Minimaler empfohlener Bildschirmkontrast

  • Hallo,


    ich bin grade auf der Suche nach einem neuen Notebook und hab da eins im Auge (Samsung 900X4C), das zwar in allem ziemlich gut ist, nur leider nicht beim Bildschirm. Er ist sehr hell, aber der vertikale Blickwinkel ist wohl recht eng, und der Kontrast beträgt nur etwa 1:120. Nun hab ich mal mein altes Notebook (ThinkPad X60s) mit dem Desktop-TFT (DELL U2410) verglichen und vom Farbumfang abgesehen keinen Unterschied im Kontrast bemerkt. Das Notebook soll laut Tests etwa 1:150 haben, der Bildschirm 1:1000 (statisch). Hier im Zimmer fällt zeitweise indirektes Sonnenlicht ein, aber beide Bildschirme waren im Schatten.


    Nun frage ich mich, wie das geübte Auge rein subjektiv an die Erkennung eines Kontrastumfangs herangeht, also mit welchen (halbwegs praxisrelevanten) Bildinhalten man das am besten beurteilen kann. Und mich würde mal interessieren, welchen Kontrast ein Bildschirm mindestens haben sollte, damit er nicht negativ auffällt.


    Ich bin Hobbyfotograf und denke schon, dass ich mich mit den technischen Parametern gut auskenne. Aber ich sehe derzeit keinen Unterschied, also wozu dann überhaupt ein sehr hoher Kontrast von 1:500 oder mehr? (Wie gesagt, es geht mir jetzt nur um den Kontrast, nicht den Farbumfang.)

  • Sehr interessante Frage! Ich finde es auch schwer einen Praxisbezug zu (gemessenen!) Kontrastwerten herzustellen. Einige wirklich Highend-Monitore haben in der Praxis bsp. nur einen gemessenen Kontrast von ~1:700.


  • Gib mal bei Google Bilder "Kontrast Testbild" oder ähnliches ein. Da bekommst du dann meistens Bilder die einen Balken haben der von ganz weiß über grau bis ganz schwarz reicht. Im Idealfall kannst du jede Stufe genau unterscheiden, wenn die letzten 2-3 wegfallen ist das in der Regel auch noch verkraftbar, viel mehr wird man als Hobbyfotograf wohl nicht tolerieren wollen.


    Ist der Kontrast bei beiden Bildschirmen mit dem gleichen Verfahren gemessen worden? Einen Kontrast von nur 120:1 sollte man eigentlich deutlich von einem "normalen" Wert unterscheiden können.

  • Diese Bilder hab ich schonmal gesehen. Ich dachte die sind eher dafür gedacht, die Bildschirmeinstellungen "Helligkeit" und "Kontrast" richtig zu justieren, so dass alle Helligkeiten sauber differenziert werden können. Bei Notebooks gibt es aber keine Kontrast-Einstellung. Von daher entfällt diese Justage sowieso.


    Mein Interesse gilt nicht der Bildschirmkonfiguration, sondern der Angabe, die den maximalen darstellbaren Kontrast eines Bildschirms beziffert. Oder ist diese Zahl am Ende völlig wertlos?


    Deinen letztan Absatz verstehe ich nicht. Gleiches Verfahren: Gibt es mehrere? Und ich messe gar nichts (bislang), das sind Testergebnisse anderer, die sowas können. Was ist ein "normaler Wert"? Und wie kann man das unterscheiden - genau das war meine ursprüngliche Frage?


    Ich werd nachher, wenn's dunkel ist, mal meine beiden Bildschirme mit der Belichtungsmessung der Kamera vermessen. Die vorgeschlagene Belichtungszeit zwischen einem weißen und einem schwarzen Bild (daneben fokussiert) müsste doch das Kontrastverhältnis angeben, oder? Vorhin bei Umgebungshelligkeit kam bei meinem DELL-Bildschirm 250:1 raus, also stimmt zumindest mal grob die Größenordnung, denk ich.

  • So, jetzt im dunkeln hätte mein großer Bildschirm einen Kontrast von 750:1. Das ThinkPad hat etwa 125:1, hier ist aber der vertikale Blickwinkel so schlecht, dass ich beim schwarzen Bild statt 1s auch 0,6s oder 1,3s hätte messen können. Ich habe versucht, die Kamera einigermaßen senkrecht auf die Bildoberfläche auszurichten. Die Messmethode scheint also zu funktionieren. :-)

  • Quote

    Einige wirklich Highend-Monitore haben in der Praxis bsp. nur einen gemessenen Kontrast von ~1:700.


    Für ihr Haupteinsatzgebiet i.d.R. auch ausreichend. Der Kontrastverlust gegenüber den gleichen Panels in einfacheren Schirmen kommt durch den Einsatz von Schaltungen zur Verbesserung der Flächenhomogenität zustande, die zwangsweise den Weißpegel durch das "Einpassen" verringern. Für Softproofing-Aufgaben limitiert auch ein Kontrast von 700:1 nicht ansatzweise. Wunderbar auch selbst nachvollziehbar, wenn man in PS mal ein CMYK-Softproof mit Papierweißsimulation konfiguriert (was zusätzlich auch die Tiefen entsprechend des dort vermessenen Schwarzpunktes anhebt)


    Gruß


    Denis

  • Danke für die fachlichen Infos, Denis!


    Was ich mich aus eigener Erfahrung frage ist, wie sich der Kontrast beim lesen von Texten verhält. Klar, grundsätzlich ist ein hoher Kontrast zwischen Schrift und Hintergrund wichtig, in der Praxis habe ich allerdings den vom Thread-Starter beschriebenen Effekt schon oft selbst Bemerkt. Lesen auf einem Kontrastschwächen TN kam mir teilweise sogar angenehmer vor als auf einem wesentlich kontraststärkeren VA-Panel. Auch das Schwarz der Schrift kam mir sehr ähnlich vor.


    Oder spielt sich ein hoher Kontrast bei diesen Aufgaben (Lesen) eh nicht so aus, da bereits ein geringer Kontrast mehr als ausreichend ist?


    Wenn ~1:700 für ernsthafte Bildbearbeitung bereits reicht, wo spielt sich in der Praxis ein hoher Kontrast (1:1000+), neben einen tieferen Schwarz in dunkler Umgebung bei Filmen, denn überhaupt aus?