Welches Colorimeter ? XRite I1 Display 2 oder Quato Silver Haze Pro


  • Das Colormunki habe ich bislang nicht getestet. Für uns schied es sowieso aus, da es fest an die eigene Software gekoppelt ist.


    Gruß


    Denis

    Das ist so übrigens nicht ganz richtig. So weit ich weiß, ist das Colormunki auch unter ArgyllCMS schon unterstützt, was die Sache quasi universell einsetzbar macht, weil man damit nicht nur kalibrieren, profilieren und Validieren kann, sondern z.B. auch über das Tool "spotread" aus einer CMM-Umgebung direkt Ergebnisse erzielen kann (und somit dann auch Tauglichkeit eines Monitors bzgl. bestimmter Farbräume überprüfen kann).


    Das fordert natürlich eine Anpassung des Workflows, denn neben dem hervorragenden dispcalGUI zur Monitorkalibrierung und -profilierung gibt es leider noch keine Tools, die einem ein komfortables Arbeiten weg von der Kommandozeile ermöglichen würden.


    Auch sind glaube ich in ArgyllCMS noch keine generischen Korrekturen für Widegamut-Schirme eingepflegt… da müsste ich direkt mal Kontakt aufnehmen und nachforschen!

  • Quote

    So weit ich weiß, ist das Colormunki auch unter ArgyllCMS schon unterstützt, was die Sache quasi universell einsetzbar macht


    Das kann durchaus sein - würde uns an der Stelle dennoch nicht weiterhelfen, da wir unbedingt auf die Unterstützung durch iColor und UDACT angewiesen sind. Zusätzlich verwenden wir inzwischen ein eigenes Programm zur Auswertung, das zukünftig auch direkt auf die Daten der Meßsonde zugreifen soll. Was die grundsätzliche Tauglichkeit des ColorMunki angeht, müßte man mal einen größeren Test machen - aber dafür fehlen auch uns natürlich die Ressourcen.


    Viele Grüße


    Denis

  • Da ich momentan grade auch auf der Suche bin, habe ich das Thema mal reaktiviert statt ein neues zu starten, da es ja an sich ums selbe geht, hab nur ein paar weitere Fragen.
    Zweck:
    Kalibrierung eines TFT-Monitors (Gateway 2400) und eines LCD-TV.


    Frage:
    Kann ich das überhaupt mit ein und demselben Colorimeter machen? Bei Spyder3 sehe ich verschiedene Pakete die im Preis sehr starke Unterschiede haben. Ist da nur unterschiedliche Software beigelegt aber der Sensor identisch, oder unterscheiden die sich auch stärker?


    200 Euro wäre für mich auch die Obergrenze, weswegen ich zwischen dem Spyder3 Elite und dem hier schon empfohlenen Quato Silver Haze Pro hänge.


    Das kalibrieren mehrerer unterschiedlicher Geräte, darunter eben auch TV-Geräte, wäre für mich ein wichtiges Argument. Ansonsten brauche ich den kalibrierten Monitor vorwiegend zur Bildbearbeitung (Lightroom/Photoshop).
    Bin noch neu in dem Thema und versuche mich gerade reinzufinden, daher weiß ich halt nicht genau was z.B. die Spyer TV bzw. Elite können bzw. nicht können.

  • Für den Computerschirm wäre das Silver Haze Pro Bundle von Quato eine vernünftige Lösung (auch Bildschirme mit WCG-CCFL und White-LED Backlight können, dank interner Korrekturen, hier auch vernünftig vermessen werden; das DTP94 ist zudem sehr alterungsbeständig).


    Die TV-Kalibration wird deutlich kniffliger. Erster Stolperstein wären die Optionen am Bildschirm. Fallen sie zu sparsam aus (idealerweise ist ein CMS implementiert), lohnt sich die Kalibration nicht. Gleichzeitig ist die angedeutete, spektrale Problematik hier noch drängender. Sofern es sich nicht gerade um einen der inzwischen seltenen TVs mit CCFL Backlight ohne erweiterten Farbraum handelt, wird es kompliziert.


