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Empfehlenswerte Kolorimeter und Spektralfotometer für eine optimale Kalibrierung

Von Philip Fischer
15.06.2017

Wer stundenlang vor einem Monitor sitzt und sich dabei überwiegend mit der Bearbeitung von Bildern beschäftigt, möchte natürlich die optimale Bildqualität aus seinem Bildschirm herauskitzeln. Das gilt selbstverständlich auch für Gamer und Nutzer die lediglich im Internet surfen oder Büroarbeiten erledigen. Jeder sucht nach der besten Einstellung für das perfekte Bild. Um reproduzierbare und annährend optimale Ergebnisse zu erzielen, ist der Einsatz eines Kolorimeters oder Spektralphotometers unumgänglich. In diesem Artikel wollen wir ihnen den Nutzen einer Kalibrierung erklären und einige technische Hilfsmittel sowie Software-Lösungen vorstellen, mit denen Sie respektable Ergebnisse erzielen können.

Was ist ein Kolorimeter?

Ein Kolorimeter ist ein Gerät zum Messen von Farben. Mittels moderner Kolorimeter und Spektralfotometer ist es möglich, schnell Rückschlüsse auf Farbintensitäten und Farbtemperatur zweier Farben im direkten Vergleich zu erhalten. So können Geräte auf effiziente Art und Weise einfach und schnell kalibriert werden. In den meisten Fällen wollen Anwender ein Kolorimeter erwerben, um die Farbwerte ihres Monitors zu optimieren. Allerdings werden nicht nur Monitore kalibriert, sondern auch Fernseher, Kameras, Beamer, Drucker oder auch Scanner. Denn was nützt es, wenn man ein farbverbindlich erstelltes Bild ausdruckt und dieses dann komplett anders aussieht? Die gesamte Bildverarbeitungskette muss also kalibriert werden. Vor einem Kauf sollten sie sich deshalb genau überlegen welches Gerät kalibriert werden soll, denn nicht jedes Kolorimeter oder Spektralfotometer eignet sich für alle Zwecke. Im Consumer-Umfeld ist ein gutes Kolorimeter einem teuren Spektralfotometer faktisch immer vorzuziehen.

Die einfachste Möglichkeit seinen Monitor optimal einzustellen, ist der subjektive Vergleich von Farbkarten, die als Referenz herangezogen werden. Dies erfordert jedoch ein geschultes Auge. Diverse Hersteller legen ihren Monitoren auch eine Software bei, die diese Bildoptimierung erleichtern soll. Für eine farbverbindliche Kalibrierung reichen solche Methoden nicht aus. Für die objektive Farbmessung ist ein technisches Gerät in Form eines Kolorimeters oder Spektralphotometers notwendig.

Dabei sind verschiedene Systeme in Verwendung, die schon lange nicht mehr nur wissenschaftlichen Zwecken vorbehalten sind und eine professionelle Farbkalibrierung von unterschiedlichen Displays möglich machen.

Was ist der Unterschied von einem Kolorimeter und einem Spektralfotometer?

Der Hauptunterschied zwischen einem Kolorimeter und einem Spektralfotometer liegt in der Methode, die für das Lesen der Farben angewandt wird. Ein Spektralfotometer bricht Licht in ein Spektrum unter Verwendung eines Farbgitters oder eines ähnlichen System. Dabei lesen Sensoren jeden einzelnen Abschnitt des Spektrums und erzeugen so spektrale Daten.

Kolorimeter sind einfacher aufgebaut und deshalb deutlich preisgünstiger in der Anschaffung. Kolorimeter messen die Intensität des einfallenden Lichts über fotoelektrische Empfänger mit vorgeschalteten Farbfiltern. Damit wird spektrale Empfindlichkeit eines normierten Beobachters nachgestellt. Die spektrale Zusammensetzung eines Farbreizes kann so allerdings nicht ermittelt werden.

Kolorimeter – Farbkalibrierung leicht gemacht

Moderne Kolorimeter bieten alle Funktionen, die für eine ausreichende Farbkalibrierung eines Monitors benötigt werden. Insbesondere im Consumer-Bereich dürften Kolorimeter deshalb die erste Wahl sein. Preislich liegen Kolorimeter zwischen 100 und 200 Euro. Spektralfotometer kosten in der Anschaffung in jedem Fall deutlich über 1.000 Euro. Im Folgenden werden einige Produkte vorgestellt, die empfehlenswerte Beispiele für solche Kolorimeter darstellen. Durch die Eigenschaften von Monitoren, sich über die Zeit zu verändern, sowie die Tatsache, dass Monitore ab Werk einerseits zu hell und andererseits farblich zu übersättigt eingestellt sind, kann eine Farbkalibrierung wahre Wunder wirken.

Datacolor Spyder 5 EXPRESS

Das Spyder 5 EXPRESS der Firma Datacolor bietet eine einfache Lösung für die Kalibrierung von Monitoren und Notebooks und ist klar als Einsteigerlösung konzipiert. Die Möglichkeiten der Software sind stark beschnitten, es gibt nur zwei vorgegebene Kalibrierungseinstellungen. Es fehlen eine Umgebungslichtüberwachung und auch die Option für eine schnelle Rekalibrierung.

