Posts by bueffel

    Zitat: "Bezüglich des LED Backlights können wir nur zwei Hypothesen aufstellen: Entweder wir gehören zu den Maulwürfen die sowieso nie ein Flimmern wahrnehmen, oder aber der Bildschirm flimmert einfach nicht. Wir würden naturgemäß zu Möglichkeit zwei tendieren."


    Der U2711 hat soweit ich weiß kein LED sondern ein CCFL (Kathodenröhre) Backlight. Wegen dessen Trägheit tritt da das Backlight-Flimmern weit weniger deutlich hervor.

    Als Ergänzung, da Sie ständig den Placebo-Effekt in Ihrer Argumentation heranziehen: Er ist "keine bloße Einbildung, sondern beeinflusst die Physiologie des Körpers auf reale und messbare Weise" (Hildegard Kaulen, "Placeboeffekt - Kein Hirngespinst" auf faz.net).


    100% einverstanden !!!

    Guten Morgen,


    ich sehe schon, da könnte sich ja eine interessante und grundlegende wissenschaftstheoretische Debatte entfachen...


    Möglicherweise habe ich die Methode der Doppelblindtests etwas zu absolut beworben. Sie ist in der Tat eine etablierte, bewährte und in weiten Kreisen akzeptierte Vorgehensweise - aber richtig, sie ist kein Beweis im mathematischen Sinne, und man kann nie zu 100% sicher sein, daß sich keine methodischen Fehler, Interpretationsirrtümer o.ä. einschleichen (wo Menschen beteiligt sind, ist der Irrtum nie ausgeschlossen).


    Als wissenschaftlich erwiesen bezeichnen wir gemeinhin das, was weitgestgehen akzeptiert ist und in möglichst vielen unabhängigen Experimenten und Überlegungen widerspruchsfrei beobachtet ist und in ein bewährtes theoretisches Modell passt. Irrtümer nie ausgeschlossen. Deshalb sollte man mit Schwarz-Weiß-Malerei in der Tat zurückhaltend sein, ich wollte da nicht übertreiben. Ich habe aber (und da meine ich nicht Dich, Du analysierst ja fundiert - btw, ist es okay beim im Forum gebräuchlichen Du zu bleiben?) schon zu oft massiven pseudowissenschaftlichen Humbung gelesen und fühle mich da immer mal zum (meist zwecklosen) Widerspruch herausgefordert.


    Was konkret das PWM-Schalten angeht: Richtig, nur weil es keine belegten "Beweise" und Studien gibt, heißt das längst nicht, daß der Effekt (Kopfschmerz durch PWM) nicht existiert. Mein weiß es einfach nicht, es gibt aber Hinweise darauf, durch zahlreiche Bereichte von Leuten (die durch Forenlesen allerdings nicht unabhängig voneinander sind...) Diese Hinweise halte ich nicht für ausreichende Belege, dabei möchte ich bleiben. Sie sollten aber Anlaß sein für weitergehende Untersuchungen, und Du schreibst ja selbst, daß methodisch saubere, empirische Studien überzeugender wären - eine Doppelblindstudie wäre eben da eine gut geeignete Möglichkeit.


    Noch was theoretisches: Wenn Studien reproduzierbar und ohne methodische Mängel, mit repräsentativer Stichprobe und mit gewissenhaftester wissenschaftlicher Interpretation durchgeführt werden, und zum Ergebnis kommen, daß es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen zwei Dingen gibt, dann betrachtet man den vermuteten Zusammenhang gemeinhin in der Wissenschaft doch als (bis zum gegenteiligen Nachweis) widerlegt, oder? Richtig: 100% kann man Mängel nie ausschließen. Trotzdem ist es die bestmögliche Vorgehensweise, die uns bleibt, um etwas zu erforschen.
    Wenn es dann (wie im Fall von Vollmond-Effekten, bestimmten, nicht allen, homöopatischen Präparaten etc.) immer wieder viele Menschen gibt, die ernsthaft subjektiv gegenteilige Erfahrungen machen, sollte das Anlaß sein, die Methoden der Studien immer wieder auf Fehler zu analysieren und zu hinterfragen.