    Gruß


    Denis

  • Ich wollte dann auch mal probieren ob die Kalibrierung meines Notebook-Bildschirms was bringt (mattes MacBookPro), aber primär gehts eben um den Gateway und TV.
    Das Gerät ist ein Samsung UE46C7700. Da er nicht bei mir im Haus steht weiß ich nicht ob er ein CMS implementiert hat. Da er aber aus der gehobenen Preisklasse (1500) stammt, hatte ich die Hoffnung hier eine Kalibrierung durchführen zu können. War als Freundschaftsdienst für die Besitzerin geplant, also ist nicht mit einer Kalibrierung im Hinterkopf gekauft worden.
    Ist denn mit dem Haze Pro Bundle von der Software her eine Kalibrierung des TV möglich und wie kann ich mir den Ablauf vorstellen?
    Schließe ich den TV dann am PC an, lasse darauf die Software laufen und die stellt den ein, oder läuft der TV einfach im DVD-Betrieb mit der Muster-DVD und ich nehme die Einstellungen nach Vorgabe der Software per Hand über das Menü des TV ein?

  • Die TV-Kalibration wird deutlich kniffliger. Erster Stolperstein wären die Optionen am Bildschirm. Fallen sie zu sparsam aus (idealerweise ist ein CMS implementiert), lohnt sich die Kalibration nicht. Gleichzeitig ist die angedeutete, spektrale Problematik hier noch drängender. Sofern es sich nicht gerade um einen der inzwischen seltenen TVs mit CCFL Backlight ohne erweiterten Farbraum handelt, wird es kompliziert.

    Hi,


    ich denke du beziehst dich auf LCD Fernseher, oder? Wie sieht es mit Plasmafernsehern aus? Bin auf der Suche nach einem Colorimeter für meinen Pioneer Plasma und meinen künftigen Computer TFT (wird vermutlich ein HP ZR24w). Ist dafür ein DTP94 geeignet oder reicht sogar ein günstigeres?


    Mal angenommen, ich möchte auch mal einen TV mit erweitertem Farbraum oder LED kalibrieren, inwiefern wird es dann kompliziert? Kann ich das dann vergessen?
    Hätte ganz gerne etwas zukunftssicheres und universelles. Möchte damit sicher auch mal einen Beamer oder einen anderen TFT kalibrieren.



    Gruß,
    Nico.

  • Oder reicht vielleicht sogar auch ein günstigeres Spyder 3 für meine Bedürfnisse? Zumindest am PC, wo man es sich ja noch aussuchen kann - habe ich nicht vor, mir in absehbarer Zeit ein Wide Gamut Display zuzulegen. Kann halt höchstens sein, dass man es bei TV oder Beamer mehr oder weniger aufgetischt bekommt. Möchte weder zu viel ausgeben und das Gerät dann nicht voll ausnutzen noch zu wenig, und dann in ein paar Jahren ein neues kaufen müssen.


    PS: Sorry für den Doppelpost, kann meinen Beitrag leider nicht editieren..

  • Ich schließe mich mal an. Hatte mir immer ein 200€+ Teil vom Bekannten geliehen, will aber jetzt auch mal was eigenes, da ich den auch nicht mehr so oft sehe.
    Die Empfehlung von Sailor Moon namens "Silver Haze Pro Bundle" finde ich z.B. nirgends. Gibts dazu nen Link?
    Muss man wirklich so tief in die Tasche greifen (200€) für gute Ergebnisse?

  • ich frag mich echt was an den Teilen so teuer ist, das sind doch bloß Photodioden mit Filtern... Wenn da jetzt ein Gitterspektrometer drin wäre würde ich's ja verstehen.
    Wenn ich noch im Studium wär würde ich mal schauen, ob ich sowas nicht selber gebaut bekäm... die Anpassungsfunktionen würden sicher die meiste Zeit schlucken.


