Welches Colorimeter ? XRite I1 Display 2 oder Quato Silver Haze Pro

  • Hallo, ich bin hier noch neu, und habe schon versucht herauszufinden welches Colorimeter am besten geeignet ist. Mir scheint, dass entweder das XRITE I1 Display 2 oder das Quato
    Silver Haze Pro die Aufgabe am besten erfüllt. Nun lese ich immer wieder, dass der DTP 94 Sensor sehr gut sein soll, der offenbar jedoch keine Verwendung im XRITE findet, nun frage ich mich
    welches der Beiden Bundles ich nehmen soll. Welcher Sensor ist eigtl. im I1 Display 2 Set inkludiert ? Vielen Dank schonmal.



    Ciao, Peter

  • Ich persönlich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Spyder3Elite gemacht - er ist der Sensor mit der größten "Blendenöffnung" auf dem Markt und liefert daher sehr gute Resultate auch im Schattenbereich! Und er kann alle aktuell auf dem Markt befindlichen Display-Typen kalibrieren. Bin sehr damit zufrieden und würde ihn immer wieder kaufen.


    Der i1 ist von der Entwicklung einfach ziemlich alt - XRite hat da lange nichts neues entwickelt...


    Habe den i1 vor dem Spyder gehabt und bin bei meinem iMac gescheitert. Da wollte der i1 überhaupt nicht - scheinbar mag er den Aufbau der iMac-Displays nicht so wirklich. Hatte ständig mit unterschiedlichen Farbstichen zu kämpfen. Der Support von X-Rite war nicht besonders hilfreich...habe nur sowas gehört wie: "Dann machen Sie wohl was falsch".


    Bei dem DTP94 hatte ich auch mal überlegt, aber da ist mir die Software zu wissenschaftlich...Spyder3 is easier...



    Just my 2 Cents...


    Netsrac

  • Quote

    Der i1 ist von der Entwicklung einfach ziemlich alt - XRite hat da lange nichts neues entwickelt...


    Wozu auch? Es ist ein Messgerät. Da wird man (bei entsprechender Präzision) wohl kaum ständig etwas Neues entwickeln müssen... 8)


    Zum Thema:
    Auch von mir eine klare Empfehlung zum DTP94.


    Keine Ahnung was an der Software "zu wissenschaftlich" sein soll.
    Die Bedienknöpfe von oben nach unten durchzuklicken wird sicher jeder schaffen.

  • Quote

    Und er kann alle aktuell auf dem Markt befindlichen Display-Typen kalibrieren.


    Das insistieren die Hersteller der Colorimeter gerne: Die Realität sieht, wie (nicht nur*) wir selbst schmerzvoll festgestellt haben, leider etwas anders aus. Die Problematik wird leicht unterschätzt, ist aber latent bei Bildschirmen mit erweitertem Farbraum (erst recht wenn ein (RGB-)LED Backlight eingesetzt wird) vorhanden. In bekannten Kombinationen kann man etwas tun, indem man Korrekturen in Software (Quato und Eizo machen so etwas für die eigenen Displays und die unterstützten Sonden; wobei Quato in iColor inzwischen über generische Korrekturen immerhin den Versuch unternimmt, für Nutzer anderer Bildschirme eine Verbesserung zu erzielen) oder Hardware (also dem Colorimeter) implementiert. Voraussetzung hierfür ist natürlich, dass die Colorimeter keine zu große Streuung in Bezug auf das Referenzgerät, für das die Korrekturen berechnet wurden, aufweisen.


    Für den "normalen" User ist diese Erkenntnis durchaus nicht unproblematisch. Abseits der genannten, "fixen" Kombinationen ist man nur mit einem Spektralfotometer auf der wirklich sicheren Seite. Das führt dann faktisch zwangsläufig zum EyeOne Pro. Im unteren Helligkeitsbereich ist man hier einem Colorimeter zwar unterlegen (das DTP94 ist da sehr gut aufgestellt), aber dafür stimmen die Meßergebnisse, unabhängig vom eingesetzten Bildschirm bzw. seinem Backlight. Diskutieren kann man, ob das Meßintervall mit 10nm zu grob ist (laut fogra idealerweise <= 5nm für Bildschirme), aber bislang sind diesbezüglich keine Probleme aufgetreten und nach Rücksprache mit der UGRA sollte das in jedem Fall im brauchbaren Bereich liegen.


