Posts by ego

    Um die einzelnen von dir angesprochenen Punkte der Reihe nach abzuhandeln: Du hast meine Aussage, PLS biete bzgl. der Faktoren Glitzern und Entspiegelung das beste Bild, missverstanden. Sie bedeutet nicht, dass PLS nicht glitzert und gleichzeitig besser entspiegelt ist, sondern nur, dass der Paneltyp bei Berücksichtigung beider Eigenschaften insgesamt besser abschneidet, also - und das ist die Präzisierung - nicht glitzert und bei Normalbeleuchtung ebenso wirksam entspiegelt ist.


    Die Beschwerde, ich hätte deine Nonsense-Aussage "Das Panel absorbiert kein Licht,.." aus dem Kontext gerissen, weil du eigentlich "aktive Absorption" meinst, ist schon deshalb nicht stichhaltig, weil nicht klar ist, inwiefern Licht "aktiv" absorbiert werden kann (außer durch Interferenz, aber das meinst du wohl nicht). Um das Spiegeln der Schirme von Mobiltelfonen und Tablets zu verringern, würde es schon ausreichen, wenn die Glasscheibe weniger reflektieren würde und das Licht ungehemmt bis zum äußeren Polarisationsfilter passieren ließe. Das "nackte" Panel spiegelt weit weniger und absorbiert ein Teil des Lichts.


    Der Vergleich mit E-Ink ist ein Argument gegen deine Ansicht, für das Glitzern sei ausschließlich die Oberflächenstruktur verantwortlich. Alle Eigenschaften der Oberfläche, die das von Hintergrundbeleuchtung emittierte Licht beeinflussen (also zu Beugung, Streuung und Interferenz führen), beinflussen auch das Umgebungslicht, das von außen auf die Oberfläche trifft und dort reflektiert wird. Trotzdem gibt es bei den rauen Oberflächen von E-Ink und Papier keinen Glitzereffekt.

    Das klingt aber jetzt ein wenig anders als "Derzeit habe ich drei Bildschirme zuhause, ein IPad2 (IPS, spiegelnd),einen Eizo FS2332 (PLS) und den HP ZR2740w (IPS, LG-Entspiegelung), und
    in Bezug auf die Faktoren Entspiegelung und Glitzern liefert der Eizo das eindeutig beste Bild.
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    Es ist eine Präzisierung meiner ursprünglichen Aussage.


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    Das Panel absorbiert kein Licht, wie soll das denn gehen ?


    Natürlich absorbiert das Panel wie jeder Gegenstand Teile des elektromagnetischen Spektrums. Ansonsten würdest bei ausgeschalteter Hintergrundbeleuchtung kein schwarzes Panel sondern ausschließlich dein Ebenbild erblicken. Unabhängig davon, dass deine nachfolgenden Sätze schon rein formal die Aussage


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    Nope, lediglich der Grad der "Rauheit" in Verbindung mit dem Pixelabstand ist entscheidend für das aufkommen dieses Effekts.


    nicht belegen, solltest du dich etwas intensiver mit Optik und der Ausbreitung elektromagnetischer Wellen in verschiedenen Medien beschäftigen. Natürlich sind die optische Eigenschaften des Materials, das das
    Licht durchqueren muss, in dieser Frage entscheidend, wenn auch nicht alleinige Ursache für das wahrgenommene Glitzern. Der optische Effekt der Brechung des Lichts an der Obefläche hängt zudem von ihrer genauen geometrischen Form ab. Bei hoher Punktdichte und grober Oberflächenstruktur könnte der Effekt sogar ein "besseres" Ergebnis liefern, da das Licht, das von nahe aneinander liegenden Subpixeln gleicher Farbe emittiert wird, auch ähnlich gebrochen wird.


    Zudem gibt es auch bei der diffusen Reflektion von Licht auf Papier oder den E-Ink-Bildschirmen mit ihren stark aufgerauten Oberflächen Interferenzeffekte, ohne dass dadurch ein "Glitzern" wahrgenomen wird.