    Ist das DTP94 gleich dem SilverHaze Pro - das verstehe ich noch nicht ganz?!


    Mal schauen, sowas würde ich auch gebraucht beziehen. Für die wenige Male die ich das brauche ist so ein Gerät (und die 200€) wohl etwas schade.

  • Das SilverHaze Pro beinhaltet neben dem DTP94 auch die iColor Display Software. Man sollte eine Kalibrierung übrigens am besten einmal im Monat pro Monitor wiederholen, weil die sich mit der Zeit ja auch verändern, du brauchst es also häufiger ;)

  • Das SilverHaze Pro beinhaltet neben dem DTP94 auch die iColor Display Software. Man sollte eine Kalibrierung übrigens am besten einmal im Monat pro Monitor wiederholen, weil die sich mit der Zeit ja auch verändern, du brauchst es also häufiger ;)

    aha... ich dachte bisher das DTP94 ist einfach ein anderes Gerät als das Silver Haze Pro? Auf der Homepage von Quato finde ich DTP94 z.B. garnicht?!?!... und beim Silver Haze Pro steht nichts von Software, sondern nur ein Gerät. Ich dachte nur das Silver Haze Pro Bundle hat Gerät und Software und DTP94 sei ein älteres Gerät?


    noco
    LOL, das ist ja wohl das mindeste für den Preis langzeitstabile Filter zu erhalten... ist ja nicht so als würden die Dinger ausbleichen, sind ja schließlich keine Laserintensitäten!
    Ich frag mich noch immer, warum man da kein billiges Spektrometer rein baut. Eine Messung mit ein paar schmalbandfiltern und Leuchtdioden (so verstehe ich es wie die teile arbeiten) kann garnicht so genau sein... Weiß jemand mehr zur genauen Funktionsweise?!

  • LOL, das ist ja wohl das mindeste für den Preis langzeitstabile Filter zu erhalten... ist ja nicht so als würden die Dinger ausbleichen, sind ja schließlich keine Laserintensitäten!
    Ich frag mich noch immer, warum man da kein billiges Spektrometer rein baut. Eine Messung mit ein paar schmalbandfiltern und Leuchtdioden (so verstehe ich es wie die teile arbeiten) kann garnicht so genau sein... Weiß jemand mehr zur genauen Funktionsweise?!

    Naja, die Spyder3 sind wohl alles andere als langzeitstabil :(


    Schau mal hier unter "HCFR Probe" ist eine Anleitung, wie man sich ein Colorimeter selbst baut. Vielleicht kannst du so auf die Funktionsweise schließen.

  • Quote

    Wenn ich noch im Studium wär würde ich mal schauen, ob ich sowas nicht selber gebaut bekäm... die Anpassungsfunktionen würden sicher die meiste Zeit schlucken.


    Ganz so trivial ist das nicht, ganz abgesehen von der Umsetzung in XYZ Normfarbwerte und der Korrektur auf ein Normal. Die Hersteller betreiben da schon erhebliches R&D. Die Filterlösung sollte im Ergebnis den Spektralwertkurven des 2 Grad Normbetrachters so nah wie möglich kommen. Das DTP94 ist mit seinen anorganischen Filtern beispielsweise ein gutes Stück entfernt, dafür liegen die Stärken der Sonde auf anderem Gebiet. Selbst das Minolta CS-200 mit 40 Sensoren erreicht die Charakteristik nicht komplett. Weitere Herausforderungen liegen in der Sicherstellung einer guten Wiederholungsgenauigkeit, dem Einbeziehen thermischer Effekte, einem "dichten" Gehäuse, einer möglichst geringen Serienstreuung etc. Zugleich sollte man sich Gedanken um adaptive Messungen machen, d.h. dynamische Integrationszeiten (für Messungen im unteren Helligkeitsbereich).