    Insofern ist die Situation schwierig, das will ich gar nicht leugnen. Angesichts unserer Evaluation und den Ergebnissen anderer, kompetenter Institutionen, kann ich derzeit keine generelle Empfehlung mehr für ein Colorimeter in Verbindung mit einem WCG-Bildschirm aussprechen. Datacolor bewirbt das Spyder3 recht offensiv mit Unterstützung selbst für LED-Backlights, aber unsere Tests haben hier nicht ergeben, dass da der Stein der Weisen gefunden worden wäre (ich empfehle da u.a. auch auf den Testbericht zum LG W2420R zu warten). Relativ sicher fährt man mit einer herstellerseitigen Kombination aus Display+Colorimeter bzw. eigener Software, was aber faktisch nur im High-End Bereich anzutreffen ist. Ansonsten bleibt die Möglichkeit, ein Spektralfotometer zu verwenden (iColor und das EyeOne Pro wären eine gute Kombination) oder man nimmt die Unsicherheit bzw. Ungenauigkeit in Kauf.


    Gruß


    Denis


    *

  • Hallo Denis!


    Offensichtlich habt ihr in der letzten Zeit Colorimeter getestet bzw. die erstellten Profile geprüft.


    Das Spectralfotometer für Wide Gamut Geräte die bessere Lösung sind ist klar. Das EyeOne Pro ist alllerdings für den Amateurbereich bzw. Semiprofibereich nicht zu bezahlen.


    Habt ihr euch auch mit dem Colormunki beschäftigt? Das ist eine -eventuell bezahlbare- Alternative.


    Grüße
    Winston Smith

  • Quote

    Das Spectralfotometer für Wide Gamut Geräte die bessere Lösung sind ist klar. Das EyeOne Pro ist alllerdings für den Amateurbereich bzw. Semiprofibereich nicht zu bezahlen.


    Du selbst bist mit dem CG und Color Navigator inkl. dem DTP94 ohnehin auf der relativ sicheren Seite. Da gibt es Korrekturen und die DTP94 sind untereinander auch relativ stabil (siehe auch den Link, der sich diesbezüglich ebenfalls mit unseren Erfahrungen deckt). Unangenehm ist die Sache in erster Linie für Nutzer "normaler" Bildschirme mit erweitertem Farbraum. Das Colormunki habe ich bislang nicht getestet. Für uns schied es sowieso aus, da es fest an die eigene Software gekoppelt ist.


    Quote

    Offensichtlich habt ihr in der letzten Zeit Colorimeter getestet bzw. die erstellten Profile geprüft.


    Ja, wir haben hier unlängst einiges getestet, nachdem es bereits ohne Referenzmessung zu einigen sehr zweifelhaften Resultaten, gerade mit einigen aktuellen Bildschirmen, kam. Insofern muß ich mir den Schuh auch ein wenig anziehen, hatte die Problematik selbst unterschätzt.



    Gruß


    Denis

  • Hallo Denis!


    Das ich mit dem CG222W kaum Probleme habe ist mir schon klar.


    Es interessierte mich nur allgemein.


    Ein "normalen" Bildschirm + EyeOne Pro und Software zu kaufen ist doch offensichtlich ein wirtschaftlicher Unfug.


    Grüße
    Winston Smith

  • Das sehe ich ganz genau so.


    Einem Käufer eines "besseren" Wide Gamut Bildschirms, also die Monitor-Preisklasse 500-1000 Euro, wird man vermutlich kaum erklären können, warum er nun auch noch 'nen knappen 1000-der für ein Eye One ausgeben soll.


    Auch wenn es Abweichungen zum absoluten Optimum gibt, dürften diese Abweichungen für Käufer solcher Monitore nicht derart ausschlaggebend sein dass Sie ein solch exorbitant teures Messgerät hinzukaufen.


    Rein theoretisch ist mir der Standpunkt eurer Redaktion natürlich einleuchtend Denis.
    Aber so ultrapräzise werden es Käufer eines Mittelklasse-Monitors gar nicht wissen wollen. -Zumal es im Verhältnis zu den bereits recht genauen Messergebnissen eines (hierbei durchaus plausiblen) 200 Euro Messgerätes überhaupt keinen Sinn ergibt.


    Mit anderen Worten und in Zahlen:
    Wer es so extrem präzise haben will kauft sich sicher keinen Dell U2410 und kombiniert es mit einem Eye One zu 1000 Euro.
    Denn dann kann er gleich zu einem Eizo CG242 / 243 oder vergleichbaren Geräten greifen...

