Monitor

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Monitor: Definition und Begriffserklärung

Ein Monitor ist einfach ausgedrückt ein Bildschirm, der hauptsächlich zum Betrieb an einem Personal Computer (PC) gedacht ist. Im Laufe der Zeit wurden zahlreiche Bezeichnungen für ein Display im Sprachgebrauch verwendet. Hauptsächlich wurden zusätzliche Informationen an das Hauptwort Monitor angehängt, um die Art des Gerätes zu bestimmen. Folgende Bezeichnungen sind für den Begriff Monitor üblich: Computer-, PC-, CRT-, Röhren-, TFT-, LED-Monitor, Bildschirm oder Flachbildschirm. Auch die englischen Begriffe Display oder Flatscreen haben sich im deutschen Wortschatz durchgesetzt.

Zeitgeschichte: Vom Computerterminal zum 8K-Monitor

Zu Beginn der 1970er erschienen die ersten Computerterminals wie IBM-3270 oder VT-100, die Lochkarten und Bänder vom Markt verschwinden ließen. Zum Einsatz kamen in der Regel Monochrombildschirme mit einer Auflösung zwischen 240 und 350 Zeichen und einer Bildfrequenz von 50 oder 60 Hz. Die Pioniere Wozniak und Felsenstein in diesem Bereich verbauten solche Video-Terminals in Computer (Apple I und Sol-20). 1976 waren dies damit die ersten fabrikgefertigten Monitore.

Anfang der 1980er zogen die ersten Composite-Video-Monitore auch auf dem heimischen Schreibtisch ein. Als damaliges Highlight galt der Commodore 1702, der die S-Video-Schnittstelle zur Verbindung des Bildschirms mit dem PC nutzte. Mit Beginn der Revolution des Personal Computers begannen Hersteller wie Apple oder Commodore mit der Produktion monochromer oder farbiger Video-Anzeigegeräte für Heim-Computersysteme. Als besonders vorteilhaft galten diese Geräte, weil die meisten dieser Modelle an unterschiedlichen PC-Systemen, sozusagen universell einsetzbar waren. 1985 stellte IBM den ersten MultiSync-Monitor vor, der verschiedene Auflösungen unterstützte. 1987 gelang IBM mit dem VGA-Standard ein großer Wurf. So gut wie jeder analoge Bildschirm bzw. jede analoge Schnittstelle basiert bis heute auf VGA und der 15-Pin-Verbindung.

Monitor IBM 3270
IBM-3270 (Bild: HungryHorace [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], von Wikimedia Commons)
Mitte der 1990er waren fast alle Röhrenmonitore beige, und Größen waren zwischen 14 und 21 Zoll erhältlich. Heute dagegen beherrscht die Farbe Schwarz die Optik. Etwa um die Jahrtausendwende (2000) begann der bis heute anhaltende Siegeszug der Flachbildschirme. Heute gelten TFT-Monitore als der Standard in der IT-Industrie, die in fast allen erdenklichen Größen und unterschiedlichen Formaten wie 1:1, 4:3, 16:9, 16:10 oder 21:9, um nur einige zu nennen, erhältlich sind. Auch die Auflösung und somit die darstellbaren Bildpunkte (Pixel) hat stetig zugenommen. Von HD über Full HD bis Ultra HD 1 (4K) oder gar Ultra HD 2 (8K), die Auflösung wird immer feiner und der Leistungsanspruch an eine Grafikkarte immer größer.
Samsung CRT-Monitor
Samsung CRT-Monitor (Bild: Samsung)

Flachbildmonitor und deren Begrifflichkeiten: Was ist der Unterschied von LCD, TFT und LCD?

In Beiträgen oder Produktbeschreibungen sind immer wieder Begriffe wie TFT, LCD, LED, IPS, TN oder MVA in Kombination mit dem Wort Monitor zu finden. Das ist für viele Leser schlichtweg kaum noch zu verstehen, zumal verschiedene dieser Begriffe gleichermaßen für einen einzelnen Flachbildschirm gelten können.

LCD steht für „Liquid Crystal Display“ (deutsch: Flüssigkristall-Bildschirme) und ist sozusagen der Überbegriff verschiedener Technologien. TFT bedeutet „Thin Film Transistor“ und ist die Bezeichnung für eine spezielle LCD-Technik. Vereinfacht ausgedrückt kann man sagen, dass praktisch alle derzeit im Handel erhältlichen Flachbildschirme, aber auch Fernseher mit LCD-TFT-Technik arbeiten. Wobei die Wortkreation LCD-Monitor eigentlich falsch ist, da das Wort sowohl Display als auch Monitor beinhaltet. LC-Display wäre hier die korrekte Schreibweise.