    Es gibt einige erfreuliche Entwicklungen. Datacolor verbaut inzwischen eine neue, anorganische Filterlösung im Spyder3, was einige Probleme der Sonde stark abmildert. X-Rite bringt ein neues Colorimeter mit Optik und Interferenzfiltern auf den Markt. BasICColor hat mit dem Discus ebenfalls ein interessantes Produkt entwickelt.


    Quote

    Schau mal hier unter "HCFR Probe" ist eine Anleitung, wie man sich ein Colorimeter selbst baut.


    Die HCFR Probe zeigt gut, dass das alles nicht so einfach ist. Das Ergebnis war alles andere als ideal.


    Quote

    LOL, das ist ja wohl das mindeste für den Preis langzeitstabile Filter zu erhalten... ist ja nicht so als würden die Dinger ausbleichen, sind ja schließlich keine Laserintensitäten!


    Die Langzeitstabilität ist generell ein Thema. EOD2 und die alten Spyder3 hatte hier mit ihren Gelantine-Filtern erhebliche Probleme - auch in Bezug auf die Abweichungen der Geräte untereinander. Das DTP94 war mit seinen anorganischen Filtern deutlich unanfälliger, allerdings liegt es damit nativ eben ziemlich weit vom Normbetrachter entfernt.


    Quote

    Ich frag mich noch immer, warum man da kein billiges Spektrometer rein baut.


    Ein Spektralfotometer ist nicht frei von Nachteilen (ein Colorimeter kommt der Funktion des menschlichen Auges auch deutlich näher). Die wenigen Consumergeräte (EyeOne Pro, ColorMunki) haben Probleme im unteren Helligkeitsbereich. Zusätzlich ist das Abtastintervall vglw. grob (im Ergebnis 10nm bei den beiden genannten Geräten), was bei schmalbandigen Spektren immer die Angst mitschwingen läßt, über steile Spitzen hinwegzuintegrieren. ISO3664 fordert denn auch <= 5nm. Da gibt es High-End Geräte, die aber im Privatumfeld nicht bezahlbar sind. Dennoch haben wir mit dem EyeOne Pro auch unter ungünstigen Bedingungen immer hinreichend konsistente Ergebnisse erzielt.


    Gruß


    Denis

  • ah, endlich Tacheles ^^.


    hab mich die letzten zwei drei Stunden auch genauer eingelesen. Ich denke mir ist klar wo die Hauptprobleme auf der Mess-Seite (Filter, Anpassung der Transmissionskurven, Zeitstabilität, spektrale Auflösung) liegen. Die Fehler setzen sich dann natürlich systematisch durch die ganze Berechnung fort. <5nm Spektrometer sind aber gerade auch schon für ein paar Hundert Euro (fertig) zu haben... wenn ich selber eins bau komm ich wahrscheinlich auf 100€ würde ich jetzt mal tippen. Der Aufwand ist aber ziemlich groß.
    Auf der Arbeit hab ich ein paar nette OceanOptics mit <.1nm Auflösung rumfliegen, vielleicht missbrauche ich mal eines davon zum vermessen. Deren aktuelle Software kann den ganzen Kolorimetrie/Metamerie Kram ja direkt ausgeben, allerdings bezweifel ich, dass man damit out of the box auch ein Display-Profil erstellen kann ^^. Mit etwas Muße und Skripten könnte man das wahrscheinlich auch noch hinkriegen. Mich würde halt man interessieren was wirklich geht und was diese 200€ Teile dann im Vergleich können. In der Massenfertigung verstehe ich halt nicht, warum die überhaupt 200€ kosten so wie sie aufgebaut sind... wahrscheinlich weil die Leute es zahlen?!


    Interessant noch: das EyeOne Pro ist also ein Spektrometer und liefert "hinreichend konsistente Ergebnisse" vs z.B. dem DTP94 (aka SilverHaze Pro?!) welches drei LMS Filter hat? Hast du eine "klare" Empfehlung aus dem Bereich? Zumindest für Einzelfarben würde ich das dann mal mit einem 5k€ Gerät vergleichen bzw. es mir erst einmal anschaffen :)


    Gruß
    Andy