    Um das klarzustellen: ich finde es falsch und überheblich, persönliche Erfahrungen abwertend als "Hirngespinnste" abzutun, nur weil wissenschaftliche Studien fehlen oder zum Ergebnis kommen, einen Effekt nicht nachweisen zu können. Was zählt ist, wie es dem betroffenen Menschen geht. Die Erfahrung zeigt aber, daß möglichst sorgfältige wissenschaftliche Arbeit nach etablierten Vorgehensweisen helfen kann, die betroffnene Personen systematisch und an der Wurzel von Beschwerden zu befreien.


    Soweit so gut und danke für die anregende Diskussion, ego ! Was raten wir beide denn nun dem Fragensteller? LED-Monitor mit PWM kaufen oder nicht? Ich kann nur wiederholen: ausprobieren, im Zweifel möglichst hohe Frequenz, CCFL oder ungepulst wählen.

    Nein, meine Aussage ist nicht unsinnig. Man kann selbstverständlich Kopfschmerzen bekommen, wenn man daran glaubt, man bekäme welche.
    Es gibt ja auch Tabletten ohne jeden Wirkstoff, von denen Menschen reproduzierbar feststellen, ihre Kopfschmerzen gehen weg, wenn sie die nehmen. Der Placeboeffekt ist medizinisch unbestritten. Deshalb muß ein Wirkstoff gegen Kopfschmerzen eben gerade in solchen Studien seine über diesen Placeboeffekt hinausgehende Wirksamkeit unter Beweis stellen.
    Ähnliches gilt für die vielen Menschen, die von Mobilfunkmasten in ihrer Nähe sofort Kopfweh bekommen. Studien, in denen diese Menschen nicht wissen, ob die Antennen in Betrieb sind oder nicht, zeigen, daß der Kopfschmerz vorallem dann auftirtt, wenn die Leute wissen, daß da ein Mast ist - unabhängig von seinem Betriebszustand. Hier konnten eben Doppelblindtests gerade keinen Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Wellen und Kopfschmerz nachweisen. Also gibt es diesen Zusammenhang wissenschaftlich gesehen nicht.


    Um das klarzustellen: natürlich hilft das den Betroffenen nicht. Was zählt, ist das individuelle Befinden. Wenn jemand von einem Placebo gesund wird, ist das ja gut, und dem Mensch ist geholfen (so funktioniert die gesamte Homöopathie). Deshalb sage ich ja, ausprobieren, möglichst vorurteilsfrei (auch wenn das schwierig ist). Die Wissenschaft hilft hier ohne Studien nur bedingt weiter...


    Ich bleibe als Wissenschaftler aber dabei: Studien, in denen der Proband weiß, wann er was wahrnehmen sollte/könnte, sind nicht haltbar. Und wenn jemand sagt, Vanilleeis schmeckt anders als Schokoladeneis, dann muß er das beweisen können, indem er mit verbundenen Augen das eine vom anderen reproduzierbar unterscheiden kann (was in dem Fall leicht sein dürfte). Beim Beispiel "CD klingt besser als 128kBit mp3" wird das meist schon schwieriger...

    Fakten sind:


    - Die meisten (nicht alle!) Monitore werden helligkeitsreduziert, indem die Beleuchtung in schnellem Wechsel an und ausgeschaltet wird. Je stärker gedimmt wird, desto, länger sind die Dunkelphasen, die Schaltfrequenz ist in der Regel konstant (sog. Pulsweitenmodulation PWM) und modellabhängig ab 100 Hz aufwärts. Dieser Wert wird normal nicht in den Datenblättern gelistet,kann aber gemessen werden. Prad macht dies in neueren Tests auch.
    Dies gilt für LED- ebenso wie für CCFL-Beleuchtung. Die CCFL-Beleuchtung ist aber träger, das Rechtecksignal wird "verschmiert", die Flanken sind nicht so steil. LED ist schnell, das Licht folgt dem rechteckigen Steuersignal praktisch instantan.


    - Das menschliche Auge nimmt mit ab einer gewissen Frequenz das Ein- und Ausschalten des Lichtes nicht mehr wahr, es integriert das zu einer mittleren Helligkeit. Welche Frequenz genau das ist, ist individuell verschieden und insbesondere vom Alter abhängig. Die meisten Menschen nehmen oberhalb 75 Hz kein Flackern mehr wahr (sagt Wikipedia). Da die Grenze nun individuell ist, gibt es keinen Grenzwert schlechthin, es ist nur unwahrscheinlich, daß man zu den Menschen gehört, die bei über 100 Hz noch ein Flackern erkennen können. Je höher also die Frequenz, desto eher ist man auf der sicheren Seite. Letztlich hilft nur ausprobieren.


