Grafik Grafik Grafik Grafik
image
Grafik Grafik Grafik Grafik

TESTBERICHT: Dell U2417H Teil 4


Reaktionsverhalten

Bildaufbauzeit und Beschleunigungsverhalten

Die Bildaufbauzeit ermitteln wir für den Schwarz-Weiß-Wechsel und den besten Grau-zu-Grau-Wechsel. Zusätzlich nennen wir den Durchschnittswert für unsere 15 Messpunkte.

Der Messwert CtC (Color to Color) geht über die herkömmlichen Messungen von reinen Helligkeitssprüngen hinaus – schließlich sieht man am Bildschirm auch in aller Regel ein farbiges Bild. Bei dieser Messung wird deshalb die längste Zeitspanne gemessen, die der Monitor benötigt, um von einer Mischfarbe auf die andere zu wechseln und seine Helligkeit zu stabilisieren. Verwendet werden die Mischfarben Cyan, Magenta und Gelb – jeweils mit 50 % Signalhelligkeit. Beim CtC-Farbwechsel schalten also nicht alle drei Subpixel eines Bildpunktes gleich, sondern es werden unterschiedliche Anstiegs- und Ausschwingzeiten miteinander kombiniert.

Im Datenblatt wird eine Reaktionszeit von 6 ms (GtG) genannt. Eine Beschleunigungsoption (Overdrive) ist vorhanden und unter "Display" ->"Reaktionszeit" zu finden. Hier gibt es die Stellungen "Normal" und "Schnell". Als Standardwert ist "Normal" voreingestellt.

60-Hz-Overdrive "Normal"

Mittelmäßige Messwerte bei weitestgehend unauffälligem Helligkeitsverlauf

In der geringsten Overdrive-Einstellung wird der Schwarz-Weiß-Wechsel in 15,3 ms und der schnellste Grauwechsel in 9,3 ms gemessen. Der Durchschnittswert von 15 Messpunkten benötigt 15,9 ms. Neben all diesen recht durchschnittlichen Werten hebt sich der CtC-Wert mit 7,8 ms etwas ab und ist hier etwas fixer unterwegs.

Der Helligkeitsverlauf zeigt zwar hier schon einen kleinen Ausschlag, der sich allerdings nur messtechnisch erfassen lässt.

60-Hz-Overdrive "Schnell"

Effektive Kürzung der Schaltzeiten wirkt sich negativ auf den Helligkeitsverlauf aus

Bei der stärksten Pixelbeschleunigung wird der Schwarz-Weiß-Wechsel mit 13,6 ms und der schnellste Grauwechsel mit 5,6 ms gemessen. Der Durchschnittswert unserer 15 Messpunkte benötigt 11,7 ms und der CtC-Wert geht nach 4,4 ms durchs Ziel. Alle Werte konnten zwar effektiv an Zeit gewinnen, doch zeigt der Helligkeitsverlauf nun auch extreme Überschwinger, die fast unsere Grafik sprengen, die sich nun auch visuell bemerkbar machen werden. Hier wollten die Ingenieure einfach zu viel aus dem Display herausholen.

Netzdiagramme

Netzdiagramm Reaktionszeit "Normal" (links) und "Schnell" (rechts)

Latenzzeit

Die Latenz ist ein wichtiger Wert für Spieler, wir ermitteln sie als Summe der Signalverzögerungszeit und der halben mittleren Bildwechselzeit. Hier liefert der U2417H keinen Prachtwert ab. Bedingt durch die lange Signalverzögerung von 13,2 ms und einer mittleren Bildwechselzeit von 5,9 ms ergibt sich eine Gesamtlatenz von gemächlichen 19,1 ms. Aus diesem Grund gehören schnelle Spiele nicht zu den Spezialitäten dieses Displays.

Backlight

Die Hintergrundbeleuchtung des Dell U2417H arbeitet mit White LED und leuchtet kontinuierlich. Der Vergleich im Diagramm zeigt: Sowohl bei voller als auch bei reduzierter Einstellung der Helligkeit wird der Lichtstrom nicht unterbrochen, wie das bei PWM-Backlights der Fall wäre.

LED-Backlight mit kontinuierlicher Helligkeitsregelung

Subjektive Beurteilung

Im PixPerAn-Lesbarkeitstest ist nicht mehr als Stufe 7 drin, ab dann verwechselt man ähnlich aussehende Buchstaben durch die entstehende Unschärfe. Das ist im Vergleich zu anderen Monitoren, bei denen meistens noch die Stufe 8 lesbar bleibt, kein gutes Ergebnis. Obwohl es sich beim U2417H um ein aktuelles Gerät handelt, wurde ihm keine FreeSync-Funktionalität spendiert.