  • hallo,


    ich bin derzeit auch auf der suche nach einem "neuen" colorimeter. mein neuer monitor ist der dell 2209wa, zusätzlich habe ich mir den spyder3pro liefern lassen. ich bin zwar noch rel. jungfreulich auf diesem gebiet, behaupte aber, dass selbst für einen "otto-normal fotografen" der nebenbei EBV betreiben will, dieses messgerät absolut unbrauchbar ist. zum einen bestehen kaum einstellungsmöglichkeiten und was noch viel schlimmer ist, es existiert keine validierungsfunktion! woher soll ich wissen ob meine kalibrierung / profilieren überhaupt korrekt durchgeführt wurde?! spätestens wenn die bilder vom labor zurückkommen und das resultat dermaßen daneben liegt, ist das geschrei groß. skeptisch wie ich bin, habe ich mir die testversion von basiccolor installiert und damit kalibriert / profiliert. nach mehreren tagen testerei stellte sich immer wieder heraus, dass die deltaE94 abweichungen im schwarzbereich erheblich daneben lagen, ca. 8 bis 9 punkte, alle anderen bereiche lagen -wie erwartet- in einer gesunden toleranz. scheinbar ist das messgerät nicht in der lage die tiefen sauber auseinander zu halten. ich habe das spielzeug zurück gehen lassen...


    soviel dazu, nun suche ich ein neues / besseres gerät für meinen dell 2209wa. mein ziel ist es eine vernünftige farbverbindlichkeit zu erreichen, damit ich meine bilder ins labor (samt eingebettetem farbprofil) schicken kann, und mit dem ergebnis nicht völlig daneben liege. mit dem spyder3pro war dies nicht möglich!


    nun, was könnt ihr mir empfehlen?
    der "Quato Silver Haze Pro" soll ja wohl sehr gut sein, ist aber so wie es scheint ein auslaufmodell?!

  • Als "Auslaufmodell" wird das DTP94 schon seit Jahren propagiert. Ich kann mir bei der nach wie vor hohen lieferbaren Stückzahl kaum vorstellen, dass dies tatsächlich stimmt. ;)

  • Als "Auslaufmodell" wird das DTP94 schon seit Jahren propagiert. Ich kann mir bei der nach wie vor hohen lieferbaren Stückzahl kaum vorstellen, dass dies tatsächlich stimmt. ;)

    naja, zumindest finde ich über geizhals zu "Quato Silver Haze Pro" keine einträge und über den suchbegriff "DTP94" findet mir die suchmaschine nur monitore ab 1000 öcken.


    nach deine antwort zu urteilen, würde ich behaupten das diese keine direkte empfehlung an mich, sondern vielmehr eine wiederlegung meiner aussage war um deine persönliche intention zu rechtfertigen :thumbup:
    wenn dem so ist, war dein beitrag etwas kontraproduktiv, sprich hat mir nichts gebracht. ich kann mich natürlich auch irren und dich falsch verstanden haben :)

  • Quote

    naja, zumindest finde ich über geizhals zu "Quato Silver Haze Pro" keine einträge


    Das heißt nicht viel. Tipp es mal bei Google ein. Ein Auslaufmodell ist es nicht, nur weil es von X-Rite nicht mehr offiziell vertrieben wird. Eine Ablöse bei Quato ist nicht in Sicht.



    Gruß


    Denis

  • Ja. Zwar verfügt dein DELL nicht über einen erweiterten Farbraum, d.h man könnte grundsätzlich in sRGB notfalls auch so halbwegs vernünftig arbeiten, aber die Gradation weicht mit einem Gamma von 1,8 doch ziemlich stark von der Spezfikation für sRGB ab. Allein aus diesem Grund macht es schon Sinn, den Bildschirm zu kalibrieren/ profilieren. Mit dem Silver Haze Pro bekommst du ein vernünftiges Bundle, das auch für viele Bildschirme mit erweitertem Farbraum (Quato implementiert hier immerhin generische Korrekturen) brauchbar ist.


    Gruß


    Denis

  • ok. und die mitgelieferte software hat auch eine überprüfungsfunktion mit detaE abweichungen etc.?


    bin mir jetzt nicht ganz sicher ob die frage im titel dieses threads schon klar beantwortet worden ist, welcher von den beiden ist der bessere?

  • Quote

    ok. und die mitgelieferte software hat auch eine überprüfungsfunktion mit detaE abweichungen etc.?


    Hat es. Wobei man eine Profilvalidierung in ihrer Aussagekraft nicht überschätzen darf. Gemessen wird ja gegen die entsprechenden Transformationen aus dem Bildschirmprofil (zusätzlich beschränkt man sich hier im konkreten Fall auf Primär- und Sekundärfarben und ein paar Unbunttöne). Das wird ganz gerne mal mißinterpretiert. Zusätzlich bekommst du aber auch noch das UDACT ("UGRA-Test"), das du nach erfolgter Kalibrierung und Profilierung nutzen kannst. Hier bekommst du u.a. eine sehr detaillierte Auskunft darüber, wie neutral dein Bildschirm ist.


    Gruß


    Denis