    Das Argument des größeren Panels halte ich weiter für ein Pseudoargument, da das zentrale Gesichtsfeld in beiden Fällen gleich groß ist. Mein Eindruck ist sehr klar: PLS bietet bei "normaler" Beleuchtung eine im Rahmen der Wahrnehmung ebenso wirksame Entspiegelung wie LG-IPS, nur bei seitlicher Betrachtung oder einer starken Lichtquelle im Rücken ist LGs Antireflexbeschichtung besser.


    Dass die Rauheit der Oberfläche und die Eigenschaft, Licht diffus zu reflektieren, abhänginge Größen sind, bestreite ich nicht. Die Stärke der Entspiegelung hängt einerseits aber auch davon ab, wie stark das Panel eingehendes Licht absorbiert (wieso sollte eine Tönung der Folie die einzige Möglichkeit sein?), und andererseits ist eine klare Darstellung, mithin der Glitzereffekt, von der Transparenz der Beschichtung abhängig. Nachweisen kann ich es derzeit nicht, aber ich denke, dass der matschige Eindruck nicht so sehr auf die aufgeraute Oberfläche, sondern auf das Polymer selbst und seine im Vergleich zu Glas geringeren Transparenz zurückzuführen ist.

    utzutz
    Inwiefern "liegt es in der Natur der Physik", ein kleineres Panel als "subjektiv besser entspiegelnd" zu betrachten? Die Bedingungen sind weitgehend identisch, der HP steht direkt neben dem Eizo, Seit' an Seit'. Der interessante Effekt bei PLS ist die blickwinkelabhängige Entspiegelung, d.h. ein großer Blickwinkel bringt nicht nur die für IPS typischen Aufhellungen mit sich, sondern auch eine geringere Entspiegelung.


    Bei Bildschirmen mit Hintergrundbeleuchtung spielt nicht nur die Oberflächenreflektion eine Rolle, die eingehendes Licht möglichst diffus reflektieren soll, sondern auch Absorptionsvermögen und Transparenz des Materials (z.B. aufgerautes Glas vs. Folie). Die Rauigkeit der Oberfläche ist nicht die einzig relevante Eigenschaft.

    Es ist im besten Fall hochgradig subjektiv und ansonsten einfach falsch, zu behaupten, bei PLS sähe man sich "permanent selbst im Schirm spiegeln". Der Paneltyp liefert eine bei mehr oder weniger typischer Bürobeleuchtung wirksame Entspiegelung ohne Kristalleffekt. Es gibt keinen linearen Zusammenhang zwischen den Eigenschaften "Entspiegelung" und "Glitzern" (Je .., desto), nur unterschiedliche Beschichtungen mit unterschiedlichen optischen Eigenschaften, wobei LGs Hardcore-Entspiegelung in jedem Fall die Lesbarkeit von Text beeinträchtigt. Derzeit habe ich drei Bildschirme zuhause, ein IPad2 (IPS, spiegelnd), einen Eizo FS2332 (PLS) und den HP ZR2740w (IPS, LG-Entspiegelung), und in Bezug auf die Faktoren Entspiegelung und Glitzern liefert der Eizo das eindeutig beste Bild.

    Die blickwinkelabhängigen Aufhellungen sind ein Merkmal und Schwachpunkt von IPS/PLS und werden besonders intensiv von Konvertiten wahrgenommen, die das tiefe Schwarz von VA gewohnt sind. Um festzustellen, ob PWM einen Wirkung auf dich ausübt, nimm eine PDF mit einem dich interessierenden Text und lies ihn konzentriert bei reduzierter Helligkeit über einen längeren Zeitraum, sagen wir 30 min. Wenn du diesen Härtetest bestehst und keine Beschwerden wie Ermüdung, Fokussierungsprobleme (z.b. ein leichtes "Wabbern" des Texts) o.ä. feststellst, dürftest du selbst mit der vergleichsweise niedrigen Frequenz von 180 Hz zurechtkommen.