LG 38WK95C-W
LCD-TFT-LED-Monitor LG 38WK95C-W mit IPS Panel im 21:9-Format (Bild: LG)

Aktuelle Flachbildschirme werden auch gern als LED-Monitore bezeichnet. Das bedeutet aber lediglich, dass diese Displays Leuchtdioden (LED) als Hintergrundbeleuchtung einsetzen. LEDs haben den Vorteil, stromsparend zu sein, eine geringere Hitzeentwicklung zu besitzen und eine flachere Bauweise der Modelle zu ermöglichen. Heutzutage dürfte die Mehrheit aller im Handel angebotenen Displays mit LED-Technologie ausgestattet sein. Die vor der LED-Technik eingesetzten CCFL-Beleuchtungskörper (Leuchtstoffröhren) verschwinden vom Markt und spielen faktisch keine Rolle mehr. Also kann man vereinfacht sagen, dass so gut wie jeder Bildschirm ein LCD-TFT-LED-Monitor ist. Eine Ausnahme stellen hier lediglich die Modelle mit OLED-Technologie dar, die keine Hintergrundbeleuchtung besitzen. Allerdings gab es hier bisher nur erste Versuche, Displays mit organischen Leuchtdioden zu etablieren, die gnadenlos scheiterten. OLED hat mit Einbrenneffekten zu kämpfen, und dies ist zumindest momentan noch ein K.-o.-Kriterium für die Einführung von Flachbildschirmen mit OLED-Technologie am Markt.

Die oben bereits genannten Bezeichnungen IPS-, MVA- und TN-Monitor beziehen sich auf die momentan verbreitetsten Panel-Technologien und stellen tatsächliche Unterschiede bei der Bilddarstellung eines Bildschirms dar. Diese Technologien unterscheiden sich beispielsweise bei dem Preis, den Kontrastwerten, dem Blickwinkel und den Reaktionszeiten. Als Panel werden Bauweise und Anzeigetyp eines LC-Displays bezeichnet.

Der passende Monitor für den richtigen Anwendungszweck

Je nach Anwendungszweck muss ein geeigneter Flachbildschirm ausgewählt werden. Bei einem Gaming-Display liegt das Hauptaugenmerk bei der Bildaufbauzeit in Verbindung mit einer scharfen und ruckelfreien Darstellung durch eine hohe Bildfrequenz in Kombination mit Technologien wie FreeSync oder G-Sync. Eine Curved-Lösung kann das immersive Spielerlebnis verbessern. Für einen Büro-Monitor steht dagegen eine blickwinkelstabile Bilddarstellung in Kombination mit umfangreichen ergonomischen Funktionen im Vordergrund. Ein Grafikmonitor hat den Anspruch, ein absolut farbstabiles Bild anzuzeigen, auch in einem erweiterten Farbraum, und kann in der Regel Hardware-kalibriert werden. Ein Displays aus diesem Bereich eignet sich uneingeschränkt für die elektronische Bildverarbeitung (EBV) und die Druckvorstufe. Bei einem Video-Display setzt man neben einem kontraststarken Panel insbesondere auf die Signalverarbeitung, sodass diese Modelle auch Halbbilder (1080i) oder das Standardformat für Kinofilme (24p) einwandfrei und ohne Judder darstellen können. Ein Allround-Bildschirm deckt dagegen alle Bereiche soweit ab, ohne dabei aber bei einer Disziplin als Experte zu gelten. In der Regel muss man sich für Bildqualität oder Geschwindigkeit bei der Wahl eines Displays entscheiden. Ein Flachbildschirm, der in allen Teilbereichen ein Experte ist, wurde bis heute leider noch nicht vorgestellt.

Seit einigen Jahren kommt eine weitere Entscheidung dazu, denn die aktuellen Flachbildschirme gibt es flach oder gekrümmt. Die gekrümmte Variante wird als Curved-Monitor bezeichnet. Je breiter ein Display ist, desto mehr Sinn macht eine Curved-Lösung.

Fazit

Die unterschiedlichen Begriffe, die bei der Bezeichnung eines Bildschirms Verwendung finden, sollten für Sie jetzt kein Fragezeichen mehr hervorrufen. Welches Display für Sie das Richtige und welche Panel-Technologie, welche Auflösung oder welches Bildformat für Sie am geeignetsten ist, erfahren Sie in unserer Monitor-Kaufberatung. Die besten Bildschirme mit Empfehlungen der Redaktion finden Sie in unseren Monitor Top 10 Bestenlisten. Zufriedenheit entsteht jedenfalls erst dann, wenn Sie ein Modell ausgewählt haben, das auch zu dem Einsatzzweck passt, für den Sie einen Monitor angeschafft haben.

PRAD beschäftigt sich seit 2012 mit dem Thema Flachbildschirme und hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Modelle getestet. Unsere umfangreichen Monitor-Testberichte finden Sie im Bereich Test & Kaufberatung. Für die individuelle Kaufberatung beim Erwerb eines Displays nutzen Sie unsere Monitor-Kaufberatung in unserem Forum.

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... ist Geschäftsführer der PRAD ProAdviser GmbH & Co. KG und darüber hinaus Chefredakteur von PRAD. Er stellte im März 2002 die Internetseite Prad.de mit dem Schwerpunkt Display Technologie online. Privat gilt er als absoluter Serienjunkie und Netflix Fan.

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