    - Man kann das Flackern oft als Stroboskopeffekt wahrnehmen, indem man bei gedimmtem Bildschirm mit der Hand und gespreizten Fingern davor wackelt. Man sieht, dass diese sich nicht sanft bewegten, sondern springen. Bei voller Helligkeit ist der Effekt weg. Das funktioniert auch (schwächer wahrnehmbar) bei PWM-modulierten CCFL-Beleuchtungen. Dieser Effekt beweist, daß mit PWM gearbeitet wird, nicht daß man ein Flimmern sieht und auch nicht daß es ein Problem beim Arbeiten darstellt.


    - Inwieweit die PWM unbewußt wahrgenommen wird und ob es dann z.B. zu Kopfschmerzen führt, auch wenn man kein bewußtes Flackern sieht, ist nach meiner Kenntnis nicht wissenschaftlich belegt. Dies wäre seriös nur im Rahmen von Doppelblindstudien möglich, d.h. eine statistisch relevante Zahl von Testpersonen bekommt unwissentlich ansonsten identische Monitore mit und ohne PWM vorgesetzt, und es muß festgestellt werden, ob sie Beeinträchtigungen z.B. der Konzentrationsfähigkeit hat oder nicht bzw. ob subjektive Beschwerden auftreten. Diese Feststellung muß über den statistischen Zufallstreffern liegen. Alles andere (einzelne subjektive Erfahrungen) ist von Einbildungseffekten nicht zu unterscheiden und wissenschaftlich nicht haltbar. Meines Wissens nach gibt es eine solche Studie nicht.


    Fazit: Ausprobieren, mit möglichst hoher PWM-Frequenz (Prad-Tests), und das möglichst unvoreingenommen. Im Zweifelsfall eher zu CCFL als zu LED greifen. Und wenn man ganz sicher gehen will, zu einem Bildschirm ohne PWM greifen (jedoch gibt es nur sehr wenige davon, ich glaube ein HP 27" gehört dazu).


    Das ist wahrscheinlich nicht, was Du lesen wolltest, aber so sind die Fakten nach meinem Kenntnisstand eben.


    Gruß, Michael

    Hallo,


    also wenn es um 27" und hohe Auflösung (2560x1440) bei gutem Preis geht, ist der Dell 2711 schon ein heißer Kandidat.
    Ich habe selbst einen, und es stimmt schon, man findet auch viele Bereicht über Probleme, wenn man danach sucht. Dabei ist aber zu beachten, daß dieser Monitor wohl sehr häufig über den Ladentisch ging, und die Zahl der Problemfälle im Verhältnis zur Gesamtabsatzzahl relativiert sich damit. Und natürlich schreiben meist die, die unzufrieden sind.
    Meiner hat jedenfalls keine Herstellerfehler.


    Woran man sich halt schon gewöhnen muß, ist die Entspiegelungsschicht ("Glitzern" auf weiß/grauen Untergründen). Anfangs hat mich das schon ziemlich gestört, man gewöhnt sich aber zum Glück mit der Zeit schon ganz gut daran (jetzt, nach 2,5 Monaten, "übersehe" ich es quasi im Alltagsgebrauch). Das Blöde ist eben, man kann nicht eben mal einen 2711 für 3 Monate ausprobieren. Und innerhalb 2 Wochen kann man kaum verläßlich feststellen, ob man langfristig mit der Entspiegelung klarkommt.

    Also ich kann bei meinem 2711 keinen der von Dir beobachteten Kritikpunkte nachvollziehen, insbesondere nicht was Ausleuchtung und Geräusche angeht. Dafür finde ich die glitzerne Beschichtung hart an der Grenze des Erträglichen.