Das Spyder-5-Kolorimeter verfügt dabei über sieben Messkanäle. Sie sollen einer besonders präzisen Einhaltung der gewünschten Beobachtercharakteristik und damit der Messgenauigkeit zu Gute kommen.

Datacolor Spyder 5 EXPRESS als Einsteigerlösung für die Kalibrierung eines Monitors oder Notebooks. Erhältlich bei Amazon (Foto: Datacolor)

Grundsätzlich unterscheiden sich die verschiedenen Versionen EXPRESS, PRO und ELITE lediglich durch die Software. Wer also erst mit der Einsteigerlösung starten will, kann später auch noch ein Update durchführen. Wir empfehlen jedoch gleich mit der PRO Version zu starten. Datacolor Spyder 5 Pro bei Amazon.

Vor- und Nachteile im Überblick

Die Software leitet den Nutzer durch den vierstufigen Kalibrierungsprozess
Kalibrierungseinstellungen sind bereits vorgegeben, für Laien einfache Handhabung
Ausschließlich zur Kalibrierung von Laptops und Monitoren geeignet
Eine benutzerdefinierte Farbkalibrierung ist nicht möglich
Der Vorher-Nachher-Vergleich bietet nur Datacolor-Standardmotive
Eine Bildschirmanalyse ist nicht möglich
Für eine schnelle Kalibrierung eignen sich andere Systeme deutlich besser
Es besteht keine Möglichkeit für eine schnelle Rekalibrierung

Datacolor Spyder 5 ELITE

Das Spyder-5-Modell ELITE der Firma Datacolor bietet das gesamte Spektrum an Farbkalibrierungsoptionen und richtet sich an professionelle Fotografen, Studios, Designer und Kalibrierungsperfektionisten.

So wird bei der ELITE-Version nicht nur eine unbegrenzte Anzahl an Kalibrierungsoptionen geboten, sondern auch benutzerdefinierte Einstellungen sind möglich. So wird beispielsweise für Videofotografie der HDTV-Farbraum Rec. 709 unterstützt.

Auch bietet das Modell mehr Einstellungen bezüglich des Umgebungslichtes, als die Spyder-Pro-Version. Es werden neben Monitoren und Notebooks auch Beamer unterstützt.

Kolorimeter Datacolor Spyder 5 Elite

Datacolor Spyder 5 ELITE als Profilösung für die Kalibrierung eines Monitors, Beamers oder Notebooks. Erhältlich bei Amazon (Foto: Datacolor)

Vor- und Nachteile im Überblick

Multi-Monitor-Unterstützung ermöglicht auch eine Beamer-Kalibrierung
Unbegrenzte Auswahl an Kalibrierungsoptionen inklusive Videofotografie-Option
Vollbilddarstellung importierter Testbilder zur Vorher-Nachher-Anzeige
Fünf Optionen zur Umgebungslichtdarstellung
Schnelle Rekalibrierungsoption ist gegeben.
Erweiterte Bildschirmanalyse und Ermittlung der Gleichmäßigkeit der Bildschirmdarstellung
Erweitertes Software-Paket und Expertenkonsole vorhanden
Einstellungen zum Teil sehr komplex, was den Standarduser überfordern könnte

X-Rite i1 Display Pro

Das i1-Display-Pro-Kolorimeter der Firma X-Rite bietet eine umfangreiche Funktionspalette für die Durchführung von effizienten Farbkalibrierungen. Dabei kann das Modell vor allem durch die hohe Messgeschwindigkeit überzeugen, welche im Vergleich zu anderen Kolorimetern bis zu fünfmal höher sein kann.

Um auf nahezu allen Geräten eine noch exaktere Genauigkeit der Farbanzeige zu erhalten, unterstützt das X-Rite i1-Display-Pro Kolorimeter Monitore, Beamer sowie mobile Endgeräte. Das Gerät arbeitet mit einer USB-Kommunikationsschnittstelle und ist mit allen gängigen Betriebssystemen sowie mit iOS und Android kompatibel. Es kann zwischen einem Basic- und einem Advanced-Interface variiert werden, wobei sich die Entscheidung für eines der Interfaces am aktuellen Kenntnisstand des Nutzers orientieren sollte.

Kolorimeter Datacolor Spyder 5 Elite

X-Rite i1 Display Pro als hochwertige Lösung für die Kalibrierung eines Monitors, Beamers oder eines mobilen Endgeräts. Erhältlich bei Amazon (Foto: X-Rite)

Eine Optik bündelt einfallendes Licht und verbessert die Päzision insbesondere in den Schattenbereichen. Darüber hinaus liefert X-Rite hochaufgelöste Spektraldaten für verschiedene Monitortechnolgien mit, die Messfehler deutlich reduzieren können. Alternativ gibt es noch als zusätzliche Ausstattung das X-Rite i1 FilmMaker Kit (Amazon) und das X-Rite i1 Photographer Kit (Amazon).

