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REPORTAGE

Purer Sound: Externe Soundlösungen für meinen Fernseher

Von Simon Blohm
06.09.2012

Die Fernseher werden immer flacher und das gilt gleichermaßen auch für den Ton, denn den Lautsprechern fehlt zum einen der Platz und zum anderen werden diese in der Regel unsichtbar auf der Gehäuserückseite verbaut, damit der optische Eindruck mit super schmalem Rahmen nicht beeinträchtigt wird. Doch es gibt separate Lösungen, die einen satten Sound liefern.

Soundbar

Eine vergleichsweise einfache technische und optisch unauffällige Lösung kann mit einer sogenannten Soundbar gefunden werden. Häufig wird sie auch unter dem Begriff Soundprojektor angeboten. Sie ist sowohl bei einem TV Gerät auf eigenem Ständer als auch bei einer Wandmontage des Bildschirms leicht einsetzbar. Die Wandhalterung für eine Soundbar gehört in der Regel zum Lieferumfang. 

Eine Soundbar ist technisch ein (aktiver) Lautsprecher mit mehreren Komponenten in einem Gehäuse. Dieses Gehäuse kann, passend zur Bildschirmgröße, relativ breit ausfallen. In der Höhe und bei der Tiefe sind aber Grenzen gesetzt, um den optischen Eindruck des Bildschirms nicht zu beeinträchtigen, vor allem aber bei der Wandmontage die optischen Vorteile der inzwischen sehr flachen Geräte nicht zu schmälern.

Da die Anbringung nahe dem Bildschirm erfolgen sollte muss eine Soundbar komplett mit magnetisch abgeschirmten Lautsprechern ausgestattet sein. Dies ist aber bei allen empfehlenswerten Geräten der Fall. Bei herkömmlichen Surround Anlagen braucht nur der Center Speaker geschirmt konstruiert werden.

Der besondere technische Kniff bei einer Soundbar liegt in der Elektronik. Sie erkennt nicht nur die Codierung nach Dolby, DTS oder weniger geläufigen Systemen, sondern spreizt synthetisch die Stereobasis und fügt einen firmenspezifischen 3D Klang hinzu.

Die Kompaktform

Eine gebräuchliche Lösung ist eine 2.0 Soundbar ohne Subwoofer, die einen Stereolautsprecher mit integriertem Verstärker darstellt. Bei den günstigeren Konstruktionen reicht ein Paar von Fullrange Lautsprechern für die Stereokanäle, die mit Phasenverschiebung Raumklang erzeugen. Die Hauptlautsprecher können durch Hochtöner ergänzt sein. Eine Sonderform stellen solche Soundbars dar, die zwar mit einem Gehäuse ohne Subwoofer auskommen, aber Mehrkanalkonstruktionen sind. Auf sie trifft dann der Begriff "Virtual Surround System", auf den man immer wieder trifft, im Besonderen zu. Die Zahl vor dem Punkt kennzeichnet die maximale Zahl der simulierten Surround Kanäle nach der Decodierung. Die angefügte Bezeichnung *.1 bedeutet bei solchen Modellen, dass der "Subwoofer" im Gehäuse integriert ist.

Canton DM 8 (Bild: Canton)

Empfehlenswerte Modelle gibt es von Canton (DM 8, gute Testnoten auch ohne externen Bass; DM 90.2 [2.1], sehr gut und preislich gerade noch vertretbar), Lenco (SB-100, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis), Logic 3 (Soundstage 5.1 - baugleich mit der Reflexion AIO-1000; sehr soundkräftig), Samsung (HW-D350 (schwarz), HW-D351 (weiß); HT-E8200, teuer), Sony (SA-46SE1 [2.0]), Yamaha (YAS 101 [7.1] - mit ausreichend internem Bass) und noch vertretbar Reflexion (TL-Serie). Als absolutes Spitzenmodell, als Referenz Soundbar mit britischem Understatement, sei die Panorama von B&W (Bowers & Wilkins) erwähnt, die sowohl technisch als auch preislich in der höchsten Liga spielt.

Samsung HW-D351 (Bild: Samsung)

Soundbar mit Subwoofer

Die Normallösung für den Virtual Surround Sound ist eine Soundbar mit diskretem, also externem, Subwoofer. Bei kabelgebundenen Modellen befindet sich der komplette Surround Verstärker mit der Stromversorgung bei einigen Modellen im Subwoofer. Konstruktionen mit Wireless Technik, die eine einfachere Platzierung des Subwoofers ermöglichen, müssen beide Teile an die Steckdose bringen.

Eindeutige Spitzenkonstruktionen sind der Teufel Cinebar 51 THX 2.1 Set und das Lautsprechersystem SB30 von Harman/Kardon mit kabellosem Subwoofer (wireless), die an die 1.000 Euro Grenze schrammen. Die BDS600 von Harmann/Kardon sei hier wegen ihrer guten Testergebnisse zusätzlich erwähnt. Sie ist aber eine eigenständige Blu-Ray Heimkino Anlage, die an die Stelle der Einzellautsprecher die Soundbar mit Subwoofer setzt. In diesem gehobenen Preissegment findet man auch die Philips HTS9140 [7.1] mit einer sehr hohen Verstärkerleistung, und, bei den Anschaffungskosten noch deutlich darüber, die Bose Cinemate 1 SR – allerdings eine Frage der Klangphilosophie.