    Tja, wenn es denn nur einen Monitor in der Preisklasse des 2711 gäbe mit vergleichbaren Eigenschaften aber besserem Coating, dann könnte Dell den 2711 einstampfen...
    Ich habe meinen 2711 auch nur behalten, weil es eben gerade keine echte Alternative gibt. Wo bei ich nach 2 Monaten sagen muss, mit der Zeit gewöhnt man sich schon etwas an das Coating, nimmt es nicht mehr so sehr wahr weil man einfach nicht darauf achtet. Trotzdem, das Coating des 2711 ist in der Tat nicht der Weisheit letzter Schluß.

    einige der aktuellen IPS Panels haben auch eine Entspiegelungsschicht, die öfter störend auffällt, das ist bei PVAs besser. Die Entspiegelungsschicht ist dennoch einwandfrei. Ich arbeite an einem Eizo 2433 mit PVA und ohne LED, finde den extrem angenehm für Office, sehr ermüdungsfrei und optimale Größe. Der von Dir genannte scheint ganz ähnlich zu sein.


    du schreibst von ab und zu spielen- für schnelle Hardcore-Games ist ein PVA Panel nicht unbedingt erste Wahl, Tn und ips sind schneller, für Gelegenheitsspieler oder nicht-Shooter aber Imho schon okay. Einen "wide gamut" Farbraum brauchst Du für Deine Arbeit nicht unbedingt, oder? Der genannt Eizo ist soweit ich das gesehen habe ein normaler sRGB.


    Denke wenn er garnicht passt bekommst Du den auch gut wieder verkauft - würde mich aber wundern.

    Hallo Rowtag,


    da Du bislang einen 16:10 Schirm mit 1920x1200 Pixeln Auflösung hattest, könnte es sein, daß Dir beim ansonsten empfehlenswerten Eizo 2332 die 120 Pixel in der Vertikalen schon fehlen. Mir jedenfalls ging es so, da ich viel Office/Text-Anwendungen habe. Bei Spielen/Filmen kann es weniger ins Gewicht fallen oder sogar von Vorteil sein, wenn diese auf 16:9 HD Auflösung ausgelegt sind. Aber wenn Du bislang mit Deinem 24" sehr zufrieden warst vom Format her, würde ich eher dabei bleiben. Leider leider sind die Eizo 24" merklich teurer als die deren 23".


    24" Kandidaten wären dann z.B. der genannte HP oder auch der hier gerne empfohlene Allrounder Dell U2412.

    Kurz erklärt zu Profilen: Wenn der Monitor keine hardware Farbraumemulierung hat, musst du den Monitor immer jeweils auf den geeigneten Farbraum zurück kalibrieren. Es gibt Farbgemanagete (was ein Wort) Umgebungen und auch ungemanagete, wie Browser X. WEnn du jetzt auf aRGB eingestellt hast, dann wird dir der Browser sehr fröhlich vorkommen , da er die ganzen Bilder im vollen Farbumfang anzeigt, anstelle nur in deren sRGB Farbraum. D.h. entweder ein guter sRGB Modus ist vorhanden und du drückst nur im OSD ein paar mal rum, oder du musst manuell den Monitor reduzieren auf den sRGB Bereich.


    Das heisst bei einem WG Monitor, ohne hardware Farbraumbegrenzung übernimmst du diese anhand einer neuen Kalibrierung mit dem colorimeter.



    ".. den Monitor auf den geeigneten Farbraum zurück kalibrieren" ist nicht richtig. Man kalibriert nicht "auf einen Farbraum". Man kalibriert auf einen Weißpunkt und Gammawert. Der Umfang des Farbraums ist eine Eigenschaft des Monitors und wird lediglich erfasst (profiliert). Das so gemessene Profil, das den Monitorfarbraum beschreibt, wird von farbmanagementfähiger Software verwendet, um den Farbraum des Fotos, beschrieben z.B. durch dessen eingebettetes Farbprofil auf den Farbraum des Monitors korrekt abzubilden. Wenn der Monitorfarbraum größer als der des Bildes ist (sRGB-Bild auf WideGamut Monitor), ist das einfach, der erweiterte Bereich wird einfach nicht genutzt. Im umgekehrten Fall (aRGB-Foto auf sRGB Bildschirm) muss in unter Inkaufnahme von Farbverlust auf den kleineren Raum abgebildet werden - das kann einstellbar durch Beschneiden oder relatives Transformieren ("sog. Rendering Intend") passieren.


    Wenn Du nun Photoshop "sagst", Du willst in sRGB arbeiten, transformiert Photoshop alle Farben mit Hilfe des Monitorprofils so, daß von Deinem Monitor nur der sRGB-Ausschnitt des ggf. größeren Gesamtfrabraums angesprochen wird. Es gibt also bei Verwendung von farbmanagementfähiger SW keinen Grund, den profilierten Standardmodus seines Wide-Gamut-Monitors nicht zu verwenden.


