte ich den HP LP3065 sehr gut geeignet – mit einer einzigen Einschränkung: Man sollte nicht allzu weit vom ursprünglichen Weißpunkt des Monitors abweichen.


    Schriftdarstellung:


    Der HP LP3065 hat eine sehr geringe Pixelgröße von nur 0,258 mm. Im Vergleich zu einem 19-Zöller mit einer Pixelgröße von 0,294 mm wirkt die Schriftdarstellung winzig. Man sollte daher annehmen, dass kleine Schriftgrößen schlechter zu lesen sind und die kleine Pixelgröße eine zusätzliche Anstrengung für die Augen bedeutet.
    Mit zunehmenden Jahren entgeht meinen Augen so mancher Tippfehler. Drei l’s und ein i nebeneinander wie bei »helllichter Tag« sind bei müden Augen und kleiner Schrift schon eine rechte Herausforderung. Der von mir befürchtete textliche Blindflug bei einem 30-Zöller blieb jedoch aus.


    Durch die sehr feine Auflösung ist die Schrift klar und ohne sichtbare Treppeneffekte gezeichnet. Der HP LP3065 hat zudem mit 1000:1 einen sehr hohen Kontrast. Die hohe Auflösung und der starke und doch ausgewogene Kontrast ergeben eine außerordentlich brillante Schriftdarstellung.
    Für Betriebssystem, Datenbanken und Word-Manuskripte ist meine »Brotschrift« die Verdana mit einer Größe von 10 Punkt. Die Verdana hat eine relativ große Laufweite und ist am HP LP3065 selbst bei einem Augenabstand von einem Meter noch gut und deutlich lesbar.
    Nachdem ich nun schon eine ganze Weile an meinem HP LP3065 arbeite, habe ich mit meinem Vorurteil – größere Pixel = bessere Lesbarkeit – gründlich aufgeräumt. Die Rate meiner übersehenen Schreibfehler ist signifikant gesunken, was für ein ermüdungsärmeres Arbeiten spricht. Die Qualität der Schriftdarstellung meines 19-Zöllers kommt nicht annähernd an die hochauflösende Brillanz des 30-Zöllers heran.
    Für die Arbeit mit Layout-Programmen finde ich den HP LP3065 ideal. Neben der brillanten Schriftdarstellung hat man den Vorteil einer Bildschirmhöhe von 1600 Pixeln. So lassen sich beispielsweise in InDesign zwei DIN A4 Seiten mit einer Vergrößerung von 170 Prozent darstellen – plus der gewünschten Werkzeugfenster. Komfortabler kann man es nicht haben. (Bildanhang)


    Spiele:


    Ein weiterer Punkt, an dem einem die fehlende OSD-Steuerung des Monitors unter Umständen sauer aufstoßen kann. Wieder ist man abhängig von den Grafikkartentreibern.
    Bei den Treibern für die Nvidia 8800er Reihe gab es den Fehler, dass das gewünschte Skalierungsverhalten nicht gespeichert wurde. Das heißt, jede Auflösung wurde auf Vollbild aufgezogen, was natürlich sehr bescheiden aussieht. Ab der Version 162.18 ist dieses Problem endlich behoben – hoffentlich bleibt es so.
    Für den Wechsel schwarz/weiß benötigt der HP LP3065 12 ms, für Grauwechsel 6 ms. Ein Overdrive gibt es nicht. Getestet habe ich verschiedene Spiele. Einmal an einem System mit einer Grafikkarte Nvidia 7800GSH AGP und zum anderen mit einem 8800GTX-SLI-Verbund.


    The Suffering 2 – Ties That Blind
    Dieses reichlich in die Tage gekommene Spiel ist nichts für sensible Gemüter. Das Horrorszenario der Handlung ist schwer verdaulich. Die Grafik auch. Die Texturen sind grob und die Qualität der Grafikdarstellung ist nicht mehr zeitgemäß. An einem 19-Zöller mit einer Auflösung von 1280 x 1024 Pixeln finde ich die grobgeschnitzte Grafik schwer zu ertragen.
    Beim HP LP3065 habe ich die für dieses Spiel maximale Auflösung von 1600 x 1200 Pixel ohne Skalierung gewählt. Man hat dann in etwa den sichtbaren Bildschirmbereich eines 19-Zöllers. Logisch und doch erstaunlich: In der hohen Auflösung bei kleiner Pixelgröße sieht selbst dieses Spiel nicht schlecht aus. Die groben Texturen werden feiner und die Darstellung wirkt wesentlich detaillierter.