    Es existiert eine Vielzahl von subjektiven Berichten unterschiedlichen Detailgrades, die Beschwerden (Kopfschmerzen, Ermüdung) beim Einsatz niederfrequenter PWM belegen, die Modulation selbst ist messbar und es gibt unbestritten Ermüdungserscheinungen in ähnlichen Fällen, bei Leuchtstoffröhren mit konventionellen Vorschaltgeräten und Frequenzen von ~100 Hz, so dass ein grundsätzlicher Zweifel wenig rational erscheint. Interessant wäre eine Studie natürlich trotzdem, die feststellt, in welchem Ausmaß Leute betroffen sind und ab welcher Frequenz und bei welchem Tastverhältnis (wenn überhaupt) der Einsatz von PWM "sicher" ist. Sie sollte allerdings von unabhängiger Stelle unternommen werden, denn in Bereichen, in denen einerseits starke ökonomische Interessen dominieren und die andererseits kaum theoretisch erfasst sind (es gibt kein präzises physiologisches Modell des Menschen) gibt es die Neigung zu Gefälligkeitsstudien, die auf manchmal subtile Weise manipuliert sind.


    Auch wenn eine allgemeine Definition von "Wissenschaft" schwierig ist, zentral ist die Existenz einer Theorie, die bestätigt oder wiederlegt werden kann und zur Erklärungen der einzelnen Phänomene dient. Hier schwächelt die Medizin, weshalb sie besser als Protowissenschaft bezeichnet werden sollte. Wenn es ein nämlich ein präzises physiologisches Modell des Menschen gäbe, müssten wir nicht um den epistemischen Status subjektiver Eindrücke streiten.


    In Bezug auf praktische Ratschlägen kann ich mich dir nur anschließen, man kann es nur selbst ausprobieren. Soweit man noch einen "verträglichen" Monitor hat, kann man die Zeit der LED-Hintergrundbeleuchtung auch einfach aussitzen, bis OLED verfügbar und bezahlbar wird.

    Als Ergänzung, da Sie ständig den Placebo-Effekt in Ihrer Argumentation heranziehen: Er ist "keine bloße Einbildung, sondern beeinflusst die Physiologie des Körpers auf reale und messbare Weise" (Hildegard Kaulen, "Placeboeffekt - Kein Hirngespinst" auf faz.net).

    Aus dem Unstand, dass in einer Studie eine Korrelation nicht signifikant nachgewiesen werden konnte, folgt nicht, dass der Zusammenhang nicht besteht, und zwar unabhängig von möglichen
    methodischen Mängeln der Studie (war die Stichrobe repräsentativ?), waghalsiger Interpretation der Daten oder echter Manipulation. Den Placebo-Effekt gibt es zwar (Kopfschmerzen können viele Ursachen haben, u.a. auch psychologische), trotzdem bilden subjektive Berichte eine Belegbasis, die zuverlässiger ist, je detailierter die Berichte sind, auch wenn (methodisch saubere) empirische Studien überzeugender sein können. Beweise (im logischen oder math. Sinn) liefern letztere auch nicht, weshalb es willkürlich (und selbstwidersprüchlich) ist, wenn Sie einzig Doppelblindstudien als Belege akzeptieren.


    Selbstwidersprüchlich deshalb, weil Sie sich ein Rekursionsproblem einhandeln: Diejenigen, die die Studie veranstalten, müssten auch ihre subjektiven Eindrücke (z.B. darüber, ob der Probant ausgesagt hat, dass er Kopfschmerzen hat) durch Doppelblindstudien bestätigen. Sinnliche subjektive Eindrücke (als Beobachtungssätze) bilden die empirische Grundlage wiss. Erkenntnis, weshalb Sie sich ihren Skeptizismus nicht leisten könnten, ohne die Möglichkeit von Wissenschaft selbst in Frage zu stellen. Ansonsten wären wir bei Descartes: Beweisen Sie, dass Sie existieren (und zwar durch einen Doppelblindtest).

    Es gibt zwar in der Tat meines Wissens keine wiss. Studien zu diesem Thema, die Aussage


    "Diese Feststellung muß über den statistischen Zufallstreffern liegen. Alles andere (einzelne subjektive Erfahrungen) ist von Einbildungseffekten nicht zu unterscheiden und wissenschaftlich nicht haltbar. "


    ist aber unsinnig. Wenn eine Person X bei einem PWM-geregelten Bildschirm und einer Helligkeit < 100% nach einer Zeitspanne reproduzierbar Beschwerden hat, bei 100% Helligkeit genauso reproduzierbar aber keine, ist es absurd anzunehmen, es wäre bloße Einbildung.