    Die angesprochenen "sRGB" und "aRGB"-Emulationsmodi der WideGamut-Monitore beschneiden den Farbraum monitorseitig. Das ist hauptsächlich für die Verwendung von Software ohne Farbmanagement gedacht - von einem exakten sRGB-Farbraum sind diese Modi aber auch mehr oder minder weit entfernt. Einen solchen Bildschirm auf "sRGB" zu stellen und ohne Kalibrierung/Profilierung Fotos im sRGB-Raum zu bearbeiten ist nicht ratsam - auch nicht bei angeblicher "Werkskalibrierung" dieser Modi wie bei den Dell Ultrasharps.
    Im Prinzip kann man, wenn man nur sRGB nutzen will und für unmanaged Umbegungen nicht umschalten will am OSD, natürlich den Monitor auf sRGB stellen und in diesem Modus kalibrieren (wobei es zumindest beim Dell hier außer Helligkeit nichts einzustellen gibt, jedenfalls nicht ohne Servcemenü) und profilieren. Wenn es primär um die Arbeit mit Photoshop geht, sehe ich aber wie gesagt keine Notwendigkeit, nicht den WideGamut Mode zu verwenden - da kannst Du dann in PS jederzeit ohne irgendwas sonst zu ändern der Arbeitsfarbraum umstellen. Unabhängig vom Arbeitsfarbraum legst Du beim Export fest, welchen Farbraum das Bild verwendet, es wird dann in diesen transformiert und der gewählte Farbraum ins Bild mit eingebunden. So kann man eine Variante des gleichen Bildes fürs Internet und eine für den Druck exportieren.


    Was den U2410 betrifft, das von Prad identifizierte Problem (soweit ich das überblicke) war gerade, daß man im "Custom Mode" (der, in dem die RGB-Regler zum Einstellen des Weisspunktes zur Verfügung stehen) keine saubere Kalibrierung hinbekommt. Manche Leute (hier im Forum nachlesbar) haben sich beholfen, indem sie Einstellmöglichkeitem in einem versteckten "Factory-Menü" benutzt haben. Der 2410 ist ansonsten ein toller Monitor. Der S2433 übrigens auch, vor dem sitze ich gerade - die Entspiegelungsschicht ist hier sichtbar angenehmer als beim Dell. Wenn Du auf Wide Gamut verzichten kannst (für nicht-Berufsbildbearbeiter m.E. ohnehin überbewertet...) nimm den 2412.

    Dell bietet bei höherwertigen Monitoren zumindest einen Austausch bei ständig leuchtenden Pixeln, und das über mehrere Jahre (Pixelfehler können ja auch nach dem Kauf in fehlerlosem Zustand noch auftreten).
    Gegen nie leuchtende (Sub-)Pixel bist Du allerdings dadurch nicht geschützt. Angebote der Pixelfehlerklasse 0 habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen.
    Z.B. könnte der hier bei Prad öfter empfohlenen U2412 was sein. Pixelfehlerprüfung gibts u.a. auch noch bei TFTShop.net oder lite-com.de, die habe beide auch Dell.

    Naja, "Geizkragen" sind harte Worte. Nicht jeder hat 500€ zur Verfügung für einen Bildschirm, und wenn das Preis/Leistungsverhältnis eines U2711 noch so gut ist (und das ist es).
    Ist ja auch okay, einen Monitor für 300€ zu suchen, ist legitim (aber eben nicht mit den Eigenschaften eines U2711..)
    Also, Tw3Ak3r, klarer Rat: verabschiede Dich von den 25-27 Zoll, konzentriere Dich auf 24 Zoll. Z.B. den Prad-Tip Dell 2412, da bist Du gut im Budget, hast LED, ordentliche Farben, auch halbwegs echt wenn Du ihn noch kalibrierst, Game-taugliches IPS ,ich glaube mit dem könntest Du glücklich werden.

    Ja, ich bezog mich auf die "Topmodelle" von Eizo und NEC, nicht auf die (wie schon von anderen erörtert kaum vergleichbaren genannten Modelle).


    Und auch richtig, ich komme nicht aus der Foto/Kunstbranche, und habe auch kein besonders geschultes Farbauge (und auch deshalb keinen GC-Eizo dastehen...). Gerade darum kann ich mir wahrscheinlich so schwer vorstellen, welche Unterschiede und Feinheiten die Profis da noch sehen können, für mich sieht in dieser Highend-Klasse alles, was ich bisher gesehen habe, gleich "top" aus. Den geschulten Profis will ich da keinesfalls zu nahe treten, aber als Amateur sollte man sich überlegen, was man wirkich noch sehen kann und auf welch hohem Niveau sich irgendwann die für das gut geschulte Auge noch sichtbaren Nuancen bewegen. Sonst gibt man sehr viel Geld umsonst aus, das man z.B. als Fotograf an anderer Stelle evtl. besser ins Hobby-Equipment investiert.

    Die Unterschiede bei den Features Hardwarekalibrierung, Garantiedauer, Farbraumbegrenzung sind klare Fakten.


    Was die "Sichtbarkeit" der Unterschiede z.B. eines 2000 gegen einen 3000€ Monitor angeht: genau die Frage habe ich mir auch schon oft gestellt. Mir kommt das vor wie mit HighEnd-HIFI-Anlagen mit Verstärkern für 5000 und 10000€. Die 10000€-Anlagen-Besitzer schwören darauf, die Vorteile ihres sauerstoffarmen Kupferkabels deutlich zu hören. Wenn man echte Doppelblindtests macht, zeigt sich regelmäßig, daß es nur einen wirklichen Grund gibt, die teure Anlage zu kaufen: das schöne Gefühl, über jeden Zweifel erhaben zu sein. Ansonsten hört den Unerschied objektiv untersucht fast kein Mensch, man braucht da schon die berühmten goldenen Ohren...


    Bei den genannten Monitoren ist es so krass sicher nicht, auch wegen der objektiv vorhandenen Unterschiede. Aber mich würde wirklich mal in einem echten "Blindtest" (komischer Ausdruck in Zusammenhang mit Monitoren...) interessieren, wie viele Leute den Unterschied zwischen zwei frisch kalibrierten Bildschirmen reproduzierbar erkennen (wie lange die Kalibrierung dann vorhält , steht wieder auf einem anderen Blatt...), und was sich am Ende nur als "Farb-Voodoozauber"-entpuppt.

    Hallo,


    ich habe selbst seit nun ca. 4 Wochen den 2711, mache damit Fotobearbeitung (Lightroom/Photoshop), Internet, Office, Programmieren.


    27 Zoll und die hohe Auflösung sind für Fotos bearbeiten natürlich erstmal ganz toll, in Lightroom hat man links und rechts seine Toolbars, in der Mitte ist auch bei 1:1 Ansicht noch ordentlich viel vom Foto zu sehen, das macht schon Spaß. Auch Verarbeitung, Anschlussvielfalt etc. beim 2711 sind bei mir einwandfrei.


    Ich bin selbst Brillenträger und komme selbst mit Brille nicht auf volle Sehschärfe (Astigmatismus). Bei zu kleinen Schriften bekomme ich leicht mal Probleme, deshalb kann ich angesichts der Auflösung und damit verbundenen kleinen Schrift nicht mit Windows-Standardeinstellung (100%) arbeiten. Ich habe Windows auf 125% gestellt, ebenso die Browser. Für die allermeisten Anwendungen ist das prima, einige ältere oder nicht Windows-Font-konforme Programme behalten aber ihre kleine Schrift bei, das ist für mich ein gewisser Nachteil. Bei sehr langem Arbeiten mit solcher Software schalte ich (selten) ggf. auf niedrigere Auflösung, der U2711 bekommt das Skalieren ganz gut hin.


    Was das Glitzern angeht: Ja, der U2711 hat eine relativ auffällige Anti-Reflex-Beschichtung. Wenn man darauf achtet, fällt sich recht deutlich auf, insbesondere auf hellem Hintergrund. Die meisten Leute (hoffentlich ich auch) gewöhnen sich zunehmend daran, das Auge fokussiert dann halt auf das Panel und schaut quasi durch die Beschichtung durch, man nimmt sie nicht mehr so bewußt wahr. Andere gewöhnen sich nie dran.
    Wir haben in der Arbeit den U2410 und den U2412, beide auch IPS. Nun kann ich die zwar nicht direkt mit meinem U2711 nebeneinanderstellen, aber mein Eindruck ist, daß die auch bei den genannten 24"ern sichtbare Beschichtung beim 2711 noch ein Stück deutlicher zu sehen ist. Habe in der Arbeit außerdem einen Eizo 2433 mit PV-Panel, dort ist die Beschichtung (fast) nicht sichtbar, an dem kann ich 8h täglich völlig ermüdungsfrei Office-und Softwareentwicklung machen. Der kostet aber halt rd. 800€.


    Was die Schriftschärfe beim U2711 angeht: die empfinde ich trotz der "Glitzerschicht" als sehr gut und scharf. Man sieht sozusagen die schafre Schrift hinter der "Glitzerschicht" - das ganz ist sehr schwer in Worte zu fassen, man muss es wirklich anschauen (wenn Du in der Nähe von München wohnst, kannst Du mich gerne besuchen...).


    Bezüglich kalibrieren und sRGB: Ich habe den 2711 mit einem Spyder4 kalibriert und verwende ihn ausschließlich im selbst kalibrierten "Custom Mode". Der eingebaute sRGB-Mode zeigt jedenfalls bei meinem Exemplar eine ganz deutlich sichtbare Abweichung vom sRGB-Farbraum. Grün stimmt recht gut, Blau schon nicht mehr so, und Rot weicht merklich ab. Nicht so extrem wie im "Wide-Gamut"-Mode, etwas beschränkend wirkt der sRGB-Modus schon, aber man sieht mit bloßem Auge, daß Rottöne zu kräftig sind. Nun fügt Dell ja ein Werkskalibrierprotokoll für die sRGB und aRGB-Räume bei, ob die Abweichungen, die ich sehen, damit zusammenpassen, vermag ich nicht zu sagen. Da steht dE<5, ich habe wenig gefühl dafür, wie viel oder wenig das tatsächlich ist. Bei den 2410ern in der Arbeit passt der sRGB aber deutlich besser. Der Test auf TFTCentral bestätigt meine Abweichungen im Roten, PRAD hatte wohl ein besseres Exemplar. Mir scheint, es gibt hier deutliche Streuungen. Ich war froh, ein Pixelfehlerfreies und homogenes Exemplar (keine Lila-Grün-Verläufe, kein Gelbstich) bekommen zu haben und wollte es deshalb nicht wieder auf gut Glück umtauschen. Mit ist Farbtreue in Fotoanwendungen wichtig, in den nicht Farbmanagement-fähigen Programmen ist die Farbtreue nicht so wichtig für mich. Mit Werkseinstellungen Fotos zu bearbeiten, wäre mit meinem Exemplar aber definitiv nicht annähernd farbecht möglich, auch nicht in den "Werkskalibrierten" sRGB/aRGB Modi. Da passt der Standard-Mode mit dem mitgelieferten ICC-Profil noch besser. Du wirst glaube ich insbesondere bei einem Wide-Gamut-Monitor um ein Colorimeter nicht herumkommen, wenn Du halbwegs ernsthaft Bildbearbeitung machen willst. Nach Kalibrierung geht das Fotobearbeiten für meinen Geschmack prima, wenn man sich mit dem "Glitzern" auf hellen Flächen arrangieren kann. Da kannst Du tausend Meinungen lesen, letztlich musst Du es selbst testen.


    Alternativvorschläge, wenn es keine 27" sein müssen: U2410 oder, wenn RGB reicht, U2412, beide mit schwächerem "Glitzern", oder der genannte Eizo 2433, praktisch "glitzerfrei", aber teuer. Sonst die Eizo Foris 23" Serie (2331/2333), ich persönlich mochte aber das 23" 16:9 Format nicht besonders. Die anderen 27" IPS-Panels (z.B. von HP) sind soweit ich weiß auch von LG und werden sich nicht wirklich vom U2711 unterscheiden.


    Gruß, Michael

    Ich würde mich angesichts der doch anspruchsvollen Aufgabe sehr dafüt interessieren, wie Du nach einigen Wochen Einarbeitung mit dem U2711 zurecht kommst.


    Bitte schreib uns doch dann zu gegebener Zeit mal von Deinen Erfahrungen im praktischen Alltagsgebrauch !