    Titan Quest
    Hier rennt ein griechischer Held durch die Antike, um die alte Welt von vielen Monstern zu befreien. Die Spielfigur ist immer in der Mitte des Spielfensters und die Landschaften sausen über den Bildschirm. Nachzieheffekte und Bewegungsunschärfen des Monitors werden da unerbittlich sichtbar. Wenn es denn welche gibt: Beim HP LP3065 kann ich nichts dergleichen feststellen und bin einigermaßen beeindruckt, was der riesige 30-Zöller hier leistet.
    Die Darstellung des Spiels ist in der nativen Auflösung wunderschön. Durch die hohe Auflösung kann man sogar auf ein Antialiasing ganz gut verzichten. Alle Details werden sehr fein wiedergegeben, ohne das bei fehlendem Antialiasing sogleich störende Treppeneffekte sichtbar werden.
    Das Spielen in der 30 Zoll-Auflösung birgt jedoch auch Nachteile: Mein griechischer Held wurde einige Male zum Opfer feindlicher Horden, weil ich den Mauszeiger im Blätterwald der griechischen Botanik nicht mehr finden konnte.
    Die Nvidia 7800GSH AGP ist in der nativen Auflösung überfordert, für einen flüssigen Spielablauf sollten es nicht mehr als 1600 x 1200 Pixel sein. Solange man nicht hochskaliert, hat man auch bei dieser Auflösung eine wunderbare Spielgrafik.
    Wählt man dagegen für niedrigere Auflösungen im Treibermenü »Vollbild« oder »seitengerechte Darstellung«, erhält man eine Interpolation, die wenig ansehnlich ist. Es gehen zwar kaum Details verloren und auch Schrift bleibt recht gut lesbar, aber das interpolierte Bild wirkt pixelig. Das hochskalierte Bild lässt sich verbessern, indem man die AA-Einstellungen des Spieles hoch schraubt. Da man eine interpolierte Darstellung in der Regel wählen wird, um die Grafikanforderungen zu reduzieren, hat das natürlich wenig Sinn.


    Oblivion
    Auch hier ist die Feinheit der Details in der nativen und in jeder nicht skalierten Auflösung beeindruckend. Aber auch der Hardwarehunger. Für ein flüssiges Spielen in voller Auflösung muss es schon eine 8800GTX sein.
    Bei einer 7800GSH AGP sind 1280 x 1024 Pixel bei guten Qualitätseinstellungen möglich. Auf Bildschirmhöhe hochskaliert sieht das nicht gut aus. Ohne Skalierung hat man eine sehr schöne Grafik, die aber nur etwa 25 x 32 cm groß ist.


    Hat man einen Rechner mit leistungsstarker Grafik, ist der HP LP3065 für Spiele bestens geeignet – kein Mouselag, keine Nachbilder, keine Schlieren, dafür Farbenreichtum und hochauflösende Details.
    Bei einem nicht so leistungsfähigen Grafiksystem wird man durch die feine Auflösung auf die eine oder andere AA-Einstellung verzichten können. Auch dann kann man sich an der hochauflösenden Darstellung erfreuen, solange man die Spielgrafik nicht hochskaliert.


    Videodarstellung:


    Hier kommen dem HP LP3065 das tiefe Schwarz und der Farbenreichtum zugute. Die Darstellung von DVD-Material steht einem Plasma-Display nicht nach.
    Auch die Wiedergabe von Filmmaterial per TV-Karte überzeugt auf ganzer Linie. Selbst recht darstellungskritische Hautfarben wirken plastisch und auch Laufschrift ist aufgrund der Schnelligkeit des Monitors gut lesbar. Das Problem einer pixeligen Interpolation stellt sich glücklicherweise nicht. Verwendet man eine Abspielsoftware, die ein gutes Deinterlacing liefert, ist auch die Darstellung im Vollbildmodus so gut, dass Fernsehen am HP LP3065 Spaß macht. Die Wiedergabe von HDTV ist schlichtweg beeindruckend.
    HD-DVD-Material habe ich mangels geeignetem Laufwerk nicht getestet. Da der HP LP3065 720p sowie 1080p unterstützt, sollte es hier mit einem passenden PC-Laufwerk keinerlei Probleme geben.
    Aufgrund der 3 DVI-Eingänge des Monitors würde es nahe liegen, einen externen HD-DVD-Player zu verwenden. Aber auch hier wird einem das fehlende OSD Verdruss bringen. Egal, was an Auflösung eingespeist wird: Geht der Grafiktreiber nicht dazwischen, skaliert der HP LP3065 erbarmungslos auf seine ihm eigenen 2560 x 1600 Pixel hoch.