Abgesehen von der schlechten Gesamtlatenz, die sich nicht für Spiele eignet, bei denen es auf eine schnelle Reaktion ankommt, zeigt das Display eine durchschnittliche Leistung. Bei Rennsimulationen kann man dies sehr gut beurteilen. Wir haben in diesem Fall "DiRT 3" gewählt, da durch die Cockpitansicht mit der seitlich vorbeifliegenden Vegetation und die Schotterpiste am unteren Bildrand schnell bewegte Bildanteile zu sehen sind. Außerdem lassen die starken Kontraste zwischen Himmel und Baumwipfel eine mögliche Koronabildung sichtbar werden. Schnell bewegte Bildanteile stellt das 60-Hz-Display entsprechend unscharf dar, was aber völlig normal für diese Aktualisierungsrate ist. Im Teil "Reaktionsverhalten" sprengte der Helligkeitsverlauf unsere Grafik bei maximalem Overdrive. Umso erstaunlicher ist die mäßige Koronabildung, die wir sehr viel stärker erwartet hätten. Da der U2417H aber auch keine entscheidenden Vorteile durch eine erhöhte Overdrive-Einstellung liefert, sollte man hier auch nicht eingreifen und es bei den Werkseinstellungen belassen.

Sound

Der Dell U2417H verfügt über keine Lautsprecher.

DVD und Video

HD-Zuspieler wie BD-Player, HDTV-Empfänger und Spielekonsolen können direkt an die HDMI-Schnittstelle angeschlossen werden. Zwar verfügt der U2417H nicht über Lautsprecher, allerdings können Tonsignale über den Line-out-Anschluss an externe Lautsprecher weitergegeben werden. Warum Kopfhörer laut Handbuch nicht unterstützt werden, ist unverständlich und nicht wahr. Angeschlossen an den 3,5-mm-Line-out-Ausgang gibt es keinerlei Probleme mit Kopfhörern.

Unter "Farbe" -> "Voreingestellte Modi" existiert ein Filmmodus, der aufgrund einer Farbtemperatur von fast 9200 Kelvin und der damit verbundenen Blaustichigkeit ungeeignet ist, um Menschen mit einer gesunden Hautfarbe darzustellen. In den Werkseinstellungen sieht das Bild um Längen besser aus, da die Farbtemperatur aufgrund der Vorkalibrierung ab Werk schon sehr nahe an D65 liegt. Einzig die Helligkeit könnte eine Korrektur nach unten vertragen. Die Farben sind kräftig, aber nicht knallig. Sowohl in hellen als auch in dunklen Passagen ist die Detailzeichnung gut bis sehr gut. Wie bereits bei der Schwarzbildbeurteilung erwähnt, macht sich das Display auch in düsteren Filmen sehr gut. Dabei schneidet der U2417H auch hervorragend ab, sollte sich eine größere Gruppe um den Monitor scharen, da auch von weiter außen nur wenig der typische IPS-Glow zum Tragen kommt, der sehr oft mit einer gelblichen Färbung einhergeht.

Skalierung, Bildraten und Deinterlacing

Die kleine HD-Auflösung mit 1280 x 720 Bildpunkten wird am Computer erwartungsgemäß als einwandfreies Vollbild dargestellt. Kommt das Signal jedoch über einen BD-Player, wird das Bild vertikal um 34 Pixel und horizontal um 42 Pixel beschnitten. Merkwürdigerweise bleibt das Bild bei 1080p vom Beschnitt verschont. SD-Material wird folgerichtig mit Balken links und rechts angezeigt, während das Bild vertikal die gesamte Höhe einnimmt.

Über mangelnde Flexibilität kann man sich beim U2417H nicht beklagen. Laut Handbuch werden Interlaced-Signale in 480i, 576i und 1080i angenommen. Wir haben dies an HDTV-Empfänger und BD-Player getestet und sahen bei den genannten Auflösungen ein flüssiges Bild. Ein Deinterlacer wurde allerdings nicht verbaut, da das Display nur Halbbildfolgen im 2:2-Rhythmus richtig wiedergibt. Bei einer 3:2-Kadenz geht die Elektronik von Videomaterial aus. Das Ergebnis sind eine starke Kammbildung und der übliche Moiré-Effekt.

Auch in Sachen Aktualisierungsraten reagiert das Testgerät flexibel und nimmt neben 60 Hz auch 50 und 24 Hz entgegen. Zwar wird nur bei 60 Hz der Juddertest bestanden, doch lässt sich auch ein Film bei 24 Hz problemlos schauen und Popcorn-Feeling aufkommen.

