2 Monitore kalibrieren - unterschiedliche Farben

  • Hallo zusammen,


    zu Weihnachten gab's einen neuen Monitor. Einen BENQ SW270C.

    Des weiteren habe ich bereits einen EIZO CS240.

    Als Colorimeter nutze ich den Spyder 4 Elite von Datacolor.


    Über die entsprechende Software der Hersteller (BENQ: PaletteMasterElement V1.3.8 / EIZO: ColorNavigator V7.0.8) kalbirierte ich die Monitore auf das gleiche Kalibrierungsziel.


    Kalibrierungsziel: Farbraum AdobeRGB, Farbtemperatur: 5000k, Leuchtdichte: 80cd/m2, Gamma 2,2

    Ich dachte, dass ich nach der Kalibrierung mit einem Colorimeter gleiche Bilder/Farben erhalte und prüfte es mit einem weißen Hintergrund.

    Wenn ich z.B. Notepad öffne und das Fenster über beide Bildschirme ziehe, sieht man deutliche Unterschiede.


    Auf dem EIZO Monitor sieht es rötlicher aus als auf dem BENQ. Das BENQ weiß ist eher grün stichig. Damit bin ich absolut unzufrieden.


    Ist das normal? Ich habe doch kalibriert. Welches Weiß ist das "richtige" Weiß?


    Es ist klar, dass das Weiß von der Farbtemperatur abhängig ist. Aber ich dachte, das bekomme ich mit der Kalibrierung raus und erhalte gleiche Farben an beiden Bildschirmen.


    Gruß

    Joe

  • Ich dachte, dass ich nach der Kalibrierung mit einem Colorimeter gleiche Bilder/Farben erhalte

    Das ist schon mit zwei identischen Geräten vom gleichen Hersteller nicht einfach. Bei zwei unterschiedlichen Herstellern unmöglich.

  • Hallo,

    ok. Ich hätte aber nicht gedacht, dass der Farbunterschied beim Weißabgleich so groß ist. Ich habe mal ein Bild gemacht.



    Links ist der EIZO CS240, rechts der BENQ SW270C. Beide sind auf 5000k mit auf eine Leuchtdichte von 80cd/m2 kalibriert.


    Ist so ein Unterschied normal?

  • Also 5000K ist warm, deshalb ist rötlich völlig normal. Je kälter also höher der Kelvin Wert, desto bläulicher wird das Weiß. Ich denke der EIZO stellt das Weiß korrekt dar.

  • Hallo,


    danke für deine Einschätzung. Ich denke auch, dass der EIZO es richtig darstellt.


    Es ist auch so, dass wenn ich z.B. die Monitore auf 4000k kalibriere und ich es mit einem weißen Blatt Papier, das von meiner Deckenbeleuchtung (LED ca. 3000k) angeleuchtet wird, vergleiche es auf dem EIZO harmonsich aussieht.

    Mit harmonisch meine ich, dass der Farbton in die gleiche Richtung geht (orange/rötlich). Der Farbton ist beim Papier rötlicher, aber die Tendenz des EIZO stimmt. Das Weiß des BENQ geht in die bläuliche Richtung und ich habe ich immer ein hmmm auf den Lippen. Es sieht einfach falsch aus und das trotz Kalibierung.

  • Quote

    Kalibrierungsziel: Farbraum AdobeRGB, Farbtemperatur: 5000k, Leuchtdichte: 80cd/m2, Gamma 2,2


    Ich dachte, dass ich nach der Kalibrierung mit einem Colorimeter gleiche Bilder/Farben erhalte und prüfte es mit einem weißen Hintergrund.

    Wenn ich z.B. Notepad öffne und das Fenster über beide Bildschirme ziehe, sieht man deutliche Unterschiede.

    Hier spielen zwei Dinge hinein. Messfehler durch das Colorimeter und das, was man als "Beobachtermetamerie" bezeichnet. In deinem Fall wird beides hineinspielen. Der erste Punkt ist relativ selbsterklärend, daher kurz nur zum zweiten Aspekt: Ein normierter Beobachter kann die personenindividuelle Empfindlichkeit naturgemäß nicht exakt abbilden. Bei den schmalbandigen Monitorspektren und der Darstellung von Neutraltönen kommt es dann auch bei idealer Messung schnell zu erheblichen sichtbaren Abweichungen, die schon aus vergleichsweise geringen spektralen Unterschieden entstehen. Am Ende wirst du nicht umhin kommen, einen Monitor wie gewünscht zu kalibrieren und den Ziel-Weißpunkt des anderen Monitors so anzupassen, dass es zu einer visuellen Übereinstimmung kommt.


    Quote

    Kalibrierungsziel: Farbraum AdobeRGB, Farbtemperatur: 5000k, Leuchtdichte: 80cd/m2, Gamma 2,2

    Dein Ansatzpunkt des visuellen Abgleichs mit dem Papierweiß unter der Ist-Beleuchtung ist schon einmal nicht schlecht, wenn das wirklich ein Einsatzgebiet ist. Mit 80 cd/m² stimmst du auf aber auf eine Beleuchtungsstärke von gerade einmal 250 Lux ab. ISO3664 definiert für die "praktische Abmusterung" 500 Lux (allerdings != Umgebungslicht), resultierend in etwa 160 cd/m² für den Monitor.

  • Vielen Dank für die Erläuterungen.

    Der BENQ geht definitiv zurück. Wenn man schon so viel Geld ausgibt, dann sollte es auch richtig passen. Und den Farbton finde ich nicht passend.

    Für den BENQ brauche ich natürlich einen Ersatz... nicht einfach, denn ich wollte die 1000€-Grenze eigentlich nicht überschreiten.

    Da fehlen dann im 27''-Bereich die Alternativen. Ich hoffe, dass EIZO den CS2731 auf den Markt bringt. PRAD kann ihn dann bestimmt testen:) und dann schauen wir mal, wo sich der Preis dann einpendelt.

    Oder einen NEC PA271Q, aber da muss man die Software extra kaufen und preislich dürfte er vom EIZO CS2731 nicht weit weg sein.

    Ja wer die Wahl hat, hat die Qual.

  • Die Frage kann ich leider nicht beantworten zumal der CS2730 prompt EOL gegangen ist und kein Nachfolger da war...seit Monaten schon.... warum? Möglich, dass das Panel immer produziert wurde oder eben andere Gründe die EIZO aber nicht mitteilt^^