    Fazit:


    Positives:
    + sehr gute und verlässliche Farbdarstellung mit ca. 90% Adobe RGB
    + homogene Ausleuchtung (beim Testgerät)
    + für einen IPS-Monitor sehr hoher Kontrast
    + brillante Schriftdarstellung
    + schnelle Bildwiedergabe ohne Schlieren und Nachbilder
    + sehr gute Videodarstellung
    + hervorragende Gehäuseverarbeitung
    + 3 DVI-Eingänge, 4 USB 2.0 Ports


    Negatives:
    - Fehlendes OSD und somit fehlende Einstellmöglichkeiten des Monitors
    - Pixelige Interpolation
    - Mageres Handbuch mit fehlenden technischen Angaben

  • re: Gustav


    Wieder mal ein sehr gelungener Report von dir. =)



    Wir dürfen also kommenden Monat (nach der Markteinführung des EIZO SX3031W und nachdem du den HP wieder zurückgeschickt hast) wieder mit einem ausführlichen Gustav'schen Testbericht eines 30"ers rechnen. :D



    Gruß

  • Wurstdieb


    Stimmt, als bekennender Eizo-Fan bin ich da durchaus gefährdet. =)


    Aber ich finde den HP LP3065 trotz seiner kleinen Handicaps so gut, dass ihn sogar ein Eizo 30-Zöller nicht von seinem Platz verdrängen wird – jedenfalls vorerst nicht…


    Gruß,
    Gustav

  • Schöner Testbericht und deine Erfahrungen mit dem LP3065 decken sich mit unserem Testergebnis nahezu auf der ganzen Liene.


    Der LP3065 ist ein tolles Geräte und wenn der Monitor ein OSD hätte, würde dieser auch auf meinem Tisch stehen.

  • Mh, ich suche immer noch verzweifelt nach einem neuen Monitor. Der HP scheint für Spiele und Grafikbearbeitung gleichermaßen gut geeignet zu sein.
    Das Problem ist eben, dass ich einerseits mit einer interpolierten Auflösung spielen werde müssen, da ich nur eine X1800XT besitze und mich das fehlende OSD doch etwas stutzig macht. Ist die Interpolation wirklich so schlecht? Ich arbeite derzeit an einer 17" Röhre und da darf ich eigentlich keine besonders gute Qualität gewohnt sein. Und wie einfach ist es im Grafiktreiber (in meinem Fall ATI Catalyst) den Monitor zu konfigurieren und braucht man das wirklich oft? Ich mein, bei meiner Röhre habe ich bis auf die Helligkeit nicht wirklich irgendwas jemals eingestellt.
    Vor allem wie ist die Reaktion von Seiten HPs auf die Kritik zum Fehlen des OSDs? Ist in absehbarer Zeit eine Neuauflage mit Behebung der Fehler geplant?

  • Hallo Darkdriver,


    der angekündigte Eizo SX3031W könnte der erste 30-Zoll-Monitor werden, der über ein OSD verfügt.


    Die Interpolation beim HP erfolgt ausschließlich über den Grafikkartentreiber. Von daher kann man dem HP nicht einmal unterstellen, das er schlecht interpoliert. =)
    Eine hochskalierte Auflösung sieht schon recht pixelig aus. Ich denke, dass es vor allem auch daran liegt, dass das Bild auf die sehr große Fläche und Pixelanzahl des 30-Zöllers hochskaliert wird – je größer das Bild, desto deutlicher treten Treppeneffekte hervor. Von daher fürchte ich, dass die monitorinterne Skalierung auf dem künftigen Eizo 30-Zöller vielleicht etwas besser, aber ebenfalls nicht sonderlich gut ausschauen wird.


    Sehr gut schauen Spiele aus, wenn man sie nicht hochskaliert – um Längen besser, als etwa auf einem 19-Zöller. Bei einem 19-Zöller wird man gerne auf Antialiasing zugreifen, um die Bilddarstellung zu verbessern. Skaliert man beim 30-Zöller nicht hoch, hat man zwar ein kleineres Bild, das ist dann aber so gut, dass man auf Antialiasing ganz gut verzichten kann. Wenn du dich mit einer kleineren Bilddarstellung anfreunden kannst, hast du so beim HP LP3065 ein besseres Bild mit geringeren Grafikanforderungen als etwa bei einem 19-Zöller mit aktiviertem Antialiasing.
    Von der Leistung her dürfte deine X1800XT mit meiner 7800GSH AGP vergleichbar sein. Für die absurd hohen Grafikanforderungen etlicher neuerer Spiele ist das schon grenzwertig. Wird das Bild am 30-Zöller nicht hochskaliert, sollte es schon gerne 1280 x 1024 Pixel haben. Bei kleineren Auflösungen wirkt das Spielefenster sonst recht winzig.
    Oblivion kann da bei einer Auflösung von 1280 x 1024 schon mal auf 20 Frames wegknicken. Bei Doom sind 60 Frames auch noch bei 1600 x 1200 möglich ([URL=http://www.tomshardware.com/de/charts-66-grafikkarten-benchmark-vergleichstest,testberichte-1558.html]THG Grafikkarten Charts[/URL]).


    Die Sache mit dem fehlenden OSD finde ich im Grunde nicht so problematisch. Beim NEC 2690 gibt es ein immens umfangreiches OSD – und da hatte ich mit so einer popeligen Sache wie der eingeschränkten Helligkeitsregulierung ein Problem. Wenn man beim HP LP3065 von vornherein klar hat, was nicht geht, muss das fehlende OSD meines Erachtens kein Manko sein.
    Wenn man mit einem hardwarenahen Weißpunkt (um die 6000 Kelvin) klarkommt, keine externen DVD-Zuspielgeräte verwendet und auf das Hochskalieren von Spieleauflösungen verzichtet, hat man mit dem HP LP3065 einen überragend guten Monitor.
    In meinem Bericht ließt sich die Sache mit dem fehlenden OSD vielleicht etwas gruseliger, als es in Wirklichkeit ist. Objektiv betrachtet ist es natürlich auch ein Handikap. Subjektiv ist es jedoch so, dass ich ein OSD beim HP LP3065 auch nach zwei Monaten intensiver und universeller Nutzung noch nicht vermisst habe.


    Ob es bei deiner ATI-Karte und dem Catalyst-Treiber generelle Probleme bei der Skalierung gibt, weiß ich leider nicht, da ich mit ATI-Karten keine Erfahrungen habe.



    Gruß,
    Gustav

  • Mh, danke für die tolle Antwort. Auf die Interpolation auf Vollbild kann ich gut verzichten. Ein wenig größer lässt es sich sicher trotzdem spielen als auf meiner 17" Röhre wenn ich 1:1 einstelle beim Grafiktreiber.
    Muss nur schauen wegen dem Preis. Über den HP Studentenshop könnte ich ihn um weniger als 1400€ haben. Mal schauen was sich da noch verhandeln lässt. Der neue Eizo wird eher uninteressant sein weil der wahrscheinlich ein Vermögen kosten wird. Und wenn er dann so enttäuscht wie angeblich der Hd2441w ist es das nicht wert.


    Wie viel Strom schluckt denn das Monstrum bei arbeitstauglicher Helligkeitseinstellung?

  • die antwort gabs schonmal im anderen hp thread, um die 70 Watt bei einer arbeitstauglichen Helligkeitseinstellung

  • Der Eizo SX3031W ist für Ende des Monats angekündigt. Ob er besser ist würden wir dann nach dem vorgesehenen Prad.de-Test im Laufe des Oktober wissen. So ist es jedenfalls geplant. Mit den angekündigten Herstellerterminen bin ich aber etwas skeptisch – eventuell zieht sich das auch hin.


    Gruß,
    Gustav

  • Hallo,


    ich hab ein Problem, wenn ich meinen LP3065 kalt anschalte habe ich gelegentlich verfärbte Pixel...vielleicht 35% der Pixel...es scheint es als trete es nur bei bestimmten Farben auf...sind dann so helle grünliche Schlieren...wenn ich dann noch mal ausschalte und wieder an ist alles in Ordnung.


    Muss ich mir sorgen machen?

  • An meinem Exemplar lässt sich das nicht reproduzieren. Verfärbte Schlieren finde ich schon sehr merkwürdig…
    Hast du mal einen anderen DVI-Eingang am Monitor versucht? Oder, falls deine Grafikkarte 2 DVI-Ports hat, den anderen DVI-Ausgang?


    Gruß,
    Gustav