Overscan

Eine Overscan-Funktion bietet der Dell U2417H nicht an.

Farbmodelle und Signallevel

Die Elektronik wechselt bei Anschluss an einen BD-Player selbstständig das Farbmodell von "RGB" auf "YPbPr". Sollte das einmal nicht funktionieren, so kann man im OSD unter "Farbe" -> "Eingabeformat" manuell umschalten.

Auch der Signallevel wurde am PC und BD-Player automatisch angepasst. Sollte das aber einmal nicht funktionieren, besteht keine Möglichkeit, im OSD darauf zu reagieren.


Bewertung
+
++
+
++
++
++
++
++
+
+
++
++
+/-
+
+
+
+/-
+/-
--
+
+
++
229,00 €
++ sehr gut, + gut, +/- zufriedenstellend, - schlecht, -- sehr schlecht

Datenblatt

Diskussion im Forum


Fazit

Der Dell U2417H legt hauptsächlich eine überaus solide Leistung ab. Um ein ermüdungsarmes Arbeiten zu ermöglichen, sind sämtliche Ergonomie-Features vorhanden, die auch mechanisch einen guten Eindruck hinterlassen. Einzig die Standfestigkeit dürfte etwas besser sein.

Das Design der U24-Serie, die mittlerweile seit 2009 regelmäßig überarbeitet wird, bleibt der minimalistischen Linie treu und ändert sich immer nur leicht. Während der Vorgänger schon über einen dünnen Rahmen verfügte, kann unser Testgerät den weltweit dünnsten Rahmen vorweisen und eignet sich deswegen besonders für ein Multi-Monitor-Setup. Als spezielles Zubehör bietet Dell direkt einen Doppelständer an, der mit einem Preis von knapp unter 200 € aber auch kein Schnäppchen ist. Des Weiteren besteht der U2417H aus hochwertigem Kunststoff, der auch über eine tolle Haptik verfügt.

Farbverbindliche Arbeiten im sRGB-Farbraum kommen dem Display aufgrund der Farbraumabdeckung von 99 Prozent sRGB vor und 100 Prozent sRGB nach der Kalibrierung entgegen. Die Farbgenauigkeit im sRGB-Modus reicht bereits vor der Kalibrierung für Hobbyfotografen aus. Auch die gleichmäßige Ausleuchtung und die Farbreinheit des Displays sind positiv zu erwähnen.

Für einen Videoabend ist das Gerät bestens gewappnet, wenn der Ton extern wiedergegeben werden kann. Dann darf auch die Gruppe vor dem Bildschirm größer ausfallen. Aufgrund des 16:9-Seitenverhältnisses, des tollen Schwarzwertes, der guten Blickwinkelstabilität und der Tatsache, dass auch eine 24-Hz-Wiedergabe möglich ist, kommt richtiges Popcornfeeling auf.

Für Gamer gibt es auf jeden Fall bessere Geräte. Sicherlich lässt sich mit diesem Monitor auch das eine oder andere Game spielen, aber aufgrund der recht langen Gesamtlatenz von 19,1 ms sollte es nicht auf Schnelligkeit ankommen, wie es z. B. bei Ego-Shootern der Fall ist. Bei Rennsimulationen oder Jump-&-Run-Spielen gibt es aber keine großen Einschränkungen.

Alles in allem ist der Dell U2417H ein tolles Gerät, das bei einem momentanen Preis von 250 € eine definitive Kaufempfehlung darstellt.

Gesamturteil: SEHR GUT


 << < 1 2 3 4 

3 Kommentare vorhanden


Danke für den Test. Die Skala für den Energieverbrauch könnte angepasst werden. Der Eizo EV2455 schafft 140cd/m² mit 12.5W, da sind die 15.8W vom Dell m.e. bestenfalls noch ein "gut", kaum aber "hervorragend".
Laut http://www.tftcentral.co.uk/reviews/dell_u2417h.htm tritt der heftige Inputlag nur auf, wenn das Display nicht in der nativen Auflösung betrieben wird. Könnte das auch hier der Grund für das schlechte Abschneiden in dieser Disziplin sein?
13 ms sind nun nicht gerade heftig. Aber wir testen immer in der nativen Auflösung.

Anzeigen
© 2002 - 2017 PRAD ProAdviser GmbH & Co. KG | Alle Rechte vorbehalten! | Impressum | Datenschutzerklärung
Ausgewiesene Warenzeichen und Markennamen gehören ihren jeweiligen Eigentümern.
PRAD übernimmt keine Haftung für den Inhalt verlinkter externer Internetseiten!
Hinweis: Unsere Internetseite wird mit aktiviertem Adblocker teilweise nicht korrekt angezeigt!