Teufel Cinebar 51 THX 2.1 (Bild: Teufel)

Das größte Angebot an empfehlenswerten Soundbars gibt es in der Range zwischen etwa 250 € und 500 €. Der Hersteller LG staffelt seine Preise in diesem Spektrum des Mittelfeldes. Dazu gehören die HLS36W 2.1 (W für wireless), HLS34S 2.1 (ebenfalls wireless, zusätzlich mit erweiterten Anschlüssen u.a. WiFi) und die HLB34S 2.1 (mit Blu Ray Player und IPod Docking). Die HLX56S von LG ist dann aber schon eine gut bewertete komplette Virtual Surround Anlage mit Blu-Ray und sehr hoher Musikleistung.

LG HLS36W 2.1 (Bild: LG)

Im Preissegment um oder über 500 € tummeln sich zahlreiche Soundbar Lösungen, die man teilweise als Komplettanlagen bezeichnen muss, deren Testbeurteilungen aber bereits ins Mittelmäßige weisen. Ein typisches Produkt dieser Richtung ist die Heimkinoanlage HTP-SL600 [2.1] von Pioneer, die mit einer sehr hohen Leistung auftrumpft aber wenig Surround bietet.
 
Die Philips HTS7111 [5.1] Soundbar wartet mit dem Luxus der automatischen Einmessung auf, während die günstigere, aber leicht abgespeckte Philips HTS5110 [5.1] bei ähnlicher Leistung im Test fast gleich bewertet wird. Die für viele externe Klangquellen taugliche Philips HSB2313 (HDMI Ein- und Ausgang, MP3 Eingang) wird sowohl als 2.1 als auch als 5.1 Modell dargestellt, und sie gehört gerade noch zu den gut bewerteten Fabrikaten. Wenn man sie als Schnäppchen bekommt, ist die sehr spartanische Philips CSS2113 ausgesprochen empfehlenswert. Ihr gegenüber schneidet die Samsung HW-E450 als überteuert ab, verfügt aber über Wireless. Ein interessantes preiswertes Modell von Philips ist die HTS5131, da sie leistungsstark, sehr flexibel bei den Anschlüssen ist, und neben einem Blu-Ray Player auch noch über einen FM-Tuner verfügt.

Philips HTS7111 (Bild: Philips)

Typische technisch gute Soundbar Modelle im sogenannten preislichen Mittelfeld sind von JBL die Cinema SB 300 (wireless), von Panasonic die SC-HTB520EGK [2.1], und die SC-BFT800 [7.1] (beide wireless), von Pioneer die eigenwillige 3.1 Lösung der HTP-SB300 oder die unkonventionelle DSC-SB314 [2.1] als Teilsystem inklusive Radio und Karaoke, von Samsung die HW-E551 (wireless), von Sony die sehr bassintensive HT-CT550W (wireless) und von Yamaha die YHT-S400 [7.1]. Der Anschaffungspreis ist aber im Mittelfeld kein sicheres Kriterium. Preiswertere Modelle wie die JVC TH-BA 1, die Samsung HW-D450 oder die Sharp HT-SL70 schnitten bei den Gesamtnoten der Tests nicht schlechter ab als die Harman/Kardon SB 16, bei der allerdings nicht auf die Spezifikation "wireless" verzichtet wurde. Die Akai AHC 1600 [2.1] ist im unteren Mittelfeld leistungstechnisch etwas schwach auf der Brust, klanglich aber in Ordnung.

Im Handel gibt es unter der 200 € Marke noch Modelle, die man als vertrauenswürdig einstufen kann: Boston TVee 25 (wireless [2.1]), Harman/Kardon SB10 mit Center Funktion [3.1], Philips HTS3111 [5.1] und Sharp HT-SL 50 mit vielen Anschlussmöglichkeiten [2.1].

In dem sehr großen Angebot fällt die Auswahl schwer, wenn man nicht über Gefühl und/oder Preis entscheiden will, da man oft keine Referenzen findet oder einen Händler zum Testhören. Zu relativ teuren exotischen Lösungen wie der Philips CSS5123 mit Android Docking [2.1] fehlen meist ausreichend publizierte Testerfahrungen. Dies gilt aber auch für zahlreiche recht teure Angebote wie der Heimkino Anlage BCS-HW919 von Pioneer, die sich auf 2.1 beschränkt, aber eine außerordentliche Musikleistung bietet.

Panasonic SC-HTB520EGK (Bild: Panasonic)

Dem Blaupunkt LS 190 kann man zumindest ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis zuschreiben. Andererseits sollte man bei Händler-Angeboten um oder unter 100 € skeptisch sein. Die Auna YC-CY-907 [2.1] mit kabellosem Subwoofer bietet eine verdächtig hohe Gesamtleistung, und selbst bei der ebenfalls sehr günstigen wireless Thomson SB240W [2.1] muss man sich fragen, wo gespart wurde.

Billiglösungen können im Dauerbetrieb sehr lästig werden. Der einst von Studiotechnikern geprägte Begriff der "Hörsamkeit" wird kaum noch bewertet, nicht zuletzt weil der Ton beim Heimkino wesentlich stärker auf musikalische Effekte und Effektgeräusche ausgerichtet ist. Im Idealfall sollte aber die Wiedergabequalität an den Kriterien von HiFi-Anlagen gemessen werden. Sie garantieren einen längeren Hörgenuss. 

In der Spitzenklasse um oder über 1.000 € wird man in technischer Hinsicht sicher nicht enttäuscht werden. Selbst bei gehobenen Geräten entscheiden aber letztlich persönliche Hörgewohnheiten und die Raumakustik, ob die Wiedergabe den Erwartungen entspricht. Oft kann die technisch und optisch elegante Lösung mit Soundbars eine echte Surround Anlage mit separaten Lautsprechern und (automatischer) Einmessung nicht ersetzen, wenn es um das volle Klangerlebnis geht. Bei ähnlichen Qualitätsansprüchen kommt die Soudprojektion auf keinen Fall billiger.

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