Wer auf die Kalibrierung mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets verzichten kann und dafür lieber eine Kamera-Profilierung wünscht, findet bei X-Rite mit dem ColorMunki Photo das richtige Kolorimeter. Das ColorMunki Photo finden sie bei Amazon.

Vor- und Nachteile im Überblick

Intuitive und einfach zu bedienende All-in-One-Lösung für die Farbkalibrierung
Fünfmal schnellere Messgeschwindigkeit als vergleichbare Modelle
Für eine exaktere Farbvermessung gibt es eine benutzerdefinierten RGB-Filter-Einstellung
Kalibrierung und Profilierung von Monitoren, Projektoren und mobilen Geräten
Unterstützt Video-Übertragungsstandards: NTSC, ITU-R, Rec. 709 und PAL sowie SECAM
Keine Kameraprofilierung möglich
Keine Scanner-Profilierung möglich
Keine Druckerprofilierung möglich

X-Rite i1 PHOTO Pro 2

Das Spektralfotometer i1 Photo Pro 2 der Firma X-Rite bietet Farbkalibrierung und Farbmanagement höchster Qualität. Bereits mit dem Vorgängermodell sorgte X-Rite für einen Industriestandard und dem Ruf macht auch das neue Modell alle Ehre.

X-Rite bietet das Spektralfotometer i1 Pro 2 in  drei verschiedenen Modellvarianten an: BASIC, PHOTO und PUBLISH. Die Basic Lösung bietet die Kalibrierung für Monitore, Mobilgeräte und die Profilierung von Beamern an. PHOTO  kann zusätzlich auch Kameras, Beamer, Scanner und RGB-Drucker profilieren. Während die Profilösung PUBLISH auch CMYK-Drucker profiliert. Da der Preisunterschied zwischen BASIC und PHOTO lediglich bei 200 Euro liegt, würden wir zum Kauf der PHOTO-Variante raten.

Kolorimeter Datacolor Spyder 5 Elite

Spektralfotometer X-Rite i1 Photo Pro 2 als Profi-Lösung für die Kalibrierung von Monitoren, Beamern, Digitalkameras, Scannern, RGB-Druckern oder mobilen Endgeräten. Erhältlich bei Amazon (Foto: X-Rite)

So eignet sich das i1 Photo Pro 2 speziell für professionelle Fotografen, die auf eine detailgetreue und realistische Darstellung von Farben angewiesen sind. Das Profilierungsgerät unterstützt viele verschiedene Geräte und sorgt durch eine gesteigerte Effizienz und Genauigkeit im Vergleich zum Vorgängermodell für noch bessere Ergebnisse der Farbkalibrierung.

Vor- und Nachteile im Überblick

Kalibriert und profiliert Monitore, Digitalkameras, Beamer, Scanner und RGB-Drucker
Mit der Gratis-App "ColorTrue" Profilierung von iOS- und Android-Geräten
Effizientere und genauere Profilerstellung im Vergleich zum Vorgängermodell
Einfache und vielseitige Bedienbarkeit
Umgebungslichtmessung möglich
Keine CMYK-Drucker-Profilierung möglich

Kann man sich auch ein Kolorimeter leihen?

Das Leihen eines Kolorimeters bei einer Firma macht wenig Sinn, denn mit einer einmaligen Kalibrierung ist es nicht getan. Vielmehr müssen Monitore oder auch andere Endgeräte regelmäßig rekalibriert werden. Sollte im Freundes- oder Bekanntenkreis jedoch ein Kolorimeter vorhanden sein, auf das man auch regelmäßig Zugriff hat, kann man sich dadurch natürlich Geld sparen.

Im Internet sind Kalibrierungsdienste für Fernseher zu finden. Diese versprechen eine optimale Bildqualität egal ob LCD, OLED oder Plasma. Die Firmen werben mit Profi Hard- und Software und einem Zertifikat nach der Kalibrierung. Für den Preis der hierfür aufgerufen wird, bekommen Sie schon die oben vorgestellten Kolorimeter in der höchsten Ausstattung. Die Kosten für An- und Abfahrt kommen übrigens beim Kalibrierungsservice noch dazu. In diesem Fall lohnt sich die Einarbeitung in die Materie in jedem Fall.

Gibt es alternative Softwarelösungen für die Kalibrierung?

Für die Kalibrierung von Monitoren gibt es die Open Souce Software DisplayCAL, die eine grafische Oberfläche für die Kommandozeilen-basierte Software ArgyllCMS bietet. Die Software unterstützt eine Vielzahl von Messgeräten, ist von der Bedienung aber deutlich komplexer als die Kalibrierungssoftware, die den Kolorimetern beiliegt. Besonders Käufer von Einsteiger-Kolorimetern profitieren von den umfangreichen Optionen die diese Software bietet.

Die ebenfalls auf Open Source basierende Software HCFR Colormeter kalibriert Fernseher und Beamer.

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