    Ein Dialog:
    A: Schokoladeneis schmeckt mir nicht.
    B: Solange es keine Doppelblindstudie gibt, die diese Aussage statistisch signifikant belegt, ist Ihr Urteil nicht von Einbildungseffekten zu unterscheiden und wissenschaftlich nicht haltbar.

    Die Textgröße unter Windows 7 habe ich seit einiger Zeit auf "Mittel" (125%, 120 dpi) eingestellt, obwohl der Punktabstand meines Bildschirms mit 0,2655 mm nicht so niedrig ist. Das funktioniert so weit ganz gut, außer dass einige (ältere) Programme der Einstellung trotzen und dennoch kleinere Schriften anzeigen. Letzlich hoffe ich, dass sich Bildschirme mit einer Punktdichte > 200 dpi nicht nur auf Kleingeräten wie Handys und Tablets durchsetzen, sondern auch auf den großen Rechnern, so dass sich Techniken wie Kantenglättung oder Subpixel-Rendering (ClearType) mit all ihren Nachteilen erübrigen.

    Könnt ihr bei den Bildschirmen für die Kleingeräte messen, ob die Hintergrundbeleuchtung PWM-gesteuert ist? Vor allem Tablets werden auch als Lesegeräte vermarktet, so dass gerade hier eine flimmerfreie Darstellung wichtig wäre.

    Ein Kristall- oder Glitzereffekt läßt sich beim EV2335 weitgehend ausschließen, da es sich dabei im Gegensatz zu den Aufhellungen ( 'Glow') nicht um eine Eigenschaft des Paneltyps sondern der Antireflexbeschichtung handelt, und der Monitor ein PLS-Panel mit einer sehr sanften Entspiegelung hat. Selbst habe ich den Foris FS2332 mit dem gleichen Panel und kann den typischen Kristalleffekt, den ich von meinem alten Eizo L565 kenne (der mich die Jahre aber nicht sonderlich störte), jedenfalls nicht ausmachen. Um herauszufinden, ob PWM der Schuldige ist, kann man den Monitor einige Zeit mit 100% Helligkeit (bei der PWM kein Effekt hat) betreiben, so hell ist er mit max. 250 cd/m^2 nicht.

    Die Auswirkungen der beiden Phänomene lassen sich derzeit nicht leicht auseinanderhalten, da die meisten neuen Monitore oberhalb der TN-Klasse PWM-gesteuerte LED-Hintergrundbeleuchtung und IPS-Panel mit starker Antireflexbeschichtung (die den Glitzereffekt verursacht) haben. Das PWM-Flimmern wird nicht wie bei den 50Hz-Röhrengeräten wirklich als Flimmern wahrgenommen - dazu ist die Frequenz wohl zu hoch - sondern nur indirekt über Fokussierungsprobleme nach längerer konzentrierter Arbeit, schnellerer Ermüdung oder bei sehr empfindlichen Leuten Kopfschmerzen. Den Kristalleffekt sieht man dagegen direkt.

    Der interessante Aspekt bei dem Test ist die Diskrepanz zwischen Messwerten und subjektiver Beurteilung. Während sich sich die gemittelte Bildaufbauzeit durch Overdrive von 25,8 ms auf 14,4 ms verbessert, nimmt der Autor des Artikels keine wesentliche Verbesserung wahr, möglicherweise wegen der erwähnten starken Überschwinger bei dunklen Grautönen. Die Bewertung am Ende ist dann auch +/- für Gelegenheits- und - für Hardcorespieler. Dagegen hat der Eizo FS2332 eine mittlere Bildaufbauzeit bei "verbessertem" Overdrive von 15,9 ms bei nur leichten Überschwingern und erhält die Noten ++ für Gelegenheits- und + für